Ricotta-Kümmel Hackbällchen mit ofengeschmortem Wirsing

Fleischbällchen mit Wirsing-1Irgendwie ist der Februar immer so der zäheste Monat. Alle jammern rum, dass es jetzt endlich mal Frühling werden könnte und nur um uns zu ärgern, meldet sich auch gleich die nächste Kaltfront an. Also wieder morgens Eiskratzen und immer noch kein Spargel in Sicht. Da hilft nur, sich der Schönheit der Dinge auf dem Markt zu besinnen. Wirsing zum Beispiel. Ist ja eine echte Schönheit bei genauerer Betrachtung. Wobei ein „es gibt Kohl“ nicht bei jedem einen wohligen Schauer auslöst. Wurde ja auch gerne mal zu Tode gekocht, der Ärmste.
In letzter Zeit bin ich ja ein großer Fan des Ofenschmorens geworden. Nicht weil ich so einen tollen Ofen habe, das nun wirklich nicht, aber weil weniger Wasser, dafür Öl und Hitze, dem Kohl einfach gut bekommen. Ich finde ihn so ganz besonders aromatisch. Und vielleicht auch, weil ich damit den Herd für alles andere frei habe. Für Hackbällchen zum Beispiel. Hackbällchen gehen irgendwie immer und wenn ich so durch die Historie meines Blog schaue, dann bin ich mehr als oft den kleinen Bällchen erlegen (genau deshalb lieben wir ja auch Burger, nicht wahr?)
Wenn ich Hackfleisch haben möchte, muss ich immer früh aufstehen, denn, wen wundert’s, das ist immer als erstes auf dem Markt ausverkauft. Hackfleisch von schwäbisch-hällischen Schwein ist begehrt. Für die, die verschlafen, bleiben noch die Koteletts und der Schweinebauch.
Und irgendwie hat es ja auch was zen-mäßiges, dieses liebevolle Rollen der Bällchen, schön eins nach dem anderen, immer darauf achtend, dass sie möglichst alle die gleiche Größe haben. Ich stehe in der Küche und rolle Bällchen, die dann zum Finale in einer grandiosen Speck-Sahne Soße auf dem Tisch stehen werden. Zusammen mit dem zarten Wirsing.
Da kann man die Sehnsucht nach dem Frühling auch für eine Weile vergessen. Für eine kleine Weile zumindest.

Fleischbällchen mit Wirsing Fleischbällchen mit Wirsing-4 Fleischbällchen mit Wirsing-3

Für Vier

500g Schweinehack
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 Zwiebel, fein gehackt
1 EL frischer Estragon, fein gehackt (alternativ getrockneter)
1 ½ EL Kümmel
½ TL gemahlenes Sternanis
100g Ricotta
50g feingeschnittenes, ein Tag altes Weißbrot
1 Ei, verkleppert
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
3 EL Olivenöl
1 Wirsing, die äußeren Blätter entfernt und in Spalten geschnitten
100g Räucherspeck, in Streifen geschnitten
300 ml kräftige Gemüsebrühe
Saft und Abrieb einer unbehandelten Zitrone
80g Crème Double

Den Ofen auf 220° vorheizen.

1. Das Hackfleisch mit dem Knoblauch, Zwiebeln, Estragon, Kümmel, Sternanis, Ricotta, Ei und dem Weißbrot mischen. Mit einem halben Teelöffel Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen (bitte nicht sparsam sein). Am besten arbeitet man hier mit den Händen.
2. Daraus nun tischtennisballgroße Bällchen formen.
3. In einer großen Pfanne 2 EL des Olivenöls erhitzen und die Bällchen darin anbraten. Aus der Pfanne nehmen, die Pfanne aber nicht auswischen.
4. Einen Topf mit Salzwasser erhitzen und die Wirsingspalten zwei Minuten darin blanchieren. Danach so gut wie möglich abtropfen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Mit dem restlichen Olivenöl beträufeln.
5. Etwa 12 Minuten im Ofen rösten, bis Ränder braun sind.
6. In der Pfanne den Speck auslassen und die Brühe dazugeben. Etwas einkochen lassen und mit Salz, Pfeffer und der Zitronenschale abschmecken.
7. Die Crème double einrühren und die Bällchen zurück in die Pfanne geben.
8. Die ofengerösteten Wirsingspalten mit Zitronensaft besprenkeln und zusammen mit den Hackbällchen servieren.

