14. Mai 2017

Sinnieren über das Glück von cremigen Suppen und eine Spargelsuppe mit Kerbel-Öl und Wildem Spargel

Rezepte, Vegetarisch, Frühling, nach Saison | 2 Kommentare

Es gab eine kleine Spargelpause. Schuld daran war jedoch nicht eine mögliche Übersättigung (niemals), sondern eine Reise nach Norwegen. Dort wurden die Omega-3 Depots mithilfe von viel frischem Fisch aufgestockt (sehr viel frischer Fisch). Kaum zurück, nagt schon wieder die Lust nach Spargel in mir und nichts, wirklich nichts, empfinde ich befriedigender, als eine Schüssel mit cremiger Spargelsuppe. Die Kombination von Spargel, Weißwein und Sahne muss im Himmel erschaffen worden sein, so wohltuend legt sie sich über die Sinne. Meist fällt sie ja sowieso irgendwie quasi von alleine an, wenn man Spargel kocht. Schalen und Abschnitte liefern die allerbeste Voraussetzung für eine Suppe. Manchmal, wenn ich sehr puristisch unterwegs bin, schlürfe ich auch einfach nur den Spargelsud nach dem Kochen. Dann habe ich zuerst mit den Schalen eine Brühe gemacht und anschließend den Spargel darin gekocht. Zweimal werden aus dieser Brühe die allerköstlichsten Spargelaromen abgegeben. Neige ich jedoch nicht zum Purismus, sondern möchte in seliger Cremigkeit schwelgen, brauche ich Sahne und Weißwein. Und Mehlbutter. Die gute alte Mehlbutter.
Es ist dieser Hauch von frischer Säure, der diese Suppe so begehrenswert macht. Bekomme ich sie serviert, schiele ich schon immer nach dem Topf, in dem sich noch mehr befindet. Nach dem letzten Löffel macht sich eine Unruhe breit, das Verlangen nach mehr wächst. Vermutlich könnte ich ohne Probleme einen ganzen Liter Spargelsuppe essen. Den ganzen Tag lang könnte man mir ein Tässchen mit Spargelsuppe in die Hand drücken und ich würde selig immerzu daran nippen. Von allen Cremesuppen vermochte dieses Verlangen bisher nur noch die Champagnercremesuppe von dem mit zwei Michelinsternen gekrönten Koch Dieter Koschina auszulösen. Das ist zwei Jahre her. Die Erinnerung daran ist noch immer präsent in meinem Kopf.
Und weil ich gerade in Norwegen ebenfalls eine sehr entzückende Suppe mit grünem Lauchöl, viel saurer Sahne, Rahm und Essig gegessen habe, wollte ich das mit dem grünen Öl auch einmal ausprobieren, denn neben dem Effekt der leuchtenden Farbe, ist es auch der Geschmack, der einer klassischen Suppe einen neuen Twist gibt. Die Ungeduldigen unter uns lassen das einfach weg und geben sich ganz der Spargelsuppe hin.

Für Zwei
700 g weißer Spargel
80 ml Weißwein
1 TL Apfelessig
1 TL Soja Sauce
1 Becher Schmand
2 EL Mehl
2 EL Butter
Salz, Zucker

½ Bund Wilder Spargel
1 TL Butter
Salz

1 Bund Kerbel
4 EL Olivenöl

nach Bedarf noch ein Eigelb zum legieren der Suppe

Schnittlauchblüten für die Dekoration

Den Spargel schälen und die Enden abschneiden. Abschnitte und Schalen mit 1,2 L Wasser aufkochen. Eine Prise Salz und Zucker dazugeben und 20 Minuten köcheln lassen. Danach die Flüssigkeit in einen Topf abseihen. Schalen und Abschnitte wegwerfen.
Bis auf 4 Stangen, die klein gewürfelt werden, die Stangen ohne die Spargelköpfe (beiseitelegen zu den kleinen Spargelwürfeln) die Spargel grob in Stücke schneiden.
In der Spargelbrühe die Spargelstücke etwa 7 -8 Minuten garen. Im Mixer pürieren und zurück in den Topf geben. Weißwein und Schmand unterrühren.
Für die Mehlbutter die Butter schmelzen lassen und mit dem Mehl glatt rühren.
Die Mischung in die Suppe geben und weiter köcheln lassen.
Mit Soja Sauce und Apfelessig abschmecken. Nach Bedarf noch eine Prise Zucker dazu geben. Die restlichen Spargelwürfelchen und die Köpfe mit dazu geben und nochmal 5 Minuten sanft köcheln lassen.

In einer Pfanne einen TL Butter schmelzen und den wilden Spargel darin dünsten. Leicht salzen.

Für das Kerbel-Öl den Kerbel mit dem Öl sehr fein und mindestens eine Minute auf höchster Geschwindigkeit im Mixer pürieren und in ein feines Sieb geben. Mit einem Löffel das Öl durchstreichen.

Die Suppe auf Tellern verteilen, den Wilden Spargel dazugeben und mit dem Kerbel-Öl beträufeln.

Wer keinen Wilden Spargel bekommt – macht gar nichts. Schmeckt auch prima ohne. Und sollte auch der Kerbel schon durch sein – Schnittlauchöl ist eine fantastische Alternative.

2 Comments

  1. Sandra Wörle

    Hi, dem Bild nach zu urteilen haben wir am selben Stand wilden Spargel gekauft! Das Rezept hört sich verdächtig nach „das muss ich unbedingt nachkochen“ an! LG Sandra

    Antworten
    • Dinner um Acht

      Liebe Sandra, ja lustig. Normalerweise komme ich an dem Stand gar nicht immer vorbei aber diesmal hat mich dieser Spargel angelacht.
      Was hast du daraus gemacht?

      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten

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