1. Juli 2018

So viel Sommer in einem Curry!

Rezepte, Vegetarisch, Rezeptart, Länderküche, asiatisch | 0 Kommentare

In der letzten Woche haben wir hier im Süden alle ein bisschen neidisch in den Norden des Landes geschielt. Dort wo es nicht regnete und wo man keinen warmen Pulli brauchte. Mir kam das mit dem nicht so tollen Wetter ja gelegen, ich musste mir ja eine Erkältung einfangen, so eine richtig heftige mit Totalausfall des Geschmack und Geruchssinns. Es ist ein eigenartiges Gefühl, plötzlich nichts mehr schmecken und riechen zu können, jegliches Essen ist mit einem Schlag plötzlich egal. Keine Lust auf irgendwas. Interessanterweise ist Salz das Einzige, was man mit der Zunge fühlen kann. Warum? Gute Frage. Die Zunge erschien mir weicher, was vermutlich daran lag, dass man es auch spüren kann, wie Salz Wasser bindet.
Nichts riechen und schmecken zu können, ist ein unheimliches Gefühl, Ängste machen sich breit, ob er denn je wieder zurückkommen würde, der Geschmack, der Geruch. Bei jedem Bissen lag ich auf der Lauer, ist da etwas, woran ich erkennen könnte, was ich gerade im Mund habe? Da war nichts. Rein gar nichts.
Ganze zwei Tage dauerte dieser Zustand. Dann waren es die Birne und der Rhabarber, die sich als erstes bemerkbar machten. Ganz zaghaft sandten sie ihre Aromen an die Nerven und endlich bekamen sie ein Echo. Zögernd meldeten die Nerven, dass sie jetzt wieder bereit wären, ihre Arbeit als Geschmacksanalysten aufzunehmen, noch nicht in vollem Umfang, aber immerhin. Kräftige Röstaromen waren die nächsten, die sich bemerkbar machten.
Infolge dieser misslichen Umstände, war Kochen in der vergangenen Woche keine Option. Und umso größer war am Samstag die Lust, auf den Bauernmarkt zu fahren. Ich wollte ein ganzes Inferno an Geschmack und Aromen. Frische Kräuter, Erbsen, Bohnen, Zucchini sogar auf Brokkoli hatte ich mal wieder Lust. Noch immer fehlen ein paar der kleinen Zwischentöne, zwischen den Aromen. Kokos ist noch weitestgehend neutral, aber die Kräuter sind voll präsent und ballern Fortissimo auf die Geschmacksnerven.
Hey, wir sind’s – deine Sommergemüse und Kräuter!
Was habe ich euch vermisst.

Für Zwei
Curry Paste
5 Kaffir Limonen Blätter (TK im Asia Laden)
1 unbehandelte Limette, Abrieb und Saft
1 Frühlingszwiebel
3 Zehen Knoblauch
1 Stück Ingwer (von Größe einer Aprikose)
1 Bund Koriander
Blätter von 3 Stängeln Basilikum
2 EL grob gehackte frische Kokosnuss
1 EL Kokoscreme (die zum Kochen, gibt’s im Bioladen)
1 Spritzer Soja Sauce
eine Prise Salz

je 1 kleine grüne Zucchini und 2 kleine gelbe Zucchini
500 g Erbsen (ungepalt)
300 g Brokkoli
1 kleiner Fenchel
(schön sind auch breite Bohnen)
500 ml Kokosnussmilch
die restliche Kokoscreme (von einem 100 ml Pack)
2 EL Pflanzenöl
Salz
1 TL thailändische Fischsauce (weglassen, wenn’s vegan werden soll)

Späne von frischer Kokosnuss, Blüten, ein paar Korianderblättchen

Den harten Mittelteil der Limonenblätter herausschneiden. Den Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken, Frühlingswiebel in Röllchen schneiden. Zusammen mit dem Koriander, Kokos, Limettenabrieb, Salz und Soja Sauce und dem Basilikum in einen Blitzhacker geben und mit einem Esslöffel der Kokoscreme zu einer glatten Paste pürieren.

Die Erbsen palen, Brokkoli waschen und in kleine Röschen teilen, Zucchini waschen und in grobe Scheiben schneiden, den Fenchel in feine Scheiben schneiden.

In einer breiten Pfanne mit hohem Rand das Öl erhitzen und die Gemüse darin unter Rühren anbraten. Fischsauce und Limettensaft dazugeben und bei geschlossenem Deckel und etwas reduzierter Temperatur etwa 4 Minuten dünsten. Die Kokosmilch dazugeben und weiter köcheln lassen (etwa 10 Minuten). Die Currypaste dazugeben und nach Bedarf mit Salz oder etwas Fischsauce abschmecken. Die restliche Kokoscreme mit einem Löffel draufgeben und leicht umrühren.

Mit frischer Kokosnuss, einigen Blüten (Borretsch, Tagetes, Kornblume) und Blättchen vom frischen Koriander dekorieren. Wer mag, serviert Reis dazu.

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