Oh goldiger Butt!
Scholle mit Gremolata und gefüllten Zucchini Blüten

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Um den Butt, genauer gesagt um den Goldbutt geht es heute. Gemeinhin auch bekannt unter dem Namen Scholle. Unser aller liebster Plattfisch. Wir braten, filetieren, grillen, dünsten ihn, servieren ihn mit Speck oder wickeln seine Filets zu Röllchen. Das machen wir zwar mit fast jedem Fisch aber mit der Scholle verbindet uns etwas Besonderes. Sie ist fest in der deutschen Küche (und Literatur) verankert. Ab Mai darf sie gefangen werden, wer sich auskennt, gönnt ihr noch ein paar Wochen mehr. Dann hat sie sich vom Laichen erholt und ist wieder kräftig.

Da liegen sie also vor mir, diese wunderschönen Fische. Fangfrisch geliefert mit leuchtenden orangen Punkten am Rücken. Jede eine echte Schönheit, die es verdienen, dass man sie würdigt. Ihre Haut ist empfindlich, weswegen man sie nicht grob in der Pfanne traktieren sollte. Ich will sie so „pur“ wie möglich und gönne ihr einen kleinen Ausflug in mediterrane Regionen. Da ist die liebe Scholle ja eher seltenerer unterwegs, durchpflügt sie doch üblicherweise den Sandboden der kühleren Meere.
Einzige Beigabe, neben einem guten Olivenöl, ist eine Gremolata, die wir alle vom Osso Buco kennen. In dieser würzigen Variante durften noch ein paar zarte Kapern mit dazu, was praktischerweise das weitere Salzen annährend überflüssig macht. Frische Zitrone und Limette (nach deren Schale ich süchtig bin) trifft also auf Petersilie, ein wenig Chili und jungem Knoblauch. Das mit dem jungen Knoblauch ist wichtig, da er noch nicht so intensiv ist. Dazu grüne Bohnen. Die gehen einfach immer. Und Zucchiniblüten. Kleine, fein Blüten, die meine liebste Markthändlerin auf dem Wochenmarkt für mich reserviert hat. Einfach so, weil sie mich schon aus der Ferne entdeckt hat und weiß, wie sehr ich mich über so etwas freue.
So du hübsche Scholle, jetzt zeige ich dir also mal den Süden!

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Für Zwei
2 Schollen
die Zesten von einer großen Zitrone und Limette (beide unbehandelt)
4 Zehen junger Knoblauch
3 TL kleine Kapern
1 rote Peperoni, fein gewürfelt
½ Bund Petersilie, Blätter gezupft und fein gehackt
4 -5 EL gutes Olivenöl
Fleur de Sel

Den Ofen auf 180° vorheizen.
Alle Zutaten außer den Fischen in einer Schüssel mischen. Die Schollen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Auf der mittleren Schiene etwa 10 Minuten im Ofen garen.
Die Gremolata darauf verteilen und noch einmal einen guten Schuss Olivenöl darüber geben. Mit ein wenig Fleur de Sel bestreuen.

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Chorizo Bohnen
200 g breite Bohnen, Enden getrimmt und in Stücke geschnitten
70 g spanische Chorizo Wurst, fein gewürfelt

Die fein gewürfelte Chorizo in einer beschichteten Pfanne auslassen. Die Bohnen dazu geben und zwei EL Wasser dazu geben. Unter regelmäßigem Wenden etwa 10 Minuten garen. Eventuell leicht nachsalzen, sollte die Wurst nicht ausreichend salzig sein.

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gefüllte Zucchiniblüten
je nach Größe 2 – 3 Zucchiniblüten
4 EL Ricotta
1 großzügiger EL frisch gehackte Gartenkräuter (Kerbel, Pimpernelle, Gewürzfenchel, Olivenkraut)
1 TL Butter
Salz

Den Ricotta mit den Kräutern mischen und die Mischung vorsichtig mit einem Löffel in die Blütenkelche verteilen. Die Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen, die Blüten dazu geben und die Hitze reduzieren. Einige Minuten in der Butter dünsten und zurückhaltend salzen.

