12. Dezember 2017

Orientalische Rotkohl-Steckrübensuppe mit Zimt-Cranberries und Orangen

Festliches, Rezepte, Vegetarisch, Rezeptart, Länderküche, nach Saison, Winter, Suppe, orientalisch | 0 Kommentare

Nichts wärmt besser als eine heiße Suppe. Frische Cranberries in Zimt und Zucker geschmolzen, mit Orangen-Schmand, Koriander, Granatapfel und Walnüssen. Eine perfekte Weihnachtssuppe. Doch gestern passierte noch mehr....

Es war in zweierlei Hinsicht ein bemerkenswerter Tag. Ich habe einen als „raw food“ gekennzeichneten Salat gegessen, der mir ausgesprochen gut geschmeckt hat, was eher verwunderlich ist, denn Rohkost steht nicht unbedingt oben auf meiner Hitliste und ich saß neben den Kessler Zwillingen. Vermutlich kennen die auch nur noch die Älteren unter uns. Die beiden Damen, die die achtzig ja bereits überschritten haben, sehen wirklich ganz fabelhaft aus, vielleicht wurde an der einen oder anderen Stelle ein wenig nachgeholfen, aber hey! – wer in dem Alter noch einen anmutigen Gang hat, der hat es mehr als verdient, dass man ihm Aufmerksamkeit zollt. Jetzt habe ich es ja nicht so mit anstarren und ansprechen, wozu auch, schließlich hat jeder ein Recht darauf, in Ruhe einen gepflegten Lunch zu sich zu nehmen. Aber ich finde die Anwesenheit von solchen Menschen durchaus anregend. Was müssen sie alles erlebt und gesehen haben. Ich kann es nur erahnen.
Ähnlich erging es mir, als ich das Idol meiner Kindheit, Gunter Sachs (wohlgemerkt, ich kannte selbst als Jugendliche nur Bilder von ihm, wo er schon etwas älter war), auf dem Flughafen traf. Da war er schon sehr alt, saß gebeugt auf der Bank und wartete mit mir auf die Koffer. Was habe ich mir immer vorgestellt, was er wohl für ein Leben hatte? Welche Größen er wohl kennengelernt haben mag. Trotz seines hohen Alters, hatte er noch immer eine gewisse Aura. Ihr wisst schon. Dass er mit Sebastian Vettel unterwegs war, interessierte mich dagegen wenig.
Von den Lieblingen der Klatschpresse aus dem vorherigen Jahrhundert wieder einen Bogen zu dieser Rotkohlsuppe zu schlagen, ist jetzt allerdings nicht ganz einfach. Vermutlich wird mir das auch nicht so richtig gelingen, denn die Frage ist ja berechtigt – was redet sie von den Kessler Zwillingen und Gunter Sachs, wenn sie hier eine orientalische Rotkohlsuppe präsentiert?
Einigen wir uns einfach darauf, dass eines rein gar nichts mit dem anderen zu tun hat. Es passierte eben beides am gleichen Tag. Mittags saß ich vergnügt im Restaurant und abends kochte ich diese umwerfende Suppe. Das muss als Bogen reichen.
Ich mag es ja, wenn Gerichte vielschichtig sind, so mit subtilen Gewürzaromen auf der Zunge. Eine Mischung, wo jeder Löffel ein Erlebnis ist. Und wer jetzt bei den Worten Zimt, Kreuzkümmel, Koriander und Orange auch lustvoll die Augen rollt, der ist hier genau richtig.

Für Vier
1 mittlerer Rotkohl oder roter Spitzkohl (ca. 500 g)
1 Steckrübe (ca. 300 g)
1,5 L Gemüsebrühe (vorzugsweise selbstgemacht)
1 rote Zwiebel
6 Gewürznelken
2 Lorbeerblätter
4 EL Olivenöl
1 gehäufter TL Kreuzkümmelsamen
½ TL gemahlener Koriander
3 Bio Orangen
10 getrocknete Aprikosen
10 Walnüsse, geknackt und die Kerne grob gehackt
½ Granatapfel
½ Bund Petersilie
frischer Koriander nach Belieben

100 g frische Cranberries
4 EL Zucker
½ TL gemahlener Zimt

100 g Schmand

Die äußeren Blätter des Rotkohls entfernen. Den Kohl zuerst vierteln, den Strunk herausschneiden und in ca. 0,5 cm breite Streifen schneiden.
Die Zwiebel in halbieren und in feine Scheiben schneiden.
Die Orangen heiß abwaschen und trocken reiben. Die Schale einer Orange abreiben. Die anderen beiden halbieren und die Nelken hineinstecken.
Die Aprikosen würfeln.
In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel zusammen mit dem Kreuzkümmel und dem Koriander zugedeckt einige Minuten anschwitzen lassen.
Rotkohl, Lorbeer und die Orangenhälften dazugeben, mit der Brühe auffüllen. Mit Salz abschmecken. Ca. 5 Minuten offen kochen lassen.
Die Steckrübe schälen und grob raspeln.
Die geraspelte Steckrübe zusammen mit den Aprikosenwürfeln in den Topf geben und bei geschlossenem Deckel etwa 35 Minuten köcheln lassen.
Währenddessen in einer kleinen Pfanne oder Topf den Zucker hineingeben und karamellisieren lassen. Die gewaschenen Cranberries dazugeben, Zimt darüber streuen und einige Minuten garen lassen. Die Cranberries werden dabei ein wenig geschmolzen. Von der Hitze nehmen und beiseite stellen.
Die Granatapfelkerne herauslösen und die Kräuter hacken.
Die Walnusskerne ohne Fett in einer Pfanne anrösten.
Die Orangenhälften aus der Suppe entfernen und auf Teller verteilen, die kandierten Cranberries daraufsetzen und mit Kräutern und Walnüssen bestreuen.
Zum Schluss den Schmand mit dem Orangenabrieb und einer Prise Salz verrühren und je einen Klecks daraufsetzen. Zuletzt die Granatapfelkerne drüberstreuen.

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