10. Juni 2013

Ein Dessert gegen Dämonen

Rezepte, Rezeptart, Sommer, nach Saison, Süsses | 8 Kommentare

VanilleRhubarbJuniper2

„Eichenlaub und Kranewitt – Dös mag der Teufl nit“.  Kranewitt ist einer der vielen Namen des Wacholders und ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, er könne böse Dämonen in die Flucht schlagen. Bei Wacholder denke ich zuerst an Gin und dann an Sauerkraut. Bei beidem ist er unerlässlich. Ab und an darf er auch einen Wildbraten mit seinem harzigen Aroma bereichern.

Dass der Wacholder auf fantastische Weise auch ein Dessert bereichern kann, war mir neu. Entdeckt habe ich es beim Sternekoch Joachim Kaiser, den ich vor kurzem beim Cooking Event in der Allianz Arena kennenlernen durfte. Karamellisierter Zucker, gehackter Wacholder, dazu quarkgefüllte Röllchen mit dem neuen Küchenliebling „Fillini-Maker“ und Rhabarber. So oder ähnlich wollte ich es auch. Homekitchen-tauglich bitte! Also nix mit Röllchen. Da genügt ein Sahnequark in dem sich ein paar Blüten und Limetten-Zesten tummeln. Dazu mein Lieblings-Rhabarberkompott mit Orangen und Kardamom. Das ist so unschlagbar, sensationell gut, dass ich es während der Rhabarberzeit immer in größeren Mengen einkoche. Zusammen mit dem Quark und dem Wacholder-Krokant ist das ein Aromenkick zum Abschluss jedes Menüs. Oder einfach so. Man braucht ja nicht immer gleich ein ganzes Menü. Glücklich sein kann so einfach sein. Das war’s dann wohl auch mit den Dämonen.

VanilleRhabarberWacholder

Rhabarberkompott mit Quark und Wacholder-Krokant

Für Zwei

250 g Sahnequark

1 EL abgeriebene Limettenschale (unbehandelt)

1 EL Reissirup

1 TL getrocknete Blüten (Hibiskus, Malve, Granatapfelblüten)

Rhabarberkompott nach Belieben (siehe hier)

5 EL Zucker

10-12 Wacholderbeeren, gehackt

VanilleRhabarberWacholderkrokant

Den Zucker in einer beschichteten Pfanne ausstreuen und karamellisieren lassen. Dabei sollte man unbedingt daneben stehen, denn wird der Zucker erst mal flüssig, geht es schnell mit dem Karamell. Sobald der flüssige Zucker sich bräunt und Blasen bildet, den Wacholder dazu geben. Auf einen mit Backpapier ausgelegten großen Teller gießen.

Den Quark mit dem Sirup glatt rühren und mit den Blüten und der Limettenschale abschmecken.

Zusammen mit dem Rhabarberkompott anrichten, den Krokant in kleine Stücke brechen und den Quark damit dekorieren.

 

8 Kommentare

  1. Tolle Idee für ein Dessert. Falls noch etwas übrig ist möchte ich auch meine Dämonen bekämpfen 😉

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  2. Herrliche Überschrift und herrliches Dessert! Was für eine geniale Idee, Wacholder zu karamellisieren – das wird unbedingt ausprobiert.

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  3. Wow, das liest sich ja fantastisch!

    Benutzt Du frische Wacholderbeeren oder getrocknete?

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    • Ich habe getrocknete verwendet. Die aber noch so weich, dass ich die mühelos mit dem Messer zerschneiden konnte. Wüsste ehrlich gesagt gar nicht, wo ich frische her bekäme…

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      • Bei Spaziergängen findet man manchmal welche, aber ich glaube, die gibt’s später im Jahr.

        Danke! 🙂

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  4. Jaaaa! Welch ein leckeres Dessert! Toll, die Idee mit Orange und Kardamom!

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  5. Klingt grandios. Steht schon auf der Nachmachliste… Danke für’s austüfteln und teilen!

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    • Aber gern doch! Bei „schnell“ und „effektvoll“ tüftle ich immer gerne.

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