Spargel & Ei – eine alte Liebe

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Spargel und Ei sind füreinander geschaffen. Das war schon immer so und daran wird sich auch nichts ändern. Und sonntags gibt es bei mir den Spargel auch schon mal zum Frühstück. Auf einer knusprig getoasteten Semmel (wenn ich hier jetzt Brötchen schreibe, dann werde ich vermutlich aus Bayern verjagt) mit einem pochierten Ei.
Da darf der Spargel auch noch richtig schön knackig sein und das klappt nur, wenn man ihn nicht kocht, sondern in der Pfanne brät. Überhaupt rätsle ich noch immer darüber, warum so viele Kochbücher beim Spargel eine Kochzeit von 15 – 20 Minuten angeben. Vielleicht gab es früher ja Sorten, die solcher Zeiten bedurften. Wenn dem so ist, so trauere ich dieser Zeit nach, denn die alten Spargelsorten sind heute schwer zu bekommen. Wer sie entdeckt – zugreifen. Heute jedenfalls sind solche Zeiten sie ein Garant dafür, Spargel in etwas Unsägliches zu verwandeln. Also – wer den Spargel zerkocht, darf eine Woche lang keine Spülmaschine benutzen. Zur Strafe.
Dämpfen ist auch in Ordnung, ganz besonders beim weißen Spargel, der nicht ganz so robust ist wie der Grüne. Oder eben gleich roh – dann aber bitte in hauchfeinen Streifen. Und sehr gerne mit Erdbeeren und sehr altem Balsamico Essig.
Das Pochieren der Eier ist wirklich ganz einfach. Ich darf das sagen, denn nachdem ich schon einige vergeigt habe, weil mir der entscheidende Hinweis fehlte, hab ich jetzt den Dreh raus. Der Dreh ist wirklich alles. Wenn das Wasser im Topf gedreht wird, wickelt sich das Eiweiß von ganz alleine um das Eigelb. Das darf auch schön flüssig bleiben, damit es sich über die Spargel ergießen kann. Das ist opulent und sinnlich. Damit kann der Tag gut starten.

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Für Zwei
1 Dinkel oder Kamut Brötchen
8 – 10 Stangen Spargel
1 EL Butter
½ TL Zucker
2 x Prise Salz
3 Eier, davon 1 wachsweich gekocht
½ Avocado
2 EL cremiger Frischkäse

Fleur de Sel, frisch gemahlener Pfeffer, Sprossen nach Belieben
1 Schuss Essig für das Kochwasser (damit zieht sich das Eiweiß zusammen)

Für die Avocado-Ei-Creme das weichgekochte Ei mit dem Frischkäse verrühren (am besten klappt das mit einer Gabel). Die Avocado ebenfalls mit einer Gabel zerdrücken und unterrühren. Mit etwas Salz abschmecken.
Den Spargel waschen und im unteren Drittel schälen. In einer Pfanne die Butter aufschäumen lassen und den Spargel hineingeben. Anbraten lassen und ab und zu wenden. Den Zucker darüber streuen, den Spargel wenden und diesen kurz karamellisieren lassen. Herausnehmen, leicht salzen und warmstellen.
Für die Eier in einem Topf Wasser mit Essig aufkochen lassen. Wenn das Wasser kocht, die Temperatur ein wenig zurückdrehen. Die Eier einzeln in eine Tasse gießen. Mit einem Schneebesen das Wasser „drehen“, so dass sich ein Strudel erzeugt. Den Schneebesen zur Seite legen und in die Mitte des Strudels die Eier nach einander und möglichst nicht übereinander gießen. Nach 4 Minuten mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Die Brötchen halbieren und toasten. Mit der Avocado-Ei Creme bestreichen und den Spargel darauf legen. Das pochierte Ei auf den Spargel setzen, mit Fleur de Sel, frischem Pfeffer und Sprossen bestreuen.

Tipp: Wer sich das mit dem Eier pochieren nochmal erklären lassen möchte, schaut einfach mal hier ein Video auf YouTube an.

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Gemüse im Champagner

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„Nimm zum Einstieg die Gurke, die ist toll“, meint Andreas Till, Lieblingsbartender seit vielen Jahren, und reicht mir ein großes bauchiges Weinglas mit Eiswürfeln, Gurkenscheiben und mit Champagner aufgegossen. Ich stehe in einer Halle der Großmarkthalle und lasse gerade alles zu. Es war ein langer Tag, die Restsonne scheint durch die Dachfenster der ehrwürdigen Markthalle und mitten zwischen verwaisten Gemüse- und Obstständen steht ein großer orangener Food Truck. Ein klassischer Airstream, wie man sie aus Amerika kennt.