Fleischbällchen mit Wirsing-5

und noch mehr Wirsing Rezepte gibt es auf #GemueseExpedition

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in mit Fleisch, nach Saison, Rezepte, Winter

München, Paris und London beim Whiskytrinken vereint – die Premiere von Glenmorangie Bacalta
…. und eine Single Malt Collection gibt’s zu gewinnen (*Promotion)

Glenmorangie Bacalta-1-2Es ist ein kuscheliger Kreis, gerade mal an die zwanzig Personen, die sich vergangene Woche zusammengefunden haben, um die neue limited Edition von Glenmorangie, den Bacalta, begleitet von einem Menü, zu kosten und kennenzulernen. Wir, das sind die Münchner. Journalisten, Blogger und Whiskyliebhaber. Zeitgleich in Paris und London ähnliche Konstellationen. Wir können die anderen nicht sehen, doch wir hören sie, als alle in einer Videokonferenz zusammengeschaltet werden. Live aus Schottland präsentieren Dr. Bill Lumsden und Brendan McCarron, die Macher von Glenmorangie Whisky, das neue Mitglied in der „Edition-Familie“. Und alle dürfen nacheinander ihre Fragen stellen.

Ich trinke gerne Whisky, mag das goldene Gefühl, das er am Gaumen hinterlässt. Winterabende sind wie geschaffen dafür (auch wenn der Schnee in München langsam matschig und dreckig wird). Es passte. Warme, in Orange gehaltene Dekoration, überall Strelitzien, Mandarinen und Mandeln. Der neue von Glenmorangie hat einen tieferen Bezug zu wärmeren Gefilden. Keine schottische Insel, sondern Madeira.
Zwei Jahre lang lagerte Madeirawein in frischen, stark getoasteten Fässern aus amerikanischer Weißeiche, die Glenmorangie auf die portugiesische Insel brachte. Dieser Wein gewinnt seinen süßen Charakter vor allem dadurch, dass die Fermentation durch die Zugabe von Weinbrand bewusst unterbrochen wird, solange der Restzuckergehalt noch hoch ist.
Für diesen Whisky wurde Malmsey Madeira verwendet, der aus der weißen Malvasia Rebe gewonnen wird. Wer mag, kann an diesem Abend auch den Madeira aus dieser Traube dazu kosten. „Bacalta“, das gälische Wort für „gebacken“ steht für die zwei Jahre andauernde Reifung des Weins in der Sonne Madeiras. Die leeren Fässer wurden im Anschluss zurück nach Schottland gebracht, wo dann der Whisky darin weiterreifte.
Es sind genau diese Sonnenaromen, die diesen Whisky sehr gefällig machen. Noten von Aprikosen, Marzipan, aber auch Gewürzen. Weniger süß, als man vielleicht vermuten mag. Und so harmoniert diese südliche Fülle auch ausgezeichnet mit den Kräutern, die das Dessert umschmeicheln. Lamm und Whisky, zum Hauptgang, sind ja ohnehin die besten Freunde.
Besonders erfreut bin ich an diesem Abend, eine Whiskybloggerin kennenzulernen. Nein, eigentlich überrascht es mich nicht wirklich, dass sich hier endlich auch Frauen ihren Platz erobert haben. Es gibt viele von uns, die einen guten Whisky zu schätzen wissen. Das mag vielleicht noch nicht ausnahmslos jeder hinter der Bar begriffen haben, aber ich kenne etliche Frauen, die für einen guten Whisky jedes perlende Getränk stehenlassen. Mich eingeschlossen. Ich habe schon zu Studienzeiten gerne ab und zu einen Nachmittag in einem Whiskyladen in Berlin verbracht, wo man damals sogar 2cl eines Whiskys von 1947 für 25 Mark kosten konnte. Einmal habe ich das auch gemacht. Wollte ich erlebt haben.

