10. Oktober 2016

Rosenkohlgratin, im Rausch der Gefühle und was sonst noch so passiert ist….

Rezepte, Vegetarisch, nach Saison, Herbst, deutsch | 2 Kommentare

rosenkohlgratin-2Es heißt, Rosenkohl solle vom Frost gebissen sein. Noch beißt da aber nichts, denn – und darüber bin ich sehr froh – sind die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt gefallen. Schließlich ist auch erst Oktober, wir haben grade mal das Oktoberfest hinter uns gebracht und erfreuen uns noch an den Blättern. Die Laubbläser haben endlich wieder was zu tun. Vermisst hat sie keiner.
Ich habe den Rosenkohl vermisst. Noch vor kurzem sind wir in kurzen Ärmel rumgerannt, daher ist der Begriff „arktische Kälteperiode“ hier durchaus angebracht. Mir zumindest geht es so. Noch zuckt die Hand vor dem Regler der Heizung zurück, man kann sich ja auch noch in eine Decke einwickeln, aber nicht mehr lange.
Den Rosenkohl habe ich jedenfalls aus Berlin mitgebracht. Dazu gibt es natürlich noch eine ganz lange Geschichte (mit viel Gefühl, Glitzer und Ruhm), aber nicht heute. Ich muss das alles erst einmal sacken lassen. Den Food Blog Award und die tollen Tage mit so vielen grandiosen Menschen. Bloggern natürlich. Ich bin immer noch in einem leicht schwebenden Zustand und nein, das hat nichts mit Cocktails, Wein oder sonstigem zu tun.
Der Rosenkohl blieb irgendwie verschmäht in dem wunderbaren Küchenstudio von Warendorf Küchen am Ku‘ damm liegen. Keiner wollte was mit ihnen machen, es waren nur einzelne Röschen. Ich kann immer was mit Rosenkohl anfangen und fahre ihn notfalls auch von Berlin nach München, damit er in meine Küche kommt. „Komm, nimm auch noch was von dem Fleisch mit“ – das muss man mir nicht zweimal sagen. Auch wenn die Gefahr, ausgehungert aus Berlin zurückzukommen, gegen Null ging, ist es doch schön zu wissen, dass man sich noch was Feines kochen kann, wenn man wieder zuhause ist. Nach so öden sechshundert Kilometern auf der Autobahn.
Meine Kräuter auf dem Balkon sind auch schon nicht mehr so fit und werden nach der ersten Frostnacht sicher ausgespreizt auf der kalten Erde liegen. Es war ein grandioser Sommer mit euch, liebe Kräuter. Ihr ward mir so kostbar, ich trenne mich nur schwer von euch. Aber ich habe ja versprochen – keine Larmoyanz. Dazu ist alles grad viel zu schön.
Und weil ich auch schon in den Startlöchern für die Japan-Reise stehe, tut so ein ehrlicher kleiner Rosenkohl gleich doppelt gut.
Es gibt also noch viel zu berichten in der nächsten Zeit.

rosenkohlgratin-7 rosenkohlgratin-4 rosenkohlgratin-3

Für eine Person
10 Röschen Rosenkohl, den Strunk getrimmt und die äußeren Blätter entfernt
5 EL Sahne
1 – 2 EL Ricotta
1 ½ EL frisch gehackten Estragon
1 EL Schnittlauch
1 EL gekörnte Gemüsebrühe
eine Scheibe Emmentaler
1 TL Butter
Salz, Pfeffer
etwas Olivenöl für die Form

Den Ofen auf 190° vorheizen.
1. Die Röschen halbieren und in eine mit Olivenöl ausgestrichene, ofenfeste Form setzen.
2. Die Sahne mit dem Ricotta, den Kräutern und der Gemüsebrühe verrühren und mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.
3. Über den Rosenkohl gießen und den Käse darauf legen. Etwa 30 Minuten im Ofen garen.

Dazu passt ein schönes Steak nur mit etwas Rauchsalz und frischem Pfeffer gewürzt.
Tipp dazu: Ich gare meine Steaks immer gerne „rückwärts“, heißt, nachdem es Zimmertemperatur erreicht hat, gebe ich es bei 80° für 30 Minuten in den Ofen. Erst dann kommt es in die Pfanne und wird nicht zu heiß in Butterschmalz gebraten.

Und dazu trinken? Äh.. also ich heute vielleicht mal nichts, die letzten Abende gab es genug. Für alle, die trotzdem einen Wein dazu trinken möchten, passt ein kräftiger Weißburgunder ausgezeichnet.

rosenkohlgratin-6

[fblike showfaces=“false“ width=“450″ verb=“like“ font=“arial“ locale=“de_DE“]

2 Kommentare

  1. Ah Rosenkohl, oder Kohlsprossen, wie wir hier so zu sagen pflegen. Der fehlt mir wirklich und ich habe bis dato noch keine immer keine annehmbare Verarbeitungsform gefunden. Püriert ist der nicht soooooooooo prickelnd. Am ehesten noch als Stampf mit Kartoffeln. Du Supergweinnerin hab eine gute Zeit in Japan. Bussi, Claudia

    Antworten
    • Danke dir, liebe Namensschwester!
      Ich könnte mir den Rosenkohl ganz gut mit Süßkartoffelpüree vorstellen.

      Und eine dicke Umarmung!!! Erste Updates kommen dann aus Osaka.
      Bussi,
      Claudia

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere