12. August 2015

Eingemachte Birnen mit Chili, Sternanis und Rosmarin

Rezepte, Sommer, nach Saison, Eingemachtes | 2 Kommentare

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„Jessas, die sind aber klein! Sind die denn schon reif?“, die Dame beugt sich über die Kiste mit den kleinen Birnen. Zwergbirnen genauer gesagt. Bestimmt muss mein Markthändler diese Frage nicht zum ersten Mal beantworten an diesem Tag. „Ja die sind reif und die sind so, ist so die Sorte“. Meine Neugier ist geweckt. Nicht dass ich jetzt unbedingt Birnen hätte haben müssen, rein grundsätzlich kann ich ja fast das ganze Jahr über Birnen haben, aber Birnen, die gerade mal so groß sind wie mein kleiner Finger, sind schon etwas Besonderes. Sie zu essen ist nicht so die befriedigende Aktion, kaum beißt man ab, ist sie quasi auch schon verspeist.
Da fielen mir die Hüttenwochenenden beim Skifahren wieder ein. Das gab es immer Williamsbirnen Schnaps mit so einer Zwergbirne drin. Das war die teuerste Variante. Ich war immer verrückt nach der Birne. Vollgesogen mit Schnaps. Köstlich. Und wie ich da so stand und mir geistig schon meinen nicht vorhandenen Rumtopf vollstopfte, kam mir noch eine andere Idee. Die kleinen knackigen Birnen könnten doch auch als schicke Beilage zu Käse oder etwas Kurzgebratenem fungieren. Also ohne Schnaps, dafür mit umso mehr Gewürzen als säuerliche Variante.
Die demutsvolle Aufgabe war, die Zwerge zu schälen. Da kommt nicht so richtig Schwung rein, wie bei einer Gurke oder so. Zufrieden schaute ich auf die in Zitronenwasser badenden Zwergbirnen.
Mit dem Sud kochen hab ich jetzt mittlerweile Übung, platzt doch der Kühlschrank bereits aus allen Nähten vor lauter Gurkengläsern. Ich weiß, man kann sie auch in den Keller stellen, aber da habe ich sie nicht im Blick und kann nicht beobachten, wie sie sich täglich ein wenig verändern. Von knallgrün wechseln sie mehr und mehr in etwas leicht Durchscheinendes. Die roten Zwiebeln darin verlieren ihre Farbe und alles wird so, wie Essig Gurken nun mal sein sollen. Ein wirklich aufregendes Schauspiel. Gut, ein Schauspiel für Freunde des Minimalismus.
Jetzt gesellen sich also noch eingelegte Zwergbirnen dazu. Es ist immer der gleiche Prozess. Ich sterilisiere die Gläser, fülle sie, packe noch frische Kräuter und in diesem Fall Zitronenschale dazu und gieße den Essigsud darüber. Dann lasse ich sie im Ofen einwecken. Wenn sie dann so fix und fertig vor mir stehen, bin ich stolz.
Natürlich mache ich so etwas auch wenn es draußen heiß ist. Das gibt mir dann noch mehr das Gefühl im Schweiße meines Angesichts etwas getan zu haben. In der Sonne liegen ist eh nicht so mein Ding. Da freue ich mich lieber auf kleine Essigbirnen.

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Für 4 Gläser à 500 ml
1 Liter Weißwein Essig
500 ml Wasser
400g Zucker
6 Stern Anis
1 -2 Zimtstangen
1 TL Piment Körner
Schale von zwei unbehandelten Limetten, mit dem Sparschäler in großen Streifen abgeschält
½ EL Nelken
1TL Chili Flocken
2 EL Wacholderbeeren
30 Mini Birnen
3 Zweige frischen Rosmarin

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Die Birnen schälen und in eine Schüssel mit Zitronenwasser legen, damit sie nicht braun werden.
Das Wasser mit dem Essig, Zucker, Stern Anis, Wacholder, Piment, Nelken, Limettenschale und dem Zimt in einem Topf zum Kochen bringen und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Die Chili Flocken dazu geben.
Die Birnen in sterilisierten Gläsern schichten.
Mit dem heißen Sud begießen bis etwa 1,5 cm unter dem Rand. Den Rosmarin auf die Gläser verteilen und verschließen.
In eine mit einer Lage Küchenkrepp ausgelegte Fettpfanne stellen. Und etwa 2 cm hoch Wasser einfüllen.
Den Ofen auf 180° Grad vorheizen.
Die Fettpfanne auf das unterste Gitter stellen.
Sobald es in den Gläsern zu perlen beginnt, noch 15 Minuten einwecken lassen.
Herausnehmen, die Gläser umdrehen und auskühlen lassen.
Nach etwa einer Woche können die Birnen gegessen werden. Haltbar sind die ungeöffnet etwa ein Jahr. Geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Wochen verbrauchen.

Quelle der Inspiration: BBC Good Food

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2 Kommentare

  1. Das müssten Geißhirtle sein. Eine Sorte aus Stuttgart.

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    • Danke liebe Heidi, und mir wurde sie bayerische Birne verkauft 😉

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