25. Februar 2018

Linsen zum Liebhaben – mit Wildfanggarnelen, Blutorangen und Kräutern

low carb, Rezepte, Crossover & Fusion, Rezeptart, Länderküche, aus Meer und Fluß, nach Saison, Winter, deutsch | 0 Kommentare

Die kleine Linse von der schwäbischen Alb hat es mir angetan. Vor einem halben Jahrhundert völlig verschwunden, hat sie nun wieder zurück gefunden.

Die zwei Wochen in der Kälte muss ich jetzt noch irgendwie rumkriegen, dann geht es endlich in wärmere Gefilde. Ich werde dem Rum in die Karibik folgen. Bis dahin halte ich mich noch ein bisschen bei Laune und kümmere mich um meinen Küchenschrank. Dort habe ich nämlich ein kleines braunes Päckchen entdeckt, das ich vor einiger Zeit gekauft hatte. Kleine Linsen von der schwäbischen Alb.
Die Geschichte dieser Linsen ist spannend. Auf der schwäbischen Alb fast gänzlich verschwunden, hat sich um die Jahrtausendwende ein ansässiger Bauer über eine russische Saatgutbank die ursprünglich angebaute Linse besorgt. Ob sie wieder angebaut werden konnte war fraglich. Lediglich ein paar hundert Samen waren zu bekommen. Diese wurden mit Hingabe in einem Gewächshaus unter optimalen Bedingungen vermehrt und zur Aussaat gebracht. Das Experiment mit der alten Linse war geglückt. 2011 können die historischen Linsen zum ersten Mal wieder verkauft werden.

Ich mag Linsen gerne, jedoch in Maßen. Auf meinen Reisen nach Indien bin ich natürlich nicht drum herum gekommen, da ist die Linse allgegenwärtig. In Goa habe ich einmal eine Suppe aus gerösteten schwarzen Linsen gegessen, die ganze 24 Stunden lang gekocht wurde. Sie war umwerfend gut.
In meiner Küche gibt die Linse nur ab und zu ein Gastspiel. Auch auf die Gefahr hin, mein Umfeld mit Blutorangen zu traktieren, erscheint mir die Kombination von Blutorangen und Linsen ausgesprochen reizvoll. Schließlich bin ich auch immer die erste, die zur Essigflasche greift, wenn es um Linsen geht. Säure mögen die kleinen Dinger, ohne sie habe ich immer das Gefühl einen Klumpen Erde im Mund zu haben.
Ich fahre zum Viktualienmarkt, denn hier bekomme ich die besten Bio Blutorangen. „Moro“ ist schon fast wieder verschwunden aber „Tarocco“ ist überall zu bekommen. Die Schale spielt nämlich hier eine wichtige Rolle. Die wird zusammen mit Rosmarin, Salbei und Petersilie meinen Alblinsen zu einem glanzvollen Auftritt verhelfen.

Für Zwei

6 Garnelen (ca. 200 g), roh, aus Wildfang
100 g kleine Alblinsen
2 unbehandelte Blutorangen
1 unbehandelte Zitrone
2 EL Rohrzucker
3 Zweige Rosmarin
2 Zweige Salbei
3 EL gehackte Petersilie
4 EL mildes Olivenöl
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer

optional noch ein paar Blätter Rucola oder Wildkräuter und ein Rosmarinzweig für die Dekoration

 

Mit einem Zestenreißer die Schale der Blutorangen und der Zitrone schälen und die Späne grob hacken. Zitrone und die Blutorangen auspressen.

Zucker und 50ml Wasser in eine Pfanne geben und karamellisieren lassen. Den Saft und zwei Drittel der Schalen dazugeben und auf die Hälfte reduzieren lassen.

Die Garnelen bis auf den Schwanz schälen, wer mag lässt für die Optik bei zweien davon den Kopf dran, den Rücken mit dem Messer etwas einschneiden und den Darm entfernen.

Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Garnelen für 4 Minuten hineinlegen und wieder herausnehmen. Die Sauce beiseite stellen.

Knoblauch fein hacken und in 3 EL Olivenöl anschwitzen. Salbei grob zupfen, Rosmarin fein hacken und beides in die Pfanne geben und sanft verrühren. Von der Hitze nehmen.
Die Linsen ohne Salz in kaltem Wasser aufsetzen und etwa 15 – 20 Minuten weich, aber nicht zu weich köcheln lassen. Abgießen.

Die Linsen in die Pfanne mit dem Knoblauch geben und umrühren. De restlichen Schalen und zwei Esslöffel von der Sauce zusammen mit 1 EL Olivenöl dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Garnelen dazugeben und nochmal erwärmen.

Linsen auf Tellern verteilen, die Garnelen daneben setzen und die restliche Sauce darüber gießen. Mit einem Rosmarinzweig dekorieren.

 

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