Kategorie: Asien

Eine Food Tour durch das „andere“ Tel Aviv – der Stadtteil Neve Sha’anan

David Cohen, unser Guide an diesem Tag, erklärt, dass dies seine mit Abstand liebste Food Tour in Tel Aviv sei. Warum ausgerechnet hier, frage ich mich, als ich in der glühenden Hitze am Mittag auf dem ehemaligen Busbahnhof stehe. Ein paar Kinder spielen unter den Dächern, in einer anderen Ecke sitzt eine Gruppe Männer zusammen. Auf der Straße läuft eine abgemagerte Frau in schrillen Klamotten,...

Tel Aviv – 7 Gründe, warum man sich in diese Stadt verlieben muss

Szenenwechsel von Jerusalem nach Tel Aviv. Das ist ein wenig wie hitzefrei bekommen, wie ein Wochenendplan, wo man gleich mehrere Party-Einladungen hat, wo alles kann, aber nichts muss. Tel Aviv ist einerseits die wirtschaftliche Metropole des Landes und steht gleichzeitig für Subkultur und für das pralle Leben. Gründe genug, da richtig einzutauchen. Nicht umsonst heißt es bei den Israelis: “ In...

Jerusalem – zwischen alten Steinen, den Hügeln von Ein Kerem und moderner Architektur

Am Morgen, wenn die Scharen der Touristen noch nicht erwacht sind, da ist der Zeitpunkt am besten, um zur Klagemauer zu laufen. Allein ist man hier sowieso nie. Getrennt nach den Geschlechtern wird an der Mauer rund um die Uhr gebetet. Manche der Gläubigen sind tief ins Gebet versunken, bewegen sich vor und zurück, während sie ihre Gebete leise murmeln. Man muss nicht religiös sein, um von der...

Jerusalem – Spiritualität im Schmelztiegel der Kulturen und eine Küche zum Schwärmen

Es ist eine Sache, über die lebhafte Jaffa Road zu schlendern und auf den nicht weit davon entfernten Markt zu gehen, und es ist eine andere über die Via Dolorosa durch die schmalen Gassen der Altstadt zur Klagemauer laufen und zusammen mit all den Menschen vor dieser Steinwand zu stehen und von der anderen Seite den Muezzin zum Gebet rufen zu hören. Alles liegt in Jerusalem so eng beieinander,...

Organic Tokio – was gibt es auf dem Bauernmarkt in Japans Hauptstadt?

Wer in Tokio oder generell in Japan einen Bioladen sucht, hat es nicht leicht. Was bei uns mittlerweile ganz normal ist, hat in die japanische Kultur wenig bis gar keinen Einzug gefunden. Und das hat durchaus seine Gründe. Während bei uns bereits ein Standard auf minimalem Niveau Grund genug ist, ein grünes Bio-Label aufzukleben, gehen die Menschen in Japan einfach davon aus, dass ihre Nahrung...

Kyoto Tokyu Hotel – ein Ruhepol zwischen Markthallen, Tempeln und Zengärten

Da rauscht er dahin, der Shinkansen. Vorbei am Fujiyama, am Meer und den kleinen Dörfern. Ich wollte ein Bild machen vom ehrwürdigen Mount Fuji, doch ich bin gescheitert. In der Sekunde, als ich gerade abdrückte, schob sich ein rot-weißer Schlot ins Bild und ruinierte alles. Der japanische Herr neben mir lächelt höflich. Ich bestelle mir Kekse, schmolle ein wenig und muss dann lachen, als ich...

Kyoto – Hey, Guide Michelin, wir müssen reden…..

Bei meinem ersten Besuch in Kyoto habe ich es falsch gemacht. Zuvor hatte mir ein Bekannter die Empfehlung gegeben, ich solle, wenn ich denn mal so richtig gehoben japanisch essen gehen wolle, also so ein Lokal, welches der Guide Michelin ausgezeichnet hatte, mich darauf einstellen, dass ich nicht in jedem Lokal willkommen sei. Manche der Küchenchefs hätten keine Lust auf Langnasen und ich solle...

[The Tokio Food Files #6] Culinary Heaven – die Feinkostabteilung des Luxuskaufhauses Isetan

Ich darf nichts mitnehmen, ich darf nichts mitnehmen, ich reise noch weiter in die USA. Wie ein Mantra liegt es auf meinen Lippen, während ich andächtig durch die Gänge wandle, ständig der Versuchung ausgesetzt, das eine oder andere in den Korb zu packen. Es ist nicht mein erstes Mal bei Isetan, dem noblen Department Store in Shinjuku, aber es ist mein erstes Mal mit einem Presse Ausweis um den...