Ich bin zum ersten Mal in einer der Münchner Großmarkthallen. Es ist alles so riesig hier, dass es fast wie eine Stadt in der Stadt wirkt. Zutritt ist der Öffentlichkeit verwehrt, doch ich bin nicht zum Einkaufen hier sondern zum Trinken.

Champagner als Mixgetränk und auf Eis ist ja jetzt an sich nichts bahnbrechend Neues. Ja. Und Nein. Das Haus Veuve Clicquot präsentiert exklusiv seine neueste Champagner Création. Rich – heißt das schöne Kind, und wurde mit einem besonderen Traubenmix und einer höheren Dosage entwickelt. Mit Dosage ist die Süße gemeint und aus diesem Grund soll dieser Champagner auch nur auf Eis und vorzugsweise mit Aromen getrunken werden, die seine Noten optimal zur Geltung bringen. Earl Grey Tea zum Beispiel. Oder Sellerie. Frische Himbeeren und Paprika.

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Andreas Till vom Pacific Times

In früheren Zeiten, als ich neben meinem Studium noch als Türsteherin vor einem angesagten Club stand, gönnten wir uns manchmal in den frühen Morgenstunden nach Dienstschluss eine große Flasche Champagner, füllten die Gläser mit Eis und schütteten das Zeug so schnell runter, wie es nur ging. Das war dekadent. Auf uns und auf die Nacht. Lasst uns weiterziehen, noch ist die Nacht nicht zu ende. Das Leben ist großartig.

Daran muss ich jetzt denken, während ich so an meinem Champagner-Gurken Cocktail nippe. Und stelle fest, dass der irgendwie besser zu genießen ist als früher. Das macht natürlich Lust auf mehr. Ich darf auch selbst meine Kreation bestimmen und kombiniere Himbeeren mit Zitronenmelisse. Ingwer mit Basilikum überzeugt ebenfalls. Irgendwie dekadent ist es immer noch, doch yeah! – das hier macht richtig Spaß. Es ist frisch, es ist aromatisch und ich fühle mich ein wenig wie auf einer hippen Party am Strand von Ibiza. Kann mir die Szene genau vorstellen. Der Strand Club ganz unten im Süden. Der mit den riesigen blauen Kissen über den Strand verteilt…

Bevor das Fernweh größer wird, erde ich mich mit einem kleinen Burger. Bernd Arold vom Gesellschaftsraum in München hat sie gemacht. Mit Avocado- und  Kräutercreme, einem göttlichen Gurken Relish und Bio-Fleisch. Im selbstgebackenen Brötchen, das mit Gewürzen verfeinert wurde. Und während ich also versuche, auf möglichst elegante Art meinen Burger zu essen und mich nicht zu verkleckern (dabei bin echt ein Held), erklärt Andreas unser Bartender, warum das mit dem Strohhalm eigentlich Quatsch ist. Wegen der Nase. Ohne die Nase sind wir ziemlich hilflos bei der Aromenbestimmung. Wer sie also nicht näher ans Glas bringt (deshalb auch die großen Gläser), hat nur den halben Spaß. Lippenstift hin oder her.

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Bernd Arold vom Gesellschaftsraum

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In ein paar Stunden ist der Spaß vorbei. Dann herrscht hier wieder das nächtlich Gewusel der Gabelstapler. Draußen wird sich ein Truck an den nächsten reihen. Doch jetzt gibt es noch zum Abschluss eine Currywurst (für die Sauce hat Bernd mir das Rezept gegeben und ich werde ich es nicht für mich behalten) und ein Glas mit Champagner, der über schwarzem Tee aufgegossen wurde und wieder viel Eis. Sommer, wo bist du? Ich wäre bereit….

