16. August 2020

Schärfe, Säure, cremige Kokosmilch und alles super easy!

Die Morgenstunden sind im Moment die schönsten Stunden des Tages. Die Luft ist wie frisch gewaschen und seidig, noch lähmt die Hitze nicht, die spätestens gegen Mittag in die Wohnung drängt und alles in etwas Klebriges verwandelt. Ich versuche gerade, es mir wieder anzugewöhnen, morgens eine Runde zu drehen. Das heißt, wenn ich an dem Schweinehund vorbeikomme, der sich vor der Wohnungstür fläzt und der immer ganz besonders niedlich schaut, wenn ich unentschlossen bin. Schaffe ich es seinem überwältigenden Charme zu widerstehen, genieße ich das Sonnenlicht zwischen den Blättern im Wald. Ich bekomme tausend Ideen, was ich heute oder morgen oder übermorgen kochen könnte, ich entdecke Pflanzen und Äste, die sich toll als Dekoration eignen würden. Danach fühle ich mich wunderbar. Gestern, an diesem Bayerischen Feiertag, wo kein Markt geöffnet hatte, konnte ich einfach so in den Tag reinleben. Ich bin am Vortag schon auf den Viktualienmarkt gefahren und habe zum ersten Mal bei einem Metzger dort ausgelöste Hühnerkeulen gekauft. Hier in Deutschland sind wir ja eher so auf die Brust fixiert, während man in der indisch-asiatischen Küche den geschmacklich dominanteren Keulen den Vorzug gibt. Ich mag beides. Ausgelöste Keulen mag ich besonders, weil ich meist keine Lust habe, selbst mit dem Messer zu hantieren. Ich kaufte noch eine Dose cremige Kokosmilch (schön dickflüssig) und ein kleines Glas Sambal Oelek. In meiner Küche gibt es diese indonesische Würzpaste eigentlich immer. Neben Harissa, vietnamesischer roter Sauce und Tabasco. Sie ist meist ziemlich scharf, manche Marken jedoch haben eine schöne Ausgewogenheit aus Süße, Schärfe und Säure. Das ist reine Geschmackssache, für welche man sich entscheidet. Noch schlummert eine fermentierte Chilipaste aus Laos in meinem Kühlschrank, die heute durchaus ihren Auftritt hätte haben können, doch was bringt es, wenn ich hier schreibe „nehmt einen Esslöffel von dieser Chilipaste aus Laos, jener, die es auf dem Markt bei der netten Dame im Luang Prabang zu kaufen gibt“ und jeder, der das liest dann nur noch mit den Augen rollt, weil man eben nicht mal einfach so fermentierte Chilipaste aus Laos herbekommt. Deshalb das gute alte Sambal Oelek. Und gerade weil dieses Gericht total einfach ist und wenig Zutaten braucht, ist es perfekt für einen Sommertag. Sauce anrühren, Hühnchen rein und zack! – ab in den Ofen.

Sambal-Kokos Hühnchen aus dem Ofen

Für Zwei
4 ausgelöste Hühnchen-Oberkeulen
160 ml cremige Kokosmilch
3 EL Limettensaft, Abrieb von einer halben unbehandelten Limette
2 große Zehen Knoblauch
1,5 – 2 EL Sambal Oelek (wer es nur wenig scharf haben möchte, nimmt 1,5 EL)
2 EL brauner Zucker
1 EL neutrales Pflanzenöl
1 EL frisch geriebener Ingwer
½ TL Salz

Koriandergrün und Limettenspalten zum Garnieren

Ofen auf 180° vorheizen.
Die Knoblauchzehen sehr fein hacken oder pressen. Alles außer dem Fleisch in einer Schüssel mischen. Dann die ausgelösten Hühnchenschlegel dazugeben und umrühren, so dass das Fleisch mit der Sauce umhüllt ist. Aus dem Fleisch kleine Päckchen formen, in eine ofenfeste Form setzen und den Rest der Sauce darüber gießen. Etwa 40 Minuten im Ofen garen, bis die Sauce etwas reduziert ist.
Mit frischem Koriander bestreuen und die Limettenspalten dazu reichen.
Dazu passt Jasminreis.

2 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    das Rezept klingt unheimlich köstlich und dazu ist es auch noch glutenfrei! Ich liebe Kokosmilch in solchen Gerichten einfach!
    Hätte ich das Mal vorher gewusst, dann hätte ich im Februar in Luang Prabang nach der Soße Ausschau gehalten! 😊

    Viele liebe Grüße
    Anna

    Antworten
    • Liebe Anna,
      Ich hätte die Sauce vermutlich gar nicht entdeckt, hätte der Koch vom Tamarind es mir nicht gezeigt.
      Nicht alles, was ich mitgebracht habe ist lecker. Dieser Klebreis-Schnaps ist zum Gruseln.
      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten

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