GlenmorangieDas Menü:

STARNBERGER SEE SAIBLING
Fenchel-Orangen-Salat / Wildapfel-Meerrettich-Mousse
Granatapfelkerne

ZWEIERLEI VOM LAMMRÜCKEN
orientalische Gewürze / Birnen-Kartoffel-Gratin
geröstete Walnüsse / Glenmorangie Original Reduktion

BIRNEN TARTE TATIN
Dahlmann Williams-Christ-Brand
frischer Rosmarin / zartschmelzendes Walnusseis

dazu: Glenmorangie Original, Glenmorangie Lasanta, Glenmorangie Bacalta

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Und wer jetzt bis Sonntagabend 12.2.2017 23:59 hier einen Kommentar hinterlässt, kann ein „Glenmorangie Core Range Pack“ mit Original, Quinta Ruban und Lasanta gewinnen und die kalten Winterabende auf luxuriöse Weise genießen.
Das Los wird entscheiden – ich drücke die Daumen!
(der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen)

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Update 13.02.17: Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner ist gefunden.

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in auswärts essen & events, Wein & Spirits

Japanische Senbei mit Miso Glasur
und warum machen wir das hier eigentlich?

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Es war einmal – damit beginnen ja bekanntlich alle guten Märchen – eine Zeit, da gab es nicht viele von uns. Lang ist das her. Mindestens zehn Jahre, vielleicht doch nur acht. Die, die sich wie ich schon eine Weile im Netz mit eigenem Blog tummeln, mögen sich erinnern. Warum wir es taten und was uns bewogen hat, es so zu tun, wie wir es taten. Wir hatten sicherlich nicht den allerneusten Küchenkram, aber wir hatten einander. Also virtuell zumindest. Wir, die wir schon lange dabei sind, kennen uns, manchmal sogar persönlich, teilten unsere Küchenerlebnisse und die Welt, die überschaubare Welt aus einer Handvoll Lesern, hat uns dabei zugesehen. Keiner von uns musste an eine Nische denken, die vielleicht noch nicht besetzt ist. Wir hatten quasi allein damit, dass wir da waren, bereits unser Handtuch ganz vorne in der ersten Reihe platziert.
Die Zeiten ändern sich und jeden Tag kommen neue Blogs dazu. Blogs, die vom ersten Tag an nahezu perfekt aussehen, die eine genaue Vorstellung davon haben, wie ihre Zielgruppe aussieht. Und die diesen Kanal perfekt bespielen. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin die letzte, die alten Zeiten nachtrauert, denn nichts ist spannender als Entwicklung und Zeitgeist. Ich bin sogar recht neugierig, was sich da so alles abspielt.
Doch das, was mir am allermeisten Spaß macht an anderen Blogs, jene, die aus der Beliebigkeit herausragen, sind die Ideen und die Schöpferkraft, mit der meine Lust geweckt wird, etwas auszuprobieren. Und das teile ich dann auch gerne mit.
Mir hat es in dieser Woche gelinde gesagt, die Fußnägel hochgerollt, als ich in einem Forum den Beitrag eines Bloggers las, womit dieser ankündigte, dass er seinen Blog jetzt mal bekannter machen wolle und sich vorgenommen habe, einen Monat lang jeden Tag auf anderen Blogs zu kommentieren. Wie bitte? Soll das die Intention sein, einen Blog bekannt zu machen? Ist es das wonach wir dürsten?
Ja natürlich ist es erfreulich, wenn am Ende eines Beitrag auf dem Blog freundliche Kommentare zu lesen sind, doch mal ganz ehrlich – kommentieren um des Kommentierens Willen kann es nicht sein. Wo bitte bleibt die Zähigkeit, sich durch die ersten Jahre des grauen Nebels des Unbekanntseins zu kämpfen? Ich kommentiere nicht oft, aber wenn, dann von Herzen. Weil mich etwas wirklich begeistert. Und genauso wie mich meine Kochbücher inspirieren, inspirieren mich auch andere Blogs. Die vergangene Woche war wie eine erfolgreiche Trüffelsuche. Ich habe bei Susanne auf ihrem Blog japanische Senbei, Reiswaffeln, entdeckt, die mir nicht einmal auf meinen Japanreisen untergekommen sind. Premierenstimmung also. Das erste was ich tat, anstelle von einen Kommentar zu schreiben war, mir Klebreismehl zu bestellen. Und mir zu überlegen, wie aus Susannes Senbei, meine eigenen Senbei werden könnten. Ich gestehe, der erste Versuch ging gnadenlos in die Binsen. Völlig verbrannt, die Dinger. Schmeckten nach rein gar nichts. Optisch eine Vollkatastrophe. Mal davon abgesehen, dass ich es ja schon an der einen oder anderen Stelle erwähnt hatte, dass Backen nicht so mein Ding ist, sollte bei so etwas Einfachem wie Reisteig aus vier Zutaten, das doch nicht schiefgehen. Tat es aber. Zweite Runde also. Kleinere Reiswaffeln und anderer Belag. Und diesmal klappte es. Sie sind nicht nur hübsch geworden, sie schmecken auch noch hinreißend. Mit geringer Halbwertszeit ausgestattet, weil, wenn sie einen Tag an der Luft verbracht haben, lätschig werden, mussten sie also schnell ihrer Bestimmung zugeführt werden.
Diese Reiswaffeln haben mich also daran erinnert, was das mit dem Bloggen so auf sich hat. Nämlich unseren Spaß und unsere Entdeckungen zu teilen. Also ich habe das Senbei Stöckchen aufgehoben und gebe es gerne weiter.

