4. Juni 2015

Einmal die ganze Welt auf einem Teller – kulinarische Eindrücke von der Expo Milano 2015

Mailand, Italien, Gourmetfestivals und Messen, kulinarische Reisen | 3 Kommentare

Expo 2015

Ein Tag ist nicht genug. Vielleicht reichen auch drei Tage längst nicht aus, um alles auf der Expo in Mailand zu entdecken. Ich laufe elf Kilometer an diesem Tag. Das ist bei weitem nicht genug. Eine Weltausstellung muss gewaltig sein und ich muss mich damit zufrieden geben, dass ich längst nicht alles gesehen habe. Diese Expo kann ich nicht nur mit den Augen entdecken, sondern auch mit der Zunge und meinem Magen. Ich kann mich auch einmal um die ganze Welt futtern. Esse Zitronengraswürstchen und Klebreis-Lollis in Laos, frittierte Zucchiniblüten in Italien, Safranpudding in Afghanistan, Eiscreme in Holland und trinke einen Kaffee in Äthopien.

Es gibt einen Pavillon, wo in wechselnden Abschnitten Sterneköche aus der ganzen Welt anreisen, ein österreichischer Koch empfiehlt mir Japan – dort sei es ganz besonders toll. Dort sind die Schlangen auch lang. Aber ich muss laufen, immer weiter laufen. Ich will es bis zum Oman schaffen. Vorbei an Amerika und durch China. Israel und Kolumbien nehme ich auch noch mit. Zwischendurch brauche ich ein südamerikanisches Bier. Wasser sowieso. Im Spice Garten möchte ich mich am liebsten auf den Boden legen. Hier duftet es nach Kardamom und Safran. Ich werde müde. Ich muss weiter. Future Food, wo war das gleich nochmal? Und warum erklärt mir Brunei, wie viele Produktschritte ein natürlicher Fruchtsaft durchläuft?

Weil sich hier alles um Essen dreht. Feeding the Planet – das ist das Motto dieser Expo. Das beginnt mit einer riesigen Installation, wo man die Börse der Lebensmittel verfolgen kann. Mit monströsen Abfallbergen (aus Pappmaché), die einem aufs Neue ins Bewusstsein rufen, wie viel unseres Essens wieder in der Tonne landet. Die Länder stellen sich kulinarisch vor, aber auch teilweise sehr kritisch. Der Jemen ist fast nur ein leeres Zimmer. Eine Tracht und zwei Beutel Kaffee. Bilder. Sonst nichts. Es ist bedrückender und eindrucksvoller als die Lichtermeere Chinas.

Ich kann durch die Regionen Italiens kulinarisch lustwandeln, oder mich für die Agrarprojekte Burundis interessieren. Ich kann mich thematisch bewegen oder mich einfach treiben lassen. So oder so, ich werde niemals alles sehen. Nicht an einem Tag.

Um 18 Uhr stehe ich am Baum des Lebens, einer riesigen, baumähnlichen Installation, die nachts spektakulär illuminiert wird und treffe meinen Gastgeber. Die Friends of Glass, ein Verbund von Menschen, denen Glas als Verpackungsmaterial aus vielerlei Gründen wichtig ist, haben mich hierher eingeladen. Mit ihnen darf ich noch ein Dinner hoch oben auf einer Terrasse erleben mit Blick über die nächtliche Expo. Das ist überwältigend.

Um 23 Uhr schließt die Expo ihre Tore. Ich habe es nicht bis nach Österreich und auch nicht bis in den Oman geschafft.

Aber sie ist ja noch bis Oktober geöffnet diese Expo. Ich muss wieder hin. Unbedingt. Nicht nur wegen der himmlischen Zitronengraswürstchen.

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was kostet Kaffee? Und wieviel der Fenchel?

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beeindruckend, wie dieser Baum die Decke sprengt

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es ist diese unglaublich Vielfalt..

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die hinreißenden laotischen Zitronengraswürstchen mit Klebreis Lolli

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Sie befinden sich hier – und ich will noch so viel sehen…

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Kameraspielerei mit Wasser

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alles dreht sich hier um den Kakao

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in der Mitte der Expo ist soviel freier Platz eher selten

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in chinesischen Pavillon

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Italiens wunderbare frittierte Zucchini Blüten

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Holland und Streetfood

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beeindruckende „Food-Architektur“ im französischen Pavillon

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der Vorhang aus Wasser bewegt sich

 

Und morgen gibt es noch ein wunderbares orientalisches Chutney im Glas und mein Restaurant-Highlight aus Mailand.

 

Ich danke den Friends of Glass für diese eindrucksvolle Reise.

 

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3 Kommentare

  1. Ich freu mich schon, wir werden im Sommer vom Tessin aus hinfahren. Danke für die ersten Eindrücke!

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  2. Tolle Foto-Impressionen von der EXPO – ich will auch hin!!!

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    • Mach das, Kai! Es lohnt sich wirklich. Vielleicht unbedingt an einem Wochenende – ich könnte mir vorstellen, dass dann die Schlangen vor den Pavillons zu lang sind.

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