25. Oktober 2021

Pasta mit Feigenblatt-Sahne und Pistazien

7 Kommentare

heute ist World Pasta Day! Das muss gefeiert werden mit etwas ganz Besonderem.

Die Inspiration zu diesem Gericht habe ich aus Schweden mitgebracht. Ich habe diese Nudeln in einem Restaurant in Stockholm gegessen (Bericht dazu gibt es hier) und war von der Wucht, mit welcher Feigenblätter in der Lage sind, ihr Aroma abzugeben so sehr beeindruckt, dass ich das unbedingt nachmachen wollte. Nur woher die Feigenblätter bekommen? Nachbars Garten hilft in diesem Fall nicht weiter. Da musste ich schon weiter in den Süden. Eine Woche später flog ich nach Athen und von dort machte ich einen Ausflug nach Ägina, der Pistazieninsel. Wunderbar ruhig war es da, jetzt wo die Saison vorbei ist. Ich lag am Strand und als ich zurück zur Straße lief, stand ich plötzlich neben einem Feigenbaum. Das war meine Chance. Ich zupfte etwa 10 Blätter, wusch sie ab und legte sie sorgfältig bis zum Heimreise zum Trocknen auf Küchenpapier. Ein paar Tage später packte ich sie unbeschadet aus meinem Koffer wieder aus. In meiner Erinnerung war das Feigenaroma der Sauce klar und unverfälscht durch weitere Gewürze und so warf ich die fast trockenen Blätter zusammen mit einem Becher Sahne in einen breiten Topf, kochte die Sahne einmal auf und wartete. Ich hatte ja eigentlich überhaupt keine Ahnung, wie diese Sauce im Original zubereitet wird. Ich musste es einfach probieren. Ich ließ den Topf auf dem abgeschalteten Herd stehen. Und dann begann sich plötzlich ein wunderbarer Duft in der ganzen Wohnung zu verbreiten. Er erinnerte mich an ein Parfum. Ein Parfum mit dem Duft von Feigen. Einige Zeit später nahm ich einen Löffel und probierte die Sahne. Sie schmeckte unzweifelhaft intensiv nach frischen Feigen. Alles was noch fehlte, waren Salz und Säure. Im Original wurden diese Nudeln mit Kaviar serviert, ich entschied mich jedoch für Pistazien und Ziegenkäse als Begleiter. Sie schmecken wirklich ganz unglaublich diese Nudeln. So sehr nach Sommer und duftenden Feigen. Und ich bin sehr froh, dass ich im entscheidenden Moment, als ich den Feigenbaum entdeckte, zugegriffen habe. Manchmal wachsen die allerbesten Zutaten tatsächlich am Wegesrand.

Nur Feigenblätter und Sahne – und alles duftet

Pasta mit Feigenblatt-Sahne und Pistazien

Für Zwei

250 g Tagliatelle
Meersalz
ein Becher Bio-Sahne
5 – 6 Feigenblätter frisch oder getrocknet
1 TL Abrieb von einer unbehandelten Zitrone
2 -3 EL gehackte Pistazien (gesalzene aus der Schale)
etwas Zitronensaft
1 TL Speisestärke
2 EL saure Sahne
2 EL Ziegenkäserolle, zerkrümelt
ein wenig Schnittlauch zur Dekoration

Die Feigenblätter zusammen mit der Sahne in einen Topf geben, einmal aufkochen lassen und dann etwa 4 Stunden einfach abgedeckt stehen lassen, damit die Sahne von den Feigenblättern aromatisiert wird.
Danach die Blätter entfernen. Die Sahne mit der Stärke aufkochen lassen, die Hitze auf niedrig reduzieren und Zitronenabrieb und –saft mit der sauren Sahne unterrühren. Mit Salz abschmecken.
Die Nudeln nach Packungsanweisung bissfest kochen, abgießen und zusammen mit der gewürzten Sahne zurück in den Topf geben. Umrühren, so dass die Saue sich gut verteilt. Auf zwei Tellern aufteilen und mit Pistazien, Schnittlauch und Ziegenkäse bestreuen.

Und weil heute am 25.10.21 der „World Pasta Day“ gefeiert wird, feiern auch meine lieben Bloggerkollegen mit tollen Pastagerichten mit:

SalzigSüssLecker    Pasta di castagne mit Birnen, Bohnen und Speck

Bake to the roots     Spicy Pork Udon Nudeln

moey’s kitchen         Vegetarische Bolognese mit Linsen und Walnüssen

was eigenes               Paprika Sahne Hähnchen mit Bandnudeln

7 Kommentare

  1. Hallo liebe Claudia,
    danke für das Rezept!
    Da habe ich seit Jahren einen Feigenbaum im Garten und total vergessen, dass auch die Blätter nutzbar sind. Jetzt erinnere ich mich wieder an Rezepte mit Fisch im Feigenblatt gegart oder Gemüse und Schafskäse eingewickelt auf dem Grill.
    Und diese Blätter sind ein guter Ersatz für Gerichte in Bananenblatt.
    Ich kann mich aber schwach erinnern, dass die Stiele nicht verwendet werden sollen.

    Ich freue mich jedenfalls schon auf das kommende Jahr wenn es frische Feigenblätter gibt. Dank Dir

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    • Liebe Rena,
      das mit dem Einwickeln klingt auch toll. Ich habe wegen den Stielen, die ich ja bedenkenlos mit in die Sahne geworfen habe, ein wenig recherchiert aber nichts Bedenkliches gefunden.
      Ich glaube, wenn, dann bezog sich das auf den frischen weißen Saft, der eine allergische Reaktion hervorrufen kann, was ja aber bei den getrockneten Blättern egal ist.

      liebe Grüße
      Claudia

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  2. Liebe Claudia, danke für die Inspiration. In einer Nudelsauce kannte ich Feigenblätter noch nicht. Ich nutze sie zum aromatisieren von selbst gemachtem Vanilleeis. Dazu röste ich die Blätter vor der Zugabe trocken in der Pfanne.

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    • Liebe Ada,
      Das klingt ja auch toll. Muss ich mir merken.
      Vielen Dank!

      Liebe Grüße
      Claudia

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  3. Das klingt nicht nur lecker, alleine schon wegen der Feigenblätter. Aber auch noch Pistazien dazu ist echt die Krönung.

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  4. Das klingt so lecker! Hab noch nie mit Feigenblättern gekocht – muss ich wohl unbedingt einmal ausprobieren 🙂

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  5. Liebe Claudia,
    was für eine köstliche Idee! Feigenblätter in Pastasauce, das kannte ich bisher gar nicht und wäre auch nie auf die Idee gekommen. Aber wie du es beschreibst, klingt es köstlich! Leider hat mein Feigenbaum schon alle Blätter abgeworfen, aber die Inspiration nehme ich auf jeden Fall mal mit 🙂
    Liebe Grüße
    Maja

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