19. Juli 2015

Bachsaibling auf der Haut gebraten mit dreierlei Bohnen,
Fenchel und Miso-Tomaten

Zutaten, Tomaten, Rezepte, Crossover & Fusion, Länderküche, Sommer, aus Meer und Fluß, nach Saison | 5 Kommentare

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Die köstliche Zolfino Bohne war in den 70er Jahren vom Aussterben bedroht. Der Grund dafür – wen wundert’s? – sie ist keine sonderlich ertragreiche Bohne und sie wird ausschließlich in Handarbeit geerntet. Selbst stundenlanges Kochen kann diesem kleinen Geschmackswunder nichts anhaben und mein Bloggerfreund Harald (Tellerschubser.de) ist ihr verfallen. Er hat sie entdeckt. Seine Hymnen auf diese Bohne lösten bei mir den sofortigen Beschaffungsreflex aus und so begab ich mich auf die Jagd nach der toskanischen Schwefelbohne. Fündig wurde ich im Bio Markt.
Handarbeit hat ihren Preis und so wollte ich den kleinen Bohnen einen Auftritt gönnen, der ihrer würdig ist und packte noch frische Bohnen mit dazu. Zarte, junge breite Bohnen und gelbe Wachsbohnen. Beide so frisch am Morgen geerntet, dass ich sie unbedingt haben musste. Unnötig zu erwähnen, dass ich in dem Moment beschlossen habe, im nächsten Jahr auf jeden Fall Bohnen auf meinen Balkon anzubauen. Bohnen sind toll. Ich liebe Bohnen.
Neugierig überwache ich die Zolfino Bohnen während sie einweichen. Das tue ich in der Regel nicht, denn ich bin davon überzeugt, eine Bohne schafft es auch ohne meine Überwachung weich zu werden. Und natürlich nasche ich davon.
Sie erinnert mich an frische Garbanzo Bohnen, geschmacklich aber ist sie eher fruchtig wie eine Edamame (Soja Bohne). Kurz – sie ist prima diese kleine Bohne! Zusammen mit ihren frischen Artgenossen das perfekte toskanische Sommerglück.

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Für Zwei
2 Filet vom Bachsaibling mit Haut
300 g grüne Bohnen oder breite Bohnen
60 g Zolfini Bohnen (alternativ getrocknete Cannellini Bohnen)
1 Handvoll Wachsbohnen
1 Schuss Essig
2 gelbe Tomaten
1 kleiner Fenchel
1 Schuss Noilly Prat
1 TL helles Miso
1 kleine Zehe frischer Knoblauch, in feine Scheiben geschnitten
1 TL Tomatenmark
1 großzügiger EL Olivenöl
1 TL Butter
etwas Mehl zum Bestäuben der Fischfilets
Salz
schwarzer Pfeffer
roter Pfeffer, gemahlen
2 Zweige Thymian
Limettenspalten
Borretschblüten zum Dekorieren

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Zuerst die Zolfini Bohnen über Nacht (mindestens jedoch 4 Stunden) einweichen und dann in nicht gesalzenem Wasser gar kochen. Die grünen Bohnen und die Wachsbohnen an beiden Enden trimmen. Die Wachsbohnen in gesalzenem Essigwasser weich kochen. Die grünen Bohnen in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser ca. 15 Minuten blanchieren, danach in Eiswasser abschrecken.
Den Fenchel in sehr feine Scheiben schneiden.
Die Tomaten mit kochendem Wasserübergießen, häuten und entkernen. Danach Fleisch grob würfeln.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Fenchel darin anbraten, die Tomaten dazu geben und mit dem Noilly Prat ablöschen. Miso und Tomatenmark dazugeben und bei geschlossenem Deckel und mittlerer Hitze etwa 5 Minutenschmoren lassen, so dass die Tomaten schmelzen. Die Knoblauchscheiben dazu geben und die drei verschiedenen Bohnen dazu geben. Alles gut durchrühren und bei geringer Hitze alles erwärmen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken.
Die Saiblingsfilets in Mehl wenden, abklopfen, so dass es nicht zuviel ist. In einer weiteren Pfanne die Butter aufschäumen lassen und das Filet mit der Hautseite nach unten auf den Thymianzweig in die Pfanne geben. Bei mittlerer Temperatur so lange weitergaren, bis auch die obere Seite leicht gegart ist. Das Filet jedoch nicht wenden. Die Pfanne von der Hitze nehmen und den Fisch noch etwa 3 Minuten darin liegen lassen.
Das Bohnen-Fenchelgemüse auf Tellern anrichten und die Filets darauf setzen. Den Thymian zuvor entfernen. Mit gemahlenem roten Pfeffer und Salz bestreuen.
Die Limettenspalten dazu reichen und nach Lust, Laune und Verfügbarkeit ein paar Borretschblüten darauf verteilen.

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5 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    ich kenn sie zwar nicht, die Zolfino Bohne. Und muss sie jetzt unbedingt probieren! Wenn das kein Grund ist, umgehend einen Flug nach München zu buchen.

    Hab den allerschönsten Abend (<- bei uns ist´s heute so kalt, dass ich ernsthaft über ein Schmorgericht MIT Semmelknödeln nachgedacht habe)

    Conny

    Antworten
    • Liebe Conny, echt? Es ist kalt bei euch? In diesem Fall sind Semmelknödel erlaubt. 🙂
      Und wenn du zum Bohnenkaufen kommst, dann gehen wir unbedingt Kaffee trinken.
      Liebe Grüße
      Claudia

      Antworten
  2. So, nun kannst du dir wirklich dreimal Asche auf dein Haupt streuen (vielleicht wirkt Asche ja auch leicht kühlend 😉
    1. Auf meiner Blogroll, die ich auf keinen Fall noch mehr erweitern wollte, ist der Tellerschubser gelandet!
    2. Ich habe (leider erfolglos) das Internet durchsucht nach einer Einkaufsmöglichkeit für diese Bohnen, ausserhalb von München offensichtlich nicht zu bekommen.
    3. Miso scheint ja in Blogger-Kreisen immer beliebter zu werden. Jetzt endlich ist es auch auf meiner Einkaufsliste gelandet – ich will auch wissen, wie Tomaten mit Miso schmecken 😉

    Antworten
    • Oh liebe Sabine, hust, muss erstmal die ganze Asche wieder abschütteln…. jetzt hab ich schon so ein schlechtes Gewissen, dass ich ernsthaft über ein „Care-Paket“ nachdenke…. ein Bohnenpäckchen muss sich wohl auf den Weg machen.
      Aber gib zu, das mit dem Tellerschubser und dem Miso ist nur so halb-gemein.. 😉
      liebste Grüße
      Claudia

      Antworten
      • Liebe Claudia, wenn du deinen „Nachdenk-Prozess“ erfolgreich abgeschlossen hast, melde dich bei mir 😉

        Antworten

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