18. Januar 2020

Vegane „No-Meat“ Bällchen mit Orangen-Kurkuma Reis

Orangen, Rezepte, Vegetarisch, Rezeptart, nach Saison, Winter, Vegan | 2 Kommentare

Bei diesen knusprigen Bällchen wird keiner das Hackfleisch vermissen. Das Geheimnis? Kräutersaitlinge.

Hey, machst du einen „Veganuary“, fragt mich eine Freundin in der Mittagspause. Ich schaue ein wenig irritiert. Einen was? Na einen veganen Januar, klärt sie mich auf und erzählt mir von der weltweiten Aktion. Da war das erste Drittel vom Januar schon rum ums Eck. Nein, sage ich. Das habe ich auch nicht vor, aber aus irgendeinem Grund bin ich momentan scharf auf Gemüsegerichte.
Wenn mich also jemand fragt, ob ich vegan leben könnte, so wäre die Antwort ziemlich eindeutig. Vermutlich nicht. Ich weine beinahe, wenn ich zu meiner wunderbaren Brezel vom Biobäcker keine Butter bekomme. Ich bin so was von verrückt nach geschmolzenem Käse, dass es mir nicht im Traum einfallen würde, darauf zu verzichten. Und auf den Rehrücken an Weihnachten verzichten? Undenkbar. Was ich will, ist Geschmack. Dass das ganz wunderbar auch ohne tierische Produkte funktioniert ist mir klar, doch gemäß meinem Leitsatz „alles in Maßen“, unterwerfe ich mich keinem generellen Verzicht. Aber die Idee mit dem veganen Januar finde ich trotzdem charmant. Deshalb wurde ich auch hellhörig, als mir in meinem Biomarkt vor einiger Zeit ein freundlicher Herr ein gebratenes Würstchen anbot, das aus Kräutersaitlingen gemacht war (bleibt mir weg mit Tofu-Würstchen). Ich probierte und war angenehm überrascht. Dem Würstchen fehlte es geschmacklich an nichts. Somit war die Idee mit den Kräutersaitlingen geboren. Warum also die Dinger nicht bis zur Unkenntlichkeit schreddern und Hackbällchen daraus machen? Auf meinem Wochenmarkt gibt es immer Kräutersaitlinge.
Ich startete einen ersten Testlauf und war begeistert. Das Mundgefühl stimmte und umamimäßig lagen diese Bällchen ganz weit vorn.
Damit ein vollwertiges Essen daraus würde, fehlte es nur noch an der Beilage. Und da kommt der Kurkuma-Orangenreis ins Spiel. Da es zu dieser Jahreszeit sowieso nie genug frischen Ingwer und Kurkuma geben kann, musste das mit der fruchtigen Note noch mit der Orange verdeutlicht werden. Also (veganer) Januar, wir haben noch ein paar Tage vor uns! Ideen dazu gibt es genug.

„No-Meat“ Bällchen mit Orangen-Kurkuma Reis

Für Zwei

Für die Bällchen
250 g Kräutersaitlinge
60 g Vollkornreisflocken
2 EL Semmelbrösel
1 kleine gelbe Zwiebel
1 TL Olivenöl
4 Zehen Knoblauch
1 EL Shoyu (Soja Sauce)
1 EL getrocknete italienische Kräuter
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
neutrales Pflanzenöl zum Braten der Bällchen

Orangen-Kurkuma Reis
140 g (Bio) Wildreismischung
0,5 L Gemüsebrühe
1 Zwiebel
1 TL Olivenöl
1 Stück Kurkuma (so lang wie der kleine Finger)
1 walnussgroßes Stück Ingwer
Abrieb einer unbehandelten Orange
2 Kumquats
1 TL Ras-el-Hanout (orientalische Gewürzmischung)
Meersalz

2 Stängel Petersilie
3 Stängel Koriander
einige Dillspitzen
eine Handvoll Portulak oder Babyspinat
1 EL gehackte, ohne Fett geröstete Haselnüsse

dazu nach Belieben etwas veganes Kokos-Joghurt

Die Reisflocken mit 2 EL heißem Wasser begießen und quellen lassen.
Ingwer schälen und reiben, Kurkuma ebenfalls schälen (unbedingt Handschuhe anziehen!) und in feine Scheiben hobeln. Die Kumquats in feine Scheiben schneiden, die Kerne dabei entfernen.
Die Zwiebel für den Reis fein hacken und in Olivenöl andünsten. Den Reis dazugeben und etwa eine Minute mitdünsten. Kurkuma, Ingwer, Ras-el-Hanout und Orangenabrieb dazugeben und mit der Gemüsebrühe begießen. Bei geschlossenem Deckel etwa 30 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar ist.
In der Zwischenzeit die Kräutersaitlinge in grobe Stücke schneiden und im Blitzhacker fein häckseln.
In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die feingehäckselten Kräutersaitlinge darin andünsten. Shoyu und italienische Kräuter dazugeben. Die Mischung etwa 4 Minuten unter Rühren anbraten. Semmelbrösel dazugeben.
Pfeffern und nach Bedarf noch eine Prise Meersalz hinzufügen.
Etwas abkühlen lassen und mit den Reisflocken vermischen. Die Bällchen daraus formen.
In der Pfanne so viel Pflanzenöl erhitzen, dass der Boden gut bedeckt ist. Die Bällchen darin von allen Seiten knusprig braten und auf einem mit Küchenkrepp ausgelegten Teller warmhalten.
Die Kräuter hacken.
Den fertigen Reis mit der Hälfte der Kräuter und den Kumquatscheiben mischen.
Auf Teller verteilen, die Bällchen daraufsetzen und mit Haselnüssen und den restlichen Kräutern bestreuen. Portulak oder Babyspinat dazugeben und nach Lust und Laune noch einen Klecks Kokos-Joghurt dazugeben.

2 Kommentare

  1. OMG das hört sich gut an und die fleischlosen Bällchen werde ich definitiv ausprobieren!Vielen Dank für diese tolle Idee!

    Antworten
    • Hallo Daniela,
      das freut mich. Viel Spaß beim Nachkochen.
      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten

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