Und noch eine Anmerkung: Das Wasser wird hier in Gramm angegeben. Zugegeben, auch ich bin darüber gestolpert. Wasser in Gramm? Haben wir nicht alle in der Schule gelernt, dass 1 Liter Wasser genau 1 Kilo wiegt? Die Schlauen werden nun einwenden, stimmt nicht, nur wenn es exakt 4° hat. Also wer jetzt genau sein will, wiegt ab. Alle anderen nehmen einfach 150 Milliliter.

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Senbei ( 12 – 15 Stück)

100 g frisch gekochter Reis, auf Zimmertemperatur abgekühlt
240 g Klebreismehl
2 1/4 TL Backpulver
1/2 TL Salz
150 g Wasser (siehe Anmerkung oben)
52 g Pflanzenöl

Glasur:
½ TL Hatcho Miso
1 TL Soja Sauce
1 TL Honig
eine Prise Zucker
1 Messerspitze Harissa
Furikake zum Bestreuen (japanische Würzmischung mit Sesam, Algen und Salz)

Ofen auf 200° vorheizen
Den Reis zusammen mit dem Klebreismehl, Wasser, dem Backpulver, Öl und dem Salz in einen Blitzhacker oder Blender geben und pürieren, bis ein homogener Teig entsteht, der vielleicht ein wenig krümelt. Mit Wasserzugaben sollte man hier sehr vorsichtig sein.
Den Teig in Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
25 Minuten auf der mittleren Stufe backen.

Die Zutaten für die Glasur zusammenmischen, mit einem Pinsel auf die fertigen Reiswaffeln auftragen und mit Furikake bestreuen. Nochmal für 5 Minuten in den ausgeschalteten Ofen zum Trocknen geben.

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in japanisch, Länderküche, Rezepte, Snacks

Meerbarbe aus dem Orient mit Orangen-Zimt Sauce

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Mir ist kalt. Heute Morgen war ich schon wieder bei -13° auf dem Markt. So schön das auch sein mag, wenn die Sonne über die Baumwipfel steigt und die große schneebedeckte Wiese neben dem Markt glitzert, es ist ungemütlich. Mir wäre ja jetzt nach ein wenig mehr Wärme. Vermutlich bin ich auch nicht die einzige Masochistin hier, die sich auf dem Smartphone alle möglichen Destinationen auf der Wetter App konstant verknüpft hat. Dubai (ok, einen Monat noch), Barcelona, Palma, Florida, Bangkok. Überall werden kleine Sonnen angezeigt und Temperaturen, die an luftige Kleider denken lassen. An solchen Tagen brauche ich dann immer etwas, was nach Süden schmeckt. Und da kommt Marokko ins Spiel.
Der Fischhändler des Vertrauens hatte ganz frische Meerbarben aus Wildfang bekommen. So frisch, dass sie, wie es sich für frischen Fisch gehört, überhaupt nicht nach Fisch riechen. So muss es sein, Schließlich bin ich verwöhnt von meinen letzten Reisen nach Japan und Korea, wo es überall frischen Fisch gab. Bei uns ist das schon nicht mehr so weit her damit.
Jetzt also hübsche kleine Meerbarben.
Natürlich bin ich bequem und lasse sie mir filetieren und schuppen. Da hege ich keinerlei Ambitionen das selbst zu tun. Kurz liebäugle ich noch mit den frischen Sardinen, die gefüllt wäre auch eine feine Sache, doch nein. Heute soll es markkonische Meerbarben geben. In einer Sauce aus Tomaten, Orangen, Zimt und Kreuzkümmel. Das ist so eine Kombination bei der die ganze Küche duftet, wie der schönste Basar des Orients. Die frischen Orangenaromen, die tiefen Gewürzakkorde und dann noch die aromatische Säure von guten Tomaten. Aus der Dose versteht sich. Eingemacht in Italien. Keine blasse Gewächshauszucht. In den Wintermonaten ziehe ich eine ordentliche Dosenfrucht jeder frischen Tomate vor.
Kommen wir zu den Getränken. Bei orientalischen Speisen bin ich da immer etwas einfallslos. Meist gibt es Minztee oder einen kräftigen Weißwein, der es mit den Gewürzen aufnehmen kann. Doch diesmal habe ich eine Expertin gefragt, was sie all jenen raten würde, die hier keinen Alkohol dazu servieren möchten. Diese Frage haben sich nämlich auch schon andere gestellt und so begegnet man heute in der Sterneküche schon mal durchaus aufregenden Kreationen.

