21. März 2020

Thailands Lieblingsgericht und gut gegen Fernweh – „Sticky Rice Mango“

Rezepte, Vegetarisch, Rezeptart, Länderküche, Süsses, Snacks, asiatisch | 0 Kommentare

Salzig-süße Kokosmilch trifft auf Klebreis und Mango. Ein einfaches Gericht, das nach Urlaub schmeckt.

Wir können derzeit nicht reisen. Genaugenommen können wir nirgendwo hin, außer in den nächsten Supermarkt, zum Arzt oder auf einen einsamen Spaziergang in den Wald. Es ist surreal. Wir spüren nicht, was da draußen lauert, wir sehen es nicht. Wir bleiben daheim und das ist auch das Richtige. Wir müssen auf jene Rücksicht nehmen, die gefährdet sind. Hier in München gibt es seit zwei Wochen kaum noch Mehl und wenn ich in meinem Bioladen nach Frisch- oder Trockenhefe frage, dann ernte ich ein Schulterzucken (ich wette, in zwei Wochen ist das ein irres Lachen). Hallo ihr Bäcker und Pastamacher da draußen! Macht das Beste daraus.
Öfter als sonst verfolge ich die Nachrichten und die geben keinen Anlass zur Freude. Darum träumt heute ein wenig mit mir. Träumt euch mit mir an einen sonnigen Strand, an türkisblaues Wasser. Grabt die Zehen in den Sand und lasst euch auf ein wenig Urlaub auf der Zunge ein. Klebreis mit Mango und Kokosmilch ist ein Sehnsuchtsgericht. Eines, wofür es eigentlich überhaupt kein Rezept braucht, vielleicht ein paar Tipps. Der Genuss, wenn die frisch-säuerliche Mango mit der salzig-süßen Kokosmilch im Mund verschmilzt, dazu die Süße des klebrigen Reises – das ist ein klitzekleines bisschen wie Urlaub. Es ist ziemlich genau vier Wochen her, da saß ich in diesem kleinen Café an der Straße, die auf der Insel Ko Kut im Süden Thailands nur „Unnamed Road“ heißt. Sie führt vom Süden in den Norden. Ich hatte mir einen Roller gemietet und hab jedes Mal Herzklopf bekommen, wenn ich den steilen Berg am südlichen Ende hoch und wieder runtergefahren bin. Einen steilen Abhang hinunter zu fahren ist ein bisschen gruselig und abends habe ich das aufgrund der fehlenden Straßenbeleuchtung auch gelassen. Aber Dank des Rollers, konnte ich die kleine Insel erkunden und habe so das Café gefunden, wo ich zum ersten Mal „sticky Rice Mango“ bestellte. Ich war fast zwanzig Jahre nicht in Thailand gewesen, wo man vermutlich in der Zwischenzeit beschlossen hatte, dass dies das heimliche Nationalgericht der Touristen ist. Es ging komplett an mir vorbei, weil ich immer dachte, dass ich keinen Kokosmilchreis brauche. Aber was ich nicht wusste war, dass die Kokosmilch nicht nur süß, sondern eben auch salzig ist. Das macht den entscheidenden Unterschied. Genau diese Prise Salz, lässt das Ganze erst zu einem wundervollen Erlebnis werden. Jeden zweiten Tag bin ich in dieses Café gefahren. Habe mich hingesetzt, meine Mango mit Klebreis gegessen und einfach nur den Menschen, die vorbeigelaufen oder gefahren sind zugeschaut. Da wurden Hühner und alles Mögliche auf Rollern transportiert, manchmal saßen sie sogar zu dritt drauf. Ich erinnere mich an den Geruch von frisch gegrilltem Mais und Hühnchen, der von nebenan rüber wehte, an die russischen Touristen am Nebentisch, die mittags eine Flasche Whisky platt machten und an die Briefeschreiberin am anderen Tisch, deren Blick in der Ferne immer die Wörter suchte. Immer wenn der Teller leer war, freute ich mich schon auf den Nächsten am kommenden oder übernächsten Tag. Und wenn die Sonne nicht mehr hoch am Himmel stand, fuhr ich ans Meer zum Schwimmen. Ich wollte immer im Wasser sein, wenn die Sonne untergeht. Dann war der Tag perfekt. Wie ein reife Mango.

hier gibt es Benzin für den Roller, Bananen und auch Mangos

die obere Mango ist aus dem Asialaden (besser), die untere aus dem Bioladen

Mango mit Klebreis und Kokosmilch

Für Zwei

2 Mangos, idealerweise thailändische Flug-Mangos aus dem Asialaden
100 g weißer Klebreis (oder schwarzen, so wird es in Laos gegessen)
200 ml Kokosmilch
½ TL Meersalz
2 EL Zucker
2 TL weißer Sesam (ohne Fett in der Pfanne geröstet)

Den Klebreis waschen, dabei mehrmals das Wasser wechseln, bis es klar ist. In Thailand weicht man den Klebreis gerne über Nacht ein, was die Kochzeit verkürzt. Kann man machen. Muss man nicht. Ich nehme hier auch gerne den Reiskocher anstelle des Bambus-Dämpfkörbchens.
Den gegarten Reis (egal ob Topf, Reiskocher oder im Bambuskörbchen gedämpft) warmhalten.
Die Mangos schälen und längs entlang der Mitte am Kern entlangschneiden. In mundgerechte Stücke teilen.
Die Kokosmilch mit Salz und Zucker kurz aufkochen lassen, in kleine Schüsseln verteilen und zusammen mit Reis und Mango auf Tellern anrichten. Mit Sesam bestreuen.

Mehr zu Ko Kut gibt es dann im nächsten Bericht.

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