2. Dezember 2012

Dieses Gericht erfordert Willensstärke! Ach, und Disziplin. Warum das so ist? Es sollte einen Tag vorher gekocht werden. Die Wohnung wird erfüllt von einem berauschenden Duft. Aromen von Zimt, Koriander und Kreuzkümmel kitzeln die Geschmacksnerven und genau dann, dann muss man stark bleiben.  Denn erst wenn es am nächsten Tag wieder aufgewärmt wird, entfaltet es seinen überwältigenden Geschmack.  Das Fleisch fällt beinahe auseinander, schmiegt sich an die Süße der Aprikosen, wird verstärkt durch das subtile Aroma der Salzzitronen. Poetisches Gequatsche? Keineswegs. Schwärmen muss sein.

Der Ofen war ausgeschaltet aber noch restwarm, so dass das Fleisch sanft auskühlte. Während im weiteren Verlauf des Abends auch ich auskühlte. Dies allerdings mit einem Glas Glühwein in der Hand auf einem der Weihnachtsmärkte in der Innenstadt. Auch wenn es nur ein paar Grad unter Null waren, es erschien uns bitterkalt. Glücklich, wer an Handschuhe oder Mütze gedacht hatte. Und als ich dann des Nächtens wieder nach Hause kam, war der Duft nochmal verführerischer. Doch wir werden ja vernünftig und knien nicht mehr wie zu Studentenzeiten vor dem Kühlschrank um den nächtlichen Hunger zu stillen. Damals waren wir auch anspruchsloser. Ein Stückchen Käse, eine Olive und alles war gut. Und so war auch ich vernünftig. Nix probieren.

Und heute war es dann endlich soweit. Zusammen mit einem buttrigen Süßkartoffelpüree und einem frischen Petersilien-Granatapfelsalat. Draußen rieselte es ein paar Flöckchen. Feiner erster Advent.

Ich wünsche euch einen genussvollen Start in die neue Woche.

Geschmortes Lamm mit Aprikosen und Salzzitronen, Süßkartoffelpüree und Petersilien-Granatapfelsalat

Für Vier

Lamm

800 g Lammfleisch aus der Keule

Salz und frisch gemahlener Pfeffer

2 EL Olivenöl

2 große Gemüsezwiebeln, quer in vier dicke Ringe geschnitten

Zesten von zwei Bio Orangen (klappt am besten mit einem Zestenreißer)

2 Zimtstangen, in 4 Stücke gebrochen

1 TL gemahlener Ingwer

1 TL gemahlener Zimt

1 TL gemahlender Koriander

1 TL milde Chiliflocken

1 TL gemahlener Kreuzkümmel

1 TL Zucker

1 Döschen Safranfäden

3 Sardellenfilets

3 Stücke (Viertel) Salzzitronen, fein gehackt

150 g getrocknete Aprikosen, in nicht zu feine Scheiben geschnitten

1 Handvoll gehackte Walnüsse

Süßkartoffelpüree

4 große Süßkartoffeln

2 EL Butter

Fleur de Sel

Petersilien-Granatapfelsalat

2 kleine oder ein großer Bund Petersilie

1 großer Granatapfel, aufgebrochen und die Kerne gesammelt

2 EL Ölivenöl

1 EL Himbeerbalsamico

Fleur de Sel, frischer Pfeffer

Eine Prise Piment’Espelette oder Chili

 

dazu noch etwas (250g) frischen Mangold

Fett und Sehnen der Lammkeule abschneiden und das Fleisch in 4 dicke Scheiben schneiden. Dem Ofen auf 180° vorheizen.

Das Fleisch großzügig salzen und pfeffern und einem großen ofenfesten Topf in etwas Olivenöl anbraten. Dann herausnehmen und zur Seite stellen.

Die Zwiebelringe auf dem Topfboden verteilen und das Fleisch wieder drauf legen. Orangenzesten und Zimt um das Fleisch verteilen. Die gemahlenen Gewürze und den Zucker über das Fleisch streuen. Mit 500 ml Wasser aufgießen. Die Sardellenfilets hinzufügen. Den Safran und die Salzzitronen dazugeben.

Zugedeckt zum Köcheln bringen und dann im Backofen weitere 2 ½ Stunden garen. Das Fleisch dabei regelmäßig mit dem Saft begießen. 30 Minuten vor Ende der Garzeit die Aprikosen dazugeben, dabei die Hitze auf 100° reduzieren. Nach den 30 Minuten den Ofen abschalten. Den Topf im Ofen lassen.

Am nächsten Tag die Süßkartoffeln kochen, pellen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit der Butter vermischen und dann mit Fleur de Sel abschmecken. Warm stellen.

Während das Fleisch bei mittlerer Temperatur auf dem Herd wieder erwärmt wird, die Petersilie hacken und mit den Granatapfelkernen mischen. Aus dem Öl, dem Himbeerbalsamico, dem Salz, dem Pfeffer und dem Piment d’Espelette eine Vinaigrette rühren und unter den Salat mischen.

Den Mangold waschen und in Streifen schneiden. In Salzwasser kurz blanchieren.

Aus dem Püree Nocken stechen und zusammen mit dem Fleisch und dem Mangold auf Tellern anrichten und mit Walnusskernen bestreuen. Den Salat dazu reichen.

 

5 Kommentare

  1. Was besseres hätte dem Lamm tatsächlich nicht passieren können ;-)….
    sieht super aus, und ich tue mich selbst immer sehr schwer bei Rezepten, die ich bereits einen Tag vorher zubereiten muss, das braucht so viel Geduld und Planung, auch wenns quasi von selbst läuft ;-).
    Lieben Gruß und ein schönes Restwochenende!

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  2. Wow! Das sieht mega gut aus! Ich bewundere eure Willensstärke. Hatte neulich Hering in Sahne gemach. Eigentlich sollte der 24 ziehen…. 😉

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    • Hallo Chris, ja das war echt hart. Und nur mit Plätzchen einer lieben Freundin zu überbrücken. Deinem Kommentar nach, fiel es dir nicht so leicht. 😉

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  3. Das arme Lämmlein…na, ich bin mal nicht so….was besseres hätte dem Lamm nicht passieren können!
    Köstlich!!

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    • Liebe Sybille, du hast ja so recht! Und bald steht wieder das obligatorische Weihnachtsbambi an.. Rehrücken. Das badische Forstamt liefert. 😉
      Liebe Grüße,
      Claudia

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