4. September 2022

Japanischer (Wafu) Nudelsalat

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Wafu“ – (和風) – steht für japanisch-artig, also nicht wirklich japanisch, sondern japanisch, wie es der Westen interpretiert. Da ist nix verwerfliches dran, dass es sich in der Regel nicht um Originalrezepte handelt, denn genau wie westliche Küche sich die eine oder andere Anleihe aus der japanischen Küche angeeignet hat, hat auch Japan etliche Gerichte aus dem Westen „japanisiert“. Salatdressing zum Beispiel. Salatdressing ist etwas, was man in Japan eigentlich nicht kannte, denn keiner wäre auf die Idee gekommen, rohes Gemüse oder Salatblätter mit Essig und Öl zu essen. Gemüse legt man ein und Salatblätter eignen sich gut, um was drin einzuwickeln. Ganz besonders untypisch ist eigentlich ein Nudelsalat. Und doch ist der großartig. Großartig, weil er samtige Nudeln mit Gemüse und einer umami-wuchtigen Sauce vereint.
Ich wäre vielleicht gar nicht unbedingt auf die Idee gekommen, den auszuprobieren aber vor kurzem war ich auf einer Veranstaltung, wo ein solcher Nudelsalat in kleinen Gläschen als Auftakt serviert wurde. Und weil der so toll war, habe ich mir auch gleich ein zweites Gläschen geschnappt. Und dann – ich geb’s ja zu – noch ein drittes. Ich stand irgendwie ganz versunken da rum, versunken in meinen Nudelsalat und versuchte Bissen für Bissen hinter sein Geheimnis zu kommen. Erst als ich den Eindruck hatte, ich hatte jede Zutat darin analysiert, konnte ich dem Geschehen um mich herum wieder folgen.
Auch noch einen Tag später war der Geschmack präsent. Ich musste ihn nur wieder zusammenbasteln. Das ist nicht so einfach, denn manchmal bestimmt nur eine klitzekleine Note Ingwer oder ein Zuviel an Soja Sauce, ob man vom Weg abgekommen ist und nochmal von vorn anfangen kann. Das ist dann so wie in der Sendung „Kitchen Impossible“, wo es auch darum geht, etwas nachzukochen, was man probiert hat. Wer sich viel mit Geschmack beschäftigt, hat es hier sicherlich leichter, ein Gewürz oder bestimmte Kräuter zu erschmecken. Parfumeure werden auch nicht geboren, sondern erlangen ihre Kunst der Duftkomposition nur, weil sie sehr viel trainieren. Ein gewisses Talent dafür ist jedoch immer von Vorteil.
Ich bin jedenfalls ganz nah an den Nudelsalat rangekommen. Vielleicht hätte ich ihn noch ein bisschen länger ziehen lassen sollen. Und vielleicht, gehe ich da nochmal hin und frage den Koch einfach nach dem Rezept. Aber vermutlich ist das zu einfach und irgendwie unsportlich.

Japanischer (Wafu) Nudelsalat

Für Zwei
200 g getrocknete Ramennudeln
2 Stangen Sellerie
1 Karotte
4 Shisoblätter
1 Frühlingszwiebel
2 TL weißer Sesam
1 TL Shichimi Togarashi (japanische Gewürzmischung)

Dressing
3 EL Mirin (japanischer Kochwein)
3 EL Shoyu (Soja Sauce)
2 EL Reisessig
3 EL neutrales Pflanzenöl
1 TL geriebener Ingwer
1 TL geriebene Zwiebel (den weißen Teil der Frühlingszwiebel)
1 TL Zucker
1 TL Chiliöl

Die Ramennudeln nach Packungsanweisung kochen und anschließend mit kaltem Wasser spülen.
Sellerie und Karotte mit dem Messer oder im Blitzhacker sehr fein hacken.
Das Grün der Frühlingszwiebel in feine Röllchen schneiden, die Shisoblätter in feine Streifen schneiden.
Das Gemüse mit den Nudeln und dem Shiso vermischen.
Das Dressing anrühren und dazugeben. Den Salat abgedeckt eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Nach Bedarf noch mit etwas Shoyu und Reisessig nachwürzen.
Mit Sesam, Frühlingszwiebeln und Shichimi Togarashi bestreuen.

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