18. Februar 2015

Die totale Miso(nierung), schwarzes Mirin-Glück und Spaß auf der Biofach

Entdeckungen, Biofach Messe | 4 Kommentare

 

Es ist November. Ich entdecke etwas, was sich schwarzer Mirin nennt (zur Erklärung, Mirin ist ein japanischer Reiswein und in der Regel hell und klar). Dieser schwarze Mirin ist 20 Jahre alt. Ich bekomme Herzklopfen. Der Geschmack wird als sehr gereift, voll und süß beschrieben. Der helle Mirin, den ich in meiner Küche nicht mehr missen möchte, ist also aufgrund der im Reis enthaltenen Amino Säuren immer weiter gereift und wurde irgendwann schwarz wie die Nacht. Die einzige Frage, die durch meinen Kopf geistert ist „und wo bekomme ich das nun her“? In Japan. Na, toll. Eine liebe Bloggerkollegin, die dorthin reiste, wollte helfen. Doch das gute Zeug blieb unauffindbar.

Zeitsprung – drei Monate später. Fast möchte ich sie streicheln. Meine eigene und sicherlich einzige Flasche schwarzes Mirin in ganz Deutschland. Ich verdanke sie MUSO aus Japan. Sie haben mir eine Flasche auf die Biofach mitgebracht. Ich will sie alle am liebsten umarmen, das gesamte Messe Personal am Stand herzen, allein meine Skepsis, ob solche spontan-körperlichen Aktionen mit japanischen Herren nicht zuviel des Guten sind, hält mich davon ab.
Mögen nun alle geschätzten Leser ein wenig unverständig mit dem Kopf schütteln. Ja – eine solche seltene Köstlichkeit muss gefeiert werden. Und ich bin unendlich dankbar dafür. Ich werde grandiose Steaks damit verfeinern, werde ihn über Schokolade und Erdbeeren gießen. Es wird ein Fest.
Gerne hätte ich diese überschwängliche Freude mit den Hörern von KochblogRadio geteilt, doch als ich ihren Chef-Moderator Tim Faber aus der Messe traf, wusste ich noch nichts von dem Glück, das mich kurze Zeit später ereilen sollte. Und so haben wir einfach ein wenig geplaudert. Über das Bloggen, über meinen Blog und… äh, ja genau – ich weiß nicht mehr worüber wir zehn Minuten lang gesprochen haben. Ich war ein wenig aufgeregt. Aber ich weiß mit Sicherheit, Tim hat das großartig gemacht. Radio begeistert mich.

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Tim Faber vom Kochblog Radio und ich haben großen Spaß

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Gruppenfoto mit meiner geschätzten Bloggerkollegin Claudia von „geschmeidige Köstlichkeiten“ und Tim Faber vom KochBlog Radio

Während meines Studiums hatte ich selbst mal bei einem Berliner Radiosender ein Casting. Das lief ganz gut, aber dann meinten sie, ich sei von der Stimme her eher der Typ für so was wie die Deutsche Welle (was immer das heißen mag) und weniger passend für einen jungen poppigen Sender. Da war ich grade mal Zwanzig. Das war bitter und ich fühlte mich uralt. Zumindest so stimmmäßig uralt.
Auf der Biofach jedenfalls war der Stand von Kochblog Radio DER Magnet für alle Food Blogger. Hier war der Treffpunkt und die Stimmung einfach großartig. Zwischen Olivenöl, und amerikanischem Gebäck war hier unser kleiner Hafen, den wir alle immer wieder ansteuerten. Und von wo aus ich meine Entdeckungstour startete.
In diesem Jahr liegt mein Fokus ganz auf den internationalen Bio Anbietern. Hier erhoffe ich mir Entdeckungen, wie ich sie so sicherlich in keinem der ortsansässigen Bioläden machen kann. Und ich werde nicht enttäuscht.
Meine „Fundstücke“:

Black Mirin
20 Jahre alter gereifter japanischer Reiswein. Unglaublich köstlich. Und meine ganz große Freude.
MUSO Intl. Japan
Topinambur Mehl
Bisher habe ich noch nie Mehl aus Topinambur entdeckt. Ich werde backen (hrmpf), führt kein Weg dran vorbei. Die Neugier ist zu groß. Diese unglaublich sympatische Firma aus Polen bietet auch Eichelmehl, Eichelkaffee und herrliche Kekse aus Topinambur oder Eicheln an.
Dary Natury aus Polen
Buchweizen Bier
was für eine erfrischende Entdeckung. Ich habe es genossen und finde, es ist das perfekte Sommerbier.
Mongozo aus den Niederlande
Ponzu Sauce
gut, Ponzu kennen die meisten von uns.Aber in bio und besonders lecker ist sie immer willkommen.
MUSO, Japan
Lotus Nudeln und Ume Püree
das köstliche Püree aus den fermentierten Ume Pflaumen und die Nudeln sind einfach tolle Basics für herrlich wärmende Suppen. Genau das Richtige bei diesem Wetter.
MUSO, Japan
die allerbesten Würste
gleich zweimal sind wir auf dem Stand eingefallen und haben alles an Würsten gekauft, was zu kaufen war. Diese Würste sind ein Traum an Würze und purem Fleischgeschmack. Natürlich aus bester Haltung und oft prämiert. Hoher Suchtfaktor.
Gawor aus Polen
Gomasio mit Kräuter und Nüssen
Gomasio ist schon lange ein treuer Freund in der Küche. Die Mischung aus Meersalz und Sesam ist perfekt zum garnieren, verfeiern und würzen. Hier habe ich eine spannende neue Variante entdeckt.
Senfas, Frankreich
grüne Shirataki Nudeln
Shirataki Nudeln sind traditionelle japanische Nudeln, die aus der Knolle der Teufelszunge (botanischer Name: Amorphophallus konjac , in Österreich auch Tränenbaum genannt) hergestellt werden.
Die Knolle wird Konjakwurzel genannt. Sie ist die kalorienärmste Nudel, die es gibt.
Mitoku, Japan
Topinambur Kaffee
Kaffee, der gar keiner ist. Der aber wie die Topinambur Wurzel schmeckt. Ungewöhlich. Fein.
Dary Natury, Polen

Was ich jetzt nicht abgebildet habe, ist die umfangreiche Sammlung an unterschiedlichsten Misos, die ich noch mitgebracht habe. Mildes Miso, süßes Miso, würziges Miso. Ich habe Nudeln mit Tomatensauce probiert, die mit Miso verfeinert war und war wirklich begeistert. Zukünftig werde ich Miso viel großzügiger in meiner Küche einsetzen. Jawoll.

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4 Kommentare

  1. So schöne Schätze 🙂 toll.
    man ist nur immer so furchtbar geizig mit nicht so schnell wiederbeschaffbaren Zutaten, ich zumindest 😀

    Antworten
    • Ja, liebe Britta. Schlimm, oder? Ständig denkt man daran. Und genau auf die Art wird der Küchenschrank immer voller.

      Antworten
  2. Es war genial! Und ich freu‘ mich auf diverse Rezepte. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

    Antworten
    • Sehr gerne und gerne wieder. Ich freu mich schon auf Salzburg!

      Antworten

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  1. Schmausepost vom 20. Februar | Schmausepost - […] Bio hoch zwei: Die Bio­f­ach in Nürn­berg ist die welt­größte Fach­messe für Bio-Produkte. Was es dort zu sehen, zu erle­ben…

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