29. Januar 2012

Africa still on my mind – rosa Quinoa Tabouleh mit Koriander in gedämpften Kohlblättern mit Rote Bete Chutney

afrikanisch, Rezepte, Rezeptart, Länderküche, nach Saison, Winter, Salat und Vorspeisen | 1 Kommentar

Alles ist heil in Deutschland angekommen. Alle Gewürze, sämtliche Flaschen und auch die Olivengläschen haben den Transport überlebt. Und anstatt mich in glühender Hitze an einem eiskalten Roiboos Tee mit einem Schuss Weinweißwein festzuhalten, trinke ich wieder Tee – diesmal heiß – und starre auf eine verschneite Landschaft. Manchmal ist es schon ein wenig bizarr, wie schnell sich die Umgebung ändert, steigt man doch auf der einen Seite ins Flugzeug und Stunden später auf der anderen wieder aus. Ich hatte eine wunderbare Zeit am Kap und muss trotz allem feststellen, dass die Vorstellung von sogenanntem „fine dining“, also gehobene Küche, irgendwie auf der ganzen Welt gleich ist. Man nehme eine Prise Italien, halte sich an französische Garmethoden und würze dies vielleicht ein wenig unkonventionell, wenn überhaupt, und heraus kommt eine Küche, wie ich sie überall bekomme. Hübsch angerichtet auf dem Teller. Um Sushi zu essen, muss ich nicht um die halbe Welt fliegen. Doch das Ursprüngliche, das was vielleicht auf dem Teller optisch nicht soviel hermacht, das jedoch mit all den Gewürzen, die dieser Kontinent zu bieten hat gekocht wurde, das ist es, was mein Herz hat höher schlagen lassen. Noch immer spukt der kapmalayische Fisch in meinem Kopf rum.

Ich konnte es natürlich nicht lassen, mir auch in Südafrika die diversen Kochmagazine anzuschauen und war ganz besonders angetan vom TASTE Magazin. Tolle Photos und eine Fülle an Inspirationen. Dummerweise nicht unbedingt die Zutaten, die hier im Winter zu bekommen sind, ganz zu schweigen davon, dass ein Salat mit geeister Wassermelone nicht gerade das ist, was hierzulande bei diesem Minusgraden Herz und Magen erwärmt. Aber ein Rezept hat mich dennoch besonders inspiriert. Ein Salat aus Quinoa, die mit Rote Beete Saft eingefärbt wurde. Mit den entsprechenden Gewürzen, eingehüllt in sanft gedämpfte Jaromakohlblätter und mit einem Chutney aus roter Beete und Zwiebel als Begleiter, schien mir dies eine passende Kombination für ein leichtes Essen. Fett kommt kaum vor und das ist auch gut so. Urlaub hat immer so seine Nachwirkungen…

Für 2 Personen
Tabouleh
1 Tasse Quinoa
mehrere EL Rote Beete Saft
1 Bund Koriander
1/2 TL getrocknete Minze
1 EL Dukkah Mischung (eine Mischung aus Sesam, gerösteten Nüssen und Gewürzen, siehe Tipp)
Salz
 Rote Beete Chutney
3 Zwiebeln feingehackt
3 gekochte Rote Beete
2 EL Olivenöl
2 Zimtstangen
5 Nelken
getrocknete Himbeeren oder ersatzweise etwas Himbeeressig (dann aber etwas sparsamer mit dem Balsamico sein)
1 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Piment d’Espelette oder rotes Chillipulver
1 walnußgroßes Stück Ingwer, fein gehackt
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
1 EL Zucker oder 2 EL Apfeldicksaft

Die Quinoa in Salzwasser weich kochen und anschließend mit dem Rote Beete Saft einfärben. Den gehackten Koriander zusammen mit der Minze und der Dukkah untermischen. Ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Zwiebel in dem Olivenöl gut bräunen lassen, dann die Rote Beete, den Ingwer und die Gewürze hinzufügen. Die Himbeeren und den Balsamico zusammen mit dem Zucker dazugeben und etwa 5 min aufkochen lassen. Erkalten lassen und mit dem Piment d’Espelette, bzw. dem Chillipulver abschmecken. Wer es gerne etwas würziger mag, der kann noch etwas gemahlenen Zimt drüberstreuen.

Von dem großen Blättern des Kohls den Strunk entfernen und dämpfen. Er sollte jedoch nicht zu weich sein, denn das erleichtert das Aufrollen.

Die Quinoa Mischung in die Kohlblätter einrollen und mit etwas Chutney auf den Tellern anrichten.

Tipp:

Dukkah selber machen

1 EL Haselnüsse 1 EL Cashewkerne 1 TL Pinienkerne 1 TL Koriandersamen 1 TL Kreuzkümmel 1 EL Sesam 1 TL schwarzer Pfeffer 1 TL edelsüßes Paprika 1 TL grobes Meersalz. Alles im Mörser oder im Blitzhacker zerkleinern.

1 Kommentar

  1. Himmel – ich hasse Kochbücher und fertige Rezepte! Doch hier werde ich immer wieder reinschauen.
    Die Rezepte von Dir sind wahrscheinlich genauso köstlich und edel wie deine Art zu schreiben….
    Eine wirklich äußerst geschmackvolle Seite! Olaf

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere