Eine Münchner Sommernacht mit Brisket Burgern und einer Bierentdeckung

BrisketandBeer

Butterzartes Fleisch, dezentes Raucharoma, eiskaltes Bier und ein frischer Cole Slaw – ein sternenklarer Nachthimmel und wieder keine Perseiden. Das ist der Meteorstrom, der uns in dieser Zeit die Sternschnuppen bescheren sollte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir mehr auf unsere Teller geschaut haben, als in den Himmel.

Vermutlich gab es keinen besseren Abend als gestern um endlich mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Eine Rinderbrust (Brisket) bis zum Zerfallen mit Barbecue Gewürzen über Stunden im Ofen zu schmoren, selber die Burger Buns dazu zu backen (wozu mein Lieblingsbäcker Martin mir ein ganz großartiges Rezept geliefert hat). Die Sauce? Klar, die war natürlich auch selbstgemacht. So eine eigene Barbecue Sauce ist eine schnelle Sache und in jedem Fall einer gekauften Version vorzuziehen. Ein bisschen frischen Krautsalat  – American way – dazu und den Kühlschrank ausräumen, damit auch das Bier genug Platz hat.

BrisketMunichSummer

Das Bier für diesen Event ist natürlich auch was ganz Besonderes. Habe ich vor kurzem entdeckt. Die Münchner Mini-Privat-Brauerei Crew AleWerkstatt, die sich der Tradition des Ale verpflichtet hat. Herrlich obergäriges Bier mit einem intensiven fruchtigen Hopfenaroma. Gibt es in 4 Sorten, je nach Laune und gewünschter Umdrehung. Ganz neu, die „Munich Summer“ Edition. Die musste unbedingt dabei sein bei meinem Brisket-Event.

Die beiden netten Brauer habe ich im Zuge der Beschaffung des Bieres gleich kennengelernt und dabei so einiges über den Hopfen erfahren. Und dass von diesen Hopfen, der eine davon mit dem beeindruckenden Namen Herkules, dreimal mehr gebraucht wird als bei herkömmlichem Hellen, Pils oder Weißbier. Die Jungs machen einen grandiosen Stoff.

Jetzt bin ich ja schon eher bei der Weinfraktion zu finden aber dieses Bier ist echt eine solche Geschmacks-Granate, dass ich mich dabei ertappe, wie ich immer wieder um den Kühlschrank rumschleiche, wo sie auf mich warten (ok, auf die Gäste natürlich auch).

BrisketandMunichSummer

Das mit dem Brisket ist so eine fixe Idee, die seit Wochen in mir rumorte. Das Pulled Pork hat es ja mittlerweile geschafft, dass alle total gierig danach sind, der Burger erlebt seit längerem eine unglaubliche Renaissance nur das Brisket, das lümmelt irgendwie immer noch lieber auf der anderen Seite des Ozeans rum. Es war an der  Zeit, dass es sich auf die Reise macht. Ich war da drüben auf einem Straßenfest und stellte mich genau da an, wo die längste Schlange war. Da gab es BBQ Brisket. Ich saß auf einer Mauer, die Zähne in das Fleisch vergraben und sog die köstlichen Aromen in mir auf. Großartig. Das musste mit.

Beim Metzger wurde es vorbestellt, am besten aus dem Mittelstück, und am Vorabend startete Phase 1 des Projekts. Bestimmt habt ihr schon mal von einem „Rub“ gelesen. Eine trockene Marinade, die, wie der Name schon besagt, in das Fleisch eingerieben werden muss. Am besten eignet sich dazu ein Barbecue Rub, das mit würzigen Kräutern und Raucharoma daherkommt. Freunden des Raucharomas empfehle ich das entweder mit Pimentòn de la Vera (geräuchertes spanisches Paprikapulver) oder etwas liquid Smoke zu verstärken. Ich habe es getan und es war perfekt.

Der Vorteil bei so einem Brisket ist einfach, dass keiner am Grill stehen muss und man ganz entspannt sich der Sommernacht hingeben kann. Klar, Grillen macht ja auch Spaß, aber wer bereit ist für eine neue Fleisch-Entdeckung, der kommt ums Brisket nicht drum rum.

