Japanische Senbei mit Miso Glasur
und warum machen wir das hier eigentlich?

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Es war einmal – damit beginnen ja bekanntlich alle guten Märchen – eine Zeit, da gab es nicht viele von uns. Lang ist das her. Mindestens zehn Jahre, vielleicht doch nur acht. Die, die sich wie ich schon eine Weile im Netz mit eigenem Blog tummeln, mögen sich erinnern. Warum wir es taten und was uns bewogen hat, es so zu tun, wie wir es taten. Wir hatten sicherlich nicht den allerneusten Küchenkram, aber wir hatten einander. Also virtuell zumindest. Wir, die wir schon lange dabei sind, kennen uns, manchmal sogar persönlich, teilten unsere Küchenerlebnisse und die Welt, die überschaubare Welt aus einer Handvoll Lesern, hat uns dabei zugesehen. Keiner von uns musste an eine Nische denken, die vielleicht noch nicht besetzt ist. Wir hatten quasi allein damit, dass wir da waren, bereits unser Handtuch ganz vorne in der ersten Reihe platziert.
Die Zeiten ändern sich und jeden Tag kommen neue Blogs dazu. Blogs, die vom ersten Tag an nahezu perfekt aussehen, die eine genaue Vorstellung davon haben, wie ihre Zielgruppe aussieht. Und die diesen Kanal perfekt bespielen. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin die letzte, die alten Zeiten nachtrauert, denn nichts ist spannender als Entwicklung und Zeitgeist. Ich bin sogar recht neugierig, was sich da so alles abspielt.
Doch das, was mir am allermeisten Spaß macht an anderen Blogs, jene, die aus der Beliebigkeit herausragen, sind die Ideen und die Schöpferkraft, mit der meine Lust geweckt wird, etwas auszuprobieren. Und das teile ich dann auch gerne mit.
Mir hat es in dieser Woche gelinde gesagt, die Fußnägel hochgerollt, als ich in einem Forum den Beitrag eines Bloggers las, womit dieser ankündigte, dass er seinen Blog jetzt mal bekannter machen wolle und sich vorgenommen habe, einen Monat lang jeden Tag auf anderen Blogs zu kommentieren. Wie bitte? Soll das die Intention sein, einen Blog bekannt zu machen? Ist es das wonach wir dürsten?
Ja natürlich ist es erfreulich, wenn am Ende eines Beitrag auf dem Blog freundliche Kommentare zu lesen sind, doch mal ganz ehrlich – kommentieren um des Kommentierens Willen kann es nicht sein. Wo bitte bleibt die Zähigkeit, sich durch die ersten Jahre des grauen Nebels des Unbekanntseins zu kämpfen? Ich kommentiere nicht oft, aber wenn, dann von Herzen. Weil mich etwas wirklich begeistert. Und genauso wie mich meine Kochbücher inspirieren, inspirieren mich auch andere Blogs. Die vergangene Woche war wie eine erfolgreiche Trüffelsuche. Ich habe bei Susanne auf ihrem Blog japanische Senbei, Reiswaffeln, entdeckt, die mir nicht einmal auf meinen Japanreisen untergekommen sind. Premierenstimmung also. Das erste was ich tat, anstelle von einen Kommentar zu schreiben war, mir Klebreismehl zu bestellen. Und mir zu überlegen, wie aus Susannes Senbei, meine eigenen Senbei werden könnten. Ich gestehe, der erste Versuch ging gnadenlos in die Binsen. Völlig verbrannt, die Dinger. Schmeckten nach rein gar nichts. Optisch eine Vollkatastrophe. Mal davon abgesehen, dass ich es ja schon an der einen oder anderen Stelle erwähnt hatte, dass Backen nicht so mein Ding ist, sollte bei so etwas Einfachem wie Reisteig aus vier Zutaten, das doch nicht schiefgehen. Tat es aber. Zweite Runde also. Kleinere Reiswaffeln und anderer Belag. Und diesmal klappte es. Sie sind nicht nur hübsch geworden, sie schmecken auch noch hinreißend. Mit geringer Halbwertszeit ausgestattet, weil, wenn sie einen Tag an der Luft verbracht haben, lätschig werden, mussten sie also schnell ihrer Bestimmung zugeführt werden.
Diese Reiswaffeln haben mich also daran erinnert, was das mit dem Bloggen so auf sich hat. Nämlich unseren Spaß und unsere Entdeckungen zu teilen. Also ich habe das Senbei Stöckchen aufgehoben und gebe es gerne weiter.

