18. März 2015

Winzige Nudeln, frische Mairübchen und der erste Spargel

1 Kommentar

 

Nüdelchen.  „chen“ – diese Verniedlichungen seien unnötig, meint ein Freund. Falsch. Erstens bin ich Badenerin und wir verniedlichen alles – also Tellerle, Süpple und Löffele – und zweitens sind Orzo Nudeln so groß wie ein Nagel meines kleinen Fingers, also passt das schon. Im Allgemeinen trifft man diese Nüdelchen in der griechischen Küche. In Italien heißen sie dann Fregola, sind etwas runder und noch relativ unbekannt hier. Also auch schwerer zu bekommen.

Diese niedlichen Nudeln sollen jetzt also in den Topf. Es ist ihrem geringen Volumen geschuldet, dass sie es gerade mal 7-8 Minuten im Salzwasser aushalten. Danach sind sie verkocht. Ihr großer Vorteil ist es, dass sie sich an so ziemlich alles anschmiegen, was sich zu ihnen auf den Teller gesellt. In diesem Fall Pilze, Mairübchen (ha!, noch ein „chen“) und der erste grüne Spargel. Rucola gibt es ja das ganze Jahr über.

Diese Kombination aus dem wirklich inspirierenden, neuen Kochbuch von Nigel Slater beschreibt für mich perfekt das Jetzt. Jetzt gibt es den ersten grünen Spargel (auch wenn er noch nicht aus hiesigem Boden kommt, aber dass möge man mir jetzt mal nachsehen denn die Lust darauf war einfach zu groß) und jetzt findet man überall auf dem Markt die schönen weißen Mairübchen. Sie sind das jahreszeitenmäßige Pendant zu den Herbstrüben. Die haben dann auch kein „chen“ weil im Herbst wohl alles eher groß und üppig ist, wohingegen der Frühling zart und stellvertretend für kleine Pflänzchen ist.

Das Gericht ist schnell gemacht und vielseitig zu variieren. Eigentlich darf hier alles Grüne, was sich so findet, mitmachen.

Das Original Rezept sieht nur Champignons, Mairübchen und Rucola vor. Auch von einem Schuss Sherry oder weißem Portwein steht nichts in dem Rezept, aber das ist wurscht, denn damit wird es noch ein kleines bisschen raffinierter.

Perfekte Wohlfühlküche und alles in allem fertig in etwa einer halben Stunde. Wer allerdings mit Hingabe und Inbrunst die Champignons bürstet – ich nehme hier ein Küchenkrepp und wische zweimal drüber – der möge noch einige Minuten dazu addieren.

Für Zwei

100 g Orzo Nudeln (griechische, reisförmige Nudeln)
1 mittelgroße Zwiebel
200 g Mairübchen
100 g braune Champignons
5 grüne Spargel
2 Handvoll Rucola
1 Schuss trockener Sherry
2 EL Butter
1 TL Olivenöl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Die Orzo Nudeln in reichlich Salzwasser 7 -8 Minuten kochen, abgießen das Olivenöl unterrühren und warmhalten. Die Zwiebel in feine ringe schneiden und in einer Pfanne in 1 EL Butter goldgelb dünsten. Herausnehmen und zur Seite stellen. Die Mairübchen waschen und achteln, die Champignons säubern und in Scheiben schneiden. Den Spargel im unteren Drittel schälen und dann in mundgerechte Stücke schneiden. In der restlichen Butter die Rüben, die Champignons und den Spargel anbraten. Die Temperatur zurück schalten.. Mit einem Schuss Sherry ablöschen und abgedeckt weiter dünsten. Das dauert etwa 6 Minuten. Mit den Nudeln mischen und den frischen Rucola unterrühren.

Mit den Zwiebeln garnieren.

Das Rezept stammt aus dem neuen Buch von Nigel Slater „Eat“, erschienen im DuMont Verlag (zur Rezension Klick!)

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1 Kommentar

  1. Was für eine tolle Kombination, Claudia! Mairübchen und Spargel, das merke ich mir. Und den Rest auch – nicht zuletzt diese kleinen Nüdelchen mag ich auch sehr. Lieben Gruß!

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