BrisketBurgerwithColeSlaw

Für Acht

Oven Roasted Brisket

2,5 kg Ochsenbrust aus dem Mittelstück

5 EL Barbecue Rub

2 EL smoked Paprika Pulver

Einige Spritzer liquid smoke

3 EL BBQ Sauce (Rezept weiter unten)

Salz

Die Ochsenbrust abwaschen und trocken tupfen. Die Gewürze bis aus das Salz kräftig einmassieren und fest in Alufolie einwickeln. Über Nacht, am besten 24 Stunden, im Kühlschrank ruhen lassen. Herausnehmen und auf Zimmertemperatur bringen. Die Alufolie öffnen, mit der Fettseite nach oben legen und mit der BBQ Sauce bestreichen. Wieder fest in die Alufolie wickeln so dass es luftdicht verschlossen ist und am besten in eine Alugrillpfanne setzen. Keiner hat Lust, hinterher den Ofen sauber zu machen, falls vom Saft was austreten sollte.

Bei 130° für 5 Stunden im Ofen garen. Man rechnet pro Pfund etwa eine Stunde. Ein wenig länger schadet nicht. Wenn man das Fleisch herausnimmt, sollte es sich faserig locker mit der Gabel abtrennen lassen. Es muss quasi zerfallen. Bevor es auf die Burger kommt kann man noch leicht salzen.

Die Sauce

500 g fein passierte Tomaten

3 Walnuss große Stücke Ingwer, fein gerieben

2 EL brauner Zucker

4 EL Apfelessig

1 EL Honig

8 stück Langpfeffer

1 Zwiebel, fein gehackt

3 Zehen Knoblauch, fein gehackt

2 EL Olivenöl

1 EL geräuchertes Paprikapulver

1 El Worcestershiresauce

Salz

Die Zwiebel und den Knoblauch in einem Topf mit dem Olivenöl glasig und weich dünsten. Den Zucker und das Paprikapulver dazugeben. Der Zucker sollte leicht karamellisieren. Mit dem Essig ablöschen. Die passierten Tomaten und den Ingwer dazugeben. Etwas einköcheln lassen. Mit dem Honig und der Worcestershiresauce abschmecken. Salzen. Den Langpfeffer heraus nehmen.

Dann mit dem Pürierstab oder dem Standmixer fein pürieren und in ein eine saubere Flasche abfüllen (hält sich etwa eine Woche im Kühlschrank).

Cole Slaw

1 Jaroma Kohl

4 Karotten

1 Bund Petersilie

1 Bund Schnittlauch

1 Glas  (250 ml) Miracle Whip Balance

1 Becher Vollmilch Joghurt

2 Bio Limetten

Cayenne Pfeffer

Salz

Die äußeren Blätter des Kohls entfernen und fein raspeln. Die Karotten schälen und ebenfalls raspeln. Die Kräuter fein hacken. Die Limetten waschen und die Schale abreiben. Den Saft auspressen. Die Mayonnaise mit dem Joghurt und dem Limettensaft und-schale mischen. Mit Cayennepfeffer und Salz abschmecken.

 

Die wunderbaren Burger Buns findet ihr hier und zum großartigen Munich Summer Bier geht es hier entlang.

Und jetzt genießt die wunderbaren Sommernächte!

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20 Responses to Eine Münchner Sommernacht mit Brisket Burgern und einer Bierentdeckung

  1. HopfenAbo 12. August, 2013 at 14:18 #

    Ein wunderbares Rezept: sowohl für’s Brisket als auch für die BBQ-Sauce und den Coleslaw! Am Samstag gab’s bei mir die doppelte Portion für meine große Geburtstagsrunde – alle waren begeistert. Danke !!!