Die Expertin ist Nicole Klauß, deren Buch über nicht-alkoholische Menübegleitung im Frühjahr im Westend Verlag erscheint und die ich persönlich sehr schätze, rät hier zu einem Tomaten Shrub. Keine Ahnung, was ein Shrub ist? Geht mir genauso. Wikipedia meint dazu: Ein Shrub ist der traditionelle Name für einen essiggesäuerten Fruchtsirup. Ihr Vorschlag zu meiner Meerbarbe: Ein Tomaten Shrub. Mit Apfelessig und Basilikum. Vielleicht noch ein bisschen Korianderkörner. Mache es noch spannender. Für alle, die sich da auch schon mal Gedanken dazu gemacht haben und jetzt wie ich neugierig sind, ist hier schon mal der Link zu ihrem Buch.

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Für Zwei
2 filetierte Meerbarben
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
1 unbehandelte Orange (Abrieb und Saft)
1 Dose Tomaten (400 g)
1 Lorbeerblatt
Salz
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
¾ TL gemahlener Zimt
½ TL Harissa (scharfe Chili Paste)
Salz
2 Zweige Petersilie
ein paar frische Korianderblättchen

1. Die Zwiebel feinhacken und in 1 EL Olivenöl in einer Pfanne anschwitzen. Den Knoblauch feinhacken und nach etwa 3 Minuten dazugeben.
2. Mit dem Saft der Orange ablöschen. Kurz aufkochen lassen. Die Tomaten dazugeben. Mit dem Löffel die Tomate etwas zerkleinern. Lorbeer, Kreuzkümmel und Zimt dazugeben. Etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen.
3. Den Orangenabrieb (einen kleinen Rest für den Fisch aufheben) und die Harissa Paste dazugeben und mit Salz abschmecken.
4. In einer zweiten Pfanne das restliche Olivenöl erhitzen und die Meerbarben auf der Haut darin bei mittlerer Temperatur auf jeder Seite etwa 1 Minute braten. Die Hautseite mit etwas Salz und dem restlichen Orangenabrieb bestreuen und kurz in der Pfanne ohne weitere Hitzezufuhr durchziehen lassen.

Petersilie und Koriander feinhacken. Die Sauce auf Tellern verteilen, die Fische vorsichtig daraufsetzen und mit den Kräutern bestreuen.

Dazu passt Fladenbrot oder Baguette.

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in aus Meer und Fluß, Länderküche, orientalisch, Rezepte

