27. Juni 2019

Tel Aviv – 7 Gründe, warum man sich in diese Stadt verlieben muss

Israel, Tel Aviv, kulinarische Reisen, Asien | 2 Kommentare

Es ist nicht nur das vielfältige Essen, nicht nur das Meer, auch nicht die lässige Attitüde der Menschen, die hier leben – diese Stadt ist ein Gesamtkunstwerk.

Szenenwechsel von Jerusalem nach Tel Aviv. Das ist ein wenig wie hitzefrei bekommen, wie ein Wochenendplan, wo man gleich mehrere Party-Einladungen hat, wo alles kann, aber nichts muss. Tel Aviv ist einerseits die wirtschaftliche Metropole des Landes und steht gleichzeitig für Subkultur und für das pralle Leben. Gründe genug, da richtig einzutauchen. Nicht umsonst heißt es bei den Israelis: “ In Jerusalem wird gebetet, in Haifa gearbeitet und in Tel Aviv gelebt.“

Life is a beach!

Über 14 Kilometer erstreckt sich der Strand von Tel Aviv, dabei ist es nicht nur ein einzelner Strand, sondern mehrere hintereinander. Entlang der Strandpromenade führt ein breiter Fahrradweg, der dieser Tage von den vielen E-Scootern in Beschlag genommen wird. Hier wird furchtlos gefahren, Klingeln hilft eher wenig, wenn ein Fußgänger sich auf diese Radwege verirrt. Eher fährt man in einem kühnen Schlenker drum herum. An den Stränden reihen sich die Strandbars, bis tief in die Nacht kann man hier sitzen und die Zehen in den puderweichen Sand vergraben. Auch scheint es völlig normal, plötzlich abends auf eine große Gruppe Menschen zu treffen, die einfach zum Paartanz zusammengekommen ist. Die Stimmung ist locker, laut und einen Kilometer weiter duftet es herrlich von einem der vielen Grills, die die Besucher mitgebracht haben. Am Strand trifft Bikini auf Burkini, die vielen Kulturen der Stadt leben hier friedlich zusammen. Und alle sind gerne am Meer.

Abraham Hostel – von wegen Jugendherberge, das hier ist cool!

Ganz klar, es gibt großartige Hotels in dieser Stadt, entzückende kleine Boutique Hotels, noble Herbergen und es gibt das Hostel. In einer Stadt, wo man am allerwenigsten Zeit damit verbringt, auf dem Zimmer rumzuliegen, da sollte man sich auf jeden Fall für eine zentrale Lage entscheiden und weil man ohnehin hier genug Geld ausgeben kann, kann man bei der Wahl der Übernachtung durchaus das legendäre Abrahams Hostel in Betracht ziehen. 2016 öffnete die Dependance in Tel Aviv und bietet seit dieser Zeit Reisenden aus aller Welt einen perfekten Ausgangspunkt. Vom Mehrbettzimmer bis zur Junior Suite ist alles dabei. Die Zimmer sind sehr sauber, die Matratzen tiptop (mir immer ganz wichtig) und das Frühstück ist inkludiert. Es gibt eine große Dachterrasse, wo man einen großartigen Blick über die Stadt hat und abends Party machen kann, man kann Touren direkt in der Lobby buchen und vor allem – man hat das Gefühl, es ist immer jemand für einen da. Wen juckt es da, wenn man hier sein Frühstücksgeschirr selbst abwäscht. So kommt man wenigstens ins Gespräch. Ich habe ein nettes Paar von den Philippinen kennengelernt. Im Gegensatz zu anderen Hotels, wo man eher selten mit anderen Gästen in Berührung kommt, ist das hier eine eigene Welt. Man kann lässig auf der Dachterrasse im Schatten dösen, das WLan ist superschnell jeden Abend gibt es irgendein Programm. Es werden Kochkurse angeboten, Shabbat Dinner, man kann sich Räder leihen und es gibt eine Happy Hour. Ich gebe es zu, ich hatte kurz meine Bedenken, als ich das Wort Hostel hörte, aber im Nachhinein fallen mir ganz viele Gründe ein, weswegen ich auch beim nächsten Mal unbedingt wieder hierherkommen würde.

