20. Mai 2021

Gestern Abend konnte ich die Nachtigall hören. Sie saß in einem der Holunderbüsche um das Haus und fing an zu singen, als die Dämmerung einbrach. Das Haus, das steht in Italien in den Marken auf einem Hügel, von wo aus man den Apennin sehen kann. Um mich herum summen die Bienen in den Akazienbäumen, Kräuter wachsen überall und ich kann Stunden damit verbringen nur über die Ebene zu schauen. Wolken ziehen auf, Wolken ziehen dahin, die Sonne strahlt, es regnet. Es könnte wärmer sein, meinen die Einheimischen, aber mir ist das egal. So lange ich viel Grün um mich habe, bin ich zufrieden. Gut, ab und zu noch ein paar Nudeln und ein Glas Wein. Ich brauche keinen Trubel und bin genügsam. Ich genieße es einfach hier zu sein. Ab und zu fahre ich in den Supermarkt. Und dort habe ich gestern grüne Mandeln entdeckt. Ich erinnerte mich, dass ich vor kurzem auf dem Blog einer befreundeten Bloggerin ein Rezept dazu gelesen habe. Grüne Mandeln kann man einfach so knabbern. Sie sind keine Nüsse, sie sind Steinobst. Nur eben mit ziemlich wenig Fruchtfleisch. In diesem grünen Stadium sind die Kerne noch gallertartig. Ich kaufe sie und probiere gleich die erste. Sie schmeckt ein wenig sauer und ich muss an Oliven denken, die, wie ich finde, ohne Salzlake auch eher nach wenig schmecken. Ich will sie also einmachen und fahre wieder zum Supermarkt, um mir ein Einmachglas zu kaufen. Für 600 g Mandeln sollte ein 1L Glas ausreichend sein. Dazu kaufe ich noch Honigessig und unjodiertes Salz. Das mit dem jodierten Salz ist nicht gut beim Einmachen. Macht alles trüb. Die Kräuter dazu finde ich hier ums Haus. Ein paar Borretschblüten, Thymianblüten, Lorbeer, Rosmarin. Ich koche den Sud auf und gieße ihn über die Mandeln. Das ganze mache ich mehr oder weniger im Freiflug, denn ich habe weder Honig noch eine Zitrone, wie im Rezept, das ich gefunden hatte. Ich habe aber gelesen, dass man in der Türkei Essig dazu verwendet. Ich dosiere nach Gefühl und nach Geschmack. Das klappt schon. Ich habe genug Einmach-Lake in meinem Leben angesetzt, als dass mir das jetzt auch ohne Küchenwaage und Messbecher gelingen wird.

frische grüne Mandeln

die Kräuter dafür wachsen rund ums Haus

Abendstimmung mit Blick auf den Apennin

Eingelegte grüne Mandeln

Für ein 1 L Einmachglas

600 g grüne Mandeln
4 Lorbeerblätter
2 Zweige Rosmarin
1 TL Pfefferkörner
nach Belieben ein paar Chilis (hatte ich nicht)
500 ml Wasser
3 EL unjodiertes Salz
5 EL Zucker
150 ml Honigessig

Das Wasser mit dem Essig, Zucker und Salz aufkochen, bis sich alles aufgelöst hat. Den Sud abkühlen lassen. Währenddessen die Mandeln waschen und am Ansatz trimmen. In ein sauberes Einmachglas schichten. Die Kräuter immer wieder dazwischen legen. Die Pfefferkörner ebenfalls ins Glas geben und mit dem Sud übergießen, so dass alles bedeckt ist.
3 Tage bei Zimmertemperatur stehenlassen, dann in den Kühlschrank stellen.
Nach einer Woche kann man dann mal probieren.
Zum Einfach so essen oder als Beilage zu Gegrilltem. Oder einem Spritz, ganz italienisch eben.

5 Kommentare

  1. Vor Ort gekauft ist natürlich eine gewisse Steigerung :-)).

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    • Liebe Susanne,
      hätte ich die nicht bei dir entdeckt, wäre ich da nie drauf gekommen.

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  2. Hallo Claudia,
    danke für das bißchen Italien-Feeling am frühen Morgen. Nachtigall, grüne Natur, Ruhe – schön!
    Grüne Mandeln hatte ich auch mal wo gekauft und fand sie roh auch nicht so prickelnd… Danke für die Idee mit dem Einlegen.
    Liebe Grüße
    Barbara

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  3. Schöner Artikel, vielen Dank! Ich habe sie letztens beim Türken in Zürich entdeckt, aber noch nicht gekauft. Wollte auch noch was drüber schreiben. Muss ich dringend ausprobieren!

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    • Hallo Christian,
      vielen Dank. Bin schon gespannt auf deine Erfahrung damit.
      Herzliche Grüße
      Claudia

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