Da haben wir den Salat – Chicorée aus dem Ofen mit Haselnüssen und Miso

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Wann haben wir eigentlich damit angefangen, den Chicorée so lieblos liegen zu lassen? Weil uns außer Salat nicht viel dazu einfällt? Früher haben ihn einige von uns noch in Schinken gehüllt und dann mit Käse überbacken, was an sich ja ganz gut schmeckt, aber dem Chicorée damit annährend jegliche Möglichkeit raubt, seine elegante Bitterkeit zu zeigen. Im Biomarkt, wo er offen verkauft wird, also nicht in Plastik gehüllt, wird er meist abgedeckt, denn das zarte Gemüse ist tageslichtscheu. Und so wird er gerne auch mal übersehen.
Angebaut wird Chicorée in Gewächshäusern. Meistens dann, wenn auf den Äcker nicht mehr viel geht, weil der Frost gekommen ist. Früher hat man aus seinen Wurzeln noch Kaffeeersatz hergestellt. Das immerhin, finden ein paar von uns auch heute noch gut. Zichorienkaffee, oder besser Muckefuck genannt.
Ich selbst mag Chicorée am liebsten geschmort. Ohne Schinken und ohne Käse, dafür mit einem ordentlichen Schuss Weißwein oder Wermut. In Frankreich, wo man ihn häufiger antrifft, begegnet man ihm oft in dieser Façon und mittlerweile findet man ihn auch mit roten Spitzen. Eine Kreuzung aus Chicorée und Radicchio, die auf dem Teller hübsch aussieht. Diese Sorte ist weniger bitter.
Irgendwann hatte ich entdeckt, dass Nüsse und Chicorée sich geradezu magisch anziehen und perfekt füreinander geschaffen sind.
Dieses Mal wollte ich meinem Chicorée eine extra Portion Umami gönnen und da kommt Miso ins Spiel. Weißes Miso oder Shiro Miso ist hier mit seiner Süße und dem geringeren Salzanteil genau das Richtige. Ihm verdankt dieses leichte Gericht sein volles Aroma.
In der Kombination Apfelbalsamico ist das ein echtes Geschmacksabenteuer. Ein Bissen, und die Nüsse schmiegen sich an das Apfelaroma und einen Bissen weiter kommt der Chicorée mit dem Miso. Oder alles zugleich.
Und wem jetzt noch was dazu fehlt, dem lege ich ein cremiges Kartoffelpüree ans Herz.

Chicorée mit Miso-7 Chicorée mit Miso-3

Für Zwei
4 Köpfe Chicorée
2 EL gutes Olivenöl
1 EL weißes Miso (wird braunes Miso verwendet, sollte man bei der Menge etwas zurückhaltender sein, denn dann ist der Salzgehalt höher)
4 EL Weißwein
1 EL Apfelbalsamico

3 EL Haselnüsse, grob mit dem Messer gehackt und in der Pfanne ohne Fett geröstet
Saft einer halben Zitrone
2 EL gehackte Petersilie

Den Ofen auf 180° vorheizen.
1. Das Olivenöl mit dem Miso, Apfelbalsamico und Weißwein vermischen.
2. Den Chicorée waschen und den Strunk jeweils nur soweit abschneiden, dass sie nicht auseinanderfallen. Jeden Chicorée der Länge nach halbieren.
3. Mit der Miso-Öl Mischung gut einreiben und in eine ofenfeste Form setzen. Mit Alufolie abdecken und 40 Minuten im Ofen auf der mittleren Schiene garen lassen. Dann die Folie entfernen und nochmal 10 Minuten bräunen lassen.
4. Den Zitronensaft darüber verteilen und mit der Petersilie bestreuen.

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in nach Saison, Rezepte, Salat und Vorspeisen, Vegan, Vegetarisch, Winter

[Südkorea] Hansik Küche in Süd Jeolla, Ansturm im Schilf der Suncheon Bay und Jubel – es gibt Jujube Tee!