[The Tokio Food Files #5] – flüster mir doch einfach Izakaya ins Ohr

Diesmal war es anders. Vertrauter. Als ich mit der Monoline vom Flughafen nach Kanda fuhr, wusste ich bereits, wie es läuft. Und konnte zum ersten Mal ganz entspannt aus dem Fenster schauen. Die dümmste Investition hatte ich bereits am Flughafen getätigt. Eine SIM Karte, mit der mein mobiles Wifi nicht anzufangen weiß. Doch dieses Mal ist es egal. Ich weiß genau, wo ich hinfahren muss. In welche...

Diego Guerreros SABOR in Shanghai – eine verblüffende spanisch-asiatische Allianz

Sie möchten einen Tisch bei Diego Guerrero im DSTAgE in Madrid buchen? Kein Problem – wir hätten da was am 5. September. Das ist dann leider auch der einzige Termin im September. Ende Oktober geht es dann weiter. Auch der November ist schon fast voll. Wohlgemerkt, es ist Juli. So sieht es aus, wenn man bei dem 2**Koch speisen möchte. Man muss lange, sehr lange, im Voraus planen. Einfacher...

Tipps für die Shanghai Reise und wie man die Social Media Sperren umgeht

Wir lesen es ja immer wieder aus den diversen Regionen dieser Welt – ein Land schaltet Twitter ab, oder Facebook oder gleich alles, was uns so ans Herz gewachsen ist. Das klingt immer sehr dramatisch, stellt man sich sofort ein Land vor, dessen Bewohner plötzlich auf die ursprüngliche Funktion unserer Smartphones reduziert werden, dem Telefonieren. Totale Informationssperre. Und dann wird auch...

[Shanghai] mit der Dim Sum Meisterin des Sofitel Hotels in der Küche

„Du musst das verstehen Claudia, sie hat es jahrelang gelernt“, meint der Executive Chef zu mir, als ich ein wenig frustriert auf meinen ersten selbst gedrehten Dumpling schaue. Ich bin alles andere als zufrieden. Judy, meine Dim Sum Meisterin spricht nicht viel und vermutlich ist es ihrer chinesischen Contenance zu verdanken, dass sie sich beim Anblick meines ersten Dumplings ein Lachen...

[Shanghai Streetlife #2] eine fabelhafte Nudelmaschine, meditieren im Park und ein Nachmittag in Tianzifang

Wieder bin ich in eine Seitenstraße eingebogen, und wieder entdecke ich unweit einer belebten Straße eine andere Welt. Ich lasse mich treiben, bis ich einen kleinen Markt erreiche. Eigentlich gibt es in jedem Markt in Shanghai dasselbe, eben das, was gerade Saison hat. Stinkfrüchte, Wachsbeeren und bittere Gurken. Die gefüllten Nudeln werden oft direkt in den Geschäften gewickelt. Ich suche den...

[Shanghai Streetlife #1] wo Taxifahrer Schnulzen singen, essen auf der „Frühstücksstraße“ und eine spontane Tee Verkostung in der Tea City

Ich bin es gewohnt, dass ein Taxi anhält, sobald ich an der Straße meinen Arm hochhebe, doch nicht so hier in Shanghai. Aus mir unersichtlichen Gründen fahren die ersten fünf, wohlgemerkt leeren, Taxen erst einmal an mir vorbei. Dann endlich hält eines und ich darf einsteigen. Ich war vorgewarnt und habe die Adresse bereits in chinesischen Schriftzeichen auf meinem Handy-Display, schließlich...

Dubai – Wüstenstadt, Utopia, Olymp des Konsums?
Auf der Suche nach der Seele dieser Stadt..

Es heißt immer, bei Nacht sind alle Katzen grau. In Dubai ist es der Tag, der alles in tristem Sandbeige versenkt. Seelenlose Wolkenkratzer, Baukräne wohin das Auge reicht. Farben und Funkeln gibt es nur in der Nacht. Atmosphärische Strandidylle? Sicher nicht. Wer hierher kommt will entweder mitbauen, shoppen in einer der gigantischen Malls oder sich in seiner Hotelburg vergraben. „Einfach mal...

