26. September 2020

Djursland – ruhige Spätsommertage an der Ostküste Dänemarks

Aarhus, kulinarische Reisen, Dänemark | 0 Kommentare

Von Aarhus aus ist die Halbinsel Djursland gut zu sehen. Mit dem Auto hat man in einer guten Stunde den nördlichen Teil der Aarhus Bucht umrundet und ist da. Hier ist alles ruhiger und lieblicher als an der teilweise rauen Nordseeküste. Es gibt einen riesigen Nationalpark mit hübschen Seen, beim Spazierengehen in den Wäldern trifft man immer wieder auf Reiter, Kühe grasen friedlich in den Hügeln und sobald der Wind auffrischt, kommen die Kite Surfer. Das beliebte Fischrestaurant im Hafen von Ebeltoft neben der weltweit längsten Fregatte aus Holz ist selbst in der Nachsaison bis auf den letzten Platz ausgebucht. Wer runterkommen will und eine extra Portion Natur braucht, ist hier genau richtig.

Im Fischereihafen von Ebeltoft

um den Stubbe Sø

Ich bin am Meer!

Erst einmal stehe ich nur auf dem Balkon meines Hotels und starre aufs Wasser und den Himmel. Ich kann das ziemlich lang tun, das mit dem Wasser und Himmel beobachten und dabei die salzige Luft atmen. Auf dem Steg reißt sich eine Frau die Kleider vom Leib und springt nackt ins Wasser. Tapfer, denke ich und fühle mich in meinem wärmenden Pulli, den ich mir in Aarhus gekauft habe, gerade sehr wohl. Der Sommer mache heute eine kleine Pause, meinte die freundliche Dame an der Rezeption. Das ist mir durchaus nicht entgangen, doch so lang es nicht in Strömen schüttet, will ich die Gegend hier erkunden. Alles hier verströmt den Duft von Ferien. Also, dann mache ich hier auch Ferien – auch wenn es nur zwei Tage sind!

im Hafen kurz vor Sonnenuntergang

der Badesteg vor dem Hotel

Fischernetze

das Städtchen Ebeltoft

Mein erster Weg führt mich am Meer entlang zum kleinen Fischereihafen. Am Nachmittag passiert hier nicht viel, kein Boot kommt rein und keines fährt raus. Lebhaft ist es nur vor dem Fischgeschäft, wo die Menschen geduldig anstehen, um sich frischen Fisch zu kaufen. Corona-bedingt, darf der Laden nur einzeln betreten werden, was keinen stört. Man hat hier Zeit. Zeit genug, um auch einfach mal auf einer Bank zu sitzen. Das kleine Ebeltoft ist schnell erkundet. Es gibt entzückende Gassen mit alten Häusern und Kopfsteinpflaster, die hohen Masten der königlichen Fregatte überragen alles und es gibt das Glasmuseum. Ebeltoft ist berühmt für seine Glaskunst. Und es gibt hier unglaublich viele Hagebutten. Dabei muss ich automatisch immer an Juckpulver denken. Das Meer und die knallroten Hagebutten bilden einen schönen Kontrast.

Die Fregatte Jylland ist das längste Holzschiff der Welt. Sehr imposant.

die „Hauptstraße“ von Ebeltoft

und überall Glaskünstler

Fischerhafen von Ebeltoft

wirklich winzig

ein kleiner Gemüsestand am Hafen

ich war nie wirklich ein Pferdemädchen

Natürlich bin ich früher als junges Mädchen auch geritten. Ich konnte mich jedoch nie so in die Pferdeliebe vertiefen, dass ich mir ein eigenes gewünscht hätte. Irgendwann war einfach Schluss mit dem Reiten und ich glaube, ich habe es niemals wieder vermisst. Und trotzdem ist es eigenartig, wie nahe ich diesen Erlebnissen von damals hier bin, denn rund um den wunderschönen Stubbe Sø gibt es viele Reiterhöfe. Ich stelle mir vor, wie wunderbar es sein muss hierher zum Reiten zu kommen und mit dem Pferd durch die Wälder zu traben. Das Seltsame ist, dass ich bestimmt schon zwanzig Jahre nicht mehr ans Reiten gedacht habe. Hier ist es irgendwie wieder da. Der Stubbe Sø, Dänemarks größter See, war einst Teil des Fjords. So lang bis das Land anstieg. Wer hier an diesem See Liegewiesen und Badestege vermutet wird enttäuscht, denn meist ist er nur schwer zugänglich und von hohem Schilf umsäumt. Wer dem Wind lauschen will, wie er in den Birken raschelt und Vögel beobachten möchte, ist jedoch genau richtig.

Pferde im Sturm

der schöne Stubbe Sø

ein Sturm zieht auf

Und das heißt „raus mit den Kites!“. Ich fahre an die Südspitze Djurslands, da wo die Fähre anlegt und beobachte, wie die Bretter über das Wasser schießen. Meterhoch springen sie hier. Gesurft bin ich früher auch mal, es stellte sich jedoch heraus, dass ich nicht wirklich eine Begabung fürs Surfen hatte (ich war mehr damit beschäftigt das Segel aus dem Wasser zu ziehen, als dass ich vorwärtsgekommen wäre), doch ich könnte den Surfern hier stundenlang zuschauen. Wenn ich genug davon habe, ist da ja noch das Fohlen, das sich von mir geduldig den Kopf kraulen lässt. Ich tue hier eindeutig Dinge, die ich seit Jahren nicht mehr gemacht habe. Und das tut gut.

Kite Surfer

und überall Hagebutten

Übernachten und Essen gehen

Direkt am Strand liegt das Boutique-Hotel von Langhoff und Juul. Die Zimmer hier bieten einen großartigen Blick aufs Meer und die Bucht. Und das Roggenbrot zum Frühstück ist immer frisch gebacken und noch warm.

Restaurant Stockfleth (gutes Fischrestaurant direkt im Hafen von Ebeltoft)
Stockflethsvej 12
8400 Ebeltoft

Karens Køkken (sehr beliebtes Familienrestaurant)
S A Jensens Vej 2-4,
8400 Ebeltoft

 

Das kulinarische Highlight der Gegend

Ist jedoch kein Fischrestaurant, sondern das rein vegetarische Restaurant „Moment“. Und das ist so toll, dass es einen eigenen Bericht dazu geben wird.

 

Offenlegung: zu der Reise wurde ich eingeladen von Visit Denmark und Visit Djursland.

 

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