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Es ist der letzte Teil meiner Reise nach Südkorea, die Wetteraussichten waren nicht wirklich so verlockend, dass ein Besuch am Meer ein sonniges Vergnügen versprach, außerdem war da noch die Gepäckfrage. Nach mehr als vier Wochen und zwei großen Taschen mehr, war es nicht mehr lustig, das Gepäck in den nächsten Bus oder Zug zu schleifen. Letzte Station meiner Reise sollte also Chunjeong sein, von Seoul 2 Stunden entfernt. Nicht wirklich ein Touristen Magnet. Das Hotel in seiner Schlichtheit nicht weiter erwähnenswert. Doch das alles war einem höheren Zweck geschuldet. Ich war nicht hier, um die Hochhäuser zu bestaunen (wo es nichts zu bestaunen gibt), sondern um mehr über Daenjang, das Miso Südkoreas zu erfahren. Einen Tag hatte ich dafür eingeplant, danach ans Meer, Füße in den Sand stecken.
Es sollte anders kommen. Beseelt von dem Wunsch, mir ihr Korea zu zeigen, nahm die Königin des Daenjang sich meiner an, packte mich kurzerhand in ihr Auto und fuhr los. Erwähnenswert hierbei – wir waren nicht in der Lage zu kommunizieren außer über Google Translator. Und was da teilweise für ein Mist rauskam ist spektakulär. Ich schätze mal, die Übersetzer  litten unter einem starken sozialen Zuwendungsmangel, denn anders ist die Schlüpfrigkeit der Übersetzungen nicht zu erklären, die dann, um die andere Seite nicht in Verlegenheit zu bringen, meist mit einem Lächeln quittiert wurden, gefolgt von einem ahnungslosen Kopfschütteln.
Am ersten Tag, nachdem die Fässer mit der Soja Sauce und dem Daenjang ausgiebig begutachtet wurden, sämtliche Infos über sagenumwobene Baumpilze in Wort und Schrift festgehalten waren, fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein entlang an kleineren Seen und durch hügelige Landschaft zu der ältesten Pinie des Landes. Sie sieht ein wenig lädiert aus diese Pinie, die mehr als tausend Jahre alt ist. Der letzte oder vorletzte Taifun hat ihr großen Schaden zugefügt und sie ist seitdem  mit Krücken ausgestattet. Die Nationaltrauer darum war groß.

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Ziel an diesem Tag ist Beopjusa bei Boeun. Am Rand des großen Nationalparks Songnisan liegt eine buddhistische Tempelanlage. Wir wandern einige Zeit durch spätherbstliche Laubwälder und dann stehe ich plötzlich davor. Eine 33 Meter hohe goldene Buddha Statue, Holzpagoden, wunderschöne kleine und große Pagoden und das Allerschönste – es ist fast niemand sonst hier. Um uns herum bunter Wald, ein paar Mönche in ihren roten Gewändern. Neben der imposanten Statue ist es der Reiskessel für 300 Personen, der mich fasziniert. Er ist so riesig und ich kann mir nur in Ansätzen vorstellen, was für eine Arbeit es sein muss, allein den Reis darin zu kochen und umzurühren. Wer das einmal gemacht hat, hat mit Sicherheit ein großes Plus auf seinem Karmakonto.
Wir gehen in das Teehaus neben den Pagoden. Es liegt ein wenig versteckt hinter den Bäumen und eigentlich sieht es auch eher aus wie eine Bücherei, wären da nicht die wenigen Tische, von denen nur einer besetzt ist. Hai Soon, so heißt meine Daenjang Dame, versucht mich zu fragen, was ich gerne trinken möchte, kurz liebäugle ich mit einem Quittentee, doch dann überlasse ich es ihr, für mich etwas auszusuchen. Kurze Zeit später steht eine dicke Brühe mit säuerlich-fruchtigem Duft vor mir. Dunkelrot-braun. Es ist Jujube Tee. Ich wollte schon immer mal den Tee dieser Beere, die ein wenig wie eine Mischung aus Kirsche und Dattel aussieht, probieren. Er ist köstlich. Wärmt, sättigt und während ich meine Tasse in den Händen schaukle und mein Blick über die herbstlichen Wälder streift, bin ich sehr glücklich. Alleine hätte ich vermutlich niemals hierhergefunden.wetlands korea-2 wetlands korea-3 wetlands korea-4 wetlands korea-5

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Jujube Tee

Am nächsten Tag geht es weiter in den Süden. Auf den Autobahnen hier fährt man gemäßigt, alle paar Kilometer ist ein Blitzer installiert, den das Navi lautstark ankündigt. Wir fahren ans Meer. Hai Soon möchte mir unbedingt die Wetlands im Naturpark Suncheon zeigen (sie gehören zu den größten der Welt). Ein faszinierendes Sumpfgebiet und Heimat von Myriaden an Quappen und Glotzaugen. Glotzaugen sind Fische, nur damit wir uns richtig verstehen.
Zu tausenden marschieren die Besucher auf den kleinen Holzwegen durch das Schilf. Man sieht nur Schilf und dazwischen immer wieder ein nicht abreißendes Band von Köpfen über den Schilfkronen. Immer wenn ein kleines Glotzauge im Schlamm entdeckt wird, entsteht ein Stau, denn dann müssen alle ein Foto machen. Natürlich mache ich auch ein Foto nur um später festzustellen, dass ich vermutlich die Stelle auf dem Bild, wo sich ein wenig Schlamm vom Schlamm abhebt, mit einem Leuchtstift hätte markieren müssen. Da ist der Schilfgarten schon interessanter. Noch nie habe ich so viele verschiedene Schilfarten auf einem Fleck gesehen. Graziös bewegen sie sich im Licht der tiefstehenden Sonne. Ich lausche dem Wind, und das Schilf erzählt Geschichten dazu. Doch Hai Soon hat es jetzt eilig und sie will unbedingt noch näher ans Meer mit mir. Wieder fahren wir über die Autobahn, diesmal nach Westen. Und dann, im letzten Dämmerlicht, sehe ich ihn. Den Mond über dem Meer. Eine milde Brise weht landeinwärts. Es ist wunderschön.

