13. April 2014

Seeteufel auf gewürztem Möhrenpüree mit grünem und wildem Spargel, frischen Erbsen und Pistou

Spargel, Rezepte, Rezeptart, aus Meer und Fluß | 4 Kommentare

Seeteufel_Pistou_wilderSpargel (1 von 1)Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den besten Spargel im ganzen Land?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entfacht der Auftakt der deutschen Spargelsaison alle Jahre wieder auf Neue die Diskussion, woher denn nun wirklich der beste Spargel komme. Ich halte mich hier meist vornehm zurück. Ich bin natürlich den Gewächsen meiner badischen Heimat zutiefst verbunden und habe dort auch am vergangenen Wochenende das erste Spargelhäuschen neben einem Acker geplündert, doch ich schwelge auch stets gerne in der Erinnerung an den herrlichen Beelitzer Spargel, den ich während meiner Studienzeit in Berlin oftmals körbeweise nach Hause getragen habe. Bayern muss sich natürlich auch nicht verstecken, doch hier schätze ich ganz besonders den zarten grünen Spargel. Hellgrün und von einer delikaten Zartheit ziehe ich diesen immer allen anderen grünen Spargeln vor. Das Frischeargument ist ohnehin nicht zu entkräften.

Die Schlange auf dem Bauernmarkt kurz vor Neun, ließ schon ahnen, dass ich nicht die Einzige sein sollte, die an diesem Wochenende nach dem feinen Gemüse lechzt. Ich stelle mich brav in die Reihe und stiere auf die Stiegen mit dem Spargel, die mit jedem Kunden, der vor mir steht immer leerer werden. Beiße mir ein bisschen nervös auf die Lippe, wenn ausgerechnet vor den letzten grünen Spargeln jemand grübelnd prüft, ob die jetzt noch in den Korb müssen oder nicht.

Ich versuche mich also wieder in Gedankenübertragung und konzentriere mich. Nein, du möchtest heute keine grünen Spargel und Ja, weiße Spargel sind viel besser. Möge die Macht mit mir sein. Über mir regnet es in diesem Moment Kirschblüten. Hoffentlich bremsen die nicht die Alphawellen meines Gehirns. Nur noch zwei Kunden vor mir. Es läuft gut. Bisher hat keiner den grünen Spargel weiter beachtet. Dann ein Rückschlag. Die Dame vor mir greift beherzt in die Stiege. Nur noch 3 Bund liegen darin. Finger weg, denke ich nun noch konzentrierter. Ein letzter Bund ist noch drin. Wenn jetzt nichts mehr schief geht gehört der mir. Gerade als ich, ohne drängelnd oder unhöflich zu erscheinen, die Hand nach diesem letzten Bund ausstrecken will, sehe ich wie sich eine andere Hand darum schließt. Die Kiefermuskeln mahlen. Doch die Hand gehört einem jungen Burschen, der sie nur auf eine neue volle Stiege mit grünem Spargel legt. Alles gut. Ohmm. Ein erneuter Schauer von Kirschblüten landet auf unseren Köpfen. Erleichtert lächle ich in die Runde.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die nervöseste Spargelkäuferin im ganzen Land? Ich gelobe Besserung.

Seeteufel_Pistou_wilderSpargel (1 von 1)-2

Pistou ist übrigens die französische Variante des klassischen italienischen Pestos (Genovese), jedoch ohne Pinienkerne und Parmesan. Dafür dürfen hier noch Petersilie und Knoblauch mit dazu.

 

Für Zwei
300 – 400 g Seeteufel
4 große Möhren
1 weiße Zwiebel
3 EL Olivenöl
1 Bio Zitrone
600 g frische Erbsen (in der Schale)
500 g grüner Spargel
1 EL Zucker
etwa 10 Stangen (oder besser Stängelchen) wilder Spargel (dieser ist sehr dünn, alternativ passt auch Thai-Spargel aus dem Asia Markt)
1 Bund Basilikum
½ Bund glatte Petersilie
1 Zehe Knoblauch
50 ml gutes Olivenöl
2 EL Butter
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

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Für das Pistou die Blättchen des Basilikums und der Petersilie zupfen (Stiele des Basilikums aufbewahren) und zusammen mit dem Olivenöl und der Knoblauchzehe im Mörser zu einer Paste verarbeiten. Alternativ klappt das auch prima in einem kleinen Mixer oder mit dem Pürierstab (Knoblauchzehe dann davon fein hacken). Salzen und beiseite stellen.

Die Erbsen palen. Einen Topf zur Hälfte mit Wasser füllen, 1TL Salz dazugeben und einen Dämpfaufsatz darüber stellen und die Erbsen etwa 5 Minuten im Dampf mit geschlossenem Deckel garen. Mit Eiswasser abschrecken und die Erbsen aus der Hülle drücken (aufwendig, aber geschmacklich lohnt sich das). Beiseite stellen.

Die Möhren schälen und in grobe Stücke schneiden. Ebenfalls in den Dämpfaufsatz zusammen mit den Basilikumstängeln geben und etwa 15 – 20 Minuten dämpfen. Die Zwiebel fein hacken und in 3 EL Olivenöl glasig dünsten. Die Zwiebel-Öl Mischung zusammen mit den Möhren im Mixer oder mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Warm stellen.

Den grünen Spargel waschen und das untere Drittel schälen. Beim wilden Spargel die harten Enden abschneiden.

Beide Spargelsorten für etwa 8 Minuten in den Dämpfaufsatz geben.  Wenn die Spargelstangen recht dick sind können sie nun halbiert werden. In einer Pfanne 1 EL Butter leicht bräunen, den Zucker dazu geben und darin den Spargel sanft anbraten. Die Erbsen dazu geben. Von der Hitze nehmen und ebenfalls warm stellen.

Zuletzt den Seeteufel in der restlichen Butter von beiden Seiten anbraten. Salzen und pfeffern und unter dem geschlossenen Deckel ohne Hitze einige Minuten ruhen lassen.

Das Möhrenpüree auf Teller anrichten, ein Stück Seeteufel darauf setzen und mit Pistou garnieren. Den Spargel und die Erbsen um das Püree herum anrichten.

Tipp: Anstelle von Seeteufel kann auch anderer festfleischiger Fisch verwendet werden

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4 Kommentare

  1. Habe gerade dein Gericht nachgekocht..mmmh… lecker war es! Genau richtig für Karfreitag; )

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    • Das ist ja schön. Freut mich sehr.
      Hab schöne Ostern
      Claudia

      Antworten
    • Vielen Dank! Das von so einer tollen Fotografin zu hören…. 🙂

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