13. November 2015

Auf nach Okinawa!
türkisfarbener Pazifik, Fischmärkte und wo Hirsche nachts an weißen Sandstränden spazieren gehen

Okinawa, Japan, kulinarische Reisen | 0 Kommentare

okinawa Header 1Okinawa – kein Mensch, den ich kenne, war je in Okinawa, der südlichsten Präfektur Japans. Einst war es das Königreich Ryūkyū, dann stand die Inselgruppe seit 1871 unter japanischer Verwaltung und wurde im Pazifikkrieg 1941 von den  Amerikanern besetzt. 1972 wurde Okinawa an Japan zurückgegeben und ist seitdem eines der beliebtesten Urlaubsziele der Japaner. Soviel zu den Fakten. Hier leben die ältesten Menschen der Welt (was an der Ernährung liegen soll) und Karate hat hier eine lange Tradition. Es ist vor allem Ersteres, was mich neugierig auf diese Inseln macht. Und ich will mich auf die Suche nach dem Awamori machen, jenem Getränk, das ähnlich dem Sake aus Reis gemacht wird, jedoch nicht gebraut sondern destilliert wird. Ich will den vielleicht ungewöhnlichsten Teil Japans entdecken.

Diese Gründe  reichen aus, um eine annähernd 20 stündige Reise auf mich zu nehmen.

zum Einstieg gibt es Schweineohren..

Über Frankfurt fliege ich nach Osaka und von dort weiter nach Okinawa. Es ist um die Mittagszeit als ich ankomme, ich schiele leicht, bin übermüdet, bis zum Hotel geht es zäh durch den Verkehr. Dort angekommen, bekomme ich als „Willkommensgruß“ eine 90 minütige Massage. Dabei schlafe ich ein. Geistig in einer Schattenwelt zwischen Wachsein und Schlaf, tapse ich auf den Balkon meines Zimmers und schaue zum ersten Mal über das Meer, sehe am Horizont weitere Inseln. Ich möchte mich hinlegen, doch der Fahrer, der mich zu den alten Markthallen im Zentrum Nahas bringen soll, wartet schon. Und beim Anblick der Fische bin ich plötzlich wieder hellwach. Sämtliche Schönheiten des Ozeans haben sich hier versammelt, werden gleich roh zu Sashimi verarbeitet oder einfach so verkauft. Es gibt in diesen alten Hallen auch eine Ecke für die Metzger und ich werde sofort damit bekannt gemacht, dass man in Okinawa sehr gerne Schwein isst. Schwein in Miso, Schwein in Shoyu und ganz besonders gerne Schweineohren – Mimi-ga, eine Spezialität Okinawas -, wahlweise mit Kimchi , Erdnusssauce oder ohne alles für die Puristen unter den Schweineohrenliebhabern. Ich bin mutig und mir hängt der Magen in den Knien, da geht auch schon mal so ein Schweineöhrchen, das sich als überaus köstlich erweist. Ich bin hingerissen von diesen Markthallen, ich kann nicht genug kriegen und will jede Ecke erforschen. Ehrfürchtig stehe ich vor den getrockneten und geräucherten Bonitos, die im Ganzen gekauft werden um dann für die Dashi Brühe mit einem speziellen Hobel in zarte Flocken gehobelt werden. Katsuao bushi. Unentbehrlich in der japanischen Küche und eine echte Umami Bombe. Wenn diese Raspel doch nicht so groß wäre. Ich versuche mir vorzustellen, wie oft ich mir zuhause eine Dashibrühe mit diesem Bonito machen würde und komme zu dem Schluss, dass der Fisch hier vermutlich besser aufgehoben ist. Ein halbes Jahr lang täglich Bonitoflocken, halte selbst ich nicht aus.

