30. Juli 2015

Esst mehr Pfeffer!
Rosmarin Semmelschmarrn mit Pfeffer Zwetschgen

Rezepte, Länderküche, Sommer, nach Saison, Süsses, deutsch, französisch | 2 Kommentare

Rosmarin-Semmel-Schmarrn-1

„Pfeffer tut Ihnen gut, Sie können durchaus noch mehr Pfeffer vertragen“, meinte mein Ayurveda Arzt im südindischen Kerala. Er empfahl mir, Obst immer mit einer Prise Pfeffer zu essen. Das fördere den Geschmack und das Wohlbefinden. Und damit das mit meinen Doshas nicht völlig aus dem Gleichgewicht geraten sollte, streute ich fortan Pfeffer auf so ziemlich alles. Erdbeeren, Mangos, Pfirsiche. Bei Äpfeln ist das eher entäuschend, da kommt das nicht gut (außer wenn sie gedünstet werden, dann ist es wieder prima). Mirabellen mit Pfeffer? Geht grad noch so. Natürlich rede ich mir ein, dass sich seit dieser Pfeffer-Erleuchtung so einiges in meinem Leben verändert hat. Zum Positiven natürlich. Ich kenne mich beispielsweise heute viel besser mit Pfeffer aus. Kenne die ganzen Sorten und kann da kompetent mitreden. Außer meinen Gewürzhändler interessiert das aber nicht jeden.
Zuhause horte ich Kuebebenpfeffer, Kampot Pfeffer, Tellicherry Pfeffer, Rosenpfeffer, Langpfeffer und grünen Pfeffer. Angesichts dieser stattlichen Auswahl, ist Pfeffer stets das erste, was ich zum Würzen nehme. Da liegt es also nahe, dass ich auch den Zwetschgen (aus der badischen Heimat) eine ordentliche Portion verpasse. Ich entscheide mich für eine Mischung aus Lang- und Kampot Pfeffer. Den Langpfeffer liebe ich ganz besonders, weil sein Aroma so unglaublich vielfältig ist. Darin finden sich sowohl fruchtige, wie auch herbe Noten. Die Frau meines Gewürzhändlers kreiert immer ihre ganz eigenen Pfefferkompositionen und so kam es schon öfters vor, dass ich als Versuchskaninchen herhalten durfte. Eine wunderbare Aufgabe, der ich nur allzu gerne nachkomme.
Meine Zwetschgen sollen jedoch diese „Arme-Ritter-Kreation“ nur begleiten. Nicht dominieren. Dafür ist sie einfach zu grandios.
Der Semmelschmarrn mit dem Rosmarin und die Zwetschgen mit dem Pfeffer sind zusammen so großartig, dass ich sofort allen von meinem Glück berichte, das müsst ihr unbedingt probieren, echt, das ist grandios. Stirnrunzeln… mit Pfeffer? Ich seufze. Ja, mit Pfeffer. Glaubt mir einfach. All jene, die das schon mal probiert haben, nicken verständnisvoll. Sie sind meine „Erleuchteten“. Ihr werdet mich verstehen…

Rosmarin-Semmel-Schmarrn-1-3

Für Zwei
2 alte Semmeln
2 Eier
1 Prise Salz
100 ml Milch
3 EL Zucker
1 – 2 Zweige Rosmarin
1 EL Butter

8 – 10 Zwetschgen, entkernt und halbiert
3 El Zucker
Zesten einer halben unbehandelten Zitrone
Saft einer halben Zitrone
1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
etwas gemahlener Langpfeffer

Rosmarin-Semmel-Schmarrn-1-5

Die Semmeln in dünne Scheiben schneiden und würfeln. Die Eier trennen. Den Rosmarin fein hacken. Eigelbe mit dem Zucker, Salz, den Rosmarin und der Milch verquirlen.
Die Semmelwürfel dazugeben und mit den Händen gut vermengen. Das Eiweiß steif schlagen und unterheben.
Die Butter in der Pfanne erhitzen und die Masse in die Pfanne geben. Zugedeckt 3 Minuten goldbraun anbraten und anschließend wenden.
In einem Topf den Zucker für die Pflaumen erhitzen und ihn karamellisieren lassen. Die Zwetschgenhälften in den karamellisierten Zucker legen und umrühren. Den Zitronensaft, die Zesten und den Pfeffer dazugeben und die Temperatur zurück schalten. Mit geschlossenem Deckel die Zwetschgen etwa 4 Minuten schmoren lassen.
Zusammen mit dem zerzupften Semmelschmarrn servieren.

[fblike showfaces=“false“ width=“450″ verb=“like“ font=“arial“ locale=“de_DE“]

2 Kommentare

  1. Wunderbar, dass Du eine Lanze für Pfeffer in all seiner Pracht brichst! Ich unterschreibe das alles – und Deinen Schmarrn mit Pfeffer-Zwetschgen ist hinreißend. Einer meiner Lieblinge ist tasmanischer Bergpfeffer, ziemlich scharf und intensiv aromatisch – der könnte auch für Dich was sein. Lieben Gruß!

    Antworten
    • Liebe Claudia, da werde ich ja gleich ganz hellhörig.Tasmanischer Bergpfeffer fehlt eindeutig in meiner Pfeffer Sammlung. Liebe Grüße, Claudia

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere