11. Januar 2015

Streetfood vom Food Truck  & ein grandioser selbstgemachter Japan Burger mit Ur-Möhren Pickle und Pfeffer Bier

Rezepte, mit Fleisch, Länderküche, nach Saison, Winter, japanisch | 6 Kommentare

hall of taste2Korean Burger with Carrot Pickle-1-3

Vor zwei Tagen sind sie wieder gekommen. Die Food Trucks. Die Schlangen am Eingang waren gigantisch. Schon sollten die ersten Leute wegen Überfüllung wieder nach Hause geschickt werden. Und das, obwohl alle sogar brav Eintritt bezahlen wollten. Eintritt um sich etwas zu essen zu kaufen. Zugegeben das klingt absurd.  Bei so manchem Truck wurde das Essen schon gegen 19:00 Uhr knapp. Die Anziehungskraft lässt sich allein mit Hunger nicht erklären. Warum also sollte man sich freiwillig in die Kälte stellen, nur für einen Burger oder einen Hotdog? Noch dazu wo der nächste Regen im Anmarsch ist…

Weil es Spaß macht. Weil es ein Lebensgefühl ausdrückt, das sich nur schwer beschreiben lässt. Ich stehe mit all den Hunderten in der Schlange vor den Wagen. Ich kann mir einreden, dass ich ja sonst nirgends ein Galette (bretonischer Buchweizenpfannkuchen) mit würziger türkischer Sucuk Wurst bekäme, lecker komponiert mit Saucen und Gemüse, oder dass es prima ist, so dicht mit allen anderen dies zu genießen. Auch auf die Gefahr hin, dass nicht nur ich mich bekleckere, sondern auch die anderen die Chance dazu haben. Und gleichzeitig will ich nur dahin, weil es so herrlich ist, all diese Menschen zu sehen, die nur aus dem einen einzigen Grund hergekommen sind – Essen. Weil es so ist, wie Alex Atala – der große brasilianische Koch – betonte, dass Essen das stärkste „social media“ von allen ist. Nichts verbindet mehr, als gemeinsame Lust auf ungewöhnliche Kompositionen. Es riecht nicht nur nach Grill, sondern auch ein bisschen nach Freiheit, Lebenslust und Aufbegehren. Sei es nun gegen eigenen Herd oder gegen die Restaurants, wo man am Wochenende ganz sicher reservieren muss. Ein schickes Craft Beer passt da auch gut dazu. Es ist auch ein wenig der Appell, sein eigenes Ding zu machen. Hip zu sein. Und all jenen, die jetzt gequält stöhnen, von wegen man müsse doch nicht jedem Trend hinterherlaufen, denen nicke das nächste Mal zu, wenn wir uns in der Schlange vor dem Pulled-Pork begegnen. Denn das macht man nicht einfach mal so zuhause. Um es richtig zu machen braucht man einen Smoker und noch mehr Zeit. Erst dann kann man das Schwein so zerzupfen und mit selbstgemacher BBQ Sauce veredeln. Die Food Trucks von heute grenzen sich klar ab von den Imbiss Buden. Man legt Wert auf Bioprodukte und bedient Unverträglichkeiten. „Authentisch sein“ steht auf der großen Fahne, die über allem weht. Das darf dann ruhig auch ein bisschen teurer sein. So lange es lecker ist, gehen da alle mit.

streetfood München-1-4

Am deutlichsten zeigte das die Wiederbelebung der Markthalle Neun in Berlin. Heute der Treffpunkt für Streetfood (zumindest am Donnerstag Abend). Aus allen Teilen der Welt pilgern sie dort hin. Wer Berlin besucht, muss dort gewesen sein. Dabei erinnere ich mich noch gut daran, wie es vor 10 Jahren um die  Markthalle stand. Da war gar nichts kultig. Das war zum Gruseln. Fast jeden Tag bin ich dran vorbei gelaufen, weil ich als Studentin nebenher in der Kneipe um die Ecke jobbte.

Dieses ganze Food-Truck Ding hat also mein Leben auch bereichert. Ich muss es nicht ständig haben, aber manchmal habe ich am Wochenende einfach Lust drauf. Wo ich früher dann vielleicht Fleischbällchen gedreht hätte, klopf ich heute nochmal mit der flachen Hand drauf und lege das gebratene Resultat in ein Brötchen. Oder stöbere in der mittlerweile durchaus ansehnlichen Anzahl an Kochbüchern zu diesem Thema. American Streetfood, Wintergrillen, vietnamesisches Streetfood, Mexikanisches – alles ist vertreten.

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Und in genau so einem habe ich die Idee zu diesem Burger gefunden. Dort sollte er eigentlich gar nicht ins Brötchen, und der Kürbis sollte in Spalten gegrillt werden, von Pickle keine Spur, aber ich bekam Lust, meinen ganz eigenen Wochenend-Burger zu kreieren.

Den darf ich dann auch glücklich auf der Couch essen und ein Pfeffer-Bier dazu trinken.

