Wandern in Galiläa mit Grossmann und Ottolenghi

Siebenhundertsechundzwanzig Seiten lang lief ich neben ihnen her, flog über die Schönheit der Worte, der Sätze, und ließ ihren Schmerz tief in mich eindringen.  David Grossmanns Roman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ gehört definitiv zu den wenigen Büchern, die ich in mir aufgesogen habe. Eines, welches so überragend gut ist, dass ich traurig war, als die letzte Seite erreicht war.

Aus der Ferne anfangen?

Er nickte einmal und wandte den Blick sofort wieder ab.

Sie setzte sich auf, betastete ihr Finger, erregt und plötzlich auch etwas verängstigt. Er saß ihr gegenüber. Das Zimmer um sie herum lärmte, und nur sie beide hielten die Köpfe gesenkt, ihre Körper waren schwer und entspannt. Einen langen Augenblick schwebten sie beiden irgendwo, in einer Zeit, die keine war.

Bleiben wir zum essen? Fragte Ora etwas später, ohne Stimme, nur mit den Lippen. Wie du willst, flüsterte Avram, und sein Kehlkopf hüpfte im Gedanken an die Speisen.

Aus der Ferne anfangen – Erzähle es mir schonend, so dass es nicht zu nah kommt, und wenn es nah kommt, dann nur zögerlich. Ich möchte entscheiden, wie schnell. Das Echo dieses Satzes in mir ist gewaltig. Wie bei einem Gewitter zähle ich die Sekunden zwischen Blitz und Donner. Da ist der Wunsch, sich vorzubereiten auf das was kommt. Die Hoffnung, es möge vorbei ziehen.

Bis zur letzten Seite.

Israel. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen zwei Menschen, die gemeinsam durch Galiläa wandern. Ein Mann  und eine Frau.  Der Sohn der Frau hat sich freiwillig zu einem Militäreinsatz im Westjordanland gemeldet. Sie ahnt Schreckliches und versucht davor zu fliehen.

Für Shermins  Blogevent  „Lesehunger“ bin nochmal eingetaucht in dieses Buch, musste nur Bruchstücke davon lesen und schon waren die Bilder wieder da.  Ich überlege,  welches Essen diese Reise ausdrücken könnte. Es muss etwas Einfaches sein.  Wer an Israel und seine Küche denkt, dem fällt Yotam Ottolengi ein. Zumindest mir fällt er zuerst ein. Ich stöbere durch seine Bücher und finde genau das, was dieses Buch für mich kulinarisch beschreibt.

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Ein Salat aus frischen Feigen, gerösteten Süßkartoffeln und Ziegenkäse.

Für Zwei

3 kleine Süßkartoffeln (400 g)

30 ml Olivenöl

25 ml Balsamico Essig

10 g Zucker

4 Frühlingszwiebeln, in etwa 4 cm lange Streifen geschnitten

½ Chili, entkernt und fein gehackt

4 frische, reife Feigen

100 g Ziegenkäse, zerkrümelt

Salz, Pfeffer

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Den Ofen auf 220° vorheizen. Die Süßkartoffeln waschen und halbieren. Die Hälften in je 3 Spalten schneiden. Mit 2 EL Öl mischen. Salzen und pfeffern. Die Hälften auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und etwa 25 min im Ofen rösten bis sie weich, aber nicht matschig sind.

Den Essig zusammen mit dem Zucker in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren und für einige Minuten einkochen lassen, bis der Essig sirupartig wird.

Die Kartoffelspalten auf Tellern anrichten. Das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen und die Frühlingszwiebeln zusammen mit der Chili scharf anbraten. Über die Kartoffeln geben. Die Feigen vierteln und dazu geben. Mit der Balsamico Reduktion beträufeln und den Ziegenkäse drüber streuen. Lauwarm servieren.

Und für Alle, die keinen Bock auf Balsamico-Einkochen haben: Es klappt auch prima mit Crema di Balsamico.

hier geht’s zum Event!

 

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in Rezepte, Vegetarisch

Ein Dessert gegen Dämonen

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“Eichenlaub und Kranewitt – Dös mag der Teufl nit”.  Kranewitt ist einer der vielen Namen des Wacholders und ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, er könne böse Dämonen in die Flucht schlagen. Bei Wacholder denke ich zuerst an Gin und dann an Sauerkraut. Bei beidem ist er unerlässlich. Ab und an darf er auch einen Wildbraten mit seinem harzigen Aroma bereichern.