Abraham Hostel
21 Levontin Street, Tel Aviv, 6511604
infotlv@abrahamhostels.com
T 972 (0)3 6249200
abrahamhostels.com/tel-aviv

die Hauptstadt der Veganer

Also gemessen an der Einwohnerzahl des Landes, ist Israel das Land mit dem höchsten Bevölkerungsanteil an Veganern (5%) und Vegetariern (10%) der Welt. Sicher, in Indien gibt es noch mehr davon, doch erstens ist Indien viel größer und zweitens tun sie es dort vor allem aus religiösen Gründen. Hier tut man es aus Überzeugung. Es gibt hier viele, die nicht damit einverstanden sind, dass Tiere lebend aus Australien importiert werden, doch der sicherlich wichtigste Grund ist – die Küche hier ist reichhaltig an Gemüse und wer die Küche des mittleren Ostens kennt, der ahnt, wie breit das Angebot hier ist. Angefangen beim Hummus folgen tolle Burgerläden mit Angeboten für Vegetarier, es gibt viele Restaurants, die sich den Fleischverzicht auf die Fahne geschrieben haben und es passt auch zum Lebensgefühl der Menschen hier, sich bewusst zu ernähren.

Und im Mittelpunkt immer der Markt

Der Carmel Markt liegt mitten im Zentrum. Während man am oberen Ende auch viel Krimskrams findet, gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Früchte, Gemüse, Fleisch, Fisch und Süßes. In den kleinen Seitengassen findet man nette, kleine Cafés und die Stimmung ist entspannt. Einheimische besuchen auch gerne den Levinsky Markt im Stadteil Florentin. Hier ist alles noch ein bisschen weniger touristisch. Wer bisher noch kein Tahini zum mit nach Hause nehmen besorgt hat, hier sollte man es tun.

Ich liebe es einfach, Ananas zu fotografieren

Hier hat man auch mal Zeit für ein Schwätzchen

duftende Kräuter

Fragt mich bloß nicht, was Gaddafi und süße Teilchen miteinander zu tun haben…..

Mit diesen Soldaten ist wunderbar Kirschen essen

und so sieht es Samstags hier aus

Carmel Markt
HaCarmel St 48, Tel Aviv-Yafo
Öffnungszeiten: Sonntag bis Freitag, ab 10.00 Uhr teilweise schon früher

Levinsky Street Market
Tel Aviv (Florentin)
Öffnungszeiten: So-Do 8.00-18.00 Uhr, Fr 8.00-16.30 Uhr, Sa und Feiertage geschlossen
Levinsky St. ,Tel Aviv Jaffa

köstliche Adressen zum Frühstücken und Lunchen

Ein Salat aus vollmundigen, reifen Tomaten mit Minze, Koriander und Ziegenkäse? Oder Eggs Benedict mit Langoustinen? Oder doch lieber eine Zitronencreme? Rund um den Boulevard Rothschild gibt es unzählige Cafés, wo man seinen Vormittag verbringen kann.

Rothschild Boulevard

Coffee & good vibes

Hier sind meine Favoriten:

Bicicletta (hat einen wunderbaren Garten und dazu gehört auch noch ein Pflanzenladen)
Nahalat Binyamin St 29, Tel Aviv-Yafo
www.facebook.com/BiciclettaTLV/

HaBasta (samstags gibt es Brunch, aber auch die Weinkarte sieht großartig aus)
HaShomer St 4, Tel Aviv-Yafo

Shukshuka
3 Simtat Hacarmel , Tel Aviv

Nature Boys (sensationelle Vegan-Burger)
Levontin St 30, Tel Aviv-Yafo, Israel
www.facebook.com/natureboysplanet/