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Dieser Beitrag ist in Kooperation mitdeutscheSee entstanden, die mich mit frischen Fischen und Meeresfrüchten beliefert.
Für München bietet Deutschlands größte Fischmanufaktur einen praktischen Home-Delivery Service an, den ich sehr empfehlen kann (Scholle gibt es ab Anfang Juni)
Der Inhalt dieses Beitrags und meine Meinung sind davon unbeeinflusst.

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in aus Meer und Fluß, Rezepte

Karotten-Kerbel Salat mit Kokos Linsen und Koriander Joghurt

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Es ist Freitagabend vor einem langen Wochenende und es soll schnell gehen. Feiertage stehen an und die Spargel Bestellung wurde bereits geliefert. Fest steht – ich werde nicht verhungern an diesem Wochenende. Ich plane schon wieder mehr, als gegessen werden kann. Ich ertappe mich dabei, dass ich für eine Kompanie eingekauft habe… Feiertage eben. Woher auch immer die Bedenken kommen, dass nicht genug im Haus sein könnte. Doch bevor ich jetzt über leidiges Wetter und zu viel Essen lamentiere, schreibe ich lieber über Linsen. Eigentlich war mir mal wieder nach einem schönen Dal. Diese dicke indische Linsensuppe mit vielen Gewürzen und Kokosmilch. Die allerbeste, die ich je gegessen habe, war natürlich in Indien. Genauer gesagt in Goa. Eine schwarze Dal Suppe, die 24 Stunden lang kochte. Die Frage ist berechtigt, was da noch von den Linsen übrig bleiben könnte. Steht eigentlich im Widerspruch zu jeglicher Bissfestigkeit, aber irgendwie haben die das hingekriegt. Die himmlischsten Linsen der südlichen Hemisphäre. Optisch vielleicht nicht ganz der Knaller, aber der Geschmack war so gut, dass irgendwo immer noch so ein Erinnerungs-Geschmacksatom in mir hängen geblieben ist.
Linsen also. Der Vorratsschrank mahnt mit einer angebrochenen Packung roter Linsen. Puy und Berg Linsen sind aus. Die zarten Roten stehen schon ziemlich weit oben auf der Favoriten Liste, denn sie sind im Nu fertig. Warum dann also jetzt nicht die Dal-Idee mit einer Salat Idee kombinieren? Kokos und Kräuter sind der Garant für ein glückliches Miteinander.
Das Kerbel Zupfen dient mal wieder als Zen-Übung am Abend. Zupfen und nicht denken. Mechanisch Blättchen für Blättchen. Geduld wird belohnt.
Schön, wenn irgendwo noch ein paar Chapatis oder Rotis zu finden sind, aber notwendig sind sie nicht.
Ich wünsche allen eine perfekte Einstimmung aufs lange Wochenende!

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Für Zwei
3 Karotten
100 g rote Linsen
400 ml Gemüsebrühe
1 Bund Kerbel
½ Bund Koriander, feingehackt
1 Handvoll Baby Spinat
1 Becher Vollmilch Joghurt
2 EL Kokosraspel
1 EL Kokos Creme
3 EL Haselnussöl
1 TL Honig
2 EL Melfor Essig (milder Honig Essig, alternativ Sherry Essig)
Salz, Pfeffer
eine Prise Zucker

Die Möhren schälen und raspeln. Die Kerbelblättchen zupfen und bis auf einen kleinen Teil für die Dekoration mit den Möhren mischen.
Die Vinaigrette aus dem Öl, Essig, Honig, Salz und Pfeffer anrühren und mit den Möhren mischen.
Linsen in der Gemüsebrühe leicht köcheln lassen bis sie weich sind, aber noch Biss haben. Die Linsen abgießen und noch warm mit der Kokoscreme und den Kokosraspeln mischen. Auskühlen lassen und mit Salz und Zucker abschmecken.
Den Baby Spinat in feine Streifen schneiden.
Den Joghurt mit dem Koriander mischen und leicht salzen.
Zuerst den Möhrensalat auf den Teller geben, die Kokoslinsen darauf setzen und mit dem Spinat und dem restlichen Kerbel bestreuen. Wer mag, kann noch etwas Kokos Raspel darüber streuen. Den Koriander Joghurt dazu reichen.