Dass der Wacholder auf fantastische Weise auch ein Dessert bereichern kann, war mir neu. Entdeckt habe ich es beim Sternekoch Joachim Kaiser, den ich vor kurzem beim Cooking Event in der Allianz Arena kennenlernen durfte. Karamellisierter Zucker, gehackter Wacholder, dazu quarkgefüllte Röllchen mit dem neuen Küchenliebling „Fillini-Maker“ und Rhabarber. So oder ähnlich wollte ich es auch. Homekitchen-tauglich bitte! Also nix mit Röllchen. Da genügt ein Sahnequark in dem sich ein paar Blüten und Limetten-Zesten tummeln. Dazu mein Lieblings-Rhabarberkompott mit Orangen und Kardamom. Das ist so unschlagbar, sensationell gut, dass ich es während der Rhabarberzeit immer in größeren Mengen einkoche. Zusammen mit dem Quark und dem Wacholder-Krokant ist das ein Aromenkick zum Abschluss jedes Menüs. Oder einfach so. Man braucht ja nicht immer gleich ein ganzes Menü. Glücklich sein kann so einfach sein. Das war’s dann wohl auch mit den Dämonen.

VanilleRhabarberWacholder

Rhabarberkompott mit Quark und Wacholder-Krokant

Für Zwei

250 g Sahnequark

1 EL abgeriebene Limettenschale (unbehandelt)

1 EL Reissirup

1 TL getrocknete Blüten (Hibiskus, Malve, Granatapfelblüten)

Rhabarberkompott nach Belieben (siehe hier)

5 EL Zucker

10-12 Wacholderbeeren, gehackt

VanilleRhabarberWacholderkrokant

Den Zucker in einer beschichteten Pfanne ausstreuen und karamellisieren lassen. Dabei sollte man unbedingt daneben stehen, denn wird der Zucker erst mal flüssig, geht es schnell mit dem Karamell. Sobald der flüssige Zucker sich bräunt und Blasen bildet, den Wacholder dazu geben. Auf einen mit Backpapier ausgelegten großen Teller gießen.

Den Quark mit dem Sirup glatt rühren und mit den Blüten und der Limettenschale abschmecken.

Zusammen mit dem Rhabarberkompott anrichten, den Krokant in kleine Stücke brechen und den Quark damit dekorieren.

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in Rezepte, Süsses

Kotelett von Schwäbisch-Hällischen Schwein mit Rosmarin-Aprikosen

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Der Künstler Albert Birkle malte ein Bild von einem Kotelett und es wurde für 12.000 Euro verkauft. Es heißt im Auktionstext, seine Frau habe ihm Modell gestanden. Auf dem Bild ist jedoch nur ein Kotelett zu sehen. Was dachte er sich wohl dabei? Hatte er Hunger? Ein arrivierter Künstler wie er muss doch kein Kotelett essen, wo er sich doch jedes Filet auf den Teller packen kann. Er ist mir sympathisch dieser Künstler. Nicht nur wegen dem Bild, sondern wegen dem Kotelett. Es ist an der Zeit diesem Stück Fleisch mal wieder einen kleinen Hype zu gönnen.

Natürlich spreche ich hier nicht von dem blässlichen Etwas aus dem Supermarkt, welches seine Größe verändert, sobald es in der Pfanne liegt. Dieses betrüblich stimmende Stück Fleisch sollte man meiden. Ich spreche von der wunderbaren schwarzköpfigen Rasse des Schwäbisch-Hällischen Schweins, das im 19. Jahrhundert seinen Weg aus Asien zu uns gefunden hat. Sicher ist es nicht hergelaufen. Ein Kaiser hat es mitbringen lassen. Und viele Schweinegenerationen später, habe ich es auf dem Bauernmarkt entdeckt.

Wie es das Schicksal wollte, waren gerade noch 3 Koteletts übrig. Ich war wie immer am Samstag nicht die Erste auf dem Markt. Ein bisschen dicker hätten sie auch sein können, aber das war nicht mehr zu ändern. Ich hätte Schnitzel haben können, wollte ich aber nicht, ich wollte was mit Knochen dran haben. Die Metzgersfrau schenkte mir ein verschwörerisches Nicken. Schmeckt besser, wenn der Knochen noch dran ist.

