19. Juni 2019

Neulich, als Freunde da waren, habe ich ihn mal wieder gemacht. Ich mache diesen Salat schon seit ich denken, bzw. kochen kann. Dieser Salat ist unweigerlich mit meinem Geburtstag verbunden, der glücklicherweise in die Zeit von Erdbeeren und Spargel fällt. Ich habe diesen Salat für zwei Personen, wie auch für zwanzig gemacht. Früher, als mich das mit dem Kochen noch nicht so (!) interessierte, da habe ich ihn einfach nur gerne gegessen. Das Rezept dazu habe ich von meiner Mutter. Eigentlich weiß ich gar nicht so recht, ob es jemals ein Rezept gegeben hat. Ich mache ihn einfach so, wie sie ihn immer gemacht hat. Vielleicht habe ich ihn auch über die Jahre leicht verändert, habe ihn ein wenig aufgepimpt (also das mit den Wachteleiern ist auf jeden Fall von mir). Und jetzt, wo das Ende der Spargelsaison kurz bevorsteht, da musste ich ihn noch einmal machen. Es ist ein wenig wie ein heiliges Ritual. Während der Monate, wo es genug Spargel auf dem Markt gibt, liebe ich es Neues auszuprobieren. Gerichte mit Spargel, die ich noch nicht kenne, wo es was zu entdecken gibt. Doch wie ich auch ein paar Mal den Spargel ganz klassisch mit Kartoffeln, Schinken und Hollandaise essen muss, so muss es auch immer wieder dieser Salat sein. Und weil eben jene Freunde, die zum Essen kamen, die Schüssel beinahe ausgeleckt haben, habe ich mich entschieden, diesen Salat endlich auch auf den Blog zu bringen. (O-Ton meiner Mutter: „Ist ja auch mal schön, wenn du ein Rezept zeigst, wo man ausnahmsweise mal alles, was man dazu braucht, im Kühlschrank hat und sich keine Gedanken über die Beschaffung von exotischen Zutaten machen muss.“)
Vermutlich auch weil die entzückende Schale, die ich vor kurzem auf dem Töpfermarkt bei einer Künstlerin aus Korea gekauft habe, endlich nach ihrem Auftritt verlangte. Und als ich an Spargelsalat dachte, war diese Schale die erste, die hier geschrien hat. Also nicht wirklich, aber ich bilde mir immer ein, dass meine Teller und Schüsseln mir erzählen, welches Essen darauf am besten passt. Das sei im Übrigen gar nicht so ungewöhnlich, wie mir ein Töpfer aus Dänemark einmal erzählte. Zweimal im Jahr besuche ihn ein Sternekoch aus Kopenhagen, um das neue Menü mit ihm zu besprechen und auszuwählen, welche Teller dazu am besten passen könnten. Da gehe es oft um Millimeter was die Breite der Fahnen angeht. Ganz so penibel ist mein Essen nicht. Ein oder zwei Zentimeter sind einfach egal. Ich würde sogar so weit gehen, dass dieser Salat so gut ist, dass er auf jedem Teller schmeckt.

Für Zwei

1 kg weißer Spargel
100 g gekochter Schinken
100 g griechischer Joghurt (aber nix mit 0,1% Fett, bitte!)
1 EL Mayonnaise
½ TL Senf
½ Bund Schnittlauch, in feine Röllchen geschnitten
3 EL Olivenöl
1 EL Weißweinessig
1 TL Zucker
ein Spritzer Worcestershire Sauce
Salz

4 gekochte Wachteleier (5 min gekocht)

Den Spargel schälen und den unteren Teil abschneiden. Wer hier schlau ist, hebt die Schalen und Abschnitte auf und macht daraus eine Spargelsuppe.
Den Spargel bissfest kochen. Je nach Dicke dauert das etwa 8 Minuten.
Den Schinken in feine Streifen schneiden.
Joghurt, Mayonnaise, Senf, Olivenöl und Essig vermischen und mit Salz, Worcestershire Sauce und Zucker abschmecken.
Den abgekühlten Spargel in mundgerechte Stücke schneiden und zusammen mit Schinken und Schnittlauch mit dem Dressing vermischen.
Mindestens eine halbe Stunde abgedeckt kühl stellen.
Zusammen mit den Wachteleiern servieren.

Frisches Baguette passt prima dazu.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank fürs super Rezept, wirklich sehr lecker, meiner Familie hat die Speise sehr gut gefallen!

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    • Liebe Amira,
      das freut mich sehr.
      herzliche Grüße
      Claudia

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  2. Ich seh schon, das wird unser letztes Spargelrezept für dieses Jahr! Ich koche den Spargel übrigens in der Spargelschalen-Brühe.

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