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Zucchini Nudeln mit Tomaten-Miso Sauce
und „smoky“ gerösteten Kokos Chips

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Der Besuch auf der größten Bio Messe in Nürnberg brachte in verschiedener Hinsicht Erleuchtung. Vermutlich wäre ich ohne die freundlichen Japaner nie auf die Idee gekommen, Miso in die Tomatensauce zu rühren. Da gehören Kräuter rein, was ja auch stimmt. Die können gerne drin bleiben, aber was den ultimativen Kick bringt, ist die Miso Paste. Und zwar nicht die helle, sondern die Rote oder Braune Miso Paste. Die Tomate an sich ist schon ein kleines Umami-Bömbchen, sofern gut gereift und vollmundig. Wenn man der weniger sonnenverwöhnten Variante jedoch mit etwas fermentierter Miso Paste nachhilft, entsteht daraus etwas ganz Großes.
Es war also an der Zeit, diesen großartigen Tipp des japanischen Kochs in die Tat umzusetzen. An Miso mangelt es in diesem Haushalt nie. Und weil das mal wieder eine leichte Nudel werden sollte, standen die Zucchini und der Spiralschneider ganz hoch im Kurs. So ein Spiralschneider ist eine Anschaffung fürs Leben und für den Spaß, den man damit haben kann, auch noch eine ausgesprochen günstige Anschaffung. Aber die Veganer und Vegetarier unter uns wissen ja längst um die wunderbaren Gemüsenudeln, die man mit so etwas zaubern kann.
Die Zucchini, bekannt für ihre undefinierte Belanglosigkeit, sollte ein Feuer an Aromen erleben. Dazu braucht es natürlich noch einen besonderen Kick. Präsentiert wurde mir diese Kokos Chips Kreation als veganer Speck, was sich mir so nicht unbedingt als sinnvolle Beschreibung erschließt. Erstens, weil Speck nun mal Speck ist und nur durch noch mehr Speck zu ersetzen ist, und zweitens, wer behauptet denn, dass Speck vegan sein muss? Keiner, eben. Und außerdem sind diese rauchigen Kokos Chips einfach viel zu gut, viel zu umwerfend lecker um als Speckersatz herzuhalten. Ich mache hier gerne eine größere Menge, die ich schamlos über alles streue, was mir auf den Teller kommt. Das Kokosaroma ist dezent, das Rauchige macht es wild und knusprig sind sie auch noch. Und ein Knaller mit den Zucchini Nudeln und der Miso-Tomatensauce.
Aus diesem Grund habe ich mir auch schon Samen für die Zucchini Zucht gekauft. Die liegen jetzt da und starren mich vorwurfsvoll an. Bin noch nicht so recht weiter gekommen damit. Am Wochenende! Da werde ich mich der Tomaten und Zucchini (Balkon)Zucht widmen.

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Für Zwei
2 mittelgroße Zucchini
2 Handvoll Cocktail Tomaten
5 EL Tomatenpüree
1 EL brauner Zucker
2 EL rotes Reis Miso
1 Prise getrockneter Rosmarin
3 EL Olivenöl
1 geh. TL gekörnte Gemüsebrühe
50 ml Wasser
Salz

Kokos Chips
1 gute Handvoll ungesüßte Kokos Chips
1 EL Tamari (Soja Sauce)
1 EL Ahorn Sirup
1 TL Liquid Smoke (siehe Info)
½ TL geräuchertes Paprika Pulver
½ TL Knoblauchpulver (oder eine Zehe gepresst)
2 EL Kokosöl geschmolzen
frisch gemahlener Pfeffer
etwas Daikon Kresse

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Für die Kokos Chips das Kokosöl mit der Tamari, Ahorn Sirup, Knoblauchpulver, Paprika Pulver und dem Liquid Smoke mischen. Dem gemahlen Pfeffer ebenfalls untermischen (am besten geht das mit den Händen). Den Ofen auf 80° vorheizen und die Chips auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Für 25 Minuten in den Ofen geben. Sie werden erst beim Auskühlen richtig fest.

Die Cocktail Tomaten halbieren. In einer breiten Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen und die Tomaten dazu geben. Mit braunem Zucker bestreuen. Bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Das Tomatenpüree und das Miso dazu geben und gut umrühren. Den getrockneten Rosmarin dazugeben und die Temperatur ausschalten. Bei Bedarf noch ein wenig nachwürzen. Die Sauce warmhalten und die Pfanne auswischen.
Mit einem Spiralschneider aus den Zucchini „Nudeln“ schneiden. 1 EL Olivenöl in der Pfanne erhitzen und die Zucchini Nudeln dazugeben. Mit der gekörnten Brühe bestreuen und das Wasser dazu geben. Etwa 4 Minuten unter gelegentlichem Rühren weiterdünsten. Mit wenig Salz abschmecken.
Die Nudeln auf Tellern verteilen und mit der Tomatensauce begießen. Großzügig die Kokos Chips und einige Blättchen der Daikon Kresse darüber streuen.

