20. September 2018

Warum wir alle mehr Pisco trinken sollten….

München, auswärts essen & events | 2 Kommentare

Peru Memories. Und 'ne neue schicke Bar in München. Und ein bisschen Werbung...

Meinen ersten Pisco sour hatte ich ganz stilecht in einer Bar im Barranco, dem Künstlerviertel von Lima. So eine schicke Bar in einem wunderschönen alten Haus mit großer Freitreppe. Ich setzte mich an einen der kleinen Tische und bestellte mir einen Pisco sour. Der Zeitpunkt, den National-Cocktail Perus zu probieren, schien mir passend. Und der Drink war es auch. Kaum hatten meine Lippen die schaumige Eiweißwolke berührt und ich von der süßen, aber nicht zu süßen, eher fruchtigen, aber nicht lieblichen Mischung probierte, wusste ich es. Ich hatte mich in Pisco verliebt. Großer „Love-Krater“ sozusagen.
Von da an probierte ich jeden Abend in einem anderen Lokal einen Pisco sour. Er war immer perfekt und trotzdem erkannte ich unterschiedliche Aromen.
Dann kaufte ich auch zwei Flaschen davon. Im Duty Free Shop, kurz bevor ich über Sao Paulo und London zurück nach Deutschland flog. Ich ließ ordentlich was springen, wollte nur den Besten. Nur um ihn mir in London wieder abnehmen zu lassen. Der sei nicht ordnungsgemäß eingeschweißt, meinte der Sicherheitsbeamte. Depp, dachte ich und war stocksauer. Im Kopf hatte ich mir schon alles so schön ausgemalt. Wie ich am nächsten Tag Limetten und Eier kaufen würde, um mich dann an meinem ersten selbstgemixten Pisco sour zu versuchen. Nur dumm, dass ich jetzt keinen Pisco mehr hatte.
Ab und zu bestellte ich mir mal noch einen in einer Bar, doch doch die waren irgendwie alle nicht so gut wie in Lima. Irgendwann hörte ich damit auf. Ein Barkeeper erklärte mir mal, dass es wie mit allem wäre, was nicht oft bestellt würde – es fehle an der Übung. In Peru kann man wohl so ziemlich jeden Nachts um drei aus dem Bett holen, die können es dort im Schlaf mixen. Ist einleuchtend. Trotzdem. Pisco sour wurde eine ferne Sehnsucht.

Lima Memories…

Tolle Küche und tolle Märkte in Lima

Und dann war da plötzlich diese Einladung zu einem Pisco Workshop. In der neu eröffneten Juliet Rose Bar. Einfach so, an einem Dienstagnachmittag. Ich hatte frei und sagte sofort zu. Eigentlich war der Workshop für Bartender vorgesehen, die Marke Barsol hatte dazu eingeladen, die kamen auch  zahlreich, doch ich durfte auch mit dabei sein. Und durfte endlich mehr über Pisco erfahren. Auch wenn es natürlich mein primärer Plan war, endlich mal wieder einen guten Pisco sour zu trinken.

Im Kalifornien der zwanziger Jahre wurde mehr Pisco als Tequila getrunken

Und das, ob wohl es zu Mexiko viel näher ist als zu Peru und Chile. Überhaupt war Pisco die erste Spirituose auf dem amerikanischen Kontinent. Die Trauben dafür kamen allerdings aus der alten Welt. Die Uva Negra Traube vorzugsweise. Für Pisco werden die Trauben fermentiert und destilliert. Woher allerdings der Name Pisco kommt, ist nicht ganz klar. In der Sprache der Inkas heißt Pisco einfach nur Vögel. Auf jeden Fall ist Pisco sortenrein. Was jedoch nicht heißt, dass für den „Acholado“ später die Destillate nicht gemischt werden, um einen besonderen Geschmack zu erzielen.

Besonders angetan war ich vom Pisco „Mosto verde Italia“. Hier springen einem die floralen Aromen schon im Glas entgegen. „Italia“ ist die Traubensorte und eigentlich ist der Mosto verde für den Pisco sour eher untypisch, denn hier wird die Fermentation unterbrochen und sofort destilliert. Will man einen Pisco sour machen, greift man zu „Italia“. Also ohne den Zusatz „Mosto verde“.

Timm Werner , Brand Ambassador Barsol Pisco mixt uns den Cocktail mit der Tigermilch

Und zu einer wirklich ausgezeichneten Ceviche haben wir verschiedene Cocktails mit Pisco ausprobiert. Pisco Punch, Pisco Martini… und in einer würzigen Variante mit der berühmten „Tigermilch“, der leche de tigre, jener Sauce, in welcher die Ceviche gegart wird.
Aber besonders glücklich war ich mit dem Pisco sour. Hab mir dann gleich eine Flasche vom Pisco bestellt. Gibt es jetzt öfters. Hab nämlich gelernt, dass ein guter Blender hier viel wichtiger ist, als ein Shaker, aber bitte, ich hab ja auch nie behauptet, dass ich eine Ahnung vom Mixen hätte.
Aber wie guter Pisco schmeckt, das weiß ich genau.

Für einen Pisco Sour braucht man:

60 ml Pisco
30 ml Limettensaft
20 ml Zuckersirup
½ Eiweiß
3 Spritzer Bitter (Angostura oder oder der peruanische Cocktailbitter Amargo Chuncho – wer mag nimmt was „Kühneres“ wie einen Creole Bitter)

Alle Zutaten bis auf die Bitters zusammen mit einer Handvoll Eiswürfel in einen Cocktailshaker geben und 20 bis 30 Sekunden lang shaken. Kräftig shaken. Das Eiweiß muss schaumig werden.
Anschließend abseihen und die Bitters auf die Schaumkrone geben.
Alternativ zum Shaker kann der Pisco sour auch im Blender zubereitet werden.

 

Hinweis (weil’s ja Werbung ist, aber nicht bezahlt): Ich danke Barsol und der Juliet Rose Bar für die Einladung. Eine tolle Bar und ein prima Pisco.

Juliet Rose Bar * Rosenheimer Str. 15, 81667 München * www.julietrosebar.com

2 Kommentare

  1. Super Bericht!
    Wer war denn der Barkeeper, der die tollen Drinks und die Ceviche gemacht hat!

    Antworten
    • Hi Martin,
      das war Timm Werner, Brand Ambassador von Barsol.

      Antworten

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