Bei einem guten Kotelett ist massig Fett dran, das man bloß nicht wegschneiden sollte. Es ist köstlich. Und dazu etwas Fruchtig-Würziges. Das kommt prima, weil es nach Süden schmeckt und uns ja gerade der Sommer irgendwie abhandengekommen ist. Das schlägt zwar ein wenig aufs Gemüt aber wenn man mit den entsprechenden Gegenmaßnahmen etwas Aufmunterung schaffen möchte, dann durch ein sommerliches Gericht. Keine Sorge, es kann auch bei wärmeren Temperaturen verzehrt werden.

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Für Zwei

2 Stielkoteletts vom Schwäbisch-Hällischen Schwein (alternativ Iberico oder Duroc)

1 Fleischtomate

5 frische Aprikosen

½ rote Chili

2 kleine Schalotten

3 Zweige Rosmarin

1 EL Butterschmalz

1 EL Olivenöl

Salz, frisch gemahlenen Pfeffer

KotelettRosmarinAprikosen

Die Aprikosen waschen, halbieren und entkernen. Die Hälften vierteln. Die Schalotte und die Chili fein hacken. Die Tomate heiß überbrühen, schälen und das Fruchtfleisch grob würfeln. Die Rosmarinblättchen zupfen und fein hacken.

Das Kotelett in etwas Butterschmalz von jeder Seite etwa 3 Minuten kräftig anbraten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Das Fett abgießen, etwas frisches Olivenöl in die Pfanne geben. Die Schalotten darin andünsten. Die Tomaten zusammen mit der Chili und den Aprikosen dazugeben. Den feingehackten Rosmarin dazugeben und 2 Minuten bei geschlossenem Deckel weichdünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Kotelett leicht salzen und zusammen mit den geschmorten Aprikosen anrichten.

Dazu passen Bratkartoffeln oder einfach Brot. Auf jeden Fall passt ein guter Rotwein dazu.

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in mit Fleisch, Rezepte

Getestet, gelobt und hinter die Kulissen gespickt – Kochzauber Box

kochzauberbox

Am allermeisten freue ich mich ja über kleine Dinge. Wenn beispielsweise eine Schalotte beim Druck nicht nachgibt sondern fest und frisch ist. Wer mir hier nicht folgen kann, sollte einfach mal in den nächsten Supermarkt gehen und die Drück-Probe machen. Ähnlich verhält es sich mit dem Knoblauch. Hier erlebt man gerne mal, dass dieser bereits einen grünen Keim im Inneren hat, was einem auch mal den Geschmack verhageln kann. Und genau darum geht es doch -  wer Frisches will muss einkaufen gehen. Auf den Markt fahren, oder zum Gemüsehändler des Vertrauens. Und selbst mir ist das nach einem langen Arbeitstag oftmals zu blöd. Und was das Kochen angeht, so genieße ich die Wahlfreiheit, mach ich was oder lass ich es bleiben. Keine Rasselbande, die kulinarisch bespaßt werden will.  Dann fragten mich die Macher von Kochzauber, ob ich Lust hätte, das mal auszuprobieren. Die Kochindividualistin in mir lehnt sich sofort auf und fürchtet um ihre inspirative Kraft.

Aber sie hat Pech, denn neugierig bin ich schon. Neugierig, was da in so einer „Ich&Du-Box“ alles drin ist, welche all jene ansprechen soll, die zwar gerne mal kochen, dies aber bitte raffiniert und mit möglichst wenig Aufwand und Zeit. Gelingsicher sollte es natürlich auch noch sein. Klingt vertraut? Dann mal her mit der Box!

Die kam auch prompt in der darauffolgenden Woche. Sicherheitshalber hab ich sie mir ins Büro schicken lassen, wo ich sofort Zugriff auf einen der Kühlschränke gehabt hätte. Die Kollegin, die das Paket in Empfang nahm, war auch schon gleich  ganz neugierig. Alle waren neugierig. Ich natürlich auch und so kam ich nicht drum herum, die Box zu öffnen. Meine Bedenken ob der notwendigen Kühlung erwiesen sich als irrige Annahme – besser hätte man das nicht verpacken können. Garantiert hätte das noch bis in die späten Abendstunden perfekt weiter gekühlt. Es gab Zander, Hühnchenbrust, allerlei Gemüse, Reis, Zartweisen und Gewürze in der benötigten Menge, hübsch verpackt. Darüber freue ich mich, endlich mal keine Zutaten in Klinikpackungsmenge, welche einem zwingen entweder die Küchenschränke zu erweitern, ständig das gleich zu essen oder getrost dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums entgegen zu sehen.  Eine genau passende Menge der Zutaten beugt all dem vor.

