11. September 2022

Tempeh Crumble mit Kokosreis

1 Kommentar

Mein allererstes Rezept auf diesem Blog war mit Tempeh. Orangen-glasierter Tempeh (bitteschön hier entlang, wer sich vor meinen anfänglichen Fotokünsten ein bisschen gruseln möchte). Vor nun fast zwölf Jahren hatte ich eine intensive Tempeh-Phase und da war es bei weitem in den Bioläden noch nicht so verbreitet wie heute. Anfangs habe ich mich sogar ein wenig davor gegruselt, weil es doch im Grunde ein Block mit fermentierten Sojabohnen ist, der irgendwie ein bisschen schimmlig aussieht. Schmecken tut Tempeh auch eher nach wenig, weil es ähnlich wie Tofu auf die Zubereitung ankommt. Ab einem gewissen Punkt fand ich dann Tofu viel spannender, es war wie eine Leinwand für mich und Tempeh hatte nur noch seltene Auftritte in meiner Küche. Mein kulinarischer Blick blieb in Japan hängen und dort spielt Tempeh eine eher untergeordnete, wenn nicht sogar eine nicht vorhandene Rolle. Doch jetzt war es mal wieder soweit. Ich hatte Lust drauf, denn in den letzten Jahren hat sich auf dem Tempeh-Markt viel getan. In allen möglichen Variationen lacht er mich aus dem Kühlregal meines Bioladens an. Einmal die Naturvariante bitte. Würzen kann ich ihn selbst.
Und das bringt mich unweigerlich zu einer meiner Geheimwaffen in der Küche, dem Chili Crunch Öl. Ich musste erst nach USA fliegen, um das zu entdecken. Jetzt ist es aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken. Es hat ebenso wie das geröstete Sesamöl und die Soja Sauce einen festen Platz im Vorratsregal. Und ja, dieses Öl ist ein bisschen scharf. Doch das wird abgemildert durch den in Kokosmilch gekochten Reis. Das, was das Öl scharf macht ist Capsaicin und wenn es mal auf der Zunge brennt, sollte man eher nicht zum Wasserglas greifen, denn das hilft in der Regel gar nichts, sondern eher zu was Fettigem (und da kommt der Kokosreis ins Spiel) oder wie in Indien etwas mit Joghurt. Capsaicin ist fettlöslich.

Tempeh Crumble mit Kokosreis

Für Zwei

150 ml ungesüßte Kokosmilch
½ TL Meersalz
120 g Basmati oder Jasminreis
1 kleine Gurke
2 EL Reisessig
200 g Tempeh
3 EL neutrales Pflanzenöl
2 kleine Schalotten, in feine Scheiben gehobelt
3 Zehen Knoblauch, in feinen Scheiben
3 EL Chili Crunch Öl (siehe Rezept hier oder aus dem Asialaden)
1 EL Tomatenmark
3 EL Soja Sauce
1 ½ EL geröstetes Sesamöl
2 EL geröstete Erdnüsse, grob gehackt

Minzblätter und/oder Thaibasilikum und frischer Koriander zum Bestreuen

Kokosmilch, 170 ml Wasser und Salz in einen Topf geben und den Reis hinzufügen. Einmal aufkochen lassen, einen Deckel aufsetzen und bei niedriger Temperatur etwa 14 – 16 Minuten sanft köcheln lassen. Vom Herd ziehen und nochmal 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend mit einer Gabel etwas auflockern.
Die Gurke in feine Scheiben hobeln und in einer kleinen Schüssel mit dem Essig und einer Prise Salz mischen. Ziehen lassen.
Das Tempeh in erbsengroße Stücke schneiden oder mit den Fingern zerkrümeln.
Das Öl in eine Pfanne geben und die Tempehkrümel zusammen mit den Schalotten und dem Knoblauch knusprig rösten. Etwa 10 Minuten.
Soja Sauce, Chili Crunch Öl, Tomatenmark und Sesamöl hinzufügen und unter Rühren noch eine Minute weiterbraten. Die Erdnüsse drüberstreuen.
Zusammen mit dem Reis und den marinierten Gurken auf Tellern verteilen und mit den frischen Kräutern bestreuen.

 

1 Kommentar

  1. Diese Chili Crunch Öl habe ich auch erst vor ein paar Jahren kennen gelernt – passt super zu frischem Koriander.

    Toll, dass Du Dich immer wieder an Tempeh wagst! Ich bin eher der Tofu-Typ, während ich Tempeh lieber unterwegs esse. Tofu und Seitan kann man einfach selber machen, aber Tempeh mit dem Fermentieren stelle ich mir schwer vor. Soll ja sehr gesund sein.

    Dein Rezept gefällt mir – ich fühle mich ein wenig nach Indonesien versetzt. Kulinarisch. Schön. 🙂

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