19. April 2015

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„Nimm zum Einstieg die Gurke, die ist toll“, meint Andreas Till, Lieblingsbartender seit vielen Jahren, und reicht mir ein großes bauchiges Weinglas mit Eiswürfeln, Gurkenscheiben und mit Champagner aufgegossen. Ich stehe in einer Halle der Großmarkthalle und lasse gerade alles zu. Es war ein langer Tag, die Restsonne scheint durch die Dachfenster der ehrwürdigen Markthalle und mitten zwischen verwaisten Gemüse- und Obstständen steht ein großer orangener Food Truck. Ein klassischer Airstream, wie man sie aus Amerika kennt.

Ich bin zum ersten Mal in einer der Münchner Großmarkthallen. Es ist alles so riesig hier, dass es fast wie eine Stadt in der Stadt wirkt. Zutritt ist der Öffentlichkeit verwehrt, doch ich bin nicht zum Einkaufen hier sondern zum Trinken.

Champagner als Mixgetränk und auf Eis ist ja jetzt an sich nichts bahnbrechend Neues. Ja. Und Nein. Das Haus Veuve Clicquot präsentiert exklusiv seine neueste Champagner Création. Rich – heißt das schöne Kind, und wurde mit einem besonderen Traubenmix und einer höheren Dosage entwickelt. Mit Dosage ist die Süße gemeint und aus diesem Grund soll dieser Champagner auch nur auf Eis und vorzugsweise mit Aromen getrunken werden, die seine Noten optimal zur Geltung bringen. Earl Grey Tea zum Beispiel. Oder Sellerie. Frische Himbeeren und Paprika.

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Andreas Till vom Pacific Times

In früheren Zeiten, als ich neben meinem Studium noch als Türsteherin vor einem angesagten Club stand, gönnten wir uns manchmal in den frühen Morgenstunden nach Dienstschluss eine große Flasche Champagner, füllten die Gläser mit Eis und schütteten das Zeug so schnell runter, wie es nur ging. Das war dekadent. Auf uns und auf die Nacht. Lasst uns weiterziehen, noch ist die Nacht nicht zu ende. Das Leben ist großartig.

Daran muss ich jetzt denken, während ich so an meinem Champagner-Gurken Cocktail nippe. Und stelle fest, dass der irgendwie besser zu genießen ist als früher. Das macht natürlich Lust auf mehr. Ich darf auch selbst meine Kreation bestimmen und kombiniere Himbeeren mit Zitronenmelisse. Ingwer mit Basilikum überzeugt ebenfalls. Irgendwie dekadent ist es immer noch, doch yeah! – das hier macht richtig Spaß. Es ist frisch, es ist aromatisch und ich fühle mich ein wenig wie auf einer hippen Party am Strand von Ibiza. Kann mir die Szene genau vorstellen. Der Strand Club ganz unten im Süden. Der mit den riesigen blauen Kissen über den Strand verteilt…

Bevor das Fernweh größer wird, erde ich mich mit einem kleinen Burger. Bernd Arold vom Gesellschaftsraum in München hat sie gemacht. Mit Avocado- und  Kräutercreme, einem göttlichen Gurken Relish und Bio-Fleisch. Im selbstgebackenen Brötchen, das mit Gewürzen verfeinert wurde. Und während ich also versuche, auf möglichst elegante Art meinen Burger zu essen und mich nicht zu verkleckern (dabei bin echt ein Held), erklärt Andreas unser Bartender, warum das mit dem Strohhalm eigentlich Quatsch ist. Wegen der Nase. Ohne die Nase sind wir ziemlich hilflos bei der Aromenbestimmung. Wer sie also nicht näher ans Glas bringt (deshalb auch die großen Gläser), hat nur den halben Spaß. Lippenstift hin oder her.

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Bernd Arold vom Gesellschaftsraum

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In ein paar Stunden ist der Spaß vorbei. Dann herrscht hier wieder das nächtlich Gewusel der Gabelstapler. Draußen wird sich ein Truck an den nächsten reihen. Doch jetzt gibt es noch zum Abschluss eine Currywurst (für die Sauce hat Bernd mir das Rezept gegeben und ich werde ich es nicht für mich behalten) und ein Glas mit Champagner, der über schwarzem Tee aufgegossen wurde und wieder viel Eis. Sommer, wo bist du? Ich wäre bereit….

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