    • Dinner um Acht 12. August, 2013 at 16:14 #

      Yeah! Brisket-Lovers unite! Freut mich riesig, dass das Brisket mit Sauce und Cole Slaw gut angekommen ist. Und ich bin sicher – das Bier dazu hat auch gepasst.
      LG
      Claudia

      • HopfenAbo 14. August, 2013 at 10:27 #

        Selbstverständlich wurde auch auf’s Bier viel Wert gelegt! Bin schon länger ein Fan von Crew – und alle drei Biere waren vertreten! Aber wir hatten auch noch Camba Bavaria dabei; das Amber Ale ist ein Gedicht.
        LG Stephan

        • Dinner um Acht 14. August, 2013 at 16:44 #

          Amber Ale….hmmm… kommt sofort auf die Wunschliste. Stell mir grad die wunderbare Farbe vor.

  2. Judith 23. Juli, 2013 at 10:49 #

    Was für ein schönes Rezept 🙂 Ich werde die Sauce gleich mal ausprobieren…bis jetzt hab ich das perfekte Rezept noch nicht gefunden!
    Und eine Badnerin in meiner liebsten Stadt….ich bin in Bühl geboren 😉 und hoffe ich schaffe es irgendwann nach München zu ziehen!
    Super schöner Blog :)))

    • Dinner um Acht 23. Juli, 2013 at 12:05 #

      Liebe Judith, vielen Dank
      Badner unite! Bin gespannt, wie du die Sauce findest. Ehrliche Antwort immer gerne.
      herzliche Grüße in die Heimat,
      Claudia

  3. bushcook 22. Juli, 2013 at 17:21 #

    Ach was bin ich froh, dass ich in den Genuss gekommen bin, in so einen Burger reinzubeißen. Köstlich war er, vielen, vielen Dank für die Einladung, meine Liebe.

    • Dinner um Acht 22. Juli, 2013 at 18:20 #

      Es war mir eine Freude! Und danke für den Flieder Sirup um den ich jetzt herumschleiche…..

  4. Bonjour Alsace 21. Juli, 2013 at 21:16 #

    Brisket probiere ich aus, Deine BBQ-Sauce auch.. denn meine ist noch verbesserungswürdig. Bei den Buns muss ich noch überlegen, denn meine sind absolut erprobt und gelingsicher. Aber das sind die von Martin sicher auch 😉

  5. Steffen 21. Juli, 2013 at 16:18 #

    Hmmm, hört sich ganz nach dem perfekten Abend an!

    • Dinner um Acht 21. Juli, 2013 at 19:34 #

      Das war es! Auch ohne Sternschnuppen.

  6. einfach ein schönes Leben 21. Juli, 2013 at 15:55 #

    Liebe Claudia,

    so kann man den Sommer genießen. Jetzt hab ich endlich die passende Füllung für meine Buns.

    Grüße aus dem Westen

    Martin

    • Dinner um Acht 21. Juli, 2013 at 19:34 #

      Lieber Martin, ich hoffe ich habe das mit den Buns einigermaßen richtig gemacht. So als Back-Novizin.
      Liebe Grüße
      Claudia

      • einfach ein schönes Leben 22. Juli, 2013 at 17:48 #

        Für mich schau’n die super aus. Also von mir bekommst du ein dreifaches Bravo.

        Es grüßt aus den Randgebieten

        Martin

        • Dinner um Acht 22. Juli, 2013 at 18:19 #

          Danke! Damit man dieses Rezept als idiotensicher bezeichnen. Auf Anhieb gelungen!
          Es winkt herzlich aus dem Münchner Süden,
          Claudia

  7. bushcook 21. Juli, 2013 at 14:04 #

    Und wieso fragst Du Dich noch, ob frau ein EGG braucht??????
    Sie braucht! Das ist das Top-Accessoire für diesen Sommer!

    • Dinner um Acht 21. Juli, 2013 at 19:35 #

      Der IT-Grill. Woass scho…… 😉

Trackbacks/Pingbacks

  1. KitchenGuerilla bei Rosenthal & Münchner Getränke | Der Mut anderer - 18. November, 2013

    […] verschiedenen Biere von Crew habe ich bereits im Sommer bei Claudia zu Brisket-Burgern getrunken. German Pale Ale, Munich Summer und Drunken Sailor, alle sehr […]

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