Tipp: Liquid Smoke (Hickory Raucharoma) ist ein flüssiges Aroma, welches durch Kondensation des Rauches vom Hickory Walnuss Baum gewonnen wird. Es gibt hier einige Unterschiede, was die natürliche Zusammensetzung angeht. Im Idealfall besteht Liquid Smoke nur aus Wasser und kondensiertem Rauch. Manche Anbieter geben hier noch diverse Farbstoffe hinzu. Bestelladresse für natürliches Liquid Smoke: hier  Jenes natürliche Liquid Smoke, welches es bei Amazon.de gibt, ist völlig überteuert und kostet im Gegensatz zu dem identischen Produkt auf Amazon.com das fünfache (also Finger weg).

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Der Lenz ist da

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..und alle jetzt mal Tralala – es gibt den ersten Spargel, die Mairübe hatte bereits ihren Auftritt und ich sitze zum ersten Mal beim Schreiben mit offener Balkontür hier. Das ist wahrlich Tralala. Ich habe Kräuter gekauft, Töpfchen zum Anziehen der Samen und Erde. Der Kauf von Kräutern ist ein Indiz für den Beginn der Freiluft Saison. Wäre da nicht das lästige Wegfegen der Blätter, das Zupfen von Moos und Unkraut, wäre es nochmal schöner. Doch das gehört eben auch dazu. Die Spuren des Winters werden beseitigt, Spinnhuddeln weggewischt. Mittlerweile ist es ja so, dass wer keinen eigenen Küchengarten oder Balkongarten hat, ganz außen vor ist. So trendmäßig. Das hat mich lange Zeit überhaupt nicht gejuckt, doch jetzt droht der Wandel. Ich werde also ein „GYO“ Herdentier (gyo = grow your own = selberanpflanzen).
Mittlerweile machen das uns ja die Köche vor, die ihren eigenen Garten pflegen und dann die selbst gezogenen Gemüse verarbeiten. Und mal ehrlich – immer nur im Supermarkt Töpfe mit Kräutern kaufen ist auch nicht so das Wahre. Ich habe jetzt also einen kleinen Kräutergarten und fühle mich ein wenig, als habe man mich zum Babysitten verdammt. Wieviele Tage darf ich jetzt unterwegs sein, bis mein kleiner Garten akuten Wasserbedarf anmeldet? Ab wann bin ich eine „Raben-Gärtnerin“?

Vorsichtshalber habe ich mir auch gleich einen Schlauch zur besseren Bewässerung gekauft. Das motiviert mich. Mal sehen, wie lang die Liebe hält.
Weiter geht’s mit Tralala, wir waren beim Spargel. Der hat heute auch einen frühlingsleichten Auftritt. Mit eben jener zarten Mairübe. Dabei darf der Spargel heute ein leichtes Karamell-Salz Aroma bekommen, wozu ich Palmzucker und Ahornsirup benötige. Die Mairübe wird hauchfein gehobelt und wird mariniert. Am liebsten hab ich es, wenn der Spargel direkt aus der Pfanne mit den anderen Zutaten gemischt wird und sich so leicht abkühlt. Die Aromen verbinden sich so am allerbesten.
Und zur Tralala-Maximierung mache ich mir jetzt noch einen schönen frischen Riesling aus Baden dazu auf.

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Salat mit Spargel, Radieschen und Mairübe mit Mohn-Vinaigrette

für Zwei
1 Bund grüner Spargel
2 Mairüben
6 Radieschen
1 Handvoll Rucola oder Brunnenkresse
½ Bund Schnittlauch
1 EL Olivenöl
1 TL Palmzucker
1 EL Ahornsirup

Dressing
3 EL Olivenöl
2 EL Apfel Essig
Zesten einer unbehandelten Zitrone
1 EL Mohn
1 TL Dijon Senf
1 TL Honig
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

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Den Spargel im unteren Drittel schälen und je nach Dicke halbieren oder vierteln. Die Mairübe schälen (nicht zwingend, aber ich mag es so lieber) und in feine Scheiben hobeln. die Radieschen waschen und ebenfalls in feine Scheiben hobeln. Das Dressing anrühren und die Mairüben darin etwa 15 min marinieren.
Das Olivenöl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen und den Spargel darin anbraten. Den Palmzucker darüber streuen und ab und zu wenden. Nach etwa 5 Minuten den Ahornsirup zugeben und salzen. Kurz rundum anbräunen lassen und aus der Pfanne nehmen.
Mit den marinierten Mairüben Scheiben und den Radieschen anrichten und mit Schnittlauch und Rucola oder Brunnenkresse bestreuen.

