26. Oktober 2014

Nach Málaga, dorthin wo jetzt noch Sommer ist…

Málaga, kulinarische Reisen, Spanien | 8 Kommentare

Malaga

Der Süden Deutschland wurde in diesem August vom Sommer einfach übersehen. Er war woanders. Der September entschädigte ein wenig dafür, aber so richtig warm wurde es dann trotzdem nicht mehr. Die Blätter färbten sich und die Frage drängte sich auf – war’s das schon? Da flatterte eine Einladung nach Andalusien ins Haus.

„Und da ist es jetzt noch so richtig warm?“, fragt eine Freundin.

„Ja, so sagt es zumindest der Wetterbericht. Der zeigt für jeden Tag kleine Sonnen an.“

„Ende Oktober? Ist ja irre“

Und so startete ich  vergangene Woche gen Süden. Direktflug München-Málaga mit Vueling. Ich steige aus dem Flieger und kann es so richtig noch gar nicht fassen. Richtig, das auf meiner Stirn ist doch glatt ein Schweißperlchen. Und da ich die erste bin, die gelandet ist (meine wunderbaren Bloggerkolleginnen aus Hamburg und Stuttgart werden erst zum Abend hin ankommen), schlüpfe ich als erstes in die FlipFlops und laufe über die Straße zum Strand.

Strand!

Das Meer glitzert und nach meinem bavarischen Temperaturgefühl, hat die Wetter App mal so richtig schamlos untertrieben. Gefühlte 30°. Breites Grinsen.

Die nächsten 3 Tage darf ich zusammen mit Nicole von „Luzia Pimpinella, Ricarda von Reisedepeschen und Katharina vom I love Ponys Magazin Málaga und das Umland erkunden, darf mich durch die feine Küche Andalusiens schmecken, werde von Food Sherpas begleitet und huldige ganz sicher ausgiebig den feinen Tropfen der Region.

Juan, unser Reisebegleiter, der sich ganz besonders dadurch auszeichnen wird, dass er mit einer Engelsgeduld versuchen wird, es jedem von uns recht zu machen und erst dann glücklich und zufrieden ist, wenn wir es auch sind, stellt uns das Programm vor.

Am nächsten Morgen geht es mit den Spain Food Sherpas erst einmal auf den zentralen Markt. Im hektischen Marktbetrieb gehen Erklärungen unter, doch das ist nicht weiter schlimm, denn ich tauche ein in wunderbare Steinpilze, Bacalhao, frischen Fisch und das üppige Angebot an Früchten und Gemüse. Dazwischen arrangiert Juan für mich ein Treffen mit einem Küchenchef in einem etwa 20 km entfernten Dorf. Er rennt mit mir zum Bahnhof. Ich werde meinen Zug bekommen. Eine Minute vor Abfahrt.

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Natürlich hatte ich eine gewisse Vorstellung von Málaga, immerhin nach Sevilla die größte Stadt im Süden Spaniens, doch diese wurde schon beim ersten Besuch der Altstadt übertroffen. Wunderschöne Gassen, alles blitzsauber und eine verführerische Tapas Bar neben der nächsten. Es kommt wohl einer traditionellen Verpflichtung gleich, dass wir am zweiten Abend in das ehrwürdige El Pimpi geführt werden. Die historische Bedeutung ist sicherlich vergleichbar mit dem Münchner Hofbräuhaus, doch wer als Ortansässiger sich auskennt, der geht lieber woanders hin. Denn auch Málaga ist nicht in den Traditionen hängen geblieben. Es gibt aufregende neue vegetarische Restaurants, Sterneküche und vieles jenseits des Paella-Horizonts. Genau da will ich hin.

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Am nächsten Tag geht die Reise jedoch erst einmal ins Hinterland. Nach Ronda. Weltkulturerbe und hübsch. Und mit einer Tapas Bar gesegnet, die ein früherer Küchenchef von Ferran Adriàs „El Bulli“ hier aufgemacht hat.

Doch erst einmal entzücken die maurischen Mosaike und der grandios weite Blick ins Land. Es hieß, es könne hier aufgrund der hohen Lage Rondas ein wenig kühler sein, doch auch das stellt sich wieder als Irrtum heraus. Es ist glühend heiß. Da hilft es auch nicht, wenn man sich das Wort Oktober wie ein Eisbonbon auf der Zunge zergehen lässt.

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Ich entdecke einen kleinen Weinladen und mache mich sofort auf die Suche nach Cloe. Ein Weißwein aus der Region, den ich am Tag davor gekostet habe. Cloe ist ausverkauft. Ich vermute der Weinhändler weiß ganz genau warum, denn Cloe ist umwerfend.

