4. März 2015

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Das Glück ist ein Bällchen. Gut, manchmal auch ein eher flaches Bällchen, aber solange wir auf die äußere Form annähernd die gute alte Pi-Formel (2r x π ) anwenden können, geht es als Bällchen durch. Meatballs, Fleischbällchen, Klöße, Knödel, Klopse – ja selbst Gnocchi lasse ich gelten. Diese runden Glücklichmacher sind in fast allen Länderküchen zu finden, egal ob in süß oder herzhaft. Und eben auch in abgeflachter Form.

Ich rede mich ja nicht umsonst um Kopf und Kragen, wenn aus den eigentlich geplanten Ricotta Bällchen, flache runde Taler geworden sind. Aber so ist es nun mal. Vermutlich habe ich am Marktstand genuschelt, als ich drei Eier bestellte, aber dann eben nur zwei in der Packung lagen, was ich auch erst feststellte, als ich sie in den Kühlschrank räumen wollte. Vom dritten hätte ich auch nur das Eiweiß gebraucht. Dem gebe ich jetzt also mal die Schuld, dass es mir die Ricotta Bällchen verhagelt hat. Also zumindest formmäßig, geschmacklich waren sie großartig.

So war das Ergebnis also eher rustikal, denn elegant, was aber ja egal ist, denn sie machen trotzdem glücklich. Und das ist jetzt nicht auf die unanständige Menge Muskatnuss zurückzuführen, die ich jedoch im Rezept auf ein normales Maß (hier erhöhe ich immer) reduziert habe. Nicht jeder Mensch bekennt sich schließlich so offen zu seiner Muskat-Affinität, wie ich das tue.

Mein „winterharter“ Salbei hat mich in diesem Jahr leider im Stich gelassen. Mickrige kleine Blättchen, mehr gibt er derzeit nicht her und so musste ich dann doch für ein ordentliches Salbei Erlebnis, diesen auf dem Markt kaufen. Zusammen mit der in Butter gebratenen Zitronenschale waren diese luftigen „Bällchen“ dann wirklich ein Erlebnis.

Diese teils milden, teils kräftigen Aromen mussten mit einem kräftigen Wein pariert werden. Hier hatte ich vor kurzem eine wunderbare Entdeckung gemacht. Ein Wein aus  dem Nordwesten Spaniens, genauer gesagt der Provinz León, welche an Galicien und Asturien grenzt, also recht weit im Norden. Das Besondere an diesem Anbaugebiet ist das Mikroklima, das eine ideale Mischung aus Feuchtigkeit und Wärme garantiert. Die Traube Mencía, aus welcher dieser Wein zu hundert Prozent besteht ist typisch für die Region. Dazu wird der Wein 10 Monate in französischer und amerikanischer Eiche ausgebaut.

Hier jubelt mir gleich ein ganzes Beerenbouquet entgegen gemischt mit verführerischen Röstnoten. Die breiten sich dann auch richtig schön am Gaumen aus. Tabak und leichte Nelkentöne ( und auch wieder ein Hauch Muskat) gleiten vorbei, dazu kommt eine Spur von Schokolade – alles ist ein sehr elegantes Erlebnis. Der 2009 „Altos de Losada“, Vinos de Finca stammt ausschließlich aus steilsten Einzellagen aus dem Besitz der Finca, die vor mehr als 60 Jahren angelegt wurden und seit wenigen Jahren biodynamisch bewirtschaftet werden. Der Weinexperte in meinem Freundeskreis würde jetzt wieder sagen „Claudia, das ist der richtige Wein für dich – schön schmelzig“. Recht hat er – im Übrigen nicht nur er. Der amerikanische Wein Kritiker Stephen Tanzer gab ihm 91 von 100 Punkten. Und ich hätte gemäß der Lagerempfehlung bis 2020 warten können, um ihn zu trinken. Natürlich konnte ich nicht so lange warten.

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Ricotta-Cashew Klößchen mit Salbei und Zitrone

Für Zwei

30g Cashew Nüsse, in der Pfanne ohne Fett geröstet (alternativ Pinienkerne)
250g Ricotta
2 Eier, plus 1 Eiweiß extra
½ TL gemahlener Muskat
¼ TL Backpulver
70g Parmesan, fein gerieben
100g feiner Weizen Grieß
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
40g Butter
1½ EL Olivenöl
Zesten einer unbehandelten Zitrone (wenn kein Zestenreißer zur Hand ist, dann mit dem Sparschäler sehr fein abschälen)
etwa 10 Salbeiblätter

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Die Cashew Nüsse im Blitzhacker fein mahlen.

Ein Sieb mit einem Käsetuch oder Mull auslegen und den Ricotta darauf legen. Mit dem Tuch den Ricotta so fest wie möglich auspressen, so dass möglichst viel Flüssigkeit entweicht. Den ausgepressten Ricotta mit den gemahlenen Nüssen, den zwei Eiern und dem Eiweiß vermischen. Die Hälfte des Weizengrieß‘, Muskat, 50 g des Parmesans, 1 TL Salz und das Backpulver dazugeben. Abdecken und im Kühlschrank eine Stunde ruhen lassen.

Den restlichen Grieß auf einem Brett verteilen und mit zwei Teelöffeln walnussgroße Mengen aus dem Teig stechen und im Grieß zu Bällchen drehen. Diese noch mal 10 Minuten ruhen lassen.
Einen großen Topf mit Salzwasser zum Sieden bringen. Es darf nicht sprudelnd kochen.
In der Zwischenzeit die Butter in der Pfanne aufschäumen lassen, die Temperatur auf mittlere Hitze zurückdrehen und die Salbeiblätter etwa 2 Minuten darin braten. Erst kurz vor dem Herausnehmen die Zitronenzesten dazu geben und vorsichtig braten. Herausnehmen und auf einen mit Küchenkrepp ausgelegten Teller legen.

Die Bällchen ins Salzwasser geben und warten, bis sie an die Oberfläche steigen. Dort noch etwa 3 Minuten ziehen lassen und mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Auf einem mit Küchenkrepp ausgelegten Brett abtropfen lassen.

In der Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Bällchen rundherum anbraten, so dass sie eine leichte Bräunung bekommen.

Auf Tellern verteilen und mit den Salbei Blättern, den Zitronenzesten und dem restlichen Parmesan garnieren. Zum Abschluss ein wenig frisch gemahlenen Pfeffer drüber streuen.

 

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2 Kommentare

  1. Also, Deine Bällchen sehen auch Taler-flach ganz wunderbar aus, eine runde Sache im Geiste sozusagen ;-). Lieben Gruß!

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  2. Mhhm die sehen toll aus 🙂 Ich mach auch gern Ricotta Gnocchi, die sind so ähnlich vom Teig. Die Kombi mit Salbei ist wirklich toll, probier ich mal aus!
    LG
    Ela

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