19. Juni 2022

Traumziel Kanalinseln –  die kleine Insel Herm, ihre weißen Strände und Tea-Time mit spektakulärer Aussicht

2 Kommentare

Nur 20 Fährminuten von Guernsey entfernt, findet man hier pure Erholung in paradiesischer Umgebung.

Das tiefe Blau des Himmels konkurriert mit dem Azurblau des Wassers, dazwischen leuchtet der gelbe Ginster und viele Blumen, zu hören ist nur das Rauschen des Meeres und die Rufe der Fasane. Auf der kleinen Kanalinsel Herm gibt es keine Autos und auch Fahrräder dürfen nicht mitgebracht werden. Einzige Ausnahme sind ein paar Traktoren, die auch gerne mal das Reisegepäck von ankommenden Gästen transportieren oder um die betagte Verwandtschaft einer Hochzeitsgesellschaft zur Trauung an den Strand zu bringen. Ansonsten geht man hier einfach zu Fuß. Und bei einer Länge von 2,4 km und einer Breite von 800 m kann man sich ausrechnen, dass man für alles nicht wirklich viel Zeit benötigt. Herm ist ein Paradies. Und obwohl das kleine Eiland früher als Jagdgebiet der Gouverneure Guernseys diente, ist es heute für alle offen. Es gibt ein Hotel mit allem Komfort, einige Cottages zur Selbstversorgung und einen Campingplatz. Gegen 17:30 Uhr legt die letzte Fähre nach Guernsey von der Insel ab. In jeder einzelnen Minute auf dieser Insel spürte ich nur eines – das Glück hier zu sein.

willkommen im Paradies

„Lass uns entlang der Küste zum Shell Beach wandern!“, unsere kleine Gruppe macht sich bereit aufzubrechen, während ich immer noch versuche, einen Überblick zu gewinnen, wieviele Hummeln sich tatsächlich um die riesigen Blütenkegel tummeln. Überall blüht es, es ist geradezu überwältigend, wie die Natur hier explodiert. Blüten ranken sich Steinmauern hoch, Artischocken wachsen, es duftet nach Rosmarin und Thymian. Liliengewächse ranken sich um den kleinen Bach, dazwischen stehen Palmen. Ich laufe durch einen Wald hinauf zum Campingplatz, dorthin, wo auch die Weiden für die Tiere sind, doch ich sehe keine Tiere. Vermutlich liegt es daran, dass sie den Schatten suchen. Die Sonne brennt an diesem Tag und in der Ferne glitzert das Meer.

Wandern entlang der Küste

Wir laufen weiter auf einem schmalen Weg, der rund um die Insel führt.  Zuerst stehe ich hoch oben auf den Felsen, doch der Weg führt sanft immer weiter bergab durch Ginster und Sträucher. Das Meer liegt immer auf meiner rechten Seite. Von hier aus sehe ich die Inseln Guernsey und Sark. Möwen ziehen ihre Kreise über mir. Begegnet man hier anderen Wanderern grüßt man sich. Ich fühle mich frei, unendlich frei. Die Luft ist klar und mild und obwohl ich keine große Wanderin bin, ist das hier die pure Erholung. Das Ziel ist bereits zu sehen, türkisblaues Wasser und weißer Sand. Der Shell Beach.

Kurz bevor ich den Strand erreiche, ist es der wilde Knoblauch, „stinky Onion“ nennen sie den hier, der sich wie Skulpturen in der atemberaubenden Kulisse in den Vordergrund drängt. Warum ausgerechnet Knoblauch? Die Frage bleibt unbeantwortet.

Shell Beach

Selbst zur Mittagszeit ist es hier überschaubar und an diesem Tag sind nicht viele Besucher auf der Insel, obwohl es ein Samstag ist. Nur an dem kleinen Kiosk mit den Sitzplätzen davor herrscht Andrang. Ein Eis oder ein kaltes Getränk wäre jetzt schön und vielleicht ein bisschen Schatten. Die Surfer liegen noch entspannt neben ihren Brettern.  Dazwischen huschen immer Damen in schicken Kleidern und Hüten vorbei. Die Hochzeitgäste. Ein paar Mutige – nicht die Hochzeitsgäste – tummeln sich bereits im Wasser. Jetzt, Anfang Juni ist das Wasser noch frisch. Das ist vielleicht auch der einzige Unterschied zu einer karibischen Insel. Die Wassertemperatur. Von hier aus ist es durch die Dünen nicht mehr weit zum White House Hotel, wo es vor der Rückfahrt noch Sandwiches und Tee geben soll. Eigentlich will ich mich nicht vom Fleck rühren, lasst mich einfach hier zurück, denke ich.

Tea im White House Hotel

Auf dem Rasen stehen bequeme Gartenmöbel, die Sofas sind alle so ausgerichtet, dass der Blick auf dem Garten und dem Meer ruht. Es könnte keine schönere Kulisse für eine Tasse Tee und ein paar ofenwarme Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade sein, als genau hier. Der kühle Wind ist angenehm. Die noch warmen Scones schmelzen in meinem Mund. Ich stelle mir vor, wie es wäre, hierzubleiben. An den langen Sommerabendenden hier zu sitzen, dann wenn die letzte Fähre längst die Insel verlassen und alle Tagesausflügler mitgenommen hat und zu schreiben. Wozu würde mich die Insel inspirieren? Ich denke an einen Kriminalroman. Das liegt vermutlich daran, dass das ehemalige Gefängnis der Insel nur wenige Meter von mir entfernt steht. Es ist so winzig, dass vermutlich nur eine Person darin in der Mitte aufrecht stehen kann.

Entspannen ist hier so einfach

Das White House Hotel

Scones frisch aus dem Ofen

wilde, schöne Natur

wer würde hier nicht gerne mit diesem Blick aufwachen?

das ehemalige Gefängnis der Insel

Wie kommt man hin?

Von Guernsey aus erreicht man Herm mit der Fähre, die im Hafen von St. Peter Port ablegt. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten. Tickets kann man online bestellen oder direkt am Hafen kaufen.

Adressen

White House Hotel & Ship Restaurant

FG9W+MR4, Herm Island, Guernsey GY1 3HR, Guernsey

alle Infos zu Herm (Unterkünfte, Restaurants und Beach Cafés) gibt es hier: www.herm.com

Und zu den Stränden geht es hier entlang: www.herm.com/about-herm-island/beach-guide

Offenlegung: Die Reise wurde unterstützt durch VisitGuernsey. Ich danke ganz herzlich dafür, dass ich diese wunderbare kleine Insel kennenlernen durfte.

2 Kommentare

  1. War einmal zwei Wochen auf den Channel Islands. Ein Träumchen. Jersey ist wegen der Größe vielfältiger, aber natürlich auch trubeliger. Sark wäre auch noch eine Empfehlung. Guernsey war in meinem Ranking auf dem letzten Platz.

    Ich würde immer wieder dorthin fahren. Allerdings kein Low-Cost-Trip.

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    • Hi Ralph,
      Sark hätte ich auch gern noch besucht, doch die Zeit war zu knapp.
      Mir haben es diese Inseln echt angetan.
      Und nein, eine Budget-Reise ist es nicht.
      Viele Grüße
      Claudia

      Antworten

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