30. April 2015

Halibut_Spring Vegetables-1-5

Nur ein paar Tage dauert die Pracht in meiner Straße. Eine ganze Reihe von Bäumen erstrahlt in rosafarbenen Blüten. Dann fegt der Wind sie auch schon wieder davon. Blüten sind so ziemlich das Herrlichste, womit der Frühling uns erfreut. Es ist das zarte Grün, die weißen und rosigen Blüten, die mir so viel Freude machen, Lust darauf, endlich wieder am Morgen am Isar Hochufer entlang zu laufen und einfach nur die Natur zu genießen.
Ich habe schon in Jugendzeiten damit angefangen, mit Blüten zu experimentieren und bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass nur die allerwenigsten wirklich dazu bestimmt sind, uns auch eine kulinarische Freude zu bereiten. Sind wir doch mal ehrlich – seit Jahren liegen immer irgendwelche Blüten auf unseren Tellern rum, aber geschmacklich war noch nie so die große Erweckung mit dabei. Oder hat sich irgendwer schon mal über die Kopfnote des Gänseblümchens ausgelassen?
Dass es hübsch aussieht heißt noch lange nicht, dass es auch wirklich schmeckt. Aber da das Auge bekanntlich immer mitisst, darf sich auch so ein kleines Gänseblümchen oder eine Kirschblüte auf den Teller gesellen. Die Rose ist da ja sehr beliebt. Im Gegensatz zu so manchen blühenden Artgenossen, gibt sie auch richtig Aroma ab. Aroma, welches ich gerne dazu verwende, ihre getrockneten Blüten mit Salz oder Zucker zu zerreiben.
In diesem Fall habe ich sie einfach im Mörser zerrieben, mit dem Mehl für den Fisch vermischt und eine klitzekleine Spur von Rose hat es dann auch wirklich bis zu meinem Gaumen geschafft.
Und es gibt die ersten Erbsen. Die waren allerdings ein Witz. Außen die große, vielversprechende dicke Schale und drin nur mickrige Erbslein, die es kaum lohnen gepalt zu werden. Das braucht also noch etwas Zeit. Da ist der grüne Spargel grade der Gewinner meines Herzens. Aber weil es heute mal keinen Spargel geben sollte und dafür Erbsen, Puntarelle und Sprossen-Brokkoli, kam dieser nicht in den Korb.

Spargel hat morgen zum Feiertag wieder einen Auftritt. Doch erstmal werde ich morgen dem Biergarten um die Ecke einen Besuch abstatten. Auf ein frisch gezapftes Bier und zum Maibaumglotzen.
Habt einen schönen 1. Mai!

rosenfisch-1

Halibut_Spring Vegetables-1

Für Zwei
2 Heilbutt Filets (à 200 g)
2 EL getrocknete Rosenblüten
2 EL Butter
etwas Mehl für den Fisch
1 kleine Zwiebel in feine Ringe geschnitten
2 EL neutrales Pflanzenöl
Grünes, was der Markt so hergibt (hier Puntarelle, Erbsen und Sprossenbrokkoli)
Saft von einer halben Zitrone
1 TL Olivenöl
Salz
Rosa Radicchio als Salatbeilage (mit einer Vinaigrette)
Blütenblättchen für die Dekoration

Die getrockneten Rosenblüten im Mörser zermahlen (eine kleine Prise für die Deko aufbewahren) und mit etwas Mehl mischen. Die Mischung auf eine Arbeitsfläche geben und den Fisch darin wenden.
Das Gemüse in einem Dämpfeinsatz über Salzwasser knapp garen. Mit Salz, Olivenöl und Zitronensaft abschmecken. Warmstellen.
In einer kleinen Pfanne das Pflanzenöl erhitzen und die Zwiebelringe knusprig bräunen. Auf einem mit Küchenkrepp ausgelegten Teller abtropfen lassen.
In einer Pfanne die Butter aufschäumen lassen und die Heilbutt Filets darin von jeder Seite anbraten. Die Temperatur auf mittel stellen und den Fisch sanft garen. Salzen.
Das Gemüse mit dem Heilbutt anrichten, eine Prise zermahlene Rosen darüber geben und mit einem Salat anrichten.

Dazu gab einen einen herrlich frühlingshaften Rosé aus der Provence. 2013 Domaine du Grand Cros. Jung, frisch und mit floralen Noten. Entdeckt im Weinreich in München.

2 Kommentare

  1. Wow, was für ein tolles Kunstwerk du da auf den Teller gezaubert hast. Der Hammer, entschuldige meine Ausdrucksweise, aber die Farben hauen mich gerade um! Der Fisch ist perfekt in Szene gesetzt und ich kann mir ihn perfekt zu den Rosenblüten und dem Spargel vorstellen.
    Eine super Idee, vielen lieben Dank dafür!
    Sei lieb gegrüßt
    Tanja

    Antworten
    • Danke liebe Tanja! Habe eh festgestellt, dass es hier viel zu wenig Fisch gibt. Dabei mag ich ihn so gern. Am Meer müsste man leben…
      Sei auch lieb gegrüßt,
      Claudia

      Antworten

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