24. August 2014

„Burger-Bliss“ – Adzuki Bohnen Burger mit rotem Spitzkohl-Tahini Slaw und Dattel-Walnuss Chutney

Rezepte, Vegetarisch, Crossover & Fusion, Frühling, Länderküche, Sommer, nach Saison, Herbst, Winter | 5 Kommentare

Adzuki Burger Slaw and Relish (1 von 1)

„Bliss“ heißt so viel wie Verzückung oder Glückseligkeit. Beispielsweise der Moment der Ektase, wenn wir in einen wirklich guten Burger beißen. Also einen herausragenden Burger, nichts, was man so gemeinhin in den Lokalitäten mit dem goldenen M bekommt. Die kriegen das mit dem Veggie-Burger ja sowieso nicht hin. Vor ein paar Jahren habe ich das mal versucht und schäme mich bis heute dafür.

Das klappt bei den vegetarischen Restaurants schon besser. Aber besser heißt noch lange nicht überragend. Der perfekte Veggie Burger ist ein Geschmacksinferno, das man immer wieder will. Nachdem man sich sehnt und das gerne auch als Seelentrost dient, wenn einem die lieben Freunde aus dem Urlaub Strandbilder schicken, während man selbst grad wieder wegen andauerndem Regen den Sonnenschirm eingepackt hat.

Und so fuhr ich gestern im Zustand völliger Ahnungslosigkeit auf dem Markt mit dem Wunsch, etwas Inspirierendes zu entdecken.  Hungrig nach Reizen, wanderte mein Blick über die Auslagen. Und wurde fündig. Der Scanner meldete ein unbekanntes Objekt in einem der hinteren Kästen. Gelbe Früchte, die anders als Mirabellen oder Mispeln an einer Rispe hingen. Sofort war die Neugier geweckt. Auf Nachfragen entpuppten sich die unbekannten Früchte als frische junge Datteln. Der Markthändler mit den coolen Rastalocken und dem Dreitages-Bart (eindeutig zu gutaussehend für die Grünwalder Klientel) grinste. Dies seien grad seine absoluten Lieblingsfrüchte. Man liebe sie oder nicht. Dazwischen gibt es nichts, sprach und zupfte eine der Früchte ab. Mit dem Messer schnitt er eine Scheibe davon ab und reichte sie mir. Sofort nach dem ersten Kauen hatte ich ein lustiges, leicht pelziges Gefühl im Mund. Leichte Säure aber dann doch wieder süß und irgendwie grün. Das Hirn meldete lecker.

Das könne ich mir gut als Chutney mit Walnüssen und einem leichten Hauch von Salbei vorstellen, meine ich. Er schaute mich mit großen Augen an (sehr schön) und strahlte. Das sei ja eine grandiose Idee (bin in dem Moment selbst entzückt von meinem Spontaneinfall). Und habe ab sofort einen Plan. Chutney passt zu Burger und Burger zu Cole Slaw. Und weil dies heute wohl ein annährend perfekter Tag ist, zumindest was das Einkaufserlebnis angeht, hat er auch noch jungen roten Spitzkohl für mich. Eigenanbau, biodynamisch, juhu! Zarter Spitzkohl gehört ohnehin zu meinen Lieblingen.

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Beim letzten Mal, als es Burger gab, habe ich die Buns dafür selbst gebacken. Dafür war ich dieses Mal zu faul. Zum Glück gibt es zwei Stände weiter die Marktfrau  mit dem guten Brot und den hellen flachen Dinkelbrötchen. Die sind perfekt dafür.

Das Cole Slaw sollte dieses Mal auch ohne Mayo auskommen, stattdessen sollte es eine Creme aus 10%igem Joghurt und Tahini sein. Der Burger entzückte – saftig, knusprig und eine Entdeckungsreise der verschiedenen Aromen. Glückselig.

Hinweis für die lieben Freunde: Ihr könnt mir jetzt wieder eure Strandbilder schicken. Aber nur heute, gell?

