5. Februar 2018

feiner Stremellachs trifft auf japanisches Rührei, Edamame und Avocado
* enthält Werbung

An meinem ersten Morgen im Hotel auf Okinawa in Japan hatte ich die Wahl. Laufe ich links den Langnasen hinterher oder folge ich den Japanern nach rechts. Keine Frage, ich bog rechts ab, wo nur japanisches Frühstück serviert wurde. Mir war nicht nach Brot und Marmelade, sondern nach Fisch, Miso Suppe und Reis. Ich setze mich hin und strahlte die Bedienung erwartungsfroh an. Ob ich die klassische oder die für Okinawa typische Variante wolle, fragte sie mich. Die Entscheidung fiel mir einigermaßen leicht, denn ich wusste, dass ich genau zwei Nächte hier an der Nagagusuku Bay verbringen würde. Ich begann klassisch. Eine Schale mit Reis, eine Miso Suppe, kleine gebratene Fische, verschiedene eingelegte Gemüse und ein köstlicher Salat mit Algen. Angesichts der vielen kleinen Schüsseln und Schälchen, setzte ich mich unweigerlich ein wenig aufrechter hin. Ich wollte es zelebrieren. Und mich möglichst nicht bei der Benutzung der Stäbchen lächerlich machen, denn ich war die einzige Langnase im Frühstücksraum. Ich schlürfte sehr dezent meine Misosuppe und wechselte immer zwischen dem Reis, der in Japan eher ungewürzt daherkommt, und der Suppe. Dazwischen ein wenig Fisch und Gemüse. Genüsslich ließ ich eine Umeboshi Pflaume durch meinen Mund kugeln. Das sind kleine sehr salzige Pfläumchen, die unreif eingemacht werden. In diesem Moment traf ich die Entscheidung, dass komme was wolle, ich niemals solange ich in Japan sein würde, morgens etwas anderes, als ein japanisches Frühstück zu mir nehmen würde.

Zurück in Tokio, lernte  ich, dass man dies auch praktischerweise in einer einzigen Schüssel servieren kann. Auch hier bildet die Grundlage der gekochte Reis. Was den Belag angeht, so sind hier der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das köstliche gewürzte Rührei Tamagoyaki, roher oder geräucherter Fisch, eine Scheibe gebratenes Fleisch und immer mit eingelegten Gemüsen. Mal etwas schärfer, bunter, monochrom oder einfach nach Lust und Laune.

Die Idee dieser Frühstücksbowls habe ich mitgenommen in die Heimat und als ich im vergangenen März an die Müritz in die Friedrichs Feinfisch Manufaktur eingeladen wurde, wusste ich sofort, was ich mit dem herrlichen Stremellachs aus dem heißen Rauch machen würde (ein Bericht zu diesem Besuch gibt es hier). Dieser frisch geräucherte Fisch schmeckte mir so gut, dass mir klar war, dass dieser mein Frühstückslachs werden würde. Auf Reis, mit japanischem Rührei, gedünsteten Edamame und Avocado. Zugegeben, die Avocado ist nicht so ganz typisch japanisch, aber in dieser Kombination einfach perfekt.

Eben Oishii, was „lecker!“ auf Japanisch heißt.

Für Zwei

2 x 125 g heiß geräucherter Stremellachs (z.B. von Friedrichs)
1 Avocado
50 g Edamame (grüne Sojabohnen, TK)
1 TL schwarzer Sesam
asiatische Algen Kräcker oder feingeschnittene Nori Alge

schnell gepickelte Radieschen
6 Radieschen
2 EL Zucker
50 ml Reisessig
2 EL Wasser
ein Prise Salz

japanisches Rührei (Tamagoyaki)
1 Ei
1 TL gute Soja Sauce
1 TL Mirin
1 TL Zucker
½ TL Stärke
2 EL Milch
ein paar Tropfen Öl zum Braten

 
150 japanischer Rundkornreis
3 EL Mirin
1 TL Reisessig

2 Physalen

Zuerst die Radieschen ansetzen. Dafür die Radieschen waschen, das Grün abschneiden und halbieren. Den Essig in einem kleinen Topf mit dem Zucker, Salz und dem Wasser aufkochen lassen und über die Radieschen gießen. Mindestens eine halbe Stunde stehen lassen.

Den Reis so oft waschen, bis das Wasser klar ist und eine halbe Stunde im Wasser quellen lassen. Das Wasser abgießen. Wer jetzt einen Reiskoche hat, ist fein raus, denn hier muss man den Reis einfach nur mit etwas Wasser aufsetzen und kochen lassen. Wer keinen besitzt, nimmt einen Topf. Der Trick hierbei: Die gefrorene Edamame kann gleich in einem Dämpfeinsatz miterhitzt werden. Der Reis wird etwa 20 Minuten gekocht. Nach dem Kochen mit dem Mirin und dem Essig begießen und umrühren. Warmhalten.

Für das Tamagoyaki das Ei mit den anderen Zutaten sehr gut verkleppern. Das Öl in der Pfanne erhitzen und das Ei hineingießen. In Japan nimmt man hierfür eine viereckige Pfanne, eine Runde ist aber ebenfalls in Ordnung. Stocken lassen und langsam in der Pfanne aufrollen. Auf einen Teller legen und in Scheiben schneiden.

Die Avocado halbieren, entkernen und in Scheiben schneiden.

Anrichten:

Den Reis auf Schüsseln verteilen. Eine halbe Avocado auf einer Seite verteilen. Die Edamame mit einem EL an einer anderen Stelle anrichten, je eine Physalis und einige der eingelegten Radieschen daneben legen. Dazwischen die Eierscheiben anrichten. Zuletzt in die Mitte den Stremellachs (Zimmertemperatur) setzen, mit ein paar Algen belegen und mit schwarzem Sesam bestreuen.

Dazu wird grüner Sencha Tee getrunken.

 

*Hinweis: Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Friedrichs Feinfisch Manufaktur (im Artikel verlinkt). Dass dieser Lachs meine große Japanliebe nährt, ist mir mehr als willkommen.

2 Kommentare

  1. Wow! Da ist die perfekte Frühstücksbowl! Ich finde japanisches Frühstück ebenfalls einfach toll und würde japanisch auf jeden Fall, Marmelade und Brot, vorziehen 😉
    Vielen vielen Dank für die tolle Inspiration, ich kann es kaum erwarten die Bowl selbst mal zu probieren 😉
    Liebe Grüße, Anastasia

    Antworten
    • Liebe Anastasia,
      vielen Dank, ich bin auch ganz begeistert von dieser Kombination. Besonders das süße Rührei mit dem Lachs und dem gewürzten Reis.
      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten

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