12. November 2020

Gerösteter Rosenkohl „Gomasio“ mit Tamagoyaki

low carb, Rezepte, Vegetarisch, Rezeptart, Länderküche, nach Saison, Herbst, japanisch | 0 Kommentare

Süß-würzige Omeletts aus Japan mit Rosenkohl, der auch seine Gegner überzeugen wird.

Ich stand im noblem Kaufhaus Isetan in Tokio in der Abteilung für Küchengeräte und konnte mich nicht entscheiden. Kleines Tamago-Pfännchen mit Holzgriff oder ohne, Kochstäbchen (klar, unbedingt!), ein Reisbottich aus Holz (denk an dein Gepäck) und diverse Stäbchen. Letzteres würde ganz sicher am wenigsten Platz im Koffer benötigen. Aber so ein schönes kleines rechteckiges Pfännchen musste schon sein. Platz hin oder her. Zur Not hätte ich es mir auch im Flugzeug unter den Arm geklemmt. Nicht dass man ein solches Pfännchen nicht auch hier bekommen könnte. Es musste eine Pfanne aus Tokio sein. Ich kann mich da nur schwer beherrschen. Eine Küchenschürze wanderte auch noch in den Einkaufskorb. Dazu noch eine mittelgroßen Schale, deren Material wie frisch gefallener Schnee glitzerte. Einem Tempuratopf konnte ich gerade noch widerstehen, worauf ich sehr stolz war und mich dafür damit belohnte, dass ich in der Feinkostabteilung doch mehr Miso mitnahm, als ich geplant hatte. Hätte ich bei meinem letzten Besuch in Japan geahnt, dass es wohl für eine lange der Letzte sein würde, kann ich nur sagen – gut gemacht!
Die japanische Eierspeise „Tamagoyaki“ hat es mir angetan. Ich liebe diese gerollten würzig-süßen Omeletts. Mal verwende ich dafür etwas Dashi, aber meist mache ich sie einfach mit Mirin und Soja Sauce, wobei die Soja Sauce ein wenig die gelbe Farbe abdunkelt. Perfekt wäre weiße Shoyu, aber die bekommt man leider hier nur äußert selten. Und letztendlich ist mir die Farbe auch gar nicht so wichtig. Wichtig ist mir dieser unglaublich schmeichelnde Geschmack. Und weil es auf dem Markt bereits den ersten Rosenkohl gibt, wollte ich hier zu meinem Tamagoyaki einen kräftigen Gegenspieler haben. Ich kaufe den Rosenkohl am liebsten so, wie er auch frisch vom Feld kommt. Der feste Stiel trägt außerdem dazu bei, dass er viel länger frisch bleibt, als wenn die Röschen bereits einzeln abgetrennt wurden. Er wird im Ofen geröstet und bekommt seinen letzten Kick durch die Zugabe von reichlich Gomasio. Gomasio ist eigentlich eine ganz einfache Sache – Sesam mit Salz mischen und schon hat man Gomasio. Dazu passt dann noch ein wenig schnell gepickeltes Gemüse (Kürbis oder Rettich ist toll) und fertig ist das schnelle japanische Lunch, das ein bisschen die Sehnsucht nach Japan stillt.

Gerösteter Rosenkohl „Gomasio“ mit Tamagoyaki

Für Zwei

Tamagoyaki
4 Eier
2 EL Mirin
1 EL Shoyu (japanische Soja Sauce)
1 gestrichener TL Zucker
Meersalz
ein knapper TL neutrales Pflanzenöl (je nach Pfannengröße)
etwas Grün von Schnittlauch oder einer Frühlingszwiebel

Rosenkohl „Gomasio“
500 g Rosenkohl
1 ½ EL neutrales Pflanzenöl
einige Tropfen dunkles Sesamöl
2 EL Shoyu
1 EL Mirin
1 EL Honig
2 EL Gomasio (japanische Mischung aus Sesam und Salz, gibt es im Asia- oder Bioladen)

besonderes Equipment: ein japanisches, rechteckiges Tamago-Pfännchen

Den Ofen auf 200° vorheizen.
Den Rosenkohl waschen, putzen und halbieren. In einer großen Schüssel die beiden Öle mit Shoyu, Mirin und Honig mischen, den Rosenkohl dazugeben und mit den Händen gut durchmischen, so dass die Marinade gut verteilt wird. Ein Backblech mit Backpapier belegen und den Rosenkohl darauf verteilen. 20 Minuten im Ofen rösten.

Währenddessen die Eier mit Mirin, Zucker, einer Prise Salz und Shoyu verkleppern. Eine kleine Pfanne erhitzen (ideal ist hier natürlich eine japanische Tamago-Pfanne, weil sie rechteckig ist), das Öl darin auf mittlere Temperatur erhitzen und nur so viel von der Eiermasse hineingeben, dass der Boden mit einer dünnen Lage bedeckt ist. Nach etwa 15 -30 Sekunden sollte die Masse bereits gestockt (aber nicht gebräunt) sein und man beginnt mit einem Silikonspatel oder (ganz original) mit Stäbchen, das Omelett von der einen Seite her aufzurollen. Den freigewordenen Pfannenboden begießt man wieder mit Eiermasse und rollt nun die bereits vorher aufgerollte Eiermasse darüber. Es geht also immer hin und her, bis die Eiermasse zur Hälfte aufgebraucht ist. Dann beginnt man mit dem zweiten Tamagoyaki.
Sobald dieses fertig ist, sollte auch der Rosenkohl soweit sein, dass man ihn mit dem Gomasio bestreuen und auf Schüsseln verteilen kann.
Die Tamagoyaki werden in dicke Scheiben geschnitten und mit ein paar Frühlingszwiebelröllchen bestreut.
Wer mag serviert noch ein bisschen Shoyu zum Dippen dazu.

Shoyu und Gewürze aus Japan

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