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in Rezepte, Salat und Vorspeisen, Vegetarisch

Essen, Trinken und die Lieferanten feiern

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Miteinander  – Gottfried Wallisch und Manuel Reheis vom Restaurant Broeding in München mit Jäger Kiefer vom Revier Schloss Neuschwanstein und den Mairs vom Lothof (v.l.)

Ein Restaurant hegt und pflegt gute Lieferanten. Noch besser – es lädt seine Lieferanten zum Essen ein. Zusammen mit Freunden und Gästen werden die besten Produkte gefeiert, wird mit frisch geschossenem Maibock vom Jäger, den guten Eiern von glücklichen  Demeter-Mistkratzern und den Fischen aus dem nahen Starnberger See ein Menü mit Herzblut gekocht und alle zusammen haben dabei großen Spaß.

Seit nunmehr 25 Jahren steht das Broeding für genau diese Werte. Leidenschaftliche, regionale Küche entlang der Jahreszeiten, mit viel Liebe und Sorgfalt zubereitet. Das „Lieferanten-Menü“ an diesem Montagabend ist ausgebucht. Denn das, was dieses kleine Restaurant im Herzen Nymphenburgs auszeichnet, ist nicht nur allerfeinste Küche, sondern die Begeisterung, mit der jeder Gast hier aufgenommen wird.
Man kann aus guten Zutaten etwas Gutes machen – man kann es aber auch großartig machen. Ich gerate nicht leicht ins Schwärmen und ganz ehrlich – gut essen kann man in München an so manchen Orten, doch wenn neben meinen Sinnen auch meine Seele glücklich sein soll, dann bin ich hier genau richtig. Das Team um Gottfried Wallisch und Manuel Reheis macht das alles unaufgeregt, worum andere einen Riesen-Hype machen. Gute Küche mit regionalen Zutaten haben nicht die Hipster-Läden erfunden, wo unbedarfte Servicekräfte mit Strickmützen und Vollbart mir erklären wollen, dass es voll natürlich ist, wenn die Schwarzwurzel roh ist. Danke und danke nein. Hier ist strickmützenfreies Terrain. Und hier wird so gekocht, wie ich es mag. Mit Kreativität und Bodenhaftung und vor allem ganz viel Können.

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das ist kein “Foto-Lächeln”, das ist echt. Und die Herzlichkeit schmeckt man auch.

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kleine Küche, großartiges Essen und mittendrin Manuel Reheis

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Gottfried Wallisch freut sich über diesen Abend

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die charmante Anna Flohr kann zum Wein viel erzählen

Nach dem ersten Gang gibt es Aalkrautwickel mit Majoranschaum. Lustvoll und ein bisschen verschämt starre ich auf den lockenden Aal auf meinem Teller. Lustvoll, weil ich Aal liebe, weil ich noch heute daran denke, wie ich heimlich einem Freund der Familie den letzten Rest aus dem Kühlschrank weg gefuttert habe. Da war ich gerade 17. Und verschämt, weil ich in den Kursen für meine Fischereischein Prüfung gelernt habe, dass der Aal wirklich bedroht ist. Das ist er vielerorts auch immer noch, doch im Starnberger See hat die Population wieder eine beachtliche Größe erlangt. Danke lieber Fischer, dass ich heute kein schlechtes Gewissen haben muss. Das Onsenei mit Spargelnudeln und schwarzen Walnüssen ist perfekt. Die Geschichten über die Hühner noch besser. Der Jäger hat gleich eine ganze Sammlung an kleinen Bock-Geweihen dabei, Anschauungsmaterial, das deutlich machen soll, warum ein Bock im Mai geschossen wird. Und vor allem welche. Und warum eigentlich kapiert das keiner, dass jetzt die perfekte Saison für Wild ist? Alle frieren es ein für Weihnachten, dabei ist so ein frischer Maibock zweifellos das Beste, was mir an diesem Montag Abend passieren kann. Rosa Keule und ein Curry vom Maibock. Dazu nur ein paar Bohnen und etwas Ingwerstroh.
Die Weinbegleitung ist bis auf einen Franken konsequent österreichisch. Und bis auf den St. Laurent genau mein Fall. Ich bin glücklich nach diesem Maibock, nach dem wohlschmeckenden Ei und nach den Fischen Saibling und Aal. Ich brauche nicht mehr. Doch dann kommt Manuel Reheis mit diesem Sorbet vom Pandanblatt. Nur ein Löffelchen. Mit einem strahlenden Lächeln. Es ist gut, dass nicht alles so hundertprozentig regional ist. Allein für dieses Sorbet, würde ich gerne jeden Tag hierher kommen. Ich, die auf Süßes gerne verzichten kann, steht also mit Welpen-Blick und leerem Löffelchen vor der Küche. Bitte… einen noch.
Ich würde dafür auch gerne auf meinen Schokokuchen verzichten – eine ganz blöde Idee übrigens – denn auch der wurde noch mit Hingabe verschlungen.
An diesem Abend habe ich mehr bekommen, als nur gutes Essen. Ich habe von dieser Wertschätzung etwas mitbekommen, von der Freude, mit der sie sich hier begegnen. Die Stimmung ist so entspannt, keiner nervt, keiner macht sich wichtig. Leidenschaft für gutes Essen – das ist das Einzige, was zählt. Danke, liebes Broeding.