Und noch eine Anmerkung: Das Wasser wird hier in Gramm angegeben. Zugegeben, auch ich bin darüber gestolpert. Wasser in Gramm? Haben wir nicht alle in der Schule gelernt, dass 1 Liter Wasser genau 1 Kilo wiegt? Die Schlauen werden nun einwenden, stimmt nicht, nur wenn es exakt 4° hat. Also wer jetzt genau sein will, wiegt ab. Alle anderen nehmen einfach 150 Milliliter.

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Senbei ( 12 – 15 Stück)

100 g frisch gekochter Reis, auf Zimmertemperatur abgekühlt
240 g Klebreismehl
2 1/4 TL Backpulver
1/2 TL Salz
150 g Wasser (siehe Anmerkung oben)
52 g Pflanzenöl

Glasur:
½ TL Hatcho Miso
1 TL Soja Sauce
1 TL Honig
eine Prise Zucker
1 Messerspitze Harissa
Furikake zum Bestreuen (japanische Würzmischung mit Sesam, Algen und Salz)

Ofen auf 200° vorheizen
Den Reis zusammen mit dem Klebreismehl, Wasser, dem Backpulver, Öl und dem Salz in einen Blitzhacker oder Blender geben und pürieren, bis ein homogener Teig entsteht, der vielleicht ein wenig krümelt. Mit Wasserzugaben sollte man hier sehr vorsichtig sein.
Den Teig in Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
25 Minuten auf der mittleren Stufe backen.

Die Zutaten für die Glasur zusammenmischen, mit einem Pinsel auf die fertigen Reiswaffeln auftragen und mit Furikake bestreuen. Nochmal für 5 Minuten in den ausgeschalteten Ofen zum Trocknen geben.

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6 Responses to Japanische Senbei mit Miso Glasur
und warum machen wir das hier eigentlich?

  1. Tobias 7. Februar, 2017 at 5:52 #

    Hallo Claudia, kommt das Wasser in den Blitzhacker oder wann dazu? im Rezepttext erscheint es nicht mehr . Herzlichen Dank.

    • Dinner um Acht 7. Februar, 2017 at 9:19 #

      Lieber Tobias,
      ups… ist schon korrigiert. Hattest natürlich völlig Recht. So ohne Wasser ist das irgendwie eine trockene Angelegenheit…
      Liebe Grüße
      Claudia

  2. Sandra von Hase im Glück 5. Februar, 2017 at 18:42 #

    Hallo Claudia!
    Irgendwie war mir nach dem Lesen Deines Beitrags danach, hier ein Kommentar da zu lassen. Einfach so und vor allem deshalb, um mich zu bedanken, dass Du mich mit jedem Deiner Beiträge mit auf eine Reise nimmst! Der Chicorée mit Miso und Haselnüssen war übrigens eine Wucht!
    Liebe Grüße von der anderen Isarseite,
    Sandra

    • Dinner um Acht 6. Februar, 2017 at 11:26 #

      Liebe Sandra,
      das ist lieb von dir und ich freu mich wirklich sehr, dass der Chicorée geschmeckt hat. Wir sollten uns mal wieder sehen.
      Alles Liebe,
      Claudia

  3. Susanne 5. Februar, 2017 at 14:57 #

    Den Beitrag habe ich auch gelesen und angemessen die Stirn gerunzelt. Ich habe mir tatsächlich vorgenommen, wieder mehr zu kommentieren. Allerdings nur, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe. Und nicht, damit man die URL anklickt, die ich hinterlasse, sondern weil ich denke, dass Kommentare das Salz in der Suppe der Blogs ist. oder so.
    Die Senbei sehen super aus! Zu den Grammangaben: im Originalrezept steht: 1/2 Tasse plus 2 Esslöffel oder 150 g. Als Brotbäckerin wiege auch flüssige Zutaten…Waagen sind einfach genauer als Messbecher ;-).

    • Dinner um Acht 6. Februar, 2017 at 11:27 #

      Liebe Susanne,
      ich gebe dir da völlig recht, wiegen ist genauer. Und dass es funktioniert zeigen ja deine tollen Brote…
      Liebe Grüße
      Claudia

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