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Japan Burger mit Kürbis-Zwiebel Gemüse und einem Pickle aus Ur-Möhren und Radieschen

Für Zwei

400 g Rinderhack (aus der Schulter, ca. 20% Fettanteil)
2 dünne Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten
3 TL Soja Sauce (Tamari)
1 EL Mirin
1 EL geröstetes Sesamöl
1 TL gemahlener Ingwer
1 TL Palmzucker oder brauner Zucker
1 TL gehackter Knoblauch
½ TL Toragashi (japanisches Pfeffergewürz mit schwarzem Sesam, Chili und Mandarinenschale u.a.)
 

Kürbis Gemüse
1 sehr kleiner Hokkaido Kürbis
1 kleine rote Zwiebel, in feine Scheiben geschnitten
je eine Messerspitze Zimt, Kurkuma, Curry, Zucker und Salz
1 knapper TL neutrales Pflanzenöl
 

Möhren-Radieschen Pickle
4 dunkle Ur-Möhren
½ Bund Radieschen
1 EL Zucker
1 TL Salz
2 EL Reisessig
1 TL Sake
etwas frisch gemahlenen weißen Pfeffer
einige Blätter glatte Petersilie

2 Baguette Brötchen

Mit dem Pickle beginnen und die Möhren raspeln, die Radieschen in feine Scheiben scheiden. Salzen, zuckern und mit den übrigen Zutaten außer dem Pfeffer vermischen. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.

Für die Burger das Hackfleisch in einer Schüssel behutsam mit den Frühlingszwiebeln, Soja Sauce, Mirin, Sesamöl, Toragashi, Ingwer und Knoblauch mischen. Mit feuchten Händen daraus lockere ca. 2-3 cm hohe Patties formen. Das Fleisch darf dabei nicht zu fest gedrückt werden, sonst wird es hart.

Den Kürbis waschen, halbieren und die Kerne und Fasern in der Mitte mit einem Löffel entfernen. Mit einem Sparschäler das Fruchtfleisch an der Schale entlang in feine Streifen schneiden, die Schale kann dran bleiben. In einer Pfanne ein wenig Öl erhitzen und die Kürbisstreifen zusammen mit den Zwiebeln bei hoher Hitze anbraten. Mit den Gewürzen, Salz und Zucker bestreuen. Nach einer Minute aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

Die Baguette Brötchen aufschneiden und mit der Innenseite für 1 Minute in das restliche Öl vom Kürbis-Anbraten drücken. Herausnehmen.

Die Pfanne mit einem Küchenkrepp säubern und ein wenig Öl erhitzen. Die Burger von jeder Seite etwa 2 -3 Minuten anbraten.

Die Baguette Brötchen mit ein paar Petersilien Blättern belegen. Darauf das Fleisch legen und mit dem Kürbis-Zwiebel Gemüse belegen. Zuletzt das Möhren-Pickle pfeffern und etwas davon darauf geben und mit der Oberseite der Brötchen bedecken. Den Rest des Pickles separat reichen.

Dazu passt hervorragend das „Kampot White“ Pfeffer Bier.

Die Inspiration zu diesem Gericht habe ich aus dem Buch „Weber’s Wintergrillen“ vom GU Verlag.

 

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6 Kommentare

  1. Bier mit weißem Pfeffer, das ist mir bislang auch noch nicht unter gekommen – eine interessante Getränkeempfehlung gerade zur Asia-Küche. Dein Japan Burger sieht übrigens hammermäßig gut aus – einfach unwiderstehlich fotografiert.
    Viele Grüße!
    Kai

    Antworten
    • Vielen Dank, Kai. Leider ist dieses großartige Bier grad ausverkauft, aber die Hersteller haben mir folgendes mitgeteilt:
      „So wie es zur Zeit aussieht machen wir zu jeder unserer Pfeffersorten ein Bier (jeweils auch immer eine andere Biersorte, also Stout, Ale, Weizen…)“
      Das klingt vielversprechend.
      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten
  2. Liebe Claudia,
    der Film ‚Chef‘ macht ja so was von Laune auf die amerikanischen Foodtrucks. Danke nochmals für deine Empfehlung – ich habe ihn meiner Mam zu Weihnachten geschenkt.
    Der Burger sieht super lecker aus und werde ihn ganz bald nachkochen!

    ich wünsche dir noch ein schönes Restwochenende!
    Vicky | The Golden Bun

    Antworten
    • Liebe Vicky, ich kenne diesen Film und finde ihn großartig. Ich glaube, seitdem gehen mir Cubanos nicht mehr aus dem Kopf.
      Muss ihn mir mal wieder anschauen.
      liebe Grüße
      Claudia

      Antworten
  3. Liebe Claudia – dein Burger sieht einfach genial aus – und ich mag deinen Text über die (Berliner) Streetfoodszene sehr gerne 🙂
    Nun sitze ich mit grummelndem Bauch auf der Couch und beneide dich 😀

    Liebe Grüße!
    Liv

    Antworten
    • Liebe Liv – lieben Dank dafür. Das mit dem Bauchgrummeln ist zwar nicht ganz so schön (und ich hoffe, es hat sich was im Kühlschrank gefunden), aber ich freu mich, wenn es Appetit macht. Und übrigens – deine Pho sieht gigantisch gut aus.
      sei lieb gegrüßt,
      Claudia

      Antworten

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