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Hinweis: Zum Jubiläum wird es noch weitere spannende „Motto-Abende“ geben, die ich uneingeschränkt jedem ans Herz legen kann. Rechtzeitig Reservieren ist wichtig. Die Termine gibt es hier (klick).

Und noch ein allerletzter Hinweis: den großartigen Käse aus dem Vinschgau, über den ich schon im letzten Sommer berichtet habe, gab es natürlich auch an diesem Abend. Und noch mehr habe ich mich darüber gefreut, dass die Englhorn Käserei von Alexander Agethle expandieren konnte. Warum, das gibt es hier zu lesen..

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in auswärts essen, München

Wiesenglück, wilde Kräuter, Hexenwissen und eine Verlosung im Doppelpack

Kräuterbücher

Schon mal mit Gundelrebe gekocht? Schlummert insgeheim in dir eine kleine Kräuterhexe, die weiß, dass der Giersch im Garten nicht nur ein lästiges Kraut ist, sondern hervorragend schmeckt?

Die Natur schenkt uns wunderbare, geschmacksintensive Kräuter. Doch was passt wozu? Jetzt, wo draußen das Grün explodiert, die Kräuter auf den Wiesen und am Wegesrand in voller Pracht und Blüte stehen, ist die Zeit gekommen, die Sinne auszustrecken und nach den herrlichen Kräutern zu suchen. Klar, vielleicht nicht da, wo Bello immer Gassi geht und auch nicht auf dem Grünstreifen an der Autobahn, aber Wald und Wiese sind um diese Zeit nicht mehr sicher vor mir.

Im vergangenen Jahr haben Freunde mir eine Kräuterwanderung geschenkt und seitdem weiß ich mehr. Jetzt kenne ich den Quendel und weiß, was ich mit der Schafgarbe machen kann, zögere keine Sekunde mehr, wenn ich Holunderbüsche sehe.

Und deshalb will ich dieses „wilde Glück“ mit zwei wirklich wunderbaren Büchern, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen, teilen.

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Das Wald- und Wiesen-Kochbuch von Diane Dittmer, erschienen im GU Verlag begleitet die Kräutersuchenden durch das ganze Jahr. Es gibt Spargel mit Waldmeistersauce, Kartoffeltürmchen mit Gundelrebe, Pasta mit Hopfen und Dorade mit Pfirsich-Melde Salat. Jedem Rezept ist auch ein Bild gewidmet und die Kräuter werden ausführlich vorgestellt. Wer die Bücher aus diesem Verlag kennt weiß, wie sorgfältig die Rezepte entwickelt werden. Neben den Kräutern dürfen hier auch die Blüten, die Beeren und die Pilze auf den Teller.
Ganz ehrlich – wer träumt nicht von Rosen-Whoopies?