Neueröffnung in Dubai: „The Restaurant @ The Address“, oder warum man die allerbeste Burrata nur mit Blick auf den Burj Khalifa genießen sollte

Erklären Sie mal dem Taxifahrer wohin sie wollen. Ins „The Address“ und dann noch ins „The Restaurant“. Alles klar? Natürlich dürfen Sie sich nicht wundern, wenn er sie munter stundenlang durch die Stadt fährt, denn wer als Addresse lediglich Addresse angibt, kann froh sein, überhaupt sein Ziel zu erreichen. „The Address“ ist bereits mit mehreren 5* Hotels in Dubai Downtown vertreten. Rund um...

Das neue „Dragonfly“ von Tim Raue in Dubai und warum es sich lohnt, ein famoses Menü auch mal mit alkoholfreien Jines zu begleiten

Dubai wächst. Immerzu wird es größer und so entstehen neue Straßen, bei denen auch jede Navigation erstmal ratlos ist. Der neue City Walk ist so eine Straße. Ein breiter Boulevard, den es erst seit ein paar Monaten gibt. Dort, zwischen hippen Cafés und exklusiven Shops, hat das Dragonfly Ende letzten Jahres seine Tore geöffnet. Wie man es am besten findet? Einfach beim Rolls Royce Shop abbiegen...

[Südkorea] Hansik Küche in Süd Jeolla, Ansturm im Schilf der Suncheon Bay und Jubel – es gibt Jujube Tee!

Es ist der letzte Teil meiner Reise nach Südkorea, die Wetteraussichten waren nicht wirklich so verlockend, dass ein Besuch am Meer ein sonniges Vergnügen versprach, außerdem war da noch die Gepäckfrage. Nach mehr als vier Wochen und zwei großen Taschen mehr, war es nicht mehr lustig, das Gepäck in den nächsten Bus oder Zug zu schleifen. Letzte Station meiner Reise sollte also Chunjeong sein,...

[Seoul] – eintauchen in Kimchi, Hotpots und Bibimbap auf den besten Foodmärkten der Stadt

Meine Aussicht in Seoul ist fantastisch. Ich sehe das WM Stadion. Direkt vor meinem Fenster und wer sich so ein bisschen mit Großstädten auskennt ahnt, dass die meist nicht direkt im Zentrum liegen. Aber das Apartment ist schick, es liegt direkt an der U-Bahn und hat vor dem Haus mehrere Bushaltestellen. Nicht dass ich mich sofort getraut hätte, in einem Bus zu steigen, meist überfordern mich...

[Südkorea] Seoul, Mingles – Mingoo Kangs umwerfende „new asian cuisine“

Zwei Tage bin ich eingetaucht in die Märkte von Seoul, habe Teigtaschen in allen Variationen gekostet, habe kein Kimchi, kein Bulgogi ausgelassen und nun erst einmal genug davon. Also nicht, dass ich mich daran überessen hätte, es ist nur so, dass ich irgendwie Sehnsucht verspürte. Ich war seit über drei Wochen unterwegs und begann, meine Freunde daheim zu vermissen. Es nagte, kein so ein Nagen,...

[Taiwan #3] Taipeh, ein Loblied auf die Nudelsuppe, unterwegs mit dem Rad und einmal im Regen zu den Goldwasserfällen

Toast oder Brötchen (und für meine lieben Münchner daheim – Semmeln)? Das kann jeder. Jeder der in Taipeh in einem Hotel übernachtet und ein Frühstück serviert bekommt. Ich jedoch, die sich eine eigene Unterkunft gebucht hat, komme erst gar nicht in die Verlegenheit. Seit über einer Woche hatte ich nichts mehr mit Weizen. Vermisse ich etwas? Nein. Solange ich jeden Morgen meine Nudelsuppe...

[Taiwan #2] Taipeh – meine besten Food Tipps für Nachtmärkte, Restaurants und grandiose Törtchen

Es wird langsam dunkel hier in Taipeh. Habt ihr schon Hunger? Dann ist jetzt die Zeit perfekt für einen der Nachtmärkte in Taipeh. Fast scheint es mir, als habe hier kaum jemand große Lust zu kochen, denn anders ist das Riesenangebot, die vielen Märkte und das Gedränge kaum zu erklären. Auf diesen Märkten, die erst ab etwa 17:00 Uhr nachmittags aufgebaut werden und oft bis nach Mitternacht...

[Taiwan #1] Taipeh, Datong – ankommen im schönsten Distrikt der Stadt

Beim ersten Mal in einer neuen Stadt fühlt es sich immer ein wenig seltsam an. Ich stehe plötzlich am Flughafen, orientierungslos, drehe mich im Kreis. Geld, Wi-Fi (sorry, aber erzählt mir nix von Free Wifi, das hat bei mir noch nie so doll und vor allem flächendeckend geklappt) und dann irgendwie vom Flughafen in die Stadt kommen. Das ist bereits Routine. Ich nehme auch nie den erstbesten Wifi...