Dazu gibt es bebilderte Rezeptkarten mit genauen Angaben und Zubereitungsanweisungen. Drei Gerichte sollen es werden, Fisch, Fleisch und vegetarisch. Ich hätte gerne gleich losgelegt, doch am nächsten Abend war erstmal nichts mit kochen. Zumindest nicht zuhause. Die Kochzauber-Crew war in München und lud Blogger und Journalisten zu einem gemeinsamen Koch Event ein. Auf dem Menü standen  Entrecôte vom Kalb  mit Trüffelgnocchi und Kaffeesauce, Couscous mit Granatapfel, Aprikosen und Salsiccia zum Abschluss Rhabarber-Tiramisu. Alles Rezepte aus den Kochzauber-Boxen. Die Rezeptkarten gab es gleich mit dazu. Außerdem wollte ich die Menschen hinter Kochzauber kennen lernen, denn so ein paar Fragen hatte ich da schon noch. Ganz besonders die aufwendige Verpackung hatte es mir angetan. Wohin damit? „Die kann man uns problemlos zurücksenden, wir freuen uns, wenn wir die Kühl-Akkus wieder bekommen, allerdings scheinen die meisten unserer Kunden die lieber zu behalten“. Stimmt, denke ich, die Dinger sind praktisch. Wir verbringen also einen tollen Abend am Herd, reden, diskutieren, trinken und essen. Alles großartig. Die Menschen sprühen vor Leidenschaft für das, was sie tun. Das gefällt mir.

kochenKochzauber

jeder Schritt am gemeinsamen Kochabend wurde dokumentiert

kochzauber

Wencke Harder, die Geschäftsführerin, begeistert mit ihrer Leidenschaft die Zuhörer

Erst seit Anfang des Jahres bietet Kochzauber den Service in ganz Deutschland an. Davor hatten nur die Berliner das Vergnügen. Dort ist auch der Hauptsitz und nichts interessiert mich in diesem Moment mehr, als auch dort noch vorbeizuschauen. Schließlich sollte ich eine Woche später für ein paar Tage nach Berlin fahren. Dort habe ich dann Zeit, mir alles nochmal genau anzuschauen, lerne noch mehr Gesichter kennen und – kann meine Akkus zurückbringen! Denn in der Zwischenzeit ist alles verkocht, was ich bekommen habe. Ich kann also berichten, wie es geklappt hat. Wie ich mich über diese perfekten Schalotten gefreut habe, über die orientalische Gewürzmischung, die meiner Aubergine zu echtem Glanz verholfen hatte.

Auch nach diesem Besuch bin ich davon überzeugt, dass das Angebot von Kochzauber eine prima Alternative ist für alle, die sich mal keine Rezepte  ausdenken wollen, die keine Zeit zum Einkaufen haben, die mal was Besonderes wollen und die sich auf einwandfreie Produkte verlassen wollen. Das haben sie mir bewiesen.

Max Kostka, der Koch und Rezeptentwickler - außnahmsweise am Schreibtisch und nicht am Herd.

Max Kostka, der Koch und Rezeptentwickler – außnahmsweise am Schreibtisch und nicht am Herd.

Das Angebot ist breit gefächert und besonders auch an die immer weiter verbreiteten Nahrungsmittelunverträglichkeiten angepasst. Es gibt Laktosefreie und Glutenfreie Boxen. Für die lieben Kleinen ist was dabei, gesunde Gerichte für die ganze Familie, die raffinierte Zwei-Personen Box (die ich getestet hatte) und Sondereditionen, wie die Valentinstagbox. Da wird’s dann auch mal richtig edel.

Und wer jetzt noch denkt, dass das Ganze unglaublich teuer ist, der darf gerne mal nachrechnen, was für 3 Gerichte mit Beilagen so ausgegeben wird. Meine Box kostete inklusive des Versands 39,00€, was ich sehr  angemessen finde. Alles war frisch und in ausreichender Menge. Übriggeblieben ist da nix.

kochlöffel

Das komplette Angebot:

  •  „Du & Ich“-Box mit 3 ausgefallenen Mahlzeiten für Paare: klassisch (39 €), vegetarisch (39 €), glutenfrei (44 €), laktosefrei (44 €)
  • „Original“-Box mit 3 Mahlzeiten für Familien mit Kindern: klassisch (64 €), vegetarisch (64 €), glutenfrei (69 €), laktosefrei (69 €)
  • „Kleine Helden“-Box mit 4 Mahlzeiten für Familien mit kleineren Kindern klassisch (64 €), glutenfrei (69 €), laktosefrei (69 €)
  • Sondereditionen wie z.B. Valentinstags-Box mit einem romantischen Drei-Gänge-Menü

Jeder der Lust bekommen hat, dieses Angebot zu testen, der bekommt auf seine erste Bestellung einen Rabatt von 10,00€.