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Bei der Kräuterküche der Siefersheimer Kräuterhexen, erschienen im Tre Torri Verlag ranken sich die süßen und herzhaften Rezepte rund um die einzelnen Kräuter. Die drei Autorinnen – die Kräuterhexen – geben hier viel von ihrem Wissen um die Mythen, Rituale der einzelnen Kräuter weiter. Doch hier geht es weder um Erleuchtung noch um schwarze Magie, sondern rein um Wissen. Welche Bedeutung spielte der Beifuß bei den alten Germanen und warum haben Männer früher beim Vorbeigehen an einem Hollerbusch ihren Hut gezogen? Hier locken Fliederbeersuppe und Löwenzahnsirup. Der Dost gesellt sich zu den Lammkoteletts und es gibt Spargelsalat mit Schafgarbe. Die Rezepte sind durchwegs eher unaufwendig und die Zutatenlisten klein. Genau das macht dieses Buch so sympathisch, weil man hier den Eindruck gewinnt, dass es wirklich um die Vermittlung der alten Kräuterrezepte geht.

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 Neugierig geworden?

Alles was ihr nun tun müsst, ist hier einen Kommentar zu hinterlassen, was euch an einem dieser beiden Kräuterbücher besonders gefallen würde. Es wird zwei Gewinner geben.

Wie immer entscheidet das Los.

 

Bis wann?                                          Bis Samstag Abend 23.05.2015 23:59 Uhr

Wer darf mitmachen?                Jeder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

 

Und um das jetzt auch völlig „Gender-unkonform“ zu formulieren – Ich drücke euch die Daumen, meine lieben Kräuterhexen-Aspirantinnen (die Hexenmeister sind ebenso willkommen)!

lostopf

24.5.2015 – das Los hat entschieden! Ich freue mich für Sylvie und Susanne. Herzlichen Glückwunsch! Eine Email an euch ist schon unterwegs.

Ich danke allen, die mitgemacht haben und es freut mich riesig zu sehen, wie groß das Interesse an Kräutern ist.

 

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in Entdeckungen

Chicken Burger mit Koriander-Mandel Pesto und marinierten Gurken

 

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„Wir müssen öfter spielen!“ – klare Ansage. Dieses Mal bin ich die Gastgeberin und um sieben steht die Mädelsrunde vor der Tür, die Karten kommen auf den Tisch und es geht los. Zu den Pflichten der Gastgeberin gehört auch, den Mitspielerinnen kulinarisch was zu bieten (wer jetzt schon ahnt, dass die Runde sich besonders gerne bei mir trifft, liegt nicht falsch). Auch wenn es natürlich darum geht, die anderen abzuzocken, sobald es nach der zweiten Runde etwas zu essen gibt, sind alle wieder ganz friedlich. Vergessen, dass grade so ein Joker Canasta die komplette Spielstrategie verhagelt hat.
Perfekt für so einen Abend sind Burger. Selbstgemachte Burger mit selbstgebackenen Burger Buns, Fleisch vom Biohof und Kräutern aus der eigenen Balkon Zucht.
Ich wollte so einen Burger schon lange mal Hühnchen ausprobieren, wohlwissend, dass man da mit einem Fleischwolf nicht weit kommt. Was wiederum erfreulich ist für alle, die keinen besitzen. Der darf also schön im Küchenschrank bleiben, stattdessen muss das Fleisch mit dem Messer fein gehackt werden. Das macht ein bisschen Arbeit, ist aber eine ausgesprochen meditative Angelegenheit. Belohnt wird man mit dem Resultat auf jeden Fall. Bis auf das Braten (oder Grillen) der Burger kann alles vorbereitet werden. Der Auftritt dieser Burger ist eine Sensation. Die dezente Süße der Brioche Buns harmoniert perfekt mit dem würzig-milden Pesto und dem zarten Hühnchen Pattie. Ich hoffe darauf, dass sie jetzt alle in ein glückliches Genuss-Koma fallen und ich die nächste Runde gewinne. Ach Fortuna, nimm dir doch auch einen Burger und schenk mir ein paar nette Joker… Hörst du, Fortuna?

