7. November 2015

Das Dessert bitte zuerst –
das „Upside Down“ Menü mit Ruinart im The Charles

München, Wein & Spirits, auswärts essen & events | 2 Kommentare

Ich bin ein großer Fan von Küchenexperimenten. Da geht es um aufregende Kompositionen, die einem Normalsterblichen vermutlich nicht so ohne weiteres auf den Teller kämen. Wer jetzt an weiße Schokolade mit Blauschimmelkäse denkt, der denkt schon in die richtige Richtung. Aber ganz so wild wurde es dann doch nicht an jenem Abend vor zwei Wochen, wo ich in den privaten Dining Room ins Charles Hotel in München eingeladen wurde. Alles erstrahlte in hellem Weiß. Und alles war „Upside Down“. Verkehrte Welt? Genau. Wir beginnen mit dem Dessert, gefolgt von einem Cappuccino mit Strudel und dem Fischgang um mit einem Gemüsegarten zu enden.

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Zu lesen ist die Menüfolge ohnehin nur, wenn man sie vor den Spiegel in der Karte hält. Und so, da ist man dann wieder ganz klassisch, beginnt alles mit einem Glas Champagner und kleinen Häppchen. Küchenchef Michael Hüsken will uns mit etwas ganz besonderem überraschen. Wer nun denken mag, dass das mit so einer umgekehrten Menüfolge doch ziemlicher Unsinn ist, dem sei gesagt – es scheint nur so.
Natürlich lutschen wir keine zuckersüßen Petit Fours zu unserem Champagner, sondern feine Mini-Waffeln mit Tatar. Was aussieht wie ein köstlicher Pudding im Glas ist eine herzhafte Mousse.
Amélie Chatin, die Önologin des Hauses Ruinart ist an diesem Abend aus Reims angereist und sorgt für die passende Champagnerbegleitung zu diesem kühnen Menü.

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Eis|Mousse|Terrine und Crème Brulée – was aussieht wie eine entzückende Komposition diverser Dessertklassiker tut nur so als sei es eine süße Ovation. Eine knusprige Zuckerkruste auf der Crème Brulée ist tatsächlich das einzige, was hier süß ist. Da tummelt sich eine hinreißende Foie Gras neben einem köstlichen kleinen herzhaften Kuchen. Die feine Perlage des R de Ruinart und seine zitrischen Aromen von Südfrüchten harmonieren wunderbar. Wir bleiben bei dieser Flasche als es weiter zum Strudel mit Cappuccino geht. Wieder wird das Auge getäuscht, doch eigentlich ist spätestens jetzt klar, dass auch hier wieder alles ein wenig anders ist. Die vermeintliche Schokocreme entpuppt sich als ein Oxtail Stew zum dahinschmelzen. Echt jetzt, das kleine Strudelchen ist so schnell weg, dass ich beim letzten Bissen schon ein wenig wehmütig daran denke, dass der Gang schon vorbei ist. Ochsenschwanzragout, ich liebe Ochsenschwanzragout! Warum fragt mich keiner, ob ich nicht noch einen Strudel möchte.. wo ist der „Dessertwagen“ wenn man nach ihm lechzt?… Darauf ein Glas Champagner.
Zum Hauptgang mit Steinbutt, Pastinaken und Trüffeln holt Madame Chatin dann auch die Wuchtbrumme, den Dom Ruinart, aus dem Kühler, schließlich wollen die erdigen Aromen der Pastinake und der Trüffel ja auch ein bisschen gekitzelt werden. Andächtiges Schweigen und glückliche Gesichter.
Beim abschließenden wirklich „echten“ Dessert hat sich Hüsken noch eine ganz besondere Überraschung einfallen lassen. Der Gemüsegarten ist wirklich Gemüse. Und zwar so superfein gehobelt und getrocknet, dass die natürliche Süße des Sellerie und der Rübenwurzeln zum Vorschein kommt. Ein ganz erstaunliches Potpourri an vielschichtigen lieblichen Aromen. Und was passt da besser dazu, als ein Glas Rosé Champagner? Begeistert an diesem Abend haben mich ganz besonders diese Gemüse. Wäre es nicht so höllisch aufwendig diese herzustellen, ich würde täglich nach ihnen verlangen.
Aber so soll es sein. Ein bisschen Sehnsucht nach der nächsten Überraschung ist immer gut.

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Wer dieses außergewöhnliche Menü erleben möchte – drei Termine gibt es noch in diesem Jahr.
the Charles-1-2The Charles Hotel
Sophienstraße 28
80333 München
+49 89 544 555 1420
events.charles@roccofortehotels.com

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2 Kommentare

  1. Um dieses Erlebnis beneide ich dich sehr, vor allem, da das Charles mein Lieblingshotel in München ist. Erst kürzlich (Anfang Oktober) waren wir wieder dort. Der Spa-Bereich, insbesondere der traumhaft schöne Pool, ist ein Grund, immer wieder zu kommen.

    Antworten
    • Dann komm bald mal wieder! Und noch wichtiger – gib vorher Bescheid. 🙂
      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten

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