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Das Restaurant in Jeolla, das sie für unser Abendessen ausgesucht hat, würde ich mit Sicherheit nie wieder finden. Im Gegensatz zu den Restaurants in der Hauptstadt kennt man hier überhaupt keine Tische mit Stühlen. Alle sitzen auf dem Boden. Und alle Tische sind voll. Und was ich in den Schüssel und auf Tellern sehe, macht mich sprachlos (wobei ich das genaugenommen eh schon bin aufgrund der Kommunikationsprobleme).
Das also ist sie – die berühmte Hansik Küche, traditionelle koreanische Hochküche. Köstlich geschmortes Fleisch, Tintenfisch in einer Sauce mit kandierter Zitronenschale, Rettichnudeln in schwarzer Sesamsauce, verschiedene Gemüse mit Tofu, immer noch mehr Schüssel werden an unseren Tisch gebracht. Und ich bin am Verzweifeln. Keine Karten mit englischen Beschreibungen und meine wunderbare Begleiterin ringt dem Online Übersetzungstool alles ab. Und das liefert nur unzusammenhängenden Blödsinn. Zum ersten Mal auf meiner Reise kann ich nicht fragen, was genau ich alles esse. Und in diesem Moment, auch wenn ich jetzt hier nicht mit fundierten Kenntnissen glänzen kann, ist es mir auch völlig egal. Ich lasse mich nur vom Geschmack führen. Mein Gaumen ordnet Texturen und Geschmäcker zu, er gibt wirklich sein Bestes und jedes Mal, wenn er einen Treffer erzielt hat und etwas eindeutig definierbar ist, leuchtet in meinem Hirn ein rotes Lämpchen auf. Mit der schwarzen Sesamsauce würde ich mich am liebsten jeden Tag einreiben, so köstlich ist sie. Neben dem Eingang ist ein winziger Laden, wo man alle fermentierten Gemüse, die man gegessen hat, besichtigen und kaufen kann. Hier wird alles selbst gemacht und der Duft ist umwerfend.

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Links oben: Makgeolli, ein Reiswein, in den ich mich verliebt habe. Rechts unten: Hotpot

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traditionelle koreanische Hansik Küche

Glücklich starre ich hinterher in die Schwärze der Nacht, als ich zu meinem Hotel zurück gefahren werde.
Worte können nicht beschreiben, wie dankbar ich dieser Dame bin, dass sie mir so wundervolle Seiten von Südkorea gezeigt hat. Und in diesem Moment bin ich unendlich froh, dass ich vier Wochen lang einen Christstollen, Zimtsterne und Marzipankugeln quer durch Japan, Taiwan und Korea getragen habe, denn mit leeren Händen hätte ich nicht herkommen mögen. Trotzdem ist meine Dankbarkeit ob dieser Gastfreundschaft nicht mit allen Stollen Dresdens aufzuwiegen.
Was für ein schönes Land!

Gamsahamnida – Danke!

Adressen:
Songnisan National Park (Chungcheongbuk-do) (속리산국립공원-충북)
Beopjusa (Korean: 법주사 or Beopju temple)
405 Beopjusa-ro Boeun-gun North Chungcheong Province
english.visitkorea.or.kr

Suncheon Bay
513-25, Suncheonman-gil, Suncheon-si, Jeollanam-do
전라남도 순천시 순천만길 513-25 (대대동)
www.suncheonbay.go.kr

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in Asien, kulinarische Reisen, Südkorea