10. November 2019

Es gibt eines von dem ich mich ständig und dauerhaft ernähren könnte, und das ist Suppe. Ich mag sie am Morgen mit Miso, mittags gerne deftig und abends am liebsten samtig. Ich sitze auf dem Sofa, habe eine große Tasse Suppe in der Hand und mir fehlt nichts. In einer perfekten Welt zumindest. Sie ist deshalb nicht perfekt, weil ich oft nicht das im Haus habe, wonach mir im Moment so wäre. Oder weil es zu heiß ist (doch dafür wurde kalte Vichysoisse erfunden). Ich gestehe, dass ich in schwachen Momenten auch eine asiatische Tütensuppe aufbrühe. Danach fühle ich mich zwar immer ein bisschen schäbig, aber man sollte sich kleine Sünden auch mal verzeihen.
An Wochenenden kaufe ich mir oft ein Suppenhuhn oder Fleisch für eine Brühe, die ich dann portionieren und einfrieren kann. Oder ich mache Gemüsesuppe mit richtig viel Gemüse.
Als ich diese Woche in den Kühlschrank schaute, waren da noch Möhren, die kurz davorstanden, ihren Frische-Zenit zu überschreiten. Und zwei schon etwas lasche Frühlingszwiebeln, die jedoch mit etwas großzügigerem Schälen durchaus noch ihre Dienste leisten könnten. Doch auf die gute alte Karotten-Ingwer-Suppe hatte ich keine Lust. Zugegeben, die gute alte Möhre ist nicht die Wandlungsfähigste. Man stellt ihr entweder Kartoffeln, Ingwer, Orangen oder Kokosmilch an die Seite. Alles schon hundert Mal gekocht und gegessen. Natürlich wäre die Frage nach einer Miso-Karottensuppe naheliegend, doch es war das große Glas mit Tahini, nachdem ich schielte. Ich habe es in Jerusalem auf dem Markt gekauft, mit dem vertrauensvollen Hinweis eines Kundigen, dass dies die beste Sesampaste sei, die man bekommen könne. Warum also nicht die Karotten mit dieser Sesampaste vertraut machen? Kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen.
Und so wurde aus dem Moment heraus eine neue Lieblingssuppe geboren (vermutlich sind auch schon andere vor mir draufgekommen). Sie war herrlich cremig und genau das, was einem abends auf dem Sofa glücklich macht. Zur Feier des Tages streute ich noch etwas Yuzu-Sesam aus Japan darüber.

Karotten-Tahini Suppe

Für Zwei

600 g Karotten
500 ml Gemüsebrühe
2 EL Kokosöl
3 EL Tahini (Sesampaste aus dem Orientladen)
3 EL Schmand
1 TL Honig
Salz

Sesam und fein geschnittene Röllchen von der Frühlingszwiebel zum Dekorieren
Wer Lust hat streut noch etwas Furikake drüber (japanische Gewürzmischung mit Nori Alge) und gibt noch einen Spritzer Zitronensaft dazu.

Die Karotten schälen und in grobe Scheiben schneiden. In einem Topf das Kokosöl erhitzen und die Karotten darin ein bis zwei Minuten anbraten. Die Gemüsebrühe dazugeben und bei geschlossenem Deckel etwa 20 Minuten köcheln lassen.
Mit dem Pürierstab pürieren.
Den Schmand, Honig und das Tahini dazu geben, salzen und wieder pürieren. Nicht mehr kochen lassen.

Die Suppe auf Tassen verteilen und mit Sesam und Frühlingszwiebelröllchen bestreuen.

 

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Namensschwester, das ist eine tolle Kombi, die muss ich gleich notieren. Zumal ich immer aus Gründen Tahini zuhause habe. Das kann man ganz leicht selber machen, zahlt sich aus. Ganz leibe Grüße nach München, Claudia

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    • Das freut mich, liebe Brigitte!

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