5. Februar 2012

Letzte Nacht sank das Thermometer hier in München auf -16°. Bereits in der Nacht davor, nachdem ich eine Freundin in Kitzbühel besucht hatte, kratzte der Anzeiger an der -20° Marke. Zuviel. Eindeutig zu kalt. Eine eisige Hand aus dem hohen Norden hat uns am Wickel und ich fror am ganzen Körper. Selbst mit einer wärmende Decke wurden die Füße nicht mehr warm und Visionen von wärmendem Ingwer, heißer Suppe und anregenden Kräutern geisterten durch meinen Kopf. Auf dem Viktualienmarkt hatten aufgrund der eisigen Kälte fast die Hälfte aller Stände geschlossen, was ich wirklich sehr gut nachfühlen kann. Ich schlich eingepackt in Daunen, Schal und Mütze dahin und nur die ganz hartgesottenen hinter dicken Planen und mit kräftiger Unterstützung einiger Heizstrahler boten ihre Waren an. Ich war ihnen so dankbar. Mein liebster Kräuterstand trotzte der Kälte, es gab frischen Koriander, Dill und Petersilie. Und Ingwer. Genug Ingwer um auch die letzte kalte Ecke in meinem Körper wieder zu erwärmen. Dazu ordentlich rote Chillis, sozusagen als Wärmebooster, falls selbst dem Ingwer die Luft ausgehen sollte.

Das alles kam in den Topf, wurde gekocht und abgeschmeckt und dann, wie ein orangenes Licht durchflutete es mich von den Zehen her aufwärts.

Es braucht im Grunde genommen nicht viel, um sich von innen her aufzuwärmen (all jene, die jetzt an einen steifen Grog denken sei gesagt – das ist zwar ein probates Mittel, hält aber dummerweise nicht wirklich lange an).

 für 4 Personen

200 gr Möhren ( 1 kleine Möhre zusätzlich für die Garnitur)

200 gr Knollensellerie

200 gr Zwiebeln

1 Stange Lauch

3 Knoblauchzehen

3 Stängel Zitronengras

4 Kaffir Limonenblätter

3 Lorbeerblätter

3 walnussgroße Stücke Ingwer

je ein TL Piment, schwarze Pfefferkörner, Wacholderbeeren

3 Sternanis

200 ml trockenen Sherry

1 Chilli

frische Kräuter wie Koriander, Dill und Petersilie

Salz oder Sojasauce, Zitronensaft und Cayennepfeffer zum Abschmecken

Die Möhren, den Sellerie und die Zwiebeln in 1cm große Würfel schneiden, den Lauch in Ringe und zusammen mit den halbierten Knoblauchzehen in einen großen Topf geben. Die Zitronengrasstängel halbieren leicht mit dem Messerrücken platt drücken. Die Zitronenblätter, die halbierte Chilli, die Gewürze, den Ingwer und die Lorbeerblätter hinzufügen und zusammen mit dem Sherry und 2 Litern Wasser aufkochen lassen. Danach auf kleinerer Hitze zugedeckt eine halbe Stunde sanft köcheln lassen. Intensiver wird das Aroma, wenn man die Suppe erst auskühlen lässt und dann erneut erwärmt. Die Eiligen können sie jedoch sofort durch einen Sieb abseihen. Mit der Sojasauce und/oder dem Salz und dem Zitronensaft abschmecken (wer es schärfer braucht, der gibt noch etwas Cayennepfeffer dazu). Mit feingehackten frischen Kräutern und sehr feinen Möhrenstreifen bestreuen und ganz heiß servieren.

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