Marokkanische Gemüse Tajine und worüber ich sonst so im TV plaudere..

morroccan tajine-1-6Manchmal mache ich solche Sachen. Da rede ich einfach nur über Essen. Also rein grundsätzlich könnte ich die ganze Zeit über Essen reden, über Gewürze, über Zubereitungsarten, über die Besonderheiten der Länderküche. Das tue ich fast so gerne, wie essen oder fremde Länder zu besuchen. Aber besonders ist es dann, wenn eine Kamera davor läuft. Da ist das Hirn in einem eher angespannten Modus. Fummel dir nicht im Gesicht rum, halte die Hände still, wackle nicht mit dem Kopf und vor allem – kuck nicht wie die Frau Oberlehrerin, wenn du über Essen redest. Diese Signale sind dann nicht zu überhören. Sie überlagen etwas den kreativen Fluss.
Warum ich das erzähle? Weil ich auf dem Reisesender Sonnenklar.tv über die marokkanische Küche gesprochen habe. Über Mezze, Chermoula und Falafel. Über Düfte, Gewürze und Rosenblütenwasser. Das war unglaublich aufregend.
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Schau nicht direkt in die Kamera!

Einfacher gesagt als getan. Dann schaue ich also den Moderator der Sendung an. Vielleicht sollte ich mich dabei ein wenig nach vorne drehen, wegen der Schokoladenseite und so. Das sind die Gedanken der ersten paar Sekunden und dann ist es vorbei. Dann bahnen sich die Bilder der Souks, der Märkte und der bunten Keramik durch die Synapsen und ich sehe alles vor mir. Rosenblätter, Granatapfelkerne, Zimtstangen und leuchtende Zitrusfrüchte.
Die marokkanische Küche ist eine wunderbare, vielfältige Küche, der ich seit vielen Jahren verfallen bin. Für das beste Orangenblütenwasser oder frische Datteln fahre ich auch schon mal quer durch die halbe Stadt. Ein marokkanischer Gemüsehändler hier in München hat mir mal den Tipp gegeben Couscous vor dem Kochen in Butter anzubraten – und mache es seitdem nie wieder anders. Das Aroma wird wunderbar nussig.
Es war natürlich klar, dass das Reden über die Küche Marokkos nicht ohne Folgen bleiben würde. Der Geschmack von Kreuzkümmel, Zimt und Harissa lag mir schon beim Erzählen auf der Zunge. Dem müssen Taten folgen!
Eine der besten Möglichkeiten, Gemüse jeglicher Art zu verarbeiten (was sich halt nach einem Wochenende so alles im Kühlschrank findet), ist eine Gemüsetajine. Eine Tajine ist sowohl ein Keramiktopf, dessen Deckel aus einer Art „Kamin“ besteht, wie auch ein Oberbegriff für die vielfältigen Schmorgerichte, die man damit zubereitet.
Ich selbst besitze keinen solchen Keramiktopf. Nicht weil ich ihn nicht gerne haben wollte. Ich habe keine Tajine, weil ich keinen Platz habe. Ich ringe platzmäßig um jeden neuen Teller, den ich mir anschaffe. Ein schwerer gusseiserner Topf ist das Mittel der Wahl. Das klappt hervorragend damit.

Und im Mai werde ich dann hinfliegen und von den Märkten in Marrakesch berichten. Ich werde moderne und traditionelle Küche probieren, in noblen Häusern oder einfach auf der Straße. Es wird aufregend!

Für Zwei
1 mittelgroße Zwiebel, grob gehackt
2 Zehen Knoblauch, fein gehackt
2 Süßkartoffeln
6 Mini Auberginen
1 – 2 Zucchini
3 EL Olivenöl
1 walnussgroßes Stück Ingwer, fein gehackt
1 EL Harissapaste
2 Zimtstanden
½ TL gemahlenen Zimt
8 getrocknete Aprikosen
2 EL Rosinen
1 EL Agaven Sirup
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL Ras-el-Hanout
1 Dose stückige Tomaten
1 unbehandelte Zitrone (Schalenabrieb und Saft werden gebraucht)
2 EL frisch gehackter Koriander
100 g vorgekochte Kichererbsen
½ TL getrocknete Minze, fein zerrieben
eine Handvoll Mandeln, in der Pfanne ohne Fett geröstet
Salz

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Teller aus Marokko, Brettchen aus der Holzmanufaktur Anton Doll (München)

1. Die Süßkartoffeln schälen und grob würfeln. die Zucchini ebenfalls vierteln und in mundgerechte Stücke schneiden. Die kleinen Auberginen halbieren.
2. Das Öl in einem gusseisernen Topf erhitzen und die Zwiebel mit dem Knoblauch und Ingwer anbraten. Die Gemüse dazugeben und die Harissapaste unterrühren.
3. Zimt, Kreuzkümmel und Ras-el-Hanout dazugeben.
4. 50 ml Wasser und den Saft einer halben Zitrone ebenfalls dazugeben. Die Hitze reduzieren.
5. Die Tomaten zusammen mit der getrockneten Minze, den Rosinen und Aprikosen dazugeben und bei geschlossenem Deckel etwa 12 Minuten schmoren lassen.
6. Mit Salz und dem Agavensirup abschmecken.
7. Die Zimtstangen herausnehmen und bei Bedarf nochmal mit etwas Kreuzkümmel und Ras-el-Hanout nachwürzen. Mit der Zitronenschale, Mandeln und dem frischen Koriander bestreuen.

Dazu passt Couscous oder Fladenbrot.

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das nächste Mal plaudere ich vielleicht über vietnamesische Küche

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7 Responses to Marokkanische Gemüse Tajine und worüber ich sonst so im TV plaudere..

  1. Wos zum Essn 27. März, 2016 at 20:14 #

    Habe übrigens die Tajine nachgekocht ^_^ Saulecker! Die volle Gewürzbombe, soooo gut! Danke für das supi Rezept :)
    Liebe Grüße, Sabine

    • Dinner um Acht 28. März, 2016 at 12:46 #

      Liebe Sabine,
      wie toll! Das freut mich sehr, dass es dir geschmeckt hat. Herzlichen Dank für das Feedback.
      Liebe Grüße
      Claudia

  2. einfach ein schönes Leben 1. März, 2016 at 19:07 #

    Liebe Claudia,

    nah wenigstens sieht man dich ab und an im Fernsehen.

    Es grüßt aus dem wilden Westen

    Martin

  3. Arthurs Tochter 1. März, 2016 at 15:39 #

    Jetzt bist Du endlich da, wo Du hingehörst. Ins Fernsehen und in aller Herren Länder! Ich freue mich bannig für Dich! <3

    • Dinner um Acht 1. März, 2016 at 15:48 #

      Du Schatz!!!

  4. Ela 1. März, 2016 at 14:39 #

    Wow, toller Auftritt! :) Und das Gericht sieht herrlich aus. Ich liebe Gemüse aus der Tajine, aber habe selbst keine..
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Claudia 1. März, 2016 at 14:44 #

      Danke, liebe Ela!
      Wenn die Dinger doch nur handlicher wären… ich schätze mal, die 10kg Handgepäck werden mich im Mai davor bewahren, mir eine mitzubringen… möge es so sein ;-)
      Liebe Grüße und vielleicht bis nächste Woche in Berlin auf der ITB,
      Claudia

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