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Für Vier

Adzuki Burger
100 g Adzuki Bohnen, am Vorabend eingeweicht
8  – 10 getrocknete Tomaten, fein gewürfelt
1 EL rotes Miso
1 mittelgroße rote Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
4 – 5 EL Haferflocken
2 EL Semmelbrösel
1 EL getrocknete mediterrane Kräuter
½ TL Ras-El-Hanout
Salz
neutrales Pflanzenöl zum Braten

Dattel-Walnuss Chutney
10 Walnusshälften
10 frische junge Datteln
5 Blätter Salbei
1 Schuss weißen Portwein
1 TL Honig
2 EL Zucker
1 EL salzige Butter

Spitzkohl Slaw
1 kleiner roter Spitzkohl
½ Becker griechischen Joghurt
1 – 2 EL Tahini (Sesampaste)
2 EL Sonnenblumenöl
3 Tropfen geröstetes Sesamöl
Salz
etwas Milch oder Sojamilch, sollte die Creme zu zäh sein

4 möglichst flache Brötchen

Die Adzuki Bohnen in leichtem Salzwasser kochen, bis sie weich sind.
Die Haferflocken mit 75 ml heißem Wasser übergießen und quellen lassen.
Die Zwiebel und den Knoblauch fein schneiden und in 1 EL Öl in den Pfanne weichdünsten. Die getrockneten Tomaten fein würfeln.
Alles zusammen mit dem Semmelbröseln und den Kräutern in eine Schüssel geben und mit dem Pürierstab pürieren. Mit Salz und Ras-el-Hanout abschmecken.
Aus dem Püree Klöße formen, etwas platt drücken und in heißem Öl braten. Auf einem mit Küchenkrepp ausgelegten Teller im Ofen warm stellen.

Für das Chutney die Datteln entkernen und medium-fein hacken. Die Walnusshälften in einer Pfanne ohne Öl anrösten. Ebenfalls hacken. Den Boden der Pfanne mit Zucker bestreuen und karamellisieren lassen. Die Walnüsse und die Datteln dazu geben und kräftig umrühren, damit sich das Karamell gut verteilt. Mit weißem Port und 50 ml Wasser ablöschen. Weiter 5 Minuten köcheln lassen (wenn nötig, noch ein bisschen Wasser dazugeben. Die salzige Butter, den Honig und den Salbei dazugeben. Abfüllen.

Für den Spitzkohl Slaw die äußeren Blätter des Kohls entfernen und auf einer Mandoline bis zum Beginn des Strunks  in feine Streifen schneiden.
Den Joghurt mit dem Tahini mischen. Das geröstete Sesamöl und das Sonnenblumenöl dazu geben. Mit Salz abschmecken. Sollte die Mischung zu zäh sein, mit etwas Milch oder Sojamilch glatt rühren. Mit dem Spitzkohl mischen.

Anrichten:

Die Brötchen halbieren und toasten. Auf die untere Hälfte je einen großzügigen Esslöffel Spitzkohl Slaw geben und ein wenig verstreichen. Ein Burger Patti darauf setzen und darauf das Dattel-Walnuss Chutney verteilen. Dann die obere Hälfte darauf setzen. Servieren.

Servietten nicht vergessen!

 

 

5 Kommentare

  1. Aus irgendeinem Grund, häufen sich die Burgerrezepte in den letzten Monaten enorm. Versteh mich nicht falsch, das ist super! 🙂 Ich bin unendlich glücklich darüber, dass Burger nicht mehr Rindfleisch mit diesem quietschgelben Käse bedeutet und Brötchen die man in Würfelgröße zusammendrücken kann. Wenn es dann noch vegetarisch oder gar vegan ist – um so besser.

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  2. Mir geht es da wie dir, für mich gibt es nichts Besseres als in einen köstlichen Burger zu beißen. Ich hab vor einiger Zeit zum ersten Mal einen veganen Burger probiert. Anfangs war ich etwas skeptisch (so ohne Faschiertes etc., kann das doch nichts sein), aber der Burger hat einfach unglaublich geschmeckt! Seitdem bin ich immer auf der Suche nach fleischlosen Burger-Rezepten. Deines sieht wirklich lecker aus und mit dem Cole Slaw dazu (ein weiterer Favorit von mir) kann eigentlich nichts schief gehen 🙂

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    • Ich bin auch total begeistern von ihnen. Der nächste wird mit Linsen gemacht.

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  3. Die Dattel-Walnuss-Chutney hat es mir angetan; ich werde meine Augen offen halten beim nächsten Marktbesuch, damit ich dein Rezept ausprobieren kann.
    Vielen Dank für die tolle Inspiration!

    Liebe Grüße, Semiha

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    • Ich drücke die Daumen. Bisher sind sie mir nie aufgefallen.

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