2. September 2012

Französisch genießen – Pâté de foie de canard mit grünem Salat und Himbeervinaigrette

Rezepte, Rezeptart, mit Fleisch, Länderküche, Sommer, nach Saison, Salat und Vorspeisen, französisch | 1 Kommentar

Wir waren auf dem Weg nach Trouville. Mit dem Auto, damals Ende der Achtziger. Eine Freundin und ich. Paris war als Zwischenstopp geplant, was sich als fatal erweisen sollte, denn für unsere bescheidene Reisekasse hatte Paris einfach zu viele schicke Läden mit zu vielen schicken Klamotten. Ein Pulli von Sonja Rykiel musste sein und eine Stola von Chacock, ohne die ich sicherlich nicht hätte weiterleben können, wurde ebenfalls gekauft. Lange vor der Latte-Macchiato Zeit saßen wir Café au lait schlürfend in den Straßencafés, rauchten viel und genossen das Leben der Metropole. Obwohl die Reisekasse schon ein bedenkliches Schrumpfen aufwies, hielten wir am Plan unserer Reise fest und fuhren weiter nach Trouville. Dummerweise hatten wir in Zeiten vor Google und Konsorten (heute kaum noch vorstellbar) keine Recherchezeit darauf verschwendet, uns über die aktuellen Vorkommnisse vor Ort zu informieren. Es war Filmfest im Nebenort Deauville und somit kein einziges Zimmer zu einem einigermaßen bezahlbaren Preis zu bekommen.

Wir stellten das Auto ab, setzten uns auf die kleine Mauer am Strand, starrten ein wenig aufs Meer und hatten keinen Plan. Die Aussicht, im Auto zu übernachten war doch wenig verlockend. Und außerdem hatten wir Hunger. Großen Hunger. Und war da nicht dieses noble, kleine Restaurant gleich ein paar Straßen weiter? Nobles Interieur, noble Preise aber eine grandiose Speisekarte. Nichts weniger als das Fünf-Gänge Menü war es, wonach unsere Genusssucht verlangte. Wir waren uns dann schnell einig – die letzten Kröten würden wir hier verprassen! Wenn schon total abgebrannt, dann mit Stil. Formidable! Keine abgehobene Nouvelle Cuisine, sondern hervorragende bodenständige Küche. Einmal mehr liebten wir Frankreich in diesem Moment für die halben, kleinen Weinflaschen, denn eine ganze hätte bedeutet, kein Geld mehr für die Autobahnmaut zu haben. Und so beschlossen wir das Essen mit einem dreifachen Espresso und fuhren zurück. Die ganze Nacht durch. An der letzten Mautstelle ist uns dann doch das französische Geld ausgegangen und wir kramten nach den verblieben deutschen Münzen.

In meiner Erinnerung haben wir die ganze Fahrt lang über Essen geredet. Das hielt uns wach.

Diese Geschichte fiel mir wieder ein, als ich auf Aurélies Seite diesen französischen Blogevent entdeckte. Und weil mir auch heute noch die einfache französische Küche viel lieber ist, als zuviel Chi-Chi auf dem Teller, fiel die Entscheidung für etwas simples auch nicht schwer. Eine wunderbar duftende Paté auf getoastetem Brioche zusammen mit einem grünen Salat mit Himbeervinaigrette. Es ist Glück, ganz viel Genuss und noch mehr Erinnerung. Merci, Aurélie!

für Vier

100 g Butter

300 g Entenleber

1 Schalotte, fein gehackt

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

2 EL Portwein

1 EL Cognac

2 EL Sahne

1 TL frischer Thymian

1/4 TL Quatre Épices

Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette

2 Brioche

 

Die Entenleber in 30 g Butter etwa 2 – 3 Min anbraten (sie soll innen noch rosa sein) und zusammen mit der ganzen Flüssigkeit aus der Pfanne in einen Mixer geben. Weitere 30 g Butter in die Pfanne geben und die Schalotte und den Knoblauch unter Rühren glasig dünsten, aber nicht braun werden lassen. Die Sahne, den Thymian und das Quatre Épices zufügen. Den Portwein und den Cognac zufügen und einmal aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Die Mischung zu dem Fleisch in den Mixer geben. Den Rest den zimmerwarmen Butter ebenfalls und alles zu einer feinen Paste verarbeiten. Abschmecken und bei Bedarf noch einmal mit Salz, Piment’Espelette und ein paar Tropfen Portwein nachwürzen. Auskühlen lassen (am besten über Nacht im Kühlschrank)

Brioche in Scheiben schneiden, toasten und mit der Pâté bestreichen. Dazu grünen Salat mit einer Vinaigrette aus Himbeeressig, frischen Himbeeren, Salz, Zucker und Traubenkernöl. Bon Appetit!

1 Kommentar

  1. Hmmmm, lecker! Darauf hab ich jetzt mal so richtig Lust 😉

    Gruß Tom

    Antworten

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