11. Juni 2019

Nudeln mit Spitzkohl, Schnittlauchblüten und Zatar

Rezepte, Vegetarisch, Frühling, Rezeptart, Sommer, nach Saison, Pasta | 0 Kommentare

Spitzkohl eignet sich ganz hervorragend für eine leicht orientalische Version zu Nudeln. Die Zitrone macht es schön frisch.

Irgendwas ist ja bei meinen Rezepten immer dabei, was nicht jeder kennt, wobei ich fest der Meinung bin, dass jeder, der sich je mit dem israelisch-britischen Koch Yotam Ottolenghi beschäftigt hat, um das Gewürz Zatar, auch gerne Za’atar geschrieben, nicht drum herumkommt. Diese im ganzen Nahen Osten bekannte Gewürzmischung aus wildem Thymian, Salz und Sesam gehört zur DNA der orientalischen Küche. Sie passt eigentlich immer. Dort vermischt man sie auch gerne einfach nur mit Olivenöl und streicht es auf einen Fladen Brot.
Der Edelste aller Kohlsorten ist für mich der Spitzkohl, er ist mild, süßlich und sehr aromatisch. Ich esse ihn roh als Salat, mache daraus Kurkumakraut und gebe ihn gerne zu Geschmortem und heute zur Abwechslung mal in eine Nudelsauce. Und dabei sollen sich Spitzkohl und Zatar kennenlernen. Das habe ich vor meiner Reise nach Israel in der vergangenen Woche gemacht, quasi so als Einstimmung. Natürlich hätte ich mir auch Falafel machen können, aber es war weniger eine Lust auf Kichererbsen, als die Lust auf dieses besondere Gewürz. Und eigentlich wollte ich keine Woche warten dieses Rezept zu veröffentlichen, also bevor ich wieder aus Israel zurück sein würde, doch es ergab sich keine Gelegenheit, dies früher zu tun. Denn leider ist das mit dem flächendeckenden Wifi noch immer eine schöne Idee, aber leider eine komplette Fehlanzeige.
Ich habe natürlich das Wetter hier auch verfolgt und bin fest der Überzeugung – Nudeln hat man in der vergangenen Woche ohnehin eher weniger gebraucht. Der Sommer war endlich da. Und wie auch ich nicht unbedingt in Israel bei Temperaturen weit jenseits der 30° Marke von warmem Essen träumte – Salat war jedoch stets willkommen, da habe ich auch ein paar tolle Entdeckungen gemacht – ging es sicher den meisten hier ebenso. Passend zur Rückkehr fegte dann auch gleich mal ein ordentliches Gewitter über das Land, was so manchem Baum zum Verhängnis wurde. Doch jetzt ist es abgekühlt und somit geht auch wieder ein Teller Nudeln. Ganz besonders, wenn sie nach Zitrone und wildem Thymian schmecken.

Nudeln mit Spitzkohl, Schnittlauchblüten und Zatar

Für Zwei

ein kleiner Spitzkohl (etwa 250 – 300 g)
Salz
Zucker
250 g frische Tagliatelle
30 ml Noilly Prat (weißer Wermut)
½ Becher Schmand
1 – 2 EL Olivenöl
eine kleine Zwiebel
Saft und Abrieb einer unbehandelten Zitrone
1,5 TL Zatar
etwa 50 g Parmesan frisch gerieben
4 Schnittlauchblüten

Den Spitzkohl waschen und eventuell die äußeren Blätter entfernen. Halbieren, den Strunk herausschneiden und quer in sehr feine Streifen schneiden. Die Kohlstreifen in eine Schüssel geben, eine Prise Salz und Zucker darüberstreuen und mit den Händen beides etwas einmassieren. 20 Minuten ziehen lassen. Der Spitzkohl fällt dabei etwas zusammen und wird weich.
Die Zwiebel fein würfeln und im Olivenöl glasig dünsten.
Den Kohl probieren. Wem er zu salzig ist, der gibt ihn in ein Sieb und lässt kaltes Wasser darüberlaufen und lässt ihn danach abtropfen.
Den abgetropften Spitzkohl zu den Zwiebeln geben. Zuerst Noilly Prat dazugeben und verkochen lassen. Dann den Schmand einrühren, Zitronensaft, Zatar und etwas von dem Abrieb dazugeben.
Nach Bedarf mit Salz und Zucker abschmecken. Etwa 10 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen.
Wem es nicht flüssig genug ist, der gibt noch ein wenig vom Nudelwasser dazu (oder Schmand, schließlich hält der ja nicht ewig).
Zuletzt den geriebenen Käse unterrühren.
Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen, abtropfen lassen und unter die Spitzkohlsauce rühren. Auf Teller verteilen, mit den gezupften Schnittlauchblüten, Zitronenabrieb und nach Lust und Laune nochmal mit ein wenig Zatar bestreuen.

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