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Geflügelleber Lasagne mit Pfeffer-Rhabarber

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Das mit dem Pfeffer und dem Obst ist ausgesprochen Französisch. Dort haben sie den Pfeffer schon immer gerne über alles mögliche Obst gestreut. Erdbeeren zum Beispiel. Wer das noch nie probiert hat, sollte das schleunigst auf seine Merkliste für die Erdbeer Saison schreiben. Mit Rhabarber geht das auch, nur dass der roh nicht so richtig überzeugt. So ganz ohne Zucker kommt er nicht zurecht und ist allenfalls gut zum Training der Gesichtsmuskeln. Bei diesem Rezept jedoch entwickelt er eine ungeahnte Aromengröße. Was eigentlich nicht verwundert, denn Leber und Saures mochten sich schon immer gern.
Leber geht gut mit Himbeeren (klick) und natürlich mit Äpfeln. Und eben auch mit Rhabarber. Von diesem bin ich im Moment so besessen, dass ich mir sogar ein neues Duschgel gekauft habe nur weil es nach Rhabarber und Rosen riecht. Sehr luxuriös.
Wenn ich schon mal Nudelteig selbst mache, dann immer viel zu viel, so dass ich die Hälfte einfrieren kann. Außer, dass man diesen dann noch mit der Nudelmaschine bearbeiten muss, dauert die Zubereitung nur unwesentlich länger als jene aus der Packung. Geschmacklich liegen jedoch Welten dazwischen.
Beim Bauen der Lasagne-Türmchen erweise ich mich allerdings nur minder geschickt. Natürlich kann ich jetzt behaupten „das muss so sein!“, doch geplant war es nicht als umgekippte Variante. Das ist ungefähr so, wie mit den Steinskulpturen entlang der Isar. Irgendeinem sehr geschickten Menschen gelingt es, Steine der unterschiedlichsten Größe aufeinander zu stapeln. Es gilt hier den exakten Punkt zu finden. Eine Frage der Balance. Ich betrachte sie immer mit einer gewissen Ehrfurcht, wissend, dass ich niemals dazu in der Lage wäre, denn vermutlich braucht es neben dem Geschick auch noch Geduld. Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer – ich habe nicht annähernd ausreichend  Geduld es auch nur bei zwei Steinen zu schaffen. Es klappt nach zwei Versuchen nicht? Weg damit. Ins Wasser werfen ist auch schön. Wieviel Zeit es braucht um zehn und mehr Steine aufeinander zu stapeln kann ich also nur erahnen. Ich habe noch nie jemandem dabei zugesehen.

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Für Drei bis Vier
Nudelteig
1 Ei
2 Eigelb
50 g Hartweizenmehl (aus dem ital. Lebensmittelgeschäft)
100 g Weizenmehl
1 EL Wasser
1 TL Olivenöl
1 Prise Salz

Pfeffer-Rhabarber
3 Stangen junger Rhabarber
150 ml Grenadine-Sirup (aus dem türkischen Lebensmittelladen)
50 ml Wasser
40 ml Rotwein-Essig
20 g Zucker
2 Gewürznelken
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Geflügelleber
300 g Geflügelleber
etwas Salz, Pfeffer
1 EL Speiseöl
100 ml Geflügelfond
3 EL sehr kalte Butter

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Für den Teig Ei, Eigelbe, Hartweizenmehl, Mehl, Wasser, Öl und 1 Prise Salz zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank ca. 3 Stunde ruhen lassen.
Rhabarber schälen und dann in gleichmäßige Streifen schneiden. Den Grenadine-Sirup mit Wasser, Essig, Zucker und Nelken in einen Topf geben, aufkochen und etwas einkochen lassen. Die Rhabarberstücke dazugeben, kurz erhitzen und abkühlen lassen. Mit Pfeffer abschmecken.
Den Nudelteig mit der Maschine dünn ausrollen und mit einem runden Ausstecher 8 Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen.
Die Geflügelleber von Sehnen befreien. Öl in einer Pfanne erhitzen. Geflügelleber kurz von beiden Seiten braten, aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Pfanne auswischen, den Fond zugeben und aufkochen. 2 EL kalte Butterstücke unterrühren und die Sauce damit binden. Geflügelleber in Scheiben schneiden.
In der Zwischenzeit die Nudelblätter in reichlich Salzwasser ca. 1-2 Minuten kochen, abschütten und die Nudelplatten in einer Pfanne mit 1 EL heißer Butter schwenken.
Dann je ein heißes Nudelblatt in die Mitte eines vorgewärmten Tellers legen, eine Scheibe Geflügelleber drauf setzen, mit Rhabarberkompott beträufeln, dann nächstes Nudelblatt darauf setzen und nochmals mit Geflügelleber und Rhabarberkompott belegen. Mit einem Nudelblatt abschließen, eine bisschen Sauce darüber träufeln und servieren.

