14. April 2019

Es gibt keinen Grund mehr, den Lieferdienst zu bemühen. Diese Asianudeln sind um Längen besser.

Es gibt Tage, da brauchen wir einfach Nudeln. Und es gibt Tage, da brauchen wir asiatische Nudeln. Schärfe, Würze und viel Umami für Tage, wo wir schon wieder ins Grübeln kommen, ob das mit dem Frühling jetzt eigentlich wirklich ernst gemeint war, weil es einen so fröstelt. Nie weiß man genau, ob man jetzt auch wirklich die richtige Jacke angezogen hat, oder ob nicht doch die Winterjacke die bessere Wahl gewesen wäre. An so einem Tag will ich Nudeln. Und vor allem, weil sie schnell gehen.
Die schwarze fermentierte Bohnenpaste habe ich schon vor einiger Zeit im Asialaden entdeckt. Soja Bohnen, die mithilfe eines Schimmelpilzes fermentiert wurden, was erstmal ziemlich nach Miso klingt und richtig, da ist sie nicht weit davon entfernt. Allerdings ist in dieser Sauce auch noch Öl, ein bisschen Chili, Knoblauch und Zucker. Jedenfalls bringt sie jede Menge Geschmack diese Sauce. Und weil dann auch trotzdem noch frischer Ingwer und Knoblauch und vor allem der würzige Shao Xin Wein, den man problemlos durch trockenen Sherry ersetzen kann dazu kommen, ist diese Sauce perfekt für schnelle Asia Nudeln. Es gibt also keinen Grund mehr, den Lieferdienst zu bemühen. Das hier ist um Längen besser!
Ich gäbe alles dafür, dazu die frischen Nudeln aus einem kleinen Markt in Shanghai dazu zu essen. Sie wurden direkt vor meinen Augen hergestellt und zwar nicht mit dieser besonderen Schlagtechnik, wo der Nudelteig in immer dünnere Stränge geteilt wird, sondern mit einer Nudelmaschine, die ein bisschen wie unsere italienischen Nudelmaschinen zuhause aussieht, jedoch um einiges größer. Die langen Nudelstränge werden nur kurz getrocknet und anschließend sofort verkauft. Ich hätte gerne diese frischen Nudeln gekauft, was aber angesichts der Tatsache, dass ich noch eine Woche bis zu meiner Rückkehr vor mir hatte, wenig Sinn gemacht hätte.
Was ich aber als Alternative mag, sind die Udon Nudeln aus dem Biomarkt, denn sie müssen einfach etwas dicker sein. Wegen dem wohligen Gefühl, dass sie uns geben. Den ganz besonderen Kick erhält dieses Gericht durch den Sichuan Pfeffer (oder Szechuanpfeffer), jenem Pfeffer, der eigentlich gar keiner ist, sondern eher mit den Zitronen verwandt ist. Er prickelt ein wenig auf der Zunge.

Frische Nudeln auf einem Markt in Shanghai

und die Nudelmaschine, die sie herstellt

ganz wichtig für dieses Gericht – schwarze, fermentierte Bohnenpaste

Für Zwei

200 g Udon Nudeln (getrocknet aus dem Bio Markt)
2 EL neutrales Pflanzenöl
150 g Hackfleisch
4 Frühlingszwiebeln (plus das Grün einer weiteren zum Bestreuen)
1 walnussgroßes Stück Ingwer
2 Zehen Knoblauch
50 ml Shao Xin Wein (alternativ trockener Sherry)
2 EL schwarze, fermentierte Bohnenpaste
1 EL Sambal Olek (oder Tomatenmark für alle, die es nicht so scharf mögen, wer etwas mehr rote Farbe drin haben möchte, tut es trotzdem dazu)
150 ml Hühnerbrühe
1 EL geröstetes Sesamöl
3 EL Soja Sauce
1 TL Sichuan Pfeffer, fein gemörstert
Meersalz
2 EL gerösteter, weißer Sesam

Knoblauch und Ingwer schälen und sehr fein würfeln.
Die Frühlingszwiebeln waschen, den weißen Teil von einer Frühlingszwiebel in feine Röllchen schneiden, ansonsten den hellgrünen und grünen Teil von allen vier Frühlingszwiebeln in etwa 1 cm lange Stücke schneiden.
In einer Pfanne das Öl erhitzen und das Hackfleisch darin anbraten. Ingwer, Knoblauch und Frühlingszwiebeln dazugeben. Mit Shao Xin Wein ablöschen. Umrühren und weiter anbraten. Die Bohnenpaste und Sambal Olek und/oder Tomatenmark dazugeben. Bei mittlerer Hitze weiterbraten. Sobald die meiste Flüssigkeit verdampft ist, die Hühnerbrühe, Soja Sauce und das Sesamöl dazugeben.

Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen und unter kaltem Wasser abschrecken.

Die Nudeln unter die Fleischsauce mischen und nach Bedarf mit Salz oder Soja Sauce abschmecken.
Auf Tellern verteilen und mit etwas fein geschnittenem Grün der letzten Frühlingszwiebel und den Sesamkörnern bestreuen.

Dazu passt Bier wunderbar.

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