Und wer jetzt auch den perfekten Abend mit Freunden und Burgern verbringen möchte, aber keine Chance mehr hat, diese vorzubereiten, den lässt Fortuna auch nicht im Stich. Mittlerweile gibt es viele Burger Läden, die auch direkt nach hause liefern. Eine Übersicht dazu gibt es hier. Alles was es dann noch braucht sind Karten und kalte Getränke.

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Für Vier
600 g Bio Hühnchenbrust
3 EL gehacktes Koriandergrün
2 EL Vollkorn Semmelbrösel
2 EL feingehackte rote Zwiebeln
1 Eigelb
1 gute Prise Cayenne Pfeffer (besser noch Gochu Garu)
einige Tropfen geröstetes Sesamöl
Salz

Mandel-Koriander Pesto
½ Bund Koriander
60 g blanchierte Mandeln, in der Pfanne ohne Fett geröstet
50 ml Olivenöl
3 EL Sweet Chili Sauce (aus dem Asia Laden)
ein wenig abgeriebene Schale von einer unbehandelten Limette
Salz

Burger Buns (Rezept siehe hier, jedoch anstelle von Haselnüssen mit schwarzem und weißem Sesam bestreuen)

marinierte Gurken
1 kleine Gartengurke
2 EL Reis- oder Kokosessig
1 TL Zucker
¼ TL Salz
Chiliflocken
1 TL Sonnenblumenöl

außerdem 1 kleine rote Zwiebel in feine Ringe geschnitten, eine Handvoll Rucola, einige Sprossen für die Dekoration und ca. 8 Holzspieße

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Die Hühnerbrüste von möglichen Sehnen befreien und das Fleisch zuerst in feine Streifen schneiden und dann weiter hacken. Hühnchenbrust eignet sich nicht für den Fleischwolf. Mit dem gehackten Koriandergrün, den Semmelbröseln, dem Eigelb, Sesamöl, einer guten Prise Salz und den roten Zwiebeln mischen. Das geht am besten mit den Händen. Abgedeckt im Kühlschrank etwa 30 Minuten ruhen lassen.
Mit feuchten Händen aus dem Fleisch golfballgroße Bällchen formen und leicht flach drücken. In einer Pfanne mit etwas Öl von allen Seiten anbraten und bei mittlerer Temperatur durchgaren lassen.
Für das Pesto die gerösteten Mandeln zusammen mit dem Koriander, dem Öl, der Limettenschale und der Sweet Chili Sauce in einem Blitzhacker oder kleinen Blender pürieren. Mit Salz abschmecken.
Die Gurke längsweise in feine Scheiben hobeln.Mit den oben angegeben Zutaten mischen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.

Anrichten:
Die Burger Buns (wahlweise kleine Brötchen) mit etwas Rucola belegen, ein Chicken Pattie darauf setzen. Darauf einen Esslöffel Pesto geben und mit Zwiebelringen und Sprossen dekorieren. Zum Abschluss eine Scheibe Gurke darauf drapieren. Den oberen Teil des Buns mit einem Spieß fixieren.

Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Lieferheld. Der Inhalt bleibt davon unbeeinflusst.

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in mit Fleisch, Rezepte

Bodenschätze

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Liegenbleiben, einfach noch ein bisschen liegen bleiben, die Decke anstarren und den Kopf gemütlich in die Kissen drücken. Aber es ist Samstag, Bauernmarkt Tag, und aus welchem Grund auch immer heißt das für die meisten Grünwalder, dass sie bereits vor halb neun dort einkaufen. Das könnte mir ja egal sein. Um halb elf gibt es immer noch genug. Es ist ja grad so schön kuschlig. Aber der Spargel. Da stehen sie dann immer Schlange. Vielleicht ist der dann schon weg. Ich schiebe den Gedanken zur Seite, doch keine zwei Sekunden später steht er schon wieder vor mir und scharrt mit den Hufen. Spätestens jetzt halte ich es nicht mehr länger im Bett aus. Es ist kurz nach sieben.