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in Pasta, Rezepte

April, April Rhabarber Törtchen

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Ich backe. Das ist kein April-Scherz. Nehmen Sie mich also ernst. Oder auch nicht, denn meine Künste beschränken sich hier auf das Ausstechen von Blätterteig. Nichtsdestotrotz sind diese kleinen Schönheiten ein Knaller. Alles was es hierzu braucht, lässt sich mehr oder weniger in ein paar Zeilen beschreiben. Und weil es hier echt selten rosa zugeht und weniger gebacken wird, ist das der perfekte Tag für diese Törtchen.

Jeder, wirklich jeder, ist in der Lage aus einer Platte Blätterteig Kreise auszustechen. Dazu bedarf es keines besonderen Werkzeugs. Ich habe das mit einer Müslischale gemacht. Sicher, das geht eleganter, aber das Resultat zählt. Diese Böden platzieren wir nun auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech. Der nächste Schritt heißt Präzision. Wir schneiden mit einem Messer 1cm-breite Steifen und bilden mit diesen einen Rand um die Kreise. 2 Lagen und nicht zu fest drücken. Wer es soweit geschafft hat, auf den wartet der nächste Schritt. Keine Sorge, es ist nicht schwierig einen Esslöffel Crème fraîche mit einem Esslöffel braunem Zucker zu vermischen.

Wagen Sie das!

Natürlich ist die Benutzung eines Sparschälers etwas für Fortgeschrittene. Hier muss man auf den richtigen Winkel beim Ansetzen achten und mit leichtem Schwung aus dem Handgelenk über den Rhabarber streichen. All jene, die schon mal einen Spargel, oder eine Kartoffel geschält haben, sind hier im Vorteil. Üben Sie also heimlich, sollten Sie nicht zu dieser Kategorie gehören.

Lockern Sie nach dieser „Challenge“ Ihr Handgelenk, indem Sie ein Ei aufschlagen. Das verklepperte Ei wird für den Blätterteig benötigt. Das Auftragen auf den Rand wird erleichtert mit der Benutzung eines Pinsels. Der Boden sollte mit einer Gabel mehrmals eingestochen werden. Denken Sie dabei an etwas Schönes – die Löcher sollten nicht zu groß werden.

Auf den Böden wird nun jeweils ein Esslöffel der Crème fraîche-Zucker Mischung gesetzt und sanft verrieben.

Das Aufwickeln der Rhabarber Späne stellt die letzte Herausforderung vor dem glücklichen Genuss (und Erfolg an der Kaffeetafel) dar. Hier müssen Verfärbungen in Kauf genommen werden, die jedoch bei weitem nicht so dauerhaft sind, wie die beim Schälen von blauen Kartoffeln. Es ist darauf zu achten, dass die aufgewickelten Späne nicht gleich groß sind (is klar, oder? Sonst wird das ja nix mit der Rosenform). Wir beginnen also mit sehr kleinen Kringeln und steigern uns dann. Drücken Sie diese sanft in die Crème fraîche.

Während nun also der Ofen auf 220° vorheizt, werden die Törtchen noch mit ein wenig Puderzucker bestäubt. Diesen Vorgang wiederholen wir auch nochmal nach dem Backen, wenn die Törtchen leicht ausgekühlt sind.

Abschließend öffnen wir eine Flasche Rosé farbenen Sekt oder Crémant oder was auch immer so rumsteht, genehmigen uns einen Schluck auf den Back-Erfolg, füllen die Gläser der Gäste und servieren die Törtchen mit einem kleinen Klacks Crème fraîche (optional).

Applaus! Baden Sie in ihrem Erfolg, er ist Ihnen gewiss.

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Ich wünsche einen wunderbaren 1. April!

 

Für 4 Törtchen à ca. 15 cm Ø

1 Packung Blätterteig aus dem Kühlregal

2 Stangen Rhabarber

150 g Crème fraîche

4 EL gestr. EL brauner Zucker

Puderzucker zum Sieben

1 Ei

 

 

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