16. November 2012

 

Ich habe sowohl meine Leserschaft, als auch meinen Freundeskreis damit erheitert, dass  ich davon berichtete auf dem Markt ein Brot mit Lichtwurzeln im Teig gekauft zu haben. Die Ausrede, von wegen, dass es das letzte war und ich ja eigentlich gar keine Wahl gehabt habe, hat mir keiner geglaubt. Die Frage nach dem Warum stelle ich mir jetzt nicht. Als dann auch noch Dorothée von bushcooks kitchen sich darüber amüsierte, dass diese Wurzel ja schließlich nichts anderes als Yams sei und jegliches esoterische Brimborium völlig unangebracht, lachte ich dann mal fröhlich mit. Ja, ja schön blöd, wer auf dieses Gequatsche von gespeichertem Licht und Energie reinfällt.

Und dann lagen sie vor ein paar Tagen so am Demeter Stand rum. Lockend. Nein, Freunde – darauf falle ich nicht rein! Mit mir ist alles ok und graue Schatten hängen auch nicht in den Ecken meiner Wohnung rum. Energetisch bewege ich mich auf einem gesunden Mittelmaß, gut, an manchen Tagen auch ein wenig darunter. Eigentlich öfters, aber hey, es geht mir großartig. Und außerdem wollte ich ja nur Rosenkohl kaufen. Und da hatte sie mich auch schon am Wickel, die Demetertante. Hat gesehen, wie ich die sandigen Wurzeln angestarrt habe. Ein willkommenes Opfer. Und schon ergoss sich über mir eine Litanei aus Licht und Energie, oder was auch immer, denn noch während ich die kleinste dieser Wurzeln aus diesem Korb heraus zu fischen versuchte (die Dinger sind teuer!!!), hatte ich das Gefühl, dass mein Kopf gleich auf den roten Beten landet. Die Idealkandidatin für eine extra Portion Licht. Dass allein das Geschwätz mein Gesichtsfeld plötzlich beängstigend verengte, also seitlich immer wieder so schwarz-genervte Farben näher rückten, hat die Demetertante geflissentlich ignoriert, beseelt von dem Gedanken, dass sowohl mir als auch ihrem Geldbeutel gleichermaßen geholfen werden könnte.  Kommt aus China, ja, Ruhe, ist besser als jede Kartoffel, ja (es reicht), eines Tages werden wir erkennen, dass sie die Kartoffel ersetzen wird (möge ich den Tag nicht mehr erleben).

Und so wanderte die kleine Wurzel für etwas mehr als 5 Euro ins braune Tütchen (jeder Therapeut verlangt mehr, ein Schnäppchen denn schließlich geht es hier nur um mein Seelenheil) und ich suchte schleunigst das Weite.

Habe natürlich gleich mal ein Foto davon gemacht. Dann auf Facebook gepostet. Dorothée lachte sich schlapp. Geschieht mir ja recht. Aber irgendwie musste das Ding ja verkocht werden. Vorsichtig natürlich, nicht dass das Licht sich vom Acker macht, weil es unangemessen behandelt wurde. Sorgfältig mit etwas Petersilienwurzel (hoffentlich mögen die sich) schonend gegart. Aufgepeppt mit etwas Radicchio (bitter ist ja gut für die Leber).

Im Ernst  – so schlimm war es nicht. Eigentlich ganz lecker. Wurzelsüppchen mit Garnitur. Ich hab dann die Augen zugemacht und wollte was von meinem inneren Licht sehen. Hab nix gesehen. Dorothée hat’s ja schon gewusst.

Für eine Person

1 mittelgroße Petersilienwurzel

1 kleine Lichtwurzel (Yams)

600 ml Gemüsebrühe

3 Zweige Thymian

2 Zweige Rosmarin

1 kleiner Radicchio

1 EL Olivenöl

1 TL Balsamicoessig

1TL Birnendicksaft

Salz

 

  1. Die Petersilienwurzel schälen und würfeln. Die Lichtwurzel ebenfalls schälen (Achtung, schleimig) und in Scheiben schneiden. Beides in der Gemüsebrühe weich kochen.
  2. In der Zwischenzeit den Radicchio waschen und Streifen schneiden. In dem Olivenöl anbraten und mit dem Balsamico ablöschen. Den Birnendicksaft zufügen und kurz weich kochen lassen.
  3. Die Kräuter zupfen und fein hacken. Zum Radicchio geben und salzen
  4. Zuletzt die Suppe pürieren und abschmecken. Mit dem Kräuter-Radicchio garnieren.
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7 Kommentare

  1. ich wollte schon lange mal auf die Reichenau um zur Erleuchtung zu gelangen. Habs bis heute immer verpasst. Nun kann ich mir das schenken.

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    • Ach, Robert, wo Du doch so tolle Reiseberichte schreibst. Ich hätte zu gern gelesen, wie Du auf dem Pfad der Erleuchtung wandelst 😉

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  2. Meine Liebe,
    ganz Afrika kocht davon Ugali. Einfach nur so, um satt zu werden, nicht um erleuchtet zu werden oder rein von irgendwas :-). Mehr Seelenheil könnte wirklich nur noch erreicht werden, wenn Du Deinen Blog tanzst. Oder wenigstens diesen Beitrag.

    Aber Dein Süppchen sieht lecker aus. Ich hätte es gegessen. Nur so, aus Hunger….

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    • Danke dir! Ein kleines Tellerchen hätte es noch gegeben. Hast du dieses Ugali mal gemacht?
      Liebe Grüße und ich freu mich auf unser Essen (vielleicht tanzen wir alle danach)
      Claudia

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      • Ich habe es so oft gegessen. Glaub‘ mir, Du willst es genauso wenig machen, wie ich…. 🙂

        Das Zeug gibt es übrigens auch noch als Mais-Variante!

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  3. Tolles Buch…tolle Suppe.

    🙂

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    • Gell? Find ich auch.Grüßle

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