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Tauchen und Beach Life auf Aka Island

Auf Aka Island leben ungefähr soviele Hirsche wie Einwohner, genauer gesagt sollen es um die 300 Einwohner sein und etwa 200 Hirsche. Die Hirsche sind geschützt und landen nicht auf dem Teller (was ihre Zutraulichkeit erklärt), jedoch bleibt die Frage offen, wie deren Population tatsächlich kontrolliert wird. Die Hirsche sind das Wahrzeichen der Insel. Sie prangen auf jedem der hübschen Gullideckel. Knappe 2 Stunden dauert es mit der Fähre vom Hafen in Naha nach Aka Island, welche Teil der Kerama Inselgruppe ist.

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Hier ist alles plötzlich unglaublich entspannt. Echtes Holiday-Feeling macht sich breit. Eine der Lieblingsbeschäftigungen in diesem Nationalpark ist Tauchen, oder zumindest Schnorcheln. Die Riffe rundherum und die Tauchspots gehören zu besten der Welt. Auf Aka Island gibt es mehrere kleine Tauchbasen, die Boote fahren zweimal am Tag raus. Meine Tauchgruppe ist sicherlich die Älteste mit der ich je getaucht bin. Ausnahmslos aktive japanische Senioren. Englisch sprechen sie nicht, aber erwartungsvoll strahlen sie mich alle an. Diese rüstigen Senioren machen das alles nicht zum ersten Mal und auch wenn ich vom Briefing in japanisch (die Einweisung des Tauchleiters für den nächsten Tauchgang) nur mäßig was verstehe, es geht gleich runter auf 30 Meter.

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Im Dezember beginnt hier die Saison der Walhaie und Wale. Ich bekomme leider nur einen großen Schwarm aus schwarzen und leuchtend blauen Fischen zu sehen.
Und ich sehe all die Fische, die am Vorabend auf meinem Teller lagen.
Zum Sonnenuntergang soll ich auf den Hügel steigen. Alle meinen ich muss das tun. Sie haben Recht, auch wenn ich ein wenig japse, als ich oben angekommen bin. Die Aussicht entschädigt für alles. Die Magie des Sonnenuntergangs. Man kann ihr nicht entkommen. Hier besonders spektakulär mit all den Inseln drum herum. Es ist nicht viel los hier oben auf dem Hügel. Ein Hirsch streift durch das Dickicht und wirft einen kurzen Blick auf mich und meine Begleiter.

Die Unterkunft auf Aka Island ist einfach aber perfekt für das Inselleben. Ein sauberes Zimmer mit Meeresblick und köstlicher frischer Fisch (der gerne auch mal zum Frühstück serviert wird, was ganz normal ist).

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Ich würde gerne länger hier bleiben…
Ich habe mich in die kleinen orangenen Zitronen aus Okinawa und die bittere Gurke verliebt (überhaupt sind die ganzen Pickles hier großartig). Habe am menschenleeren Strand mit einem kleinen Krebs gespielt. Habe göttlichen Fisch gegessen und habe immer noch keine Schildkröte gesehen (die es hier gibt).
Ich will nicht weg…

 

Demnächst in Teil 2Awamori, das königliche Getränk, das Dorf der Hundertjährigen und eine Slow Farm mit schwarzen Schweinen

 

Adressen:

Okinawa /Naha
Übernachten
Southern Beach Resort 1-6-1 Nishizaki-cho, Itoman city, Okinawa Prefecture, Japan 901-0305 www.southernbeach-okinawa.com/en/

Aka Island:
Übernachten Sunsunview-mutwochi +81 98 9872649 (die Besitzer sprechen fast kein Englisch, am besten man bucht über die Isalnd Tourism Information (+81 98 9872601  contact_zamami@vill.zamami.okinawa.jp )

Essen
Es gibt mehrere kleine Restaurants überall auf der Insel, die jedoch keine Webseite haben. Meist wird man in der Unterkunft verpflegt

Aktivitäten
Schnorcheln, Tauchen, Standup Paddeln, Wandern

 

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung des Okinawa Convention & Visitors Bureau (visit.okinawa). Herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.
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