Der Gutscheincode dafür ist dinnerum8 

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in Entdeckungen

Pre-Tasting des “Ardbog” – Islay Malt Whisky vom Allerfeinsten

ArdbegEin guter Malt Whisky ist nichts, was man einfach mal so wegspült. Zuerst saugt die Nase den torfigen Geruch ein, sendet seine Signale und Bilder ans Gehirn und dann erst ist die Zunge dran. Langsam tastet sie sich vor, der erste Schluck breitet sich im Mund aus. Schlucken. Einatmen. Ausatmen. Glück.

Vor etwa 20 Jahren entdeckte ich meine Liebe zum schottischen Whisky, eroberte mir die Highlands, die Lowlands und die Inseln. Auf der Isle of Islay bin ich dann hängengeblieben. Geschmacklich zumindest. In Schottland selbst war ich noch nie. Es war genau der Geschmack, in dem alle glücklichen Bilder einen willkommenen Hafen fanden. Torfig, rauchig, ein Hauch von Salz, Vanille, Eichenfässer manchmal auch cremiger Pudding mit ein wenig Zitrone und Marzipan.

Als ich die Einladung zum Pre-Tasting des begehrten „Ardbog“, eine limitierte Abfüllung der Ardbeg Distillery, bekomme freue ich mich riesig. Offiziell kommt der „Neue“ nämlich erst am 1. Juni in den wohlsortierten Handel. Der Name „Ardbog“ ist eine Huldigung an die Torfmoore der kleinen Insel, den Bogs.

Und so übte ich bis dahin fröhlich den schottischen Trinkspruch „slàinte mhath!“ (ja, auch ihr werdet YouTube bemühen müssen, um zu wissen wie man es aussprechen kann). Es heißt „gute Gesundheit“ und spricht sich ungefähr slaansche waa [slɑːndʒə ˈva].

Das Wetter passt hervorragend an diesem Tag. Es schüttet aus Eimern und ist wie immer zu kühl für diese Jahreszeit. So stelle ich mir auch gerne die Isle of Islay vor. Nicht gerade mit 200 Sonnentagen im Jahr gesegnet. Schottisch eben. Vermutlich tue ich ihr unrecht. Die Bar Gabányi, wo die Verkostung stattfindet ist dunkel, kuschlig und bietet das passende Ambiente. Die Augen brauchen weniger lang, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, wenn es draußen eh schon trübe und düster ist.

Zum Auftakt gibt es erst einmal einen Cocktail. Zum Ankommen. Um den Gaumen einzustimmen. Ich gebe gerne zu, dass dies mein erster Cocktail mit Single Malt Whisky ist. Ansonsten trinke ich ihn pur. Natürlich nicht mit Eis. Ab und zu ein paar Tröpfchen Wasser, das verschafft den satten Prozenten mehr Raum und mildert die Schärfe. Doch „Blood & Sand“ ist köstlich, frisch und gibt einen ersten Vorgeschmack auf das rauchige Aroma. Das Torfige. Natürlich schreibe ich mir auch sofort das Rezept dafür auf: BloodSand

3 cl Ardbeg (Ten years) * 2 cl Kirschlikör (Cherry Heering) * 2 cl roter Wermut * 3 cl frisch gepresster Orangensaft   mit Eis geschüttelt und in ein gekühltes Glas abseihen

Auf dem Weg zum heiß ersehnten Ardbobg sind jedoch noch einige Etappen zu bewältigen. Sie heißen „Ten“, „Uigeadail“ und „Corryvreckan“ – die populärsten Vertreter der Ardbeg Kollektion. Wir sinnieren über salziges Karamell, Marzipan und Nüsse. Schinken und Schokolade ist auch dabei.

Dann erst kommt der Ardbog ins Glas. Ich entdecke Lavendel, Bitterschokolade und Sherry. Und er ist weniger rauchig, wie der Rest seiner Familie. Ein Whisky, um sich dem Torfgeschmack anzunähern. Eine elegante Dame, die gefällt.