[Okinawa] – Iriomote und Taketomi
einfach loslassen auf den südlichsten Inseln Japans und nach den Sternen suchen

Iriomote summt, flirrt, rauscht, dazwischen ruft ein Vogel. Stehenbleiben, zuhören. Ich bin angekommen auf der südlichsten Insel Okinawas, die näher an Taiwan als an Japan liegt. Hier leben nicht viel mehr als zweitausend Menschen, neunzig Prozent der Insel sind Regenwald. Naturschutzgebiet. Wer hierher kommt will entweder Tauchen, im Dschungel Wasserfälle anschauen oder am Strand nach den...

[The Tokio Food Files #4] über Luxuskastanien und drei wirklich fabelhafte Restaurants – Uchiyama – Soybean Farm – Kokori

Ich hätte gerne geschrieben, mein Aufenthalt in Tokio passierte irgendwie zwischen den Zügen. Damit meine ich nicht den Bahnhof, von dem ich glaube, ihn nun besser zu kennen – Wissende werden hier süffisant schmunzeln und denken „Schätzchen, dazu bedarf es weiterer Wochen und Monate“ – sondern, dass ich eigentlich nur in Tokio war, um jeden morgen in der Früh wieder einen Zug zu nehmen, an...

[Komagane] die erste Nacht in einem Ryokan, ein verzauberter Tempel im Wald und Miso ohne Ende

Ob mir nicht doch ein Hotel lieber wäre, möchte die Dame, die sich um meine Unterkunft in Komagane kümmert, wissen. Ich betone, dass ich sehr gerne in einem Ryokan, einer traditionellen, japanischen Unterkunft meinen Aufenthalt in Komagane verbringen möchte. Vielleicht hat sie ja schon ein Grinsen im Gesicht, als sie mir die Buchungsbestätigung zuschickt. Mit dem schnellsten Shinkansen rausche...

[Kyoto] der wunderbare Nishiki Markt, Wagashis mit Aussicht und die Ruhe am Kaiserpalast

Dass mein erster Weg in Kyoto mich zum Nishiki Markt führen wird, dürfte niemanden wundern. Ich habe meine Unterkunft danach ausgewählt, dass ich morgens zu Fuß den Markt erreichen kann und wer mich kennt ahnt, dass weite Wege nicht unbedingt sein müssen. Es ist mein erster Eindruck von Kyoto bei Tageslicht, als ich durch die kleinen Straßen, vorbei an alten kleinen Häusern zwischen modernen,...

[Kyoto] Meine neue Liebe Okara, das beste Yakitori und ein Kastanienkuchen zum Träumen

Es war ein wenig unentspannt. Als ich das Haus verlasse, konnte der Regen sich nicht entscheiden. Der Guss scheint vorbei, doch intervallartig gibt es immer wieder einen Nachschlag. Ich hechte von Vordach zu Vordach. Eigentlich war es bereits nach dem ersten Niederschlag zu spät für einen annährend anständigen Eindruck. Nasse Katze sucht Futter. So steht es auf meiner Stirn geschrieben. Das...

[The Tokio Food Files #3] sag einfach, es sei Berg Rettich….

„Das ist irgend so ein Berg-Rettich“, meint die Dame, die sich als kompetente Übersetzerin vorstellt und der ich mein Handy mit einem Bild einer Verpackung unter die Nase halte. Ein Berg-Rettich also. Was in aller Welt ist ein Berg Rettich? Die große Suchmaschine gibt sich ahnungslos. Der einzige Grund, weswegen ich am Sonntag auf die japanische Dult in der Münchner Innenstadt fahre, ist die...

[The Tokio Food Files #2]
Parallelwelten und Gyozas, als Wiege aller Seligkeit

Fischmarkt für Ausgeschlafene Ich habe eine schwere Entscheidung zu treffen. Fischmarkt – alle sagen, ich darf auf gar keinen Fall später als fünf Uhr morgens dort sein. Da seien die ganzen Thunfischauktionen. Alles in mir sträubt sich dagegen. Muss ich das wirklich? Muss ich mich um halb vier Uhr morgens aus dem Bett quälen, in der U-Bahn mit schlaf-starrem Blick und schlechter Laune dorthin...

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Kulinarische Reisen