Zakaim (ältestes veganes Café in der Stadt)
Simtat Beit HaSho’eva 20, Tel Aviv-Yafo
zakaimtlv.co.il

ein Tomatensalat zum Träumen

und mit zum Bicicletta gehört ein entzückender Blumenladen

Frühstück im HaBasta

Dinner Deluxe

zwei Restaurants, die ich unbedingt besuchen wollte. Eines davon liegt im nördlichen Teil am alten Hafen der Stadt, das andere mittendrin. Dummerweise fahren an Feiertagen keine Busse in dieser Stadt, bleibt also nur das Fahrrad. Das ist auch am allerbesten um dort hinzukommen. Wie immer konnte ich es mir nicht verkneifen Restaurants mit einem asiatischen Einschlag auszusuchen. Diese Einflüsse, gepaart mit den Aromen des Nahen Ostens – besser kann es doch nicht werden?

Kitchen Market: allein die Lage ist ein Knaller. Man sitzt direkt im ersten Stock, schön klimatisiert und blickt weit aufs Meer und auf den Pier hinaus. Hier bestellt man erst ein paar kleinere Gerichte zum Teilen und dann ein Hauptgericht. Hier habe ich den besten Salat seit langem gegessen. Eisbergsalat fein geschnitten, mit Ziegenkäsecreme, frischen und getrockneten Kirschen, Paranüssen und einem wunderbaren Olivenöldressing. Die gegrillten Jakobsmuscheln auf Linsen mit Cashews und Süßkartoffelcreme sind ebenfalls sehr zu empfehlen.

Topolopompo: stylish-kontemporäre Einrichtung, die Küche mit einer Liebe zu Gegrilltem und indisch-japanischer Fusion Küche. Hier kann man an einer langen Tafel sitzen mit direktem Blick in die Küche. Wie wäre es also mit einem Cucumber-Slush, Hibiskus-gebeiztem Lachs, köstlichen Dumplings oder einem Schweinebauch mit dunklem Limetten-Karamell? Für besondere Anlässe perfekt. Und dran denken – wirklich günstig ist es in Tel Aviv sowieso nie.

Kitchen Market
Farmers Market, Ha-Angar St 12, Tel Aviv-Yafo
www.kitchen-market.co.il

Topolopompo
HaSolelim St 14, Tel Aviv-Yafo
www.topolopompo.co.il

unterwegs in Old Jaffa & Jaffa Port

Der Pier im Süden der Stadt ist modern. Hier im Old Jaffa Port reihen sich in der Marina die Boote aneinander, die Menschen kommen zum Flanieren und es gibt jede Menge Restaurants. Hier findet man eher die „Mainstream Kitchen“, also Eiscafés, Italienische Restaurants und natürlich Fischrestaurants. Wer allerdings über die Treppen hinein ins alte Viertel geht, der befindet sich plötzlich in einer anderen Welt. Schmale Gässchen, Galerien und hübsche kleine Läden. Das ursprüngliche Fischerdorf wirkt ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Folgt man den Gassen weiter nach oben, kommt man zum Abrasha Park, von wo aus man einen fantastischen Blick über ganz Tel Aviv hat. Hier zu sitzen, die Schmetterlinge zu beobachten und eine kalte Zitronenlimonade zu trinken, ist Weltklasse.

 

Wie geht’s weiter? Im nächsten Beitrag nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Food Tour in Tel Aviv. Es geht in eine echte No-Go-Area (zumindest war sie das bis vor einigen Jahren). Ins Viertel der Flüchtlinge und Immigranten. Das ist natürlich total sicher und spannend.

Offenlegung: Mein Aufenthalt in Tel Aviv wurde von Abraham Hostels unterstützt (Übernachtungen). Dafür bin ich total dankbar. Das war wirklich eine tolle Erfahrung. Alles andere habe ich selbst bezahlt.

2 Kommentare

  1. Ach, meine liebe Claudia, das liest sich mal wieder so herrlich! Schön erzählt und bebildert, ich fühle mich direkt wieder nach Tel Aviv zurückversetzt. Danke für die schöne Zeit <3

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    • Meine Liebe Tati, und ich freue mich schon riesig darauf, wenn wir uns mal wieder bei einer Reise begegnen. Ich danke dir für die tolle Zeit.

      Antworten

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