Und alle, die jetzt mit den Hufen scharren und diese Dame kennenlernen möchten, müssen nur noch bis zum 1. Juni warten. Dann ist weltweiter Ardbog Day.

Slàinte!

Noch mehr Lesenswertes vom Ardbog bei: culinary pixel, Küchenjunge, Feed me up before yougogo

 

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Kalbstafelspitz aus dem Zitronengrassud mit Spargelvinaigrette und krossen Kartoffelwürfeln

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Es war düsterer kalter Januar, als Steffen von der Berliner Speisemeisterei mich fragte, ob ich Lust hätte, mich an dem 4-Gänge Event zu beteiligen. Ich freute mich, sagte ja und suchte mir den Spargel aus. Spargel, das war noch endlos lange hin. Und so sinnierte ich über den Schnee und die Zeit verstrich. Dann endlich der erste Spargel. Richtig, irgendwann dazwischen gab es auch mal einen Frühling. Wann, kann ich nicht mehr genau sagen. Er muss kurz gewesen sein. In der Theorie dauert er auch immer noch an, doch nun heißt es, am Alpenrand müsse mit Schneefall gerechnet werden. Schneefall, Ende Mai. Das ist bitter.

Ich habe also heute die Ehre, beim Spargel der Hauptgang zu sein. Und auch wenn ich damit gerechnet habe, dass freundlichere Temperaturen diesen wunderbar leichten Gang in seiner ganzen Vielfalt von zart-säuerlichen Estragon Noten umschmeicheln, so ist es zumindest die Frische, die dem Frühling angemessen ist.

Die Messlatte lag hoch, wie ich von Woche zu Woche verfolgen konnte. Aufregend war, dass ich mich noch nie so lange mit einem Gericht beschäftigt habe, so dass ich es gleich zweimal gekocht habe, bis ich restlos damit zufrieden war. Und da dies ja nun der vierte Gang ist und ich bei all den köstlichen Vorgängern den Magen nicht überladen wollte, gibt es einen zarten rosigen Kalbstafelspitz mit einer aromatischen Vinaigrette aus grünem und weißem Spargel.  Und hätte es noch einen fünften Gang gegeben, so hätte ich eine Crème Brulée mit Spargel gemacht. Spargel ist großartig. Feiern wir ihn, solange es ihn noch gibt!

KalbstafelspitzSpargelvinaigrette

Für Zwei

500 – 600 g Kalbstafelspitz

3 Stangen Zitronengras

1 Zwiebel

6 Nelken

6 Pfefferkörner

2 Stangen Lauch

1 Möhre

1 Petersilienwurzel

1 Stück Knollensellerie

********************

250 g grüner Spargel

250 g weißer Spargel

½  Bund Schnittlauch

1 Bund Estragon

30 ml Holunderblütenessig

6 EL Traubenkernöl

Zucker, Fleur de Sel

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2 große festkochende Kartoffeln

Zum Dekorieren: Portulakblüten

Portulak

Die Zwiebel schälen und halbieren. Die Hälften mit den Nelken spicken. Das Wurzelgemüse und den Lauch würfeln. Das Zitronengras halbieren und mit dem Messerrücken leicht flachdrücken.

Das Gemüse mit der Zwiebel und dem Zitronengras in leichtem Salzwasser ganz kurz aufkochen lassen, den Kalbstafelspitz dazugeben und die Temperatur sofort runterdrehen. Das Fleisch etwa 20 min bei etwa 60° ziehen lassen. Aus der Brühe nehmen und in Alufolie wickeln.

Den weißen Spargel schälen, den Grünen nur im unteren Drittel. Beide Spargelsorten fein würfeln.  Die Spargelspitzen unversehrt lassen. Die Kräuter fein hacken.

In einer Pfanne in einem EL Öl den Spargel mit Salz und Zucker andünsten und mit dem Holunderessig ablöschen. Das Traubenkernöl und die gehackten Kräuter untermischen. Bei Bedarf nochmal mit etwas Salz und Zucker abschmecken.

Die Kartoffeln nicht zu weich kochen, abschrecken und würfeln. Die Würfel in Öl kross anbraten und mit Fleur de Sel bestreuen.

Den Tafelspitz aufschneiden und mit der Vinaigrette anrichten. Die Kartoffeln dazu reichen.

Als Weinbegleitung gab es einen 2012 Auxerrois von Siegbert Bimmerle

 

 

 

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