17. Januar 2021

Ein winterlicher Bittersalat mit "Thai-Touch" frei nach dem Motto "Mach doch mal was Simples, Claudia!"

Das Erste was man liest, wenn man im Netz nach Zuckerhut sucht, ist „wie mache ich Zuckerhut weniger bitter?“. Was für ein Blödsinn, denke ich. Zuckerhut, eine Zichorie, ist gerade deshalb so toll, weil sie bitter ist. Wir haben es geschafft, sowohl dem Endiviensalat wie auch dem Spargel und dem Chicorée viel von seiner ursprünglichen Bitterkeit wegzuzüchten, was ihn vermeintlich gefälliger machen soll, doch für mich geht das genau in die falsche Richtung. Bitter soll stimulieren, soll die Geschmacksnerven ein wenig herausfordern. In Asien lieben sie die Bittergurke, die auch äußerlich ein recht eigenwilliges Gemüse ist, und kämen wohl niemals auf die Idee, sie wegen ihrer Bitterkeit zu verschmähen. Jeder, der schon mal in Indien eine ayurvedische Panchakarma Kur gemacht hat weiß, wie gerne sie einem dort Bittergurken Curry servieren. Nur weil der Zuckerhut nicht so bekannt ist, darf er unter dem Radar weiter seiner Bitterkeit frönen. Die robusten und knackigen Blätter sind ein wunderbarer Wintersalat, eigenen sich aber auch ausgezeichnet als „Wickelgrundlage“ für allerlei Füllungen, die man dann im Ofen schmoren kann (ein Rezept dazu gibt es hier: japanische Zuckerhutrollen). An einem Stand auf dem Bauernmarkt bekomme ich ihn. Es heißt, dass er einst aus Italien zu uns gekommen ist und ich vermute, kurz nach den Alpen hat er schlappgemacht, weswegen er heutzutage hauptsächlich in Süddeutschland angebaut wird und nicht weiter verbreitet ist. Wenn er denn überhaupt angebaut wird. Ich nehme also einen der Köpfe, die zwar äußerlich ein wenig dem Spitzkohl ähneln, jedoch viel lockerer gewachsen sind und mit weicheren Blättern und winke in den Norden. Schaut mal alle her, was es hier Feines gibt!
Ich mag ihn gerne so zubereitet, wie ich auch Endiviensalat zubereite, also mit einem eher süßlichen Dressing in das gerne auch Speck und etwas Sahne wandern dürfen. Das ist ein schöner Kontrast zum Bitteren. Oder ich gönne ihm wie in diesem Fall eine Reise in tropische Gefilde und serviere ihn mit einer Kokosmilch-Limetten Sauce, wo auch noch Chili und ein bisschen Fisch Sauce für ein tolles Aroma sorgen. Denn, und das ist das Schöne an diesem Salat, er wird nicht so leicht matschig, wenn man ein cremiges Dressing darüber gießt. Wer also Glück hat und ihn auf dem Markt entdeckt – bitte zugreifen. Er ist knackig, enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und ist eben herrlich elegant bitter.

Zuckerhut mit Kokos-Limetten-Chili Dressing

Für Zwei

ein Kopf Zuckerhut (ca. 500 g)
1 Frühlingszwiebel, grünen und hellgrünen Teil in feine Röllchen geschnitten

4 EL Kokosmilch
Saft einer kleinen Limette (etwa 2 EL)
1 EL Zucker
1-2 TL gute Fisch Sauce
ein paar Tropfen geröstetes Sesamöl
1 knapper TL Sambal Oelek
2 EL Olivenöl

wer mag schneidet noch eine Peperoni in feine Ringe zum Drüberstreuen
geröstete Cashew oder Erdnüsse zum Drüberstreuen sind ebenfalls eine gute Sache

Wer es easy mag, gibt die Zutaten für das Dressing in ein kleines Glas mit Twist-Off Deckel (so eines zum Beispiel, was man von Marmelade oder vegetarischem Brotaufstrich aufgehoben hat) und schüttelt es kurz kräftig, so dass sich die Zutaten gut vermischen.
Den Zuckerhut waschen, abtropfen lassen und in Streifen schneiden. Mit dem Dressing vermengen und nach Belieben mit Frühlingswiebelröllchen, Peperoni und Cashews bestreuen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.