Doch an Wein mangelt es glücklicherweise nicht in dieser Gegend. Auf einen Kaffee fahren wir weiter nach Marbella. Richtig – jenes Marbella. Das mit den aufgehübschten Brüsten und Schlauchbootlippen. Wo die großen Yachten im Hafen liegen und alle Designer von Rang und Namen eine Boutique haben. Aber wo auch eine entzückende kleine Altstadt darauf wartet, entdeckt zu werden. Die Füße tun langsam weh..

Entspannter geht es am nächsten Tag weiter. Wieder zurück in der Altstadt Málagas, sind es die Churros, die uns wie ein Magnet anziehen. Die besten Churros der Stadt gibt es im Casa Aranda  Neben uns sitzen ein paar Jungs in Trikots – sie sind kurz davor beim Stadtlauf mitgerannt – und lassen sich die Churros so richtig schmecken. Sie kosten nicht viel, sind göttlich, noch sündiger wenn man sie in flüssige Schokolade taucht und schreien schon fast danach, bei einem Lauf wieder „abgerannt“ zu werden. Sie sind pure Freude.

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Weiterlaufen also. Erst ins Museo Picasso und dann in Richtung Strand. Wo endlich die gegrillten Boquerones  – Sardinas, Anchovis und Calamaretinos auf uns warten. Die umwerfenden Sardinen mit den Fingern essen. Meerbarben und in einem Weißwein-Safran Sud gegarte Muscheln. Alles mit einem Pacharán, einem Anis-Schlehen Likör runterspülen. Wir könnten nicht glücklicher und zufriedener sein.

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Es ist der Opulenz dieses Mahl geschuldet, dass wir es daraufhin nicht mehr weiter als zum Strand schaffen. Ab auf die Liege und aufs Meer starren. Lachen, dösen bis die Sonne untergeht.

Málaga, du hast mein Herz erobert.

Und das nächste Mal bringe ich auch ganz sicher meine Laufschuhe mit, denn wer einmal die perfekte Laufstrecke entlang des Strands morgens im gelb-orangenen Licht gesehen hat, der kann nicht anders, als genau das auch zu machen. Laufen. Und dann wieder frischen Fisch essen.

Es könnte ewig so weitergehen.

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Malaga-1-10 Die Reise nach Málaga wurde freundlich unterstützt von VUELING und dem COSTA DEL SOL tourist board. Ich danke herzlich für die Einladung.

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8 Kommentare

  1. Ich sitze hier grinsend vor dem Bildschirm, denn spanische Churros haben auch bei mir bleibende Urlaubserinnerungen hinterlassen – in Madrid. Möchte auch wieder in die mediterrane Wärme und hoffe natürlich dein Urlaub war schön. 🙂
    LG Nele

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    • Es war wirklich grandios. Zum Glück gibt hier solche göttlichen Churros nicht, sonst müsste ich über den Vertrag für ein Fitness Studio nachdenken.
      Liebe Grüße
      Claudia

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  2. Claudia, das ist atemberaubend! So habe ich mir Madeira gar nicht vorgestellt, oder vielmehr habe ich mir bislang nicht viele Gedanken darüber gemacht. Aber Du steckst mich an mit Deiner Begeisterung, Deinen schönen Fotos, Deinem herrlichen Text, das macht das alles zum Greifen nah. Und diese gegrillten Fische am Strand, göttlich…

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  3. Wunderschöne Fotos 🙂 da bekomme ich richtig Sehnsucht! Ich habe ein paar Winter einen Sonne-Tanken-Ausflug nach Malaga unternommen und liebe Andalusien! Die Sonne, die Tapas, der Wein und einfach das wunderschöne Sein und Genießen! Großartig!

    Liebe Grüße, Semiha

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  4. Ich wusste nicht, dass Malaga sooo schön ist (- und ich möchte gerne Cloe probieren und gehe jetzt sofort danach suchen…)

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    • Es ist wirklich toll, und ich habe nur das Wenigste davon gesehen. Aber viel Zeit war ja auch nicht. Und wenn du Cloe gefunden und probiert hast, lass‘ es mich wissen.
      Liebe Grüße
      Claudia

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  5. Und ich war krank und konnte dich nicht treffen. Aber ich denke du hättest auch keine Zeit gehabt. Und was das Wetter betrifft, da hattet ihr Glück. Mitte/Ende Oktober kann es auch anders. 😉

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    • Ich weiß, liebe Zorra. Schön, dass es dir wieder besser geht.
      Jaaa, das mit der Zeit.. da hast du wohl recht. Und von wegen dem Wetter, kaum vorstellbar, dass es anders sein kann. 😉 Hätte dich jedenfalls sehr gern getroffen. So auf ein Gläschen Pacharán (meine neue Liebslingsdroge)

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