23. August 2015

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Ich verneige mich vor Yotam Ottolenghi. Er hat mir die allerbeste Sommersuppe beschert und deshalb muss der Sommer jetzt einfach so weitergehen. Es muss heiß bleiben! Hört ihr? Als gäbe es noch nicht genug kalte Gurkensuppen auf diesem Planeten, kommt er daher und kocht den Blumenkohl einfach in salzigem Pfefferminz Tee (total abgefahren) und weil das noch nicht genug ist, haut er auch gleich noch eine nicht unerheblich Menge Ingwer mit rein. Da freut sich mein Mixer, kann er zeigen, was er so unter der Haube hat. Und weil auch das noch nicht ausreicht, mich endgültig in die Knie zu zwingen und mich dankbar um Gnade winseln zu lassen, packt er gebratene Mandelblättchen mit Minze oben drauf. Standing Ovations, Herr Ottolenghi!
Das ist meine perfekte Sommersuppe! Die beste kalte Gurkensuppe aller Zeiten.
Da blätter‘ ich mal so halb aufmerksam durch seine Rezepte, die er im britischen Guardian so turnusmäßig raushaut und dann gehen plötzlich alle Sinne in Alarmbereitschaft bei den Trigger-Worten „cold soup“, „ginger“ und „cauliflower“. Meine Augen kleben an diesen Wörtern fest, fressen sich durch die Zeilen und der Finger kennt nur noch eine Bewegung. Klicken. Ausdrucken.
Ich stürme in den nächsten Laden, kaufe Gurken, Joghurt und Ingwer. Kaum zuhause rücke ich der ohnehin viel zu üppigen Killer-Minze (neben ihr besteht nichts anderes) auf die Pelle. Erntedank. Die Show kann beginnen.
Während ich also den Blumenkohl in frischer Minze und etwas Ingwer koche (dabei nimmt der Blumenkohl eine leicht grünliche Farbe an), röste ich die Mandelblättchen in etwas Öl, salze sie und streue getrocknete Minze darüber. Heureka! Geminzte Mandelblättchen sind eine Wucht und ich muss mich zurückhalten, dass ich nicht gleich alle davon verschlinge.
Dann werfe ich den Mixer an. Jetzt noch eine Stunde kühlen und dann die kalte Suppe über die mittlerweile auch erkalteten Blumenkohlröschen gießen. Mandeln drüber. Ich bin sprachlos und nehme diesen wunderbaren Herrn Ottolenghi in Gedanken in die Arme. Diese Suppe und die Wetter-App, die mir verkündet, dass es wieder an die 30 Grad geben soll, sind jetzt meine besten Freunde. Und ich weiß jetzt schon, diese Sommerliebe wird den Sommer überstehen.

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Gekühlte Suppe mit Gurken, minzigem Blumenkohl und Ingwer

Für Vier
4 üppige Zweige frische Minze (etwa 4 – 5 Blättchen davon separat für die Suppe aufheben)
ein ca. 12 cm großes Stück Ingwer
½ kleiner Blumenkohl, in kleine Röschen geschnitten
3 kleine Gärtnergurken (oder mittelgroße Salatgurken)
2 kleine Zehen Knoblauch, fein gehackt
500g griechischer Joghurt (mit ordentlichem Fettgehalt)
2 EL frisch gepresster Zitronensaft
1-2 EL Olivenöl
70 g Mandelblättchen
Salz, frisch gemahlener weißer Pfeffer
2 TL getrocknete Minze (geht auch prima mit dem aus Teebeuteln)

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In einem Topf etwa 800 ml Wasser zusammen mit der Minze und der Hälfte des Ingwers (in Scheiben geschnitten) zum Kochen bringen. Ein Teelöffel Salz dazugeben und die Blumenkohlröschen etwa 5 Minuten kochen, bis sie weich sind, aber noch Biss haben. Das Wasser abgießen und die Blumenkohlröschen zur Seite stellen.
Die Gurken schälen (wer mag, darf sie auch noch entkernen) und zusammen mit dem Joghurt, dem Zitronensaft, dem restlichen Ingwer (geschält und in feine Streifen geschnitten) und dem Knoblauch in den Mixer geben und pürieren. Die Minzblättchen dazugeben. Nochmal pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Suppe mindestens eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen.
In der Zwischenzeit das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Mandelblättchen darin goldbraun rösten.
In eine Schüssel geben und mit Salz und der getrockneten Minze mischen.
Zum Servieren die Blumenkohlröschen auf Tellern verteilen, die kalte Suppe darüber geben und mit den Mandeln dekorieren.

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5 Kommentare

  1. Einkaufszettel für heute mittag wurde um Blumenkohl und Gurke erweitert 😉

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  2. Der Sommer muss wiederkommen …. diese Suppe muss ich probieren, mit den entsprechenden Sommertemperaturen 🙂

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    • Die Prognosen für nächstes Wochenende verheißen gutes. 🙂

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      • Mittwoch 🙂 aus welchem Buch ist die Suppe?

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        • Aus keinem Buch, soweit ich das einschätzen kann, denn er veröffentlicht im Guardian neue Rezepte. Würde mich wundern wenn es aus einem bereits erschienenen wäre. Eher gibt er kleine Previews auf die Neuen.

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