Ein triumphales Gefühl beschleicht mich, als ich um acht auf den Markt komme. Nicht, dass ich hier alleine wäre, aber ich bin vor dem großen Ansturm da. Keine Schlangen. Perfekt. Und dann sehe ich ihn auch schon und mein Herz macht kleinen Satz. Dunkel-Lila farbener Spargel. Den habe ich hier noch nie bekommen. Es gibt nicht viel und er sieht so umwerfend frisch aus, dass sofort zwei Bund in meinem Korb wandern. Ich werfe im Kopf das Wochenendprogramm um. Dieser Fund muss gefeiert werden. Und auch wenn ich ahne, dass es sich möglicherweise bei der Farbe ähnlich verhält wie bei den dunklen Bohnen, die beim Kochen ihre tolle Farbe verlieren und sich in eine gewöhnliche grüne Bohne verwandeln, bin ich gespannt auf seinen Geschmack.

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Im ersten Versuch brate ich den Spargel sanft und – Heureka! – die Farbe bleibt zum großen Teil erhalten. Besonders an den Spitzen. Die Spargelspitzen sind hier sowieso das allerbeste. Sie sind nussig, sehr zart und wenn ich jetzt cremig-knackig schreibe, so lacht mich bestimmt jeder aus, denn das erscheint widersprüchlich. Und doch ist „Purpur“ (so heißt die Sorte) genau so zu beschreiben.

Für viele ist das Schälen von Spargel bereits eine ungeliebte Tätigkeit, doch jeden einzelnen Spargel mit dem Sparschäler in feine Späne zu schneiden, ist eine Aufgabe für Demütige. Hier muss man nicht denken, hier muss man einfach nur jedem einzelnen Spargel seine besondere Aufmerksamkeit widmen. Nach einem Pfund reicht mir das dann meistens.

Ich werde die Späne nur ganz kurz in Butter mit ein wenig Gemüsebrühe dünsten. Dazu gebratene Mairübchen und einen Limetten-Kräuter-Schmand. Die wunderbare Farbe des Spargels tritt hier ein wenig in den Hintergrund, wieder sind es nur die Spitzen, die seine Besonderheit andeuten.

Nach diesem Wochenende bin ich glücklich und spargel-gesättigt.

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Spargelnudeln mit Mairübchen und Limetten-Kräuter Schmand

Für Zwei

1 Pfund Spargel (Purpur oder grüner)
1 Bund möglichst kleine Mairübchen
2 EL Butter
Abrieb von einer unbehandelten Limette
100 ml Gemüsebrühe
1 TL helle Soja Sauce
3 EL Schmand
3 Zweige Koriander, gehackt
je 1 EL gehackte Petersilie und Schnittlauch
ein wenig fein gehackter Schnittknoblauch nach Belieben
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
eine Prise Zucker
8 Wachteleier, gekocht und geschält

Den Spargel waschen und das untere Drittel schälen. Mit dem Sparschäler weiter Nudel-Späne abziehen. Die Spitzen dabei unversehrt lassen und abschneiden. Die Mairübchen waschen und in Spalten schneiden (achteln).

1 EL Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen und die Mairübchen und die Spargelspitzen hineingeben. Die helle Sojasauce und eine Prise Zucker dazu geben. Bei mittlerer Temperatur und gelegentlichem Rühren etwa 4- 5 Minuten dünsten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen.

Den zweiten EL Butter in die Pfanne geben und die Spargelnudeln hineinlegen. Zuerst nur ein wenig von der Gemüsebrühe dazu geben. Die Nudeln unter Rühren sanft andünsten, dabei immer wieder ein wenig Brühe nachgießen. Sie sollen nicht zu weich werden, sondern gerade so, dass sie sich aufrollen lassen. Salzen, Pfeffern, aus der Pfanne nehmen und ebenfalls kurz warmhalten. In die Pfanne den Schmand und den Limettenabrieb rühren. Die Kräuter dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spargelnudeln auf Tellern oder Schüsseln verteilen. Die Mairübchen und die Spargelspitzen dazu geben und den Kräuterschmand darauf verteilen. Zum Abschluss die gekochten Wachteleier darauf